*Reisen in Musik*
Meine Liebsten sind „Herzsprung“ und „Neindorf“.
Das sind Autobahnausfahrten, und in „Herzsprung“ würde ich ebenso gern wohnen wie in „Himmelreich“. „Neindorf“ klingt für mich zu negativ und ein Dorf wäre nichts für mich. In „Jastadt“ wäre das vielleicht anders.
Leider neige ich dazu, fast grundlos an diversen Ausfahrten eine Auszeit zu nehmen. Zum Beispiel gibt es bei „Fehrbellin“ eine wundervolle „greenline“-Tankstelle mit einem überragenden Cappucino für 1,60€. Das sind nur 400m von der Autobahn und man kann mehr als zwei für den Preis eines üblen Raststättencappucinos trinken, dauert natürlich länger. Selbstredend resultiert das Verfahren darin, dass ich für eine Stunde ‚Strecke‘ mindestens eineinhalb Stunden brauche.
Für 300km rechne ich schon im Vorwege mit 5 Stunden Anreise. Fast niemand will mit mir Auto fahren, es sei denn sie müssen. Und über 120km/h fahre ich auch kaum, das nervt sogar die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte.
„Wer an’s Ziel kommen will, kann mit dem Flugzeug fliegen, aber wer richtig reisen will, soll mit dem Auto fahren!“
So ähnlich hat das Rousseau einmal geschrieben, nur dass er lediglich Kutschen und Schuhe zur Fortbewegung kannte und in seinen Text einbaute. Flugzeuge braucht man in Europa nicht, sie nähmen mir den halben Spaß.
Und wenn man einige Tage Zeit hat zwischen den Konzerten, dann fällt eben in Berlin auf, dass ich so selten in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt war und auch noch nie in Weimar. So strecken sich zwar 2000km ein wenig, aber es gibt viel zu schauen und zu staunen.
Was, das würde jetzt langweilen, aber selbst wenn die Shows von Khalid, Lorde, Lisa Hannigan & Aaron Dessler und Nick Cave sämtlich ausgefallen wären, es wäre dennoch nett gewesen so einsam auf den breiten oder holprigen Straßen.
„Froh schlägt das Herz im Reisekittel,
vorausgesetzt man hat die Mittel.“
Wilhelm Busch wusste vielleicht nicht, dass man kostenfrei im Auto schlafen kann, wenn man eine Matratze und eine fette Decke hat. Dass die Duschen für LKW-Fahrer für 2,50 fast so duften wie zuhause, erwähne ich nicht nochmal. Das Auto ist wie „Butler’s Farm“ für Old Shatterhand bei Karl May, nur ohne den Überfall und leichter zu finden.
„Was ist das erste, wenn Herr und Frau Müller in den Himmel kommen? Sie bitten um Ansichtskarten.“
So weit hat es mich nicht gebracht, aber immer wieder vergesse ich, Fotos zu machen, Ansichtskarten sind mir aber auch zu blöd. Dabei hat Morgenstern das schon treffend gesagt, auch sehr modern, wenn man heute Alt und Jung ständig mit dem Handy fotografieren sieht. Gibt es im Himmel ein Fotografierverbot? Da müssen sich später vermutlich ganz viele Menschen dran gewöhnen, das ist da nämlich so ….. obwohl man hier unten Blitze von oben sieht, täuscht Euch da nicht! Das sind keine Kameras.
„Reisen ist besonders schön, wenn man nicht weiß, wohin es geht. Aber am allerschönsten ist es, wenn man nicht mehr weiß, woher man kommt.“
Der Laotse ist auch ein Berg …. des Wortes.
Und so könnte es dann auf dem Weg zum Himmel auch sein. „Leben is‘ auch nur ’ne Reise“, wie mir der alte Kollege mal sagte als er die 80 überschritt.
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Leider weiß ich nicht mehr, wer welche Bilder bei den Konzerten gemacht hat. Die besten sind von Ron. Basta.





