Über Farben, Teil 1

*Über Farben, Teil 1*

Eigentlich ist es sehr schön, sich mit sinnfreien Fragen zu beschäftigen, andererseits ist es interessant, nach Antworten zu suchen, die man nicht braucht. Diese Suche kostet Lebenszeit, aber sinnlos füllt man diese Zeit eher vor dem Fernsehgerät. Farben sind zum Beispiel ein reizvolles Thema, für mich jedenfalls.

Grün, Rot und Weiß, das ist Weihnachten, warum, das muss man ja keinem erklären.

Grün gilt als die Farbe der Hoffnung und des Lebens. Mit einem grünen Baum holt man sich diese Hoffnung ins Haus. Früher waren das in den Wintermonaten auch andere wie Buchsbaum, Eibe, Mistel, Wacholder oder Efeu.

Auf der anderen Seite steht das Grün auch für die Unreife. „Grün hinter den Ohren“, „Greenhorn“ oder „der ist noch zu grün“ sind Beispiele dafür.

Rot, das ist bei mir natürlich zuerst die Sünde, aber es ist auch die Farbe des Blutes und steht in der christlichen Farbenlehre für das Leiden und Sterben.

Rot und Grün sind also Symbole für Geburt und Tod. Das kommt auch in diesen Legenden vor, in denen die Krippe und das Kreuz aus demselben Stück Holz hergestellt wurden. Ist eben alles nur symbolisch.

Nach Weihnachten steht das Rot wieder für „Gefahr“ wie bei Verkehrsschildern oder bei kurzen roten Kleidern. Rot steht auch für die Korrektur in der Schule, es gibt den „Rotstift“, mit dem etwas gestrichen wird, „rote Zahlen“ sollte man nicht schreiben. Das bringt das Blut in Wallung und so müssen auch heftige Gefühle sein: Rot.

Weiß ist der Schnee, den wir selten haben, und rein. Irgendwo in der Bibel steht, dass die Sünde blutrot ist und wieder wie „Wolle“ werden soll, und vermutlich tragen die katholischen Geistlichen deshalb oft Weiß.

Und das, obwohl die ja auch nur Sünder sind.

Die Idee ist trotzdem hübsch. Die Unschuldslämmer sind auch immer weiß.

Blaue Lichterketten zu Weihnachten finde ich schrecklich, aber auch das Blau gehört eigentlich zu Weihnachten, das Blau gehört nämlich auf Bildern immer Maria und ihren Kleidern. Das geht schon Hunderte von Jahren so.

Blau empfinden die meisten Menschen als „kalt“, weil Eis und Schnee bläulich scheinen, die Haut wird in der Kälte auch blau. Dass Maria immer Blau bekommt, liegt vermutlich nur an den Kosten für „Blau“.

Das kostbarste Blau, Ultramarinblau, hatten die Künstler aus dem Edelstein Lapislazuli, also hat Maria das wohl nur bekommen, weil es am teuersten war. Der Stein kam aus Persien oder vom Hindukusch, schon deshalb war das nicht billig. Allerdings gilt Blau auch als „himmlische Farbe“.

Egal, bitte hängt keine blauen Lichterketten auf, kauft Euch lieber einen blauen Mantel.

So, jetzt könnten wir eigentlich weihnachtlich und oberflächlich „durch“ sein, aber leider findet sich das Interessanteste immer abseits des geraden Weges.

Pink, Rosa, Einhörner, das ist nämlich die nächste Frage.

Junge Mädchen lieben Pink, vermutlich auch weil es kaum andere farbige Angebote in Geschäften gibt. Werden sie etwas älter, dann fängt manche erwachsene Frau an, sich für Einhörner zu begeistern. Deren Farbgebung küsst vielleicht die Jugend wach.

Und warum machen sie das?
Weil sie sich aufregen!
Worüber regen sie sich auf?
Über uns, über die Männer!

Vielleicht hoffe ich das auch nur, aber möglich ist es, denn Pink beruhigt. Das sagt jedenfalls der Wissenschaftler Alexander G. Schauss.

Mir ist zwar nicht klar, was der so forscht, aber er hat ein „G-Punkt“ im Namen, deshalb habe ich mir das durchgelesen.

„Sind Sie gereizt? Nervös und angespannt? Spüren Sie Aggressionen in sich brodeln? Dann sollten Sie eine Viertelstunde auf Pink blicken!“

Schauss hat das bei Häftlingen in mehreren Gefängnissen herausgefunden.

„Der Direktor des American Institute für Biosocial Research hatte im Jahr 1979 eine Forschungsarbeit veröffentlicht, in der er von seinen Erfahrungen mit Gefängniszellen berichtet, die in leuchtendem Pink gestrichen waren. Wurden Häftlinge gleich bei ihrer Aufnahme ins Gefängnis nur eine Viertelstunde in diesen Raum gesteckt, verloren sie ihr häufig aggressives Verhalten, berichtete Schauss. Hatte es zuvor mit den Neuankömmlingen regelmäßig Ärger gegeben, herrschte nun Ruhe.“

Wer heute in Pfäffikon in der Schweiz einsitzt und sich aggressiv zeigt, kommt in Zelle 301.

Da gibt es keine beweglichen Teile, aber die Zelle ist in „Cool Down Pink“ gestrichen, komplett. Die Farbe wurde von einer Frau angerührt, die heißt Daniela Späth.

„Ich hier rein? Ich bin doch kein Mädchen und auch nicht schwul“, stöhnen viele der Gefangenen angesichts der Farbe, so berichtet es ein Magazin aus der Schweiz.

Trotzdem beruhigen sich da die schweren Jungs. Es kann aber auch sein, dass sie unter der Farbe so leiden, dass sie lieber schlafen.

Ich weiß auch nicht, ob man solche Farben Strafgefangenen zumuten darf.

Andererseits hat man einen „signifikanten Verlust an Muskelkraft“ beim Armdrücken festgestellt, wenn man einem Probanden ein rosafarbenes Papier vor die Augen hält. Diese Erkenntnis stammt schon aus den 70er Jahren.

Und deshalb mögen viele Frauen Einhörner. Es gibt dafür eine richtige Beruhigungsindustrie.

Die gegnerische Umkleidekabine in Rosa anzumalen, das könnte im Stadion durchaus etwas bringen, weil der Gegner dann weniger aggressiv einläuft.

Das wäre auch etwas für den HSV.

 

 

West und Ost

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*West und Ost*

So kurz vor dem Fest ist es wichtig, gut geruht zu haben. Andererseits sind die Zeiten unruhig und hektisch. Schnee mildert das ja nicht nur akustisch wunderbar ab sondern auch mental. Aber hier liegt kein Schnee.

Angeblich mache ich beim Einschlafen leichte Geräusche, die die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, „wahnsinnig“ machen. Man behauptet, dass ich nach dem Ausatmen ein leichtes ‚Pop‘-Geräusch mache, wenn sich meine Lippen minimal öffnen. Ich halte sie vermutlich aus Rücksicht geschlossen um nicht zu schnarchen.

„Wenn Du einfach mal gleichmäßig schnarchen würdest, wäre das besser zu ertragen“, das sagt sie manchmal. Und meine Liebste behauptet, dass sie mich im Fall dieses Falles ganz leicht antickt. Ob das stimmt, das weiß ich nicht, will es jedoch auch nicht anzweifeln, weil ich erst aufwache, wenn sie wie ein Pferd nach hinten austritt. Leicht ist es mit mir bestimmt nicht, mein Schlaf kommt schnell und geht in die Tiefe.

Ich selbst würde mich darüber freuen, über diese kleinen Rücksichtsgeräusche mit einem ‚Pop‘ oder ‚Plopp‘.

In geringer Entfernung führe ich mitten in der Nacht nämlich eine Art stillen Zweifrontenkrieg. Links, im Westen, träumt meine Frau von Kanada und betätigt sich als Rafterin, sie macht Holz, Ebenholz, wie es ihr geziemt. Ihre Säge ist klein und elegant wie ein Florett, aber durchaus wahrnehmbar. Ich würde sie während der Arbeit niemals wecken, ticken oder treten, ich stehe auf und warte bis sie danach ein Lagerfeuer entzündet. Das Knistern ahmt sie auch nach, dabei kann man gut ruhen. Rechts liegt aber der kleine Hund schräg unter meinem Bett in Höhe des Kopfkissens. Die Ostfront sozusagen. An sich ist es mir lieber, wenn er weiter entfernt am Fußende in meinem Bett ruht und mich an den Rand drängt. Das ist immer noch besser als seine Flatulenzen. Dass man davon aufwacht, ist erstaunlich. Ob ich Bauch- und Rollmassagen versuchen sollte?

Ich habe schon versucht mit Gehörschutz ‚gegen Kanada‘ zu schlafen. Eine Nasenklemme hilft ‚gegen das Tier‘ und verhindert mein „Pop“ zuverlässig, aber ich kann damit nicht erholsam schlafen. Sollte ich dann auch noch im Schlaf sprechen, könnte der Hund denken, sein Herrchen mutiere nachts zum Franzosen.

 

 

 

Enttäuschung

„Enttäuschung“

Man sagt, man „entflust“ einen Pullover, also entfernt man Flusen. Man „entfeuchtet“ den Keller oder irgendetwas, also wird die Feuchtigkeit entfernt.

Und heute habe ich gelernt, dass man auch eine „Enttäuschung“ in diesem Sinn *positiv* verstehen kann, weil nämlich eine ‚Täuschung‘ entfernt wird. So hatte ich noch nie gedacht.

Und das sagt auch Wikipedia, habe das extra nachgelesen:

„Eine Enttäuschung bezeichnet das Gefühl, einem sei eine Hoffnung zerstört oder auch unerwartet ein Kummer bereitet worden. Das zugrundeliegende Verb enttäuschen wurde im 19. Jahrhundert als erfolgreiches Ersatzwort für die aus der französischen Sprache entlehnten Fremdwörter „detrompieren“ (détromper) und „desabusieren“ (désabuser) gebildet. Es hatte zunächst die positive Bedeutung „aus einer Täuschung herausreißen“, „eines Besseren belehren“. Der negativen Bedeutung von „täuschen“ folgend, entwickelte sich der negative Sinngehalt als „einer Erwartung nicht entsprechen“.“

Das zählt nicht richtig, das ist nur aus Speicherungsgründen hier, damit ich mir das für den Fall des Falles merken kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„An Weihnachten“- Weihnachten #3

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„An Weihnachten“

…. es heißt „an der Wand“, aber ‚zu Weihnachten‘. Das schreibe ich jedes Jahr …. aber es wird trotzdem schlimmer.

Jedenfalls haben wir kürzlich mit Sylvia aus Kalifornien über das „typische deutsche Weihnachtsfest“ gesprochen. In ihrer Wahrnehmung ist das komplett durchstrukturiert und folgt Traditionen, die sich durch eine deutsche ‚Strenge‘ auszeichnen. Es gab einen Spielfilm, der dieses Gefühl bei ihr verstärkte. Da wurde alles „zackig“ gemacht. Kompletter Unsinn! Amerikanische Weihnachtsbäume sehen viel unpassender aus. Jedenfalls die in Filmen, wie im Zirkus.

Heute bin ich über einen Artikel über Zwangsehen gestolpert, weil ich nämlich „Zwang-sehen“ gelesen habe. Und so ist Weihnachten zum Teil auch, mit leichtem Zwang überpudert.

Die besten Momente sind:
Wenn die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte bei der fünften Nachfrage ’so, gut‘ sagt, weil der Baum dann gerade steht, wenn man in der Kirche kein Wort versteht, wenn ich bei irgendeinem Lied das erste Mal „weihnachtliche Stimmung“ in der Kirche bekomme, wenn die Kinder mit der Glocke ins Wohnzimmer gerufen werden, wenn ich den Papiermüll in die Tonne gebracht habe, wenn Kinder sich über irgendein Kleinteil mehr freuen als über ein großes Geschenk und wenn am nächsten Tag auf dem Tisch die Gans mit einem elektrischen Messer zerlegt wird und meine Tochter sagt, es sei „wie bei Börne“.

Wenn etwas davon fehlt, fehlt was.
Passiert aber nie.

 

 

Horoskope

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*Horoskope*

Mit Horoskopen, Wahrsagerei und Graphologie kann ich leider relativ wenig anfangen. Das geht vermutlich recht vielen Menschen ebenso, aber trotzdem lesen sie das Horoskop in der „Gala“, der „Grazia“ oder in der Tageszeitung. Es wird nicht mehr lange dauern und die Presseerzeugnisse werden vor Jahreshoroskopen überquellen.

Und weil ich gern etwas Fundiertes lese, habe ich jetzt eine ‚Persönlichkeitsanalyse‘ in Auftrag gegeben, um mich besser kennen zu lernen.

Hier das Ergebnis:
„Sie sind auf die Zuneigung und Bewunderung anderer angewiesen, neigen aber dennoch zu Selbstkritik. Ihre Persönlichkeit weist einige Schwächen auf, die Sie aber im Allgemeinen ausgleichen können. Beträchtliche Fähigkeiten lassen Sie brachliegen, statt sie zu Ihrem Vorteil zu nutzen. Äußerlich diszipliniert und selbstbeherrscht, neigen Sie dazu, sich innerlich ängstlich und unsicher zu fühlen. Mitunter zweifeln Sie stark an der Richtigkeit Ihres Tuns und Ihrer Entscheidungen. Sie bevorzugen ein gewisses Maß an Abwechslung und Veränderung und sind unzufrieden, wenn Sie von Verboten und Beschränkungen eingeengt werden. Sie sind stolz auf Ihr unabhängiges Denken und nehmen anderer Leute Aussagen nicht unbewiesen hin. Doch finden Sie es unklug, sich anderen allzu bereitwillig zu öffnen. Manchmal verhalten Sie sich extrovertiert, leutselig und aufgeschlossen, dann aber auch wieder introvertiert, skeptisch und zurückhaltend. Manche Ihrer Erwartungen sind ziemlich unrealistisch.“

Ich fand mich ziemlich gut getroffen. 🙂

Vielleicht denkt Ihr jetzt, dass das auch zu einem guten Teil auf Euch selbst zutrifft. Das wäre ziemlich normal, denn das geht vielen Menschen so. Zugegeben, es ist auch gar nicht die Analyse meiner „Persönlichkeit“. Das ist nämlich nur ein Text aus dem Internet, mehr nicht.

Bertram R. Forer hat 1948 ein Experiment gemacht, in dem er seine Studenten einen angeblichen „Persönlichkeitstest“ machen ließ. Danach gab er jedem Probanden den obigen Text und bat sie auf einer Skala von 0 bis 5 einzuschätzen, inwieweit der Text auf sie zutrifft. Der Durchschnitt lag bei knapp 4,3 Punkten, die ‚Auswertung‘ wurde also mehrheitlich als zutreffend bewertet obwohl jeder Student exakt dieselbe Analyse erhalten hatte. Den Text hatte Forer aus Zeitungshoroskopen zusammengestellt, seinen Text habt Ihr oben gerade gelesen. Der Test ist später oft wiederholt worden und immer lag das Durchschnittsergebnis über 4!

Solche Werte würde eine Beschreibung vom eigenen Lebenspartner übrigens kaum erzielen.

Es handelt sich um den „Barnum-Effekt“:
„Er bezeichnet die Neigung von Menschen, vage und allgemeingültige Aussagen über die eigene Person so zu interpretieren, dass sie als zutreffende Beschreibung empfunden werden.“

Psychologen sprechen von „persönlicher Validierung“, damit hier ein Fremdwort die Glaubwürdigkeit erhöht. Benannt wurde der Effekt nach dem Zirkusgründer Phineas Taylor Barnum, der mit seinem Zirkus „jedem Geschmack“ etwas bieten wollte. Den Phineas habe ich kürzlich entdeckt, weil er mit seinen letzten Worten vor dem Tod fragte, wie die Tageseinnahmen waren.

„Allen Barnum-Aussagen ist gemeinsam, dass es ihnen an Objektivität und Falsifizierbarkeit mangelt. Sie betonen vor allem Aspekte, die allen Menschen gemeinsam sind, oder Eigenschaften, die alle Menschen gerne besitzen würden.“

Dabei sind die Interpretationen natürlich subjektiv. „Sie gehen nicht gern große Risiken ein“ wird von ‚ängstlichen‘ wie auch von ‚mutigen‘ Personen als ‚passend‘ empfunden. „Großes Risiko“, damit ist unklar, was gemeint ist und vermutlich deutet es der Leser als „Risiko, das ich meiden würde“. Dann passt das irgendwie immer.

Also, wie wird ‚es‘ noch gemacht?

Jeder sucht Sicherheit, also hat jeder Ängste. Weit verbreiteten Wunschvorstellungen wie „mehr Geld“, „große Liebe“ oder „gute Arbeit“ wird zusätzlich meistens zugestimmt.

„Sie sind manchmal etwas unsicher, finden aber zum Schluss gute Lösungen“, das verbindet dann noch die Bandbreite von „unsicher“ bis „lösungsorientiert“ und jeder findet da einen Ort im Satz, an dem er sich wohlfühlt.

Und weil das Ganze einen ‚Wohlfühleffekt‘ haben kann, werde ich das neue Jahreshoroskop jetzt doch lesen.

 

 

 

Letzte Worte – „Do jit et nix ze kriische“

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„Do jit et nix ze kriische“

…. so waren jedenfalls Adenauers letzte Worte.

„Wie waren die Einnahmen heute im Madison Square Garden?“ fragte hingegen Phineas Taylor vor seinem letzten Atemzug.

„Wer ist da? Wer ist da?“ ist von Billy The Kid überliefert. „Ich wünschte, ich hätte die Zeit für wenigstens einen weiteren Teller Chili“, so Kit Carson.

„Schade, schade, zu spät!“, sagte Beethoven, weil er die letzte Lieferung Wein nicht mehr genießen konnte. Johannes Brahms war da glücklicher als er „O, das schmeckt gut. Danke!“ zu seiner Krankenschwester sagte, die ihm ein Glas Wein gegeben hatte und verschied. Also er. Tschechow kam nicht mehr zum Trinken „Ich habe so lange keinen Champagner mehr getrunken.“

Oscar Wilde blieb auch am Ende bei Fragen des Stils: „Meine Tapete und ich kämpfen ein Todesduell. Entweder sie muss gehen oder ich.“

Langeweile wird von einigen anderen beklagt.

Feynman, Richard, der große Physiker, sagte „Mir würde es gar nicht gefallen, zweimal zu sterben. Es ist so langweilig.“ Ebenso erging es Churchill: „Alles langweilt mich.“

Einsteins letzte Worte auf Deutsch konnte die ihn pflegende amerikanische Krankenschwester leider nicht verstehen.

Unter Königen und Königinnen bleibt man auch zum Schluß adelig: „Kleiner Mann, kleiner Mann, das Wort »müssen« ziemt sich nicht, wenn man mit Fürsten spricht.“ Das sagte Elisabeth I. zu Robert Cecil, nachdem er zu ihr sagte, sie müsse sich nun ins Bett begeben. Karl II. von England dachte zuletzt an seine Mätresse „Lass die arme Nelly nicht verhungern.“

Goethe ist ein schwieriger Fall, die Quellen widersprechen sich teilweise.

„Macht doch den zweiten Fensterladen auf, damit mehr Licht hereinkomme.“ Oder nur „Mehr Licht!“ … das weiß man nicht. In seiner Heimatstadt Frankfurt erzählt man sich jedoch, dass Goethe eigentlich sagen wollte: „Mer lischt hier so schlescht.“ Das kann man für einen Hochdeutschen als „Man liegt hier so schlecht“ deuten.

Große und kleine Worte von Hinrichtungen.

Marie Antoinette zu ihrem Henker, dem sie auf den Fuß getreten hatte: „Mein Herr, ich bitte Sie um Verzeihung, ich tat es nicht mit Absicht.“

„Danke, mein Herr!“ sprach Robespierre vor seiner Guillotinierung ein Jahr später nachdem man ihm ein Tuch reichte, um das Blut aus seiner Schusswunde am Kiefer aufzufangen. Kurios ist das deshalb, weil man während der Revolution „Bürger“ sagte und nicht „Herr“.

Mata Hari ließ sich vom Offizier des Exekutionskommandos einen Spiegel reichen, puderte sich und sagte höflich die letzten Worte: „Danke, Monsieur.“

„Störe meine Kreise nicht!“
Das soll Archimedes einem römischen Soldaten zugeraunt haben, als der ihn bei der Eroberung von Syrakus in einem Garten entdeckte und erstach. Archimedes grübelte gerade über geometrischen Figuren, die er in den Sand gezeichnet hatte.

Auch ärgerlich klingende Abschiedworte sind verbürgt.

„Laßt mich in Ruhe!“ – Bertolt Brecht

„Pfui Teufel!“ – Karl Kraus

„Scheiße auf die ganze Gesellschaft. Scheiße auf alles, was unwichtig ist.“ – Jean Miró

Bewusst Versöhnliches und Schönes ist eher selten

„Du bist wunderbar“, so Arthur Conan Doyle zu seiner Frau Jean.

Steve Jobs: „Oh wow. Oh wow. Oh wow.“

 

 

 

Jugendliche Bekleidung

 

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*Jugendliche Bekleidung*

Nun, meine Eltern liebten Mozart, Beethoven und die Graetz-Musiktruhe. Allerdings war dies meist eine stille Liebe, denn Musik kam aus der Kirschholztruhe mit der Schiebetür selten.
Mein Vater hatte als Schüler schon den 1. Weltkrieg erlebt, meine Mutter den zweiten, aber auch schon als Erwachsene. Das mildert so manchen Blick in den Rückspiegel.

Sie liebten die „Gammler“ in diesen verwaschenen Hosen und mit den langen von Stirnbändern gebändigten Haaren nicht, die 60er waren nicht ihr Freund. Das war auch der Rock’n’Roll der 50er schon nicht gewesen.

Ich trug als Kind Lederhosen in jeder Form und Farbe auch unter nördlicher Sonne, kurz im Sommer, Knickerbocker bis zum Knie aus feinstem Hirschleder im Winter. Weil niemand sonst zum Anorak solche Hosen trug, war das etwas Spezielles. Leider konnte man auf Leder schlecht rutschen. Teilweise blieb ich auf halber Höhe kleben, insbesondere bei feuchter Witterung. Wir hatten noch keine Waschmaschine, da war Leder eine gute Alternative, die Wasser nicht verlangte.

Außerdem hatte ich schon als kleines Kind höchste Bewunderung erhalten, weil meine Kleidung selbst in der Sandkiste rein blieb. Nur die Hände und Schuhe bedurften der Reinigung. Dies freute meine Mutter so sehr, dass ich versuchte, die Schuhe nsch dem Spielen am Rand zu reinigen. Das ist eigentlich bis heute so geblieben. Ich liebe es, Schuhe zu putzen. Sandwege auf dem Weg zum Automobil pflege ich nach Möglichkeit zu meiden. Selbst unbefestigte Parkplätze umgehe ich, um einer drohenden Innenreinigung vorzubeugen. Eine ausklappbare Fußmatte vor der Fahrertür würde ich bestellen, wenn es so etwas gäbe. Andererseits würde ich die auch wieder saugen müssen.

Ansonsten erhielt ich später, im ersten zweistelligen Alter, eine Auswahl von Stoffhosen mit Bügelfalten von „Brenningmeyer“. Keiner hatte Hosen mit Bügelfalten, leider waren sie auch etwas „kratzig“. Aber das Lob der Eltern für die Vermeidung von „Blue Jeans“ blieb mir auch noch bis zur Konfirmation oder kurz davor gewiss.

Eigentlich begann alles mit dem Roten Album und dem Blauen Album von den Beatles, kurz danach sang Albert Hammond aus langen Locken und in Jeans vom Regen, der in Californien nie fiel. Danach wechselte ich zu Jeans, die Haare sprießten wie das Gras auf einer tierlosen Weide bis das wallende Haar Klassenkameradinnen zum Flechten animierte. Schon mit 12 durfte Herr Graetz zu mir umziehen.

Klanglich … und gefühlt war das der Himmel auf Erden. Das Radioprogramm des Norddeutschen Rundfunks wurde zum akustischen Begleiter der Bruchrechnung.

Zur gleichen Zeit begann meine Fußballkarriere, die unbeholfen auf der rechten Abwehrseite begann und, später weiter ‚vorn‘, sich mit Spitznamen in den Folgejahren wie „Franz“, „Mario“, „Flankengott“ oder „Kempes“ besser liest als sie vermutlich war.

Das muss die Phase gewesen sein, in der das gepflegte Langhaar auch nach dem Spiel noch trocken und weich auf die schmalen Schultern fiel. Lothar, einer meiner ersten Trainer, ernannte mich zwar zum Kapitän, raunzte mich an:

„Ich stecke Dich in die ‚7te Opa‘, wenn Du Dich nicht mehr bewegst!“

Das wurde zum geflügelten Wort wennimmer man von mir in den Folgejahren einen lustlosen Eindruck hatte. Also, man musste damals Gegenspieler aus taktischen Gründen minutenlang in Sicherheit wiegen, es gab ja noch ‚Manndeckung‘. Heute beherrscht niemand mehr diese Kunst des Einschläferns. Mario Basler war der letzte dieser aussterbenden Gattung.

Nun, Mario Gomez schafft das heute auch, dies jedoch unbewusst.

 

„Über …. die längste Praline der Welt“

„Über …. die längste Praline der Welt“

So, jetzt bitte erstmal auf die Fotos blicken, bitte. Ist das verletzend oder anstößig? Kann es männliche Gefühle verletzen? Ist es dumm? Darf man die „längste Praline der Welt“ und einen Geschlechterturm aus San Gimignano neben ein Foto eines attraktiven, bekannten Mannes stellen? Dürfte ich das in dieser Form als *Frau* ungestraft posten?

Wir Männer sind nämlich verunsichert.

Gestern habe ich, vielleicht mit winzigen Anspielungen, über die Konstruktion von Kurven auf Landstraßen geschrieben, dazu hatte ich ein oder zwei Fotos von Serpentinen gepostet. Das sah etwas langweilig aus, also hatte ich unter dem Titel „Über …. Kurven“ auch noch ein Foto von Adriana gepostet. Und es war kein Bild von Victoria Secret. Adriana braucht eigentlich keinen Nachnamen mehr.

Jedenfalls hat das eine Frau, die den Text gar nicht lesen konnte, als „ziemlich dumm“ bezeichnet. Zugegeben, das Bild von Adriana kam nur als kleine Lesemotivationshilfe dazu, ein wenig schlechtes Gewissen begleitete die Bilder, weil es ja doch etwas „provokativ“ war. War das für weibliche Gefühle schon …. zuviel?

„Wenn man aufhört zu werben, so gleicht man einem Mann, der im Dunklen einer Frau zuzwinkert“.

Ist dieses Zitat frauenfeindlich? Dürfen Männer keine Fotos bekannter Frauen posten? Oder dürfen sie dann nicht „gut“ aussehen?

 

Ich will doch nur ….. lernen.
Lehrreich ist es ja schon.

Aber spielen wollen wir trotzdem noch. 🙂

 

 

Über …. „Kurven“

Über …. „Kurven“

Kurven sieht man überall und jeden Tag. Das ist auch sehr erfreulich. Wenn es im Leben nur geradeaus geht, dann ist das zwar einfach, aber auch ziemlich langweilig. Kurven braucht der Mensch, der Mann sowieso.

Und die Kurven sind keine einfache Sache, sie sind komplex und im Leben sind sie auch kompliziert. Aber sie sind schön, wenn man sie glatt und unfallfrei durchfahren hat.

Meistens bemerkt man Kurven im Auto auch nur, wenn sie richtig schlecht gebaut sind. Es geht nämlich um die Kurven auf Landstraßen. Mich selbst hat das als Beispiel in der Mathematik immer begeistert, den Schülern war es vermutlich total egal.

Eine „gute“ Landstraßenkurve ist nie wie „ein Teil eines Kreises“ gebaut. Da müsste man nämlich aus der Geraden kommend abrupt einlenken, dann den Lenkradeinschlag in der Kurve beibehalten und am Ende der Kurve ebenso plötzlich die Steuerung wieder auf ‚geradeaus‘ stellen.

Die meisten denken aber, dass Kurven auf Straßen so sind, sozusagen wie die bei der Holzeisenbahn oder bei Märklin.

Niemand will bei 250 Sachen in einem ICE sitzen, wenn Märklin die Schienen gebaut hat!

Das mit „Kurven sind wie ein Teil vom Kreis“ ist nur für kleine Nebenstraßen richtig.

In eine „gut gebaute“ Kurve auf einer Landstraße lenkt man langsam ein und zwar bis zum Scheitelpunkt der Kurve, und dann lenkt man langsam zurück. So geht Kurve!

Mathematisch ausgedrückt müssen an Kurveneingang und Kurvenausgang nämlich „Wendepunkte“ des Graphen einer Funktion 4. Grades liegen, dessen Verlauf die Kurve folgt.

Macht man das für den rechten und linken Fahrbahnrand separat, dann ergibt sich mathematisch, dass der Kurvenverlauf so aussieht wie bei Serpentinen im Gebirge: Im Scheitelpunkt der Kurve ist die Straße nämlich dann am breitesten. Bei den Serpentinen hat das wegen langer Fahrzeuge natürlich auch noch zusätzliche, andere Gründe.

„Mathe ist ein Arschloch“ sagen ja viele.
Aber fahrt mal 100km Landstraßen mit Holzeisenbahn-Kurven, dann sagt ihr das nie wieder.

Trotzdem mag ich die unkalkulierbaren „Kurven“, die man im Leben trifft, lieber.

Serpentinen

Kaffee

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*Kaffee*

Nur ganz selten trinke ich Tee, also zum Beispiel, wenn ich erkältet bin. Dann wird frischer Ingwer mit heißem Wasser aufgegossen und weil ich daran glaube, dass das hilft, ist nach spätestens drei Tagen alles wieder gut.

Die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, trinkt fast ausschließlich grünen Tee. Früher trank sie, na, diesen mit den blauen Blüten, ich komme nicht auf den Namen. Schwarzer Tee und aromatisiert, britisch oder so, glaube ich. Der schmeckte so wie sich eine Erkältung anfühlt.

Und ihr Kaffee ist gut, wenn eine Maschine ihr zur Hand geht, also eine, die auch die Portionierung beherrscht. Obwohl wir so eine Espresso-Maschine besitzen, ein riesiges Gerät, dass ich beim Kauf einer Küche kostenfrei zusätzlich erhandelte, wird fast ausschließlich Filterkaffee getrunken. Ohne Maschine, mit „Handfilter“. Ich mache den seit 25 Jahren selbst. Den Tee auch.

Meine Gattin hatte über viele Jahre einen richtigen „Präsidenten“. Der machte sozusagen „in Öl“ und reiste um die Welt, sie organisierte sein Leben. Hilfe hatte sie dabei von der Lufthansa, den Hotels und einem Chauffeur und Mercedes Benz. Seine Frau kannte sie vermutlich besser als er. Alle paar Monate trifft er sich, nunmehr betagt, mit seinen ehemaligen „Mädels“, die zu dritt auch schon 160 Jahre mit sich herumtragen. Ein sehr kleiner Teil davon stammt von meiner Frau.

Und sie hat ihm zum 80sten eine Dose mit feinstem Kaffee in einer Dose, einen Becher, Filtertüten und einen Handfilter aus Kunststoff geschenkt. Eigentlich, so meine ich, sollte der aus Steingut oder Porzellan sein, aber das ist eine Frage, die eher nebensächlicher Natur ist.

Er hat nämlich noch nie Kaffee selbst zubereitet und hat das beim letzten Treffen erzählt und wollte es einfach „mal versuchen“. Er ist ansonsten ein gebildeter, interessanter Mann, mit dem man sich sowohl über die alten Griechen als auch über den HSV und Musik unterhalten kann. Die griechischen Götter sind nicht mein Thema, aber ich habe die dafür notwendige Zeit ja auch mit Filtertüten und am Wasserkocher verbracht.

Und jetzt bin ich gespannt, wie er den selbst gemachten Kaffee findet oder ob er wegen der Portionierung meine Frau anruft. Das kann ich ihm nämlich eigentlich nicht empfehlen. Sie kann unglaublich viel unfassbar gut, aber der Kaffee ist in einer Warteschleife.

„Wie ist der Kaffee?“, fragte ich kürzlich den Außendienstler von der Versicherung.

„Gut, Risiko-Leben habe ich ja.“