Kanzlerin & Kanzler

*Kanzlerin & Kanzler*
Mit 40 kann man zum Bundespräsidenten gewählt werden und ich habe, so glaube ich, einmal gelesen, dass jeder „gläubige Katholik“ zum Papst gewählt werden kann. Jeder, der muss vorher auch nicht Kardinal gewesen sein. Also nur männlich und katholisch, das reicht. Auch Horst Seehofer könnte noch Papst werden.

„Horst I“, durchaus denkbar.

Der ist ja noch ziemlich jung im Vergleich.

Angenommen, da würde sich jetzt ein niedlicher, junger Katholik in Rom bis ganz nach oben schla …. nein, also so eine richtig flotte Karriere hinlegen, dann wäre das schon spannend. Der hätte ja noch vielleicht 60 oder 70 Jahre als Papst vor sich. So bis kurz vor 2090 oder so.

3 oder 4 Generationen würden nur einen einzigen Papst kennen, fast wie damals bei Helmut Kohl, der war für jüngere auch einfach da wie der Mond.

Kanzler kann man meines Wissens erst mit 18 Jahren werden.

Was würde eine junge Kanzlerin oder ein so junger Kanzler in seiner jugendlichen Regierungsmannschaft und mit seiner 51%-Partei denn ändern? Also ohne denselben Weitblick, den ein Älterer aufgrund seiner zurückgelegten Zeit automatisch mitbringt?

Erstmal zentrales Abitur für alle und die Lehrpläne ausmisten, dann Gras legalisieren und danach wäre vermutlich vieles so ähnlich wie heute, weil das Regieren eines Landes kein Ruderboot ist sondern eher so wie ein Ozeanriese.

Möglicherweise würde die oder der mehr auf die Umwelt achten aber sich nicht mit dem Trump-Interview im Playboy von 1990 beschäftigen wie es das Kanzleramt tat sondern beim ersten Treffen zunächst sagen „Donnie, damit wir was gemeinsam haben, rauchen wir erstmal ein Pfeifchen“.

Bei der Pressekonferenz würden die beiden kurz zugedröhnt abklatschen und im Nebenraum noch kichernd einen Schokopudding weglutschen. Das Schlimmste ist daran, dass das vielleicht sogar besser wäre als es vor einigen Tagen war.

Der Russe, der müsste ja auch ganz, ganz dringend mal was rauchen, damit er mal etwas gefühliger wird. Das kann ich nicht beurteilen, aber enthemmt grinsend sähe ich den lieber als halbnackt auf einem Hengst.
Erdogan, Putin und Trump, dazu noch Assad und der Vogel aus Nordkorea, die letzten beiden müssten auch gleich eine Druckbetankung mit Rauch bekommen. An sich verbietet es sich auch, die fünf hier nebeneinander zu stellen, aber in einer Raucherhöhle ginge das versuchsweise.

Und bei der nächsten Sitzung dann die nächsten Spinner aus den oberen Chargen. Es gibt ja noch mehr Kandidaten, überwiegend männlich, jedenfalls außerhalb Europas.

Natürlich alles auf Krankenschein, denn so richtig gesund scheint mir keiner von denen. Fast wie im richtigen Leben, da hat ja auch ein jeder eine kleine Macke.

Aber unter denen leiden nicht so viele andere.

Mir fällt zum Beispiel heute nichts ein.
Nicht so schlimm.

Ordnung

*Ordnung*

So, hier mal wieder etwas, wofür es keine „likes“ gibt.

„Likes“ werden eh überschätzt.

Die Bäckerei macht sonntags erst um 7 auf, ganz schön spät.

Gestern, da war es noch recht früh, auch beim Bäcker noch. Aber die Brötchen lagen nicht geschüttet wie sonst in der Auslage hinter dem Tresen. Sie lagen in Dreierreihen gestapelt exakt übereinander. Also nur die einfache Sorte, die mit Mohn beziehungsweise Sesam standen aufrecht, auch sauber in Reihen.

Frau R. und der mit der jungen mit dem güldenen, langen Haar war es sichtlich peinlich als ich das bemerkte und fragte, ob sie nicht das nächste Mal Bilder aus Brötchen legen könnten. Die Idee war bestimmt von der adretten Goldmarie.

„Uns war so langweilig“, haben sie entschuldigend gesagt. Ja, für Ordnung entschuldigen sich Leute fast öfter als für Unordnung.

Aber das hat nun mal Ordung gehabt und es war ein Bild wie für die Werbung und oft kommt man ja nicht zu dem, wie man es gern eigentlich möchte.

Das Ergebnis erfreut das Auge aber die Hände, die es tun müssten, sind schwach. Ist ja beim Aufräumen zuhause auch so.

So ähnlich war das früher in der Schule auch, also das mit der „Ordnung“, nicht das mit der Schwäche.

Also, wenn ich das nicht geschafft hatte, in der Pause die Tafel zu reinigen und eine neue, mir unbekannte Klasse kam rein, dann musste ich ja vor denen die Tafel putzen. Danach wussten die nämlich genau, wie das bei mir läuft.

Ein Schwamm für eine grüne Tafel!?

Pah, geht gar nicht. Damit verteilt man den Staub nur, nur echte Amateure verwenden Schwämme. Dass es in Schulen immer Schwämme gibt, ist ja logisch, die kaufen ja nicht die Lehrer. Die kommen so von oben wie die Lehrpläne und die neuen Ideen, die besser sind als die alten und von Leuten, die selten Tafeln wischen aber andere Ziele haben.

Mikrofasertuch für den ersten Gang!

Am besten sind die etwas dickeren für Fußböden, damit wird die Grundreinigung gemacht, am besten zweimal und das Tuch zwischendurch auswaschen. Dann mit einem guten Scheibenabzieher das restliche Wasser abziehen. Danach muss man an den Rändern nochmal kurz nachwischen, sonst rinnt da noch ein Tropfen hinab und zerstört das Gesamtbild. Abschließend die Auffangrinne abwischen und mit einem anderen Lappen die Tropfen vom Boden entfernen.

Danach Hände waschen und abtrocknen. Handtuch und Seife muss man selbst mitbringen, das gibt es meines Wissens nirgendwo. Tafeln werden ja auch nicht mehr von Reinigungsunternehmen geputzt und so sehen die dann eben auch aus.

Und wenn man dann als Lehrer von „Ordnung“ und „Einstellung“ faselt, aber so eine Dreckswand hinter sich hat, dann ist das so wie wenn Angie vor einem Abrissgebäude eine Regierungserklärung abgibt.

Uncool.

Am besten war dann, wenn irgendeiner ganz leise gegen Ende des Reinigungsprozesses „Scheiße“ gesagt hat, weil der schon ahnte, dass hier nicht nur die Tafel Anforderungen stellt. Die meisten haben aber so gegrinst und laut war es selten. Ich selbst sehe auch gern auf Baustellen zu, das ist recht entspannend.

Wenn man das nicht richtig kann, ist natürlich schon fast eine Stunde rum. Ansonsten ist das etwas Meditatives, besonders, wenn man noch nicht weiß, was man nach dem Wischen machen wollte. Es gibt neben der ‚Schwellenpädagogik‘ auch eine ‚Wischpädagogik‘ aber die wird es leider nie in ein Fachbuch schaffen.

Heute gibt es ja oft diese ‚Whiteboards‘, grau-en-haft.

Die sind viel schwerer vernünftig zu reinigen und zum Schreiben und Zeichnen sind die un-er-träg-lich. Ist aber modern, keine Ahnung, warum die sich so verbreiten. Ist so wie mit Schnupfen, will auch keiner, kriegen aber alle irgendwann.

Dann noch diese E-Boards, super. Klasse, vor allem, weil die so oft nicht funktionieren. Das ist der neuere Trend, so wie Hallenbäder in Dörfern in den 60er Jahren. Wenn der Mensch keine Ideen hat, waum etwas nicht läuft, dann setzt er gern auf mehr Technik. Sprachlabore waren auch mal so ein Trend, den ich nie verstanden habe. Hat auch immer gutes Geld gekostet, der Quatsch.

Wenn es hieß „heute gehen wir ins Sprachlabor“, dann war das immer witzig, weil irgendwas nicht funktionierte oder weil es im Kopfhörer immer einen kleinen Klick und ein Rauschen gab, wenn der Lehrer sich reinschaltete. Vorher konnte man so rumdösen, war super.
Eine Wandtafel geht übrigens noch seltener kaputt als man denkt.

Einmal hatte ich eine, lang her, mit einem Loch von 2cm Durchmesser. Da musste ich morgens immer eine Blume mitbringen, die hab ich da immer reingesteckt, damit man mit der Kreide nicht plötzlich um das Loch kurven muss. Das Loch ist bestimmt heute noch da.

Löcher sind fast so haltbar wie Steine.

Natürlich darf das keine grün lackierte Tafel aus Holz sein. Die muss eine etwas raue durchsichtige Plexiglasoberfläche vor einem dunkelgrünen Hintergrund haben und ein kaum sichtbares Raster von Punkten mit 5cm Abstand besitzen.

So geht Tafel.

Ich hatte die letzte in der ganzen Schule und hätte sie mit Waffen verteidigt gegen den Schmier mit den meist kaputten Stiften auf Weiß. Da schreibt man in groß wie auf Papier mit Stiften, geht aber nur selten gut aus. Und wenn einer wieder versehentlich den wasserfesten Edding zum Schreiben erwischt hat, dann kostet das mindestens eine Stunde. Die sind außen schwarz, die anderen weiß, kann man ja leicht verwechseln. Meistens sind die Kollegen dann einfach raus wie wenn sie am Kopierer einen Papierstau erzeugt hatten.

Das macht dann der nächste weg.

Außerdem habe ich den Eindruck, dass wenige weder vernünftig mit 8 Quadratmeter Schiebetafel noch mit 6 Quadratmeter Klapptafel richtig umgehen können. Man lernt ja meistens das Falsche. Aber wenn man bei einer Klapptafel mit *einer* aufgeklappten Seite anfängt, dann hat man zum Bespiel nach dem beiderseitigen Umklappen wieder volle drei Quadratmeter frei und rein.
Und man schreibt niemals über eine Kante oder so, damit das klar ist. Auf den inneren, mittleren zwei Quadratmetern kann man das machen. Ist aber trotzdem nicht praktisch für die Klappvorgänge.
Tafeln sind übrigens auf einen Meter Höhe genormt. Auch praktisch, so eine Ordnung.

Und keine eckige Kreide, bitte, die ist viel zu trocken, lässt sich schlecht in der Hand halten und bricht leicht. Ist aus Deutschland so wie diese Toilettenbecken, die sich nun auch langsam zurückziehen. Ihr wisst schon. Gibt es auch nur in Deutschland.

Die runden Kreidestücke aus Frankreich sind wesentlich besser. Natürlich auch in Farbe. Die französischen Farben sind nicht ganz so kräftig. Das ist aber nicht so schlimm, weil die nämlich preiswerter ist und leichter abzuwischen.

Ohne Farben macht „Tafel“ sowieso keinen Spaß.

Wobei „Spaß“ ungefähr ebenso oft überschätzt wird wie „Tafel“ unterschätzt wird.

Ja ja, ihr denkt wohl, dass irgendwann schon etwas kommt, was interessant oder amüsant ist, aber das ist eben wie Schule hier.

Durchbeißen.

Und etwas ‚Ordnung‘ war noch nie „amüsant“.

Dass die meisten Klassenräume auch aussehen wie Gefängniszellen zum Sitzen für viele Leute, ist auch blöd, aber wieder ein anderes Thema.

Rhonda in der Fabrik

*Rhonda in der Fabrik*
Schlicht ein netter Abend, nicht mehr, jedoch auch nicht weniger.

Sie, das ist die Sängerin.

Sie hat unendlich lange blonde Haare, wenn Unendlichkeit in Nabelhöhe endet, Scheitel fast mittig, die Haare seitlich nur etwas über Kinnlänge, also so wie das bei Heidi Klum jetzt öfter geschnitten wird. Fand ich zunächst ungut, man gewöhnt sich daran, ist ok.

Diese Jeans, kein Kommentar. Unten weit, oben hoch und der Gürtel im Niemandsland.

Hatten wir schon, geht gar nicht, auch nicht mit perfekter Figur. Abgewählt.

Der Pullover war quasi aufgemalt, quergestreift, als Tattoo wäre das gar nicht so leicht hinzugekommen, es war aber doch ein dünner Pullover. Gemalt kannst Du das nicht den Arm hochschieben.

So in in grün und braun, hatte ich auch mal in den Siebzigern. Heute wären meine Querstreifen aber nicht mehr parallel zum Ufer der Elbe wie bei ihr. Kleine Welle vom Lotsen bei ihr.

Keine Schaumkronen.

Ihre Stimme ist auch sehr gut. Manchmal kratzt sie etwas, also die Stimme. Ist sehr gut.

Die Backgroundsänger und die -sängerin hätte ich gern besser gesehen, aber hinten war es etwas dunkel und die Stimmen waren auch dunkel.

Soul von hinten war viel.

Der Schlagzeuger wie von der Volksbank, der am Bass wie von der Parkbank, die Gitarre wie vom Tatort-Imbiss mit Ballauf und Schenk und der am Keyboard eben von der Schule, der klimperte so rum. Vielleicht wiederholt der das Jahr, wäre ganz gut.

Der mit der Parkbank war gut.

„Retrosoul mit etwas Punk“, war so angekündigt.

Soul hab ich gehört, eine Kavallerie von Vorbildern, gut gemacht, aber ich finde die Supremes eben auch super. Und ein Tick James Brown wäre gut gewesen. Hätte gereicht, wenn er draußen im Regen vorbei gegangen wäre.

Sein Feuer. Oder ein Bic. Hitze. Fehlte.

„Es ist so toll, dass ihr da seid!“

„Es ist so schön, Hamburg! Zuhause!“

„Das ist ein Lied über die Liebe, ich sag‘ Euch das trotzdem. Die Liebe ist das Wichtigste.“

Weglassen.

Wär ganz gut.

Und wenn schon, dann bitte alles nur einmal und nicht noch zwei Wiederholungen. Liebe war nur einmal.

Die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, sagt dann immer: „Wenn Du nichts zu sagen hast, dann musst Du auch gar nicht sprechen.“

Sie war nicht da, aber bei ihr wäre es wohl durchgegangen. Unter Frauen geht mehr durch.

Die Leute schwankten so links-rechts zur Musik. Ab 35 ist das so. Und der Drummer war wirklich, wirklich furchtbar. Oben hörte man ihn weniger, aber da konnte man sie nicht sehen. Ohne den Pullover wäre ich früher gegangen.

War ganz gut.

Zelt zum Rauchen draußen wäre super.

Und wenn die Vorgruppe in dem Zelt spielt, kann man sich drinnen auch gut unterhalten. Die hatten so Batik-Kleider an. Wollte noch fragen, was die drunter tragen, habe mich aber anderweitig verbal betätigen können.

War ganz gut.

Perfektionismus

*Perfektionismus*
…. ist keine gute Sache, das Ergebnis ebenfalls selten. Für mich sind die wahren Künstler in dieser Hinsicht auch Vorbilder, denn der Künstler denkt zwar, doch ich glaube, dass er häufig, überbordend vor Ideen, den schnellen Abschluss sucht.

Oder ist das falsch?

Der mittlerweile alte Dylan kann das auch. Da klackern Jackenknöpfe millionenfach auf Platten und CDs gegen die Gitarre, aber das wird kein zweites Mal aufgenommen sondern so belassen.

Natürlich gibt es dann auch Ausfälle bei Künstlern, doch kennen wir die doch alle von uns selbst auch. Das Perfekte, auch im Äußerlichen, weckt nicht nur Sympathien, manchmal ängstigt es gar.

Jedenfalls haben es die Schönsten auch nicht leicht.

Und wenn ich hier so belanglos tippe, so denke ich, dass auch Langweiliges und Belangloses seine Berechtigung haben sollte. Langeweile war als Kind und Jugendlicher etwas ganz Wunderbares. Da konnte man sich mit einem Freund noch richtig gepflegt und stilvoll anöden. Das war fast wie ein ‚Powernapp‘ oder wie man das kurze Einnicken heute nennt.

Das ist ja öffentlich auch nicht so hoch angesehen. Alle sind gestresst, aber wehe einer nickt auf einer Bank kurz ein, dann wird der gleich zum „Penner“ gemacht oder man denkt, der sei betrunken … selbst wenn sein Anzug von Brioni ist.

Das „Anöden“ früher ging so:

„Na, auch keine Lust zu Schach?“

„Boah bloß nicht, viel zu anstrengend! Runde Kniffel?“

„Neeeee, kann grad keinen Lärm ab.“

Minutenlange Pause mit Blicken ins Leere.

„Können ja mal ne Platte auflegen ….“

„Oooch, nö, aufstehen kann ich jetzt nicht so gut. Mach‘ doch nicht so einen Vollstress hier.“

Und wenn man sich dann zuletzt mit „Lahmarsch“ ansprach, dann war das ein Kompliment!

So ein gepflegtes Nichtstun, das will nämlich auch gelernt sein.
Das konnte sich richtig ziehen, aber so blöd war das gar nicht, weil heute oft gleich ein Gesprächsthema auf den Tisch muss.

Oder Politisches. Oder ein „Aufreger“.

Muss gar nicht sein, manchmal ist es gar nicht so schlecht, einer Uhr beim Ticken zuzuschauen.

Elle & Lui

*Elle & Lui*
Margone ist ein neues Gesicht des Luxuslabels „Fay“. Sie heißt Polanski und ihre Mutter ist Emmanuelle Seigner. Ihr Freund ist der Sohn von Daniel Day-Lewis.

Woher ich das weiß?

Ich lese manchmal auch „Elle“. Sonst würde ich weder „Fay“ noch „Morgane“ kennen. Aber Roman und Emmanuelle sind mir geläufig und nur deshalb habe ich den Artikel gelesen.

Jedenfalls ist es schon ein Zeitsprung, den man macht, wenn die Tochter der jungen schaukelnden Schauspielerin aus „Der Himmel über Berlin“ plötzlich modelt und Filme macht und mit dem Sohn eines meiner Meinung nach jungen Schauspielers morgens frühstückt.

Nicht immer geht das ja gut aus mit den Kindern.

Simona Thomalla sah ich nie gern und verstand auch nie, warum die denn so bekannt ist oder war. Bei ihrer Tochter, die mir gern beim Erwerb von Zahnpasta bei Lidl zulächelt ist das anders, aber die spricht ja auch und dann muss man den Ton wegdrehen. Die wirkt nur auf Bildern. In Bewegung und mit Worten treten deutliche Verluste ein.

Bei vielen Schauspielern ist das genau anders herum, jedenfalls bei denen, die nicht in erster Linie von ihrer Optik leben sondern von ihrer Kunst. Martina Gedeck habe ich ja schon einmal dafür gepriesen.

Obwohl Martina auch gut aussieht. Allerdings würde ich sie morgens beim Bäcker vielleicht übersehen, was aber nun auch kein Makel ist.

Schließlich würde ich meinen eigenen Doppelgänger auch nicht mit besonderer Beachtung beschenken, wenn ich selbst nicht sein Zwilling wäre.

Und Jakob Dylan trägt auch einen großen Namen und ob dessen Kinder auch bald Musik machen, darauf bin ich schon gespannt.

„Ich trage einen großen Namen“ ist oft Last, aber ebenso häufig auch …. Eintrittskarte.

Nicht immer „läuft es“ wie bei Kirk und Michael Douglas, nicht immer wachsen Kindern große Flügel im gleichen „Business“, wenn die Väter Adler waren oder die Mütter Schwäne.

Und nun fallen mir spontan gar keine guten Beispiele ein.

John und Julian Lennon
Cliff und Pete Townsend
Ravi Shankar und Norah Jones

Aber ihr könnt ja selbst mal überlegen.

Der Schwarm ist immer intelligenter als der einzelne Fisch?

Immer?

How High The Moon

*How High The Moon*

Mir macht sein einiger Zeit die Frage Gedanken, weshalb der Mensch …. sammelt.

Da werden hunderte von Glocken an die Wohnzimmerlampe gehängt, Frösche bevölkern jedes Regal, Bierflaschen aus aller Welt haben ein eigenes Zimmer. Andere sollen ja soviel Musik anhäufen, dass sie 100 Jahre brauchen würden, um das ein einziges Mal anzuhören. Wieder andere sammeln Streichholzschachteln. Das Sammeln im Schuhregal würde ich nicht mitzählen, das hat andere Gründe.

Ich habe mal mit den kleinen Zuckertütchen und Würfelzucker angefangen, dann hatte ich auch Phasen mit Zigarettenschachteln, Briefmarken und 50 Pfennigstücken. Und Bob darf es immer noch sein.

Außerdem kann ich Murmeln nicht widerstehen, das ist aber noch nicht so, dass ich die in der Badewanne habe, später vielleicht. Das wäre aber gar keine schlechte Idee, nur darauf zu sitzen könnte unbequem werden. Fast wie Steine, hach, die habe ich auch mal gesammelt.

Ist das ein Trieb, das Sammeln?
Neigen Männer eher zum Sammeln als Frauen?

Chris hat mal mit seinen ganzen Freundinnen versucht, das Alphabet voll zu bekommen, aber das hat nie ganz geklappt, weil er Lücken bei „Q‘ und „X“ irgendwie nicht schließen konnte und dann hat er auf Länder umgestellt. Dabei habe ich ihn dann aus den Augen verloren. Heute gibt es ja wegen der ganzen Separatisten immer wieder neue Länder und ich weiß nicht, ob er jetzt mit 60 Jahren immer noch an seiner ‚Sammlung‘ arbeitet oder ob er auf Muscheln umgestiegen ist.

Andererseits war das alphabetische Vorgehen vielleicht klüger, weil eine unvollständige Sammlung meist glücklicher macht als ein Abschluss des Sammelns.

Sammelt man beim Sammeln auch die „Zeit“?
Ist das Sammeln eine meditative Tätigkeit?
Oder ist es so schön, weil es keinen Sinn außer dem „Mehr“ hat? Mehr … desselben?

Viele Fragen.
Keine Antworten?

Billy The Kid

*Billy The Kid*

In einem Radio-Interview um den letzten Jahreswechsel herum hat irgendein Psychologe empfohlen, dass man seinen „inneren Schweinehund“ nicht so nennen soll.

Man solle ihn quasi „umarmen“, „annehmen“, sich zum „Freund machen“ und ihn zum Beispiel auf den Namen „Limbi“ taufen, irgendwas mit dem limbischen System, weiß der Geier, woran er gedacht hat.

Sicher eine niedliche Idee, aber ich habe „Limbi“ bei Facebook gesucht, konnte ihn aber nicht finden, Freundschaft ist dann schwierig. Außerdem könnte man dabei ja auch den Schweinehund von einem anderen erwischen und meiner ist schon ein wenig speziell. Ich glaube, dass alle Schweinehunde speziell und auch Mischlinge sind.

Ich kann mir gut vorstellen, wie Limbi im Ohr des Psychologen hockt und leise schmachtend sagt:

„Nein, mein Manfred, wir haben doch abgemacht, dass Du nicht mehr rauchen willst!“

Und Psychologe Manfred denkt dann:

„Mach Dich vom Acker, Limbi, Du bist für die Patienten zuständig!“
Mein Limbi lässt sich manchmal einfach nicht überwinden und das gilt insbesondere für das Zusammenleben mit einem kleinen, aber oft entscheidenden Anteil meiner Mitmenschen.

Mein Limbii hindert mich nämlich daran zu sagen, was gesagt werden müsste.

A. Der negative Mensch

Ist Carolina gerade mit 40 Jahren und dem dritten Kind schwanger geworden, sagt ihre Bekannte am Tisch:

„Mein Gott, mit 40! Bist Du denn wahnsinnig, musste das denn sein? Was das kostet!“

B. Der Vollschwallerer

Ein anderer steht in der Bücherei plötzlich neben mir während ich ein Buch lese und schwallert mich damit ohne Einleitung zu, dass er vor einer Stunde Nudeln mit einer Pilzsoße gegessen hat. Die Zubereitung der Nudeln kannte ich aber von den 10 Minuten von vor zwei Wochen. Auch, wo ich das alles in Bio-Qualität bekomme, hat sich nicht verändert.
Und dann muss ich nach 5 Minuten den letzten Satz nochmal lesen, ich mag Nudeln mit Pilzsoße gar nicht und das habe ich vor zwei Wochen auch schon gesagt.

C. Die taube Nuss

„Na, alles klar? Was hast Du denn gestern gemacht?“

„Beerdigung, ein trauriger Tag. Mir geht es heute nicht gut.“

„Ja ja, klar. Ich war ja gestern zum Laufen am Strand, muss ja fit bleiben, haha, das war so toll bei dem Wetter. Meine Strecke ist die beste hier an der Küste … “

Dann folgen noch der exakte Streckenverlauf und die gelaufene Zeit.
D. Der Stichwortsurfer

„Und? Na, wieder da? Ich war eben bei Karstadt, das war toll!“

„Warum? Was hast Du gekauft?“

„Da waren Unterhosen im Angebot, ich finde diese halbkurzen so super, stehen mir auch so gut. Habe ja ne richtig gute Figur für mein Alter. Mein Alter schätzen ja alle um 10 Jahre falsch, aber ich tue ja was dafür. Von nix kommt nix, oder? Stimmt doch. Tja, und Du? Was vor heute?“

„Ja, muss noch arbeiten und heute Abend will ich zu einem Konzert, das ist dann meine Belohnung.“

„Hach, Konzert, ja, muss nicht, ich gehe ja lieber ins Kino, letzte Woche, der war super, den musst Du auch sehen. Wie hieß der nochmal, na, mit der Dings, der blonden. Na, egal, aber bald kommt ja auch der über die Frau von Kennedy raus, nee, den seh´ ich mir nicht an, kommt ja dann später im Fernsehen. Und natürlich Nachos und Cola … haha, voll lecker. Ich hol´ mir mal ein Bier.“

Mit dem Bier:

„So ein Bier am Morgen, das ist zwar nicht so angesehen, aber lecker. Auch ´n Bier?“

„Du, ich sitze hier seit Jahren und habe noch nie Bier getrunken. Heute ist nicht der Tag, das zu ändern.“

„Ich werde jetzt aber was ändern, vielleicht fange ich noch ein Studium an, Betty hat das auch gemacht. Ich könnte ja viele verschiedene Fächer studieren, aber ich denke mal, das ich mit Jura gut was anfangen kann. Juristen braucht man ja immer und ich sitze auch gern mal. Könnte auch umziehen, neue Stadt und so. Ja, ich muss dann auch bald weiter, noch einkaufen, dann noch ne Runde mit dem Rad, tut mir gut, obwohl jetzt nach dem Bier, nee, ich leg´mich noch kurz hin, dann noch ein paar Folgen auf Netflix, voll geil, Netflix.“

„Du, ich geh´mal eine draußen rauchen, bis gleich.“

„Ja, da komm ich mit, Bier schmeckt ja draußen noch besser, ich bin auch voll gern draußen, gehe ja auch viel um die Stadt und so. Zu Fuß gehen ist schon eine feine Sache, Auto muss nicht sein, ich hab´ ja mein Rad, das ist richtig gut, war aber eben auch teuer, aber ich kaufe lieber etwas richtig Gutes, und nicht so einen billigen Schrott. Das Bier hier könnte auch billiger sein.“

Das ist jetzt eine Kurzfassung.

Es gibt noch mehr Typen, aber mein Limbi hindert mich, einfach zu sagen, was ich denke.
A. „Wann hast Du eigentlich das letzte Mal etwas Positives von Deinen Stimmbändern gelassen?“

B. „Weiß ich, hast Du mir vor zwei Wochen schon erzählt. Andere Nudeln, gleiche Soße. Ich lese. Tschüß.“

C. „Halt´s Maul.“

D. „Du, hier sind 50 Cent, erzähl´ das einer Parkuhr.“
Aber ich will ja nicht irgendwann erschossen werden wie Billy The Kid und deshalb sage ich nichts.

Aber andererseits verliere ich vorher so viel Lebenszeit, dass sich unfreundlich zu sein vielleicht doch rechnen könnte.
—
„To me, the award is like pinning a medal on Mount Everest for being the highest mountain.“

Leonard Cohen about Dylan getting the Nobel Prize for literature

Geheimnisse

*Geheimnisse*

Ich glaube, dass jeder Mensch kleine Geheimnisse hat und das ist auch gut so. Manchmal jedoch ist es kein Fehler, eines aus dem geheimen Bottich auszugießen.

Heute früh hat Sabrina nämlich einen To-Go-Kaffeebecher aus Porzellan gekauft und sie hat gesagt, dass sie so gern an dem weichen Gummideckel nuckelt. Das hatte ich noch nicht versucht, ich mag lieber eine offene Tasse oder einen großen Becher, bei dem der Kaffee den Himmel sehen kann. Man selbst schläft ja auch selten mit dem Kopf unter einer Decke und wenn, dann ist das kein gutes Zeichen.

Mich hat ihr Satz über den Gummideckel aber 45 Jahre zurückgeschickt. Damals las ich die ersten Karl May-Bände auf einem schwarzen Ledersofa mit einer Kamelhaardecke über den Füßen. Jedenfalls tat die Decke farblich so als käme sie aus der Wüste. Füße hatte sie nicht.

Und bevor ich mich dort platzierte, kochte ich mir einen heißen Kakao und füllte ihn in die hohe Glasflasche. Dann musste nur noch der Nuckel aufgesetzt werden und Old Shatterhand konnte sich weiter mit Old Wabble auseinandersetzen.

Das mit der Nuckelflasche habe ich nicht mal meinen Eltern erzählt, das wäre fast so peinlich wie heute hätte ich bis gestern gedacht.

Aber Sabrina hat nur kurz gelächelt und dann den Akupunkturpunkt im Oberkiefer erwähnt, den kennt sie vom Yoga, hat sie gesagt und deshalb beruhige das Nuckeln. Das kennt man ja von den Kleinen.

Das fand ich interessant.

Vielleicht kauft Ihr Euch ja auch mal eine.

Ob Kaffee auch aus einer Nuckelflasche schmeckt?

Verbote

*Verbote*
Irgendwie macht es auch Spaß, sich mal für einen ganzen Tag an alle Regeln zu halten, die einem so einfallen. Gesund essen, nicht rauchen und nicht zu schnell fahren, nicht fluchen und überall Türen aufhalten, bis der Arm lahm ist.

Aber schöner ist das Abreißen eines Lego-Hauses schon früher gewesen. Und deshalb hat man auch mehr klammheimliche Freude daran, Regeln nicht einzuhalten. Oder so ähnlich eben.

Jedenfalls haben die hier in der Stadt jetzt so eine Art mobilen Blitzerpanzer im Einsatz. Der fällt ungefähr so auf wie wenn die Enterprise am Straßenrand parkt.

Alle 6 Tage parkt Captain Kirk das Ding an anderer Stelle. Der Witz ist, dass die damit jede Woche mehrere Hundert zu schnelle Autofahrer erwischen.

Sind die eigentlich … blind?

Oder machen die das mit Absicht, um zu sehen, ob das Ding wirklich blitzt oder ob das eine Attrappe ist?

Es gibt hier auch einen dunkelblauen ‚Roomster‘ in der Stadt, da sitzen immer zwei Männer mit Sonnenbrillen drin und blitzen. Die sind total cool.
Andererseits kenne ich den ‚Roomster‘ und scanne routinemäßig den Straßenrand nach dunkelblauen ‚Roomstern‘ ab …. obwohl ich den Tempomat grundsätzlich auf 57km/h stelle. Das sind reale 53km/h und das liegt innerhalb der Toleranz. Ich könnte auch auf 54 stellen, aber dann würden die Sonnenbrillentypen mich für eine mutlose Lusche halten.

Die stehen ja meist an breiten Straßen auf denen man theoretisch auch 70 fahren könnte und auf denen ich noch nie Radfahrer oder Fußgänger sichtete.

Und es ist bei Karoline Herfurth auch ähnlich.
Die Karoline hat nämlich mal so einen „Hello Kitty“-Stift in einem Kaufhaus geklaut und hatte ein Jahr Hausverbot. Das ist aber schon ziemlich lange her, da war die nämlich ein Kind. Das finde ich aber gar nicht so interessant an ihrer Geschichte sondern eher, warum sie so oft nach der Schule in diesem Kaufhaus gewesen ist. Die Herfurths hatten nämlich zuhause keinen Fernseher und sie ist dann immer zum Gucken in das Warenhaus gegangen.

Ob Kinder, die zuhause kerngesund ernährt werden, sich ebenso nach Coca Cola, Pommes und fiesen Zuckerstangen sehnen? Ich vermute es.

Und weil ich vermute, dass die Leute bei diesem Blitzer zu unaufmerksam sind, habe ich vor 45 Minuten den alten Pfennig, der mir kürzlich vor den Füßen auffiel, vor dem Eingang dieses Cafés plaziert, mitten auf dem Gehweg. Und jetzt sind schon mehr als 150 Leute vorbeigegangen und keiner hat den Glückspfennig gesehen.

Das ist irgendwie schade, oder?

Intelligenz

Intelligenz

Kürzlich habe ich einen Artikel im Internet gelesen. Der war recht interessant, aber auch ziemlich frustrierend.

Ich kann den nicht finden.

Früher wusste ich immer, ob ein Artikel rechts oder links oder oben oder unten in einer Zeitung stand. Dann konnte ich den Stapel zügig durchgehen und meistens habe ich ihn dann gefunden. Wenn nicht, dann fanden sich auch andere gute Artikel.

Im Internet ist der Stapel aber ziemlich fett und man findet beim Wiedersuchen weniger Interessantes als Schrott.

Aber vielleicht bin ich auch zu blöd zum Suchen.

Jedenfalls war das Ergebnis des Artikels, den ich nicht wiederfinden kann, dass ich an sich nicht intelligent sondern eher blöd bin.

Das lese ich gern zweimal, logisch, denn einem Intelligenten würde das einmalige Lesen reichen.

Wer besonders intelligent ist, soll nach besagter Studie, die in dem Artikel vom Display zitiert wurde, etwas „chaotisch“ sein, „unordentlicher“ als andere und „weniger soziale Kontakte“ haben als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Außerdem „fluchen intelligente Menschen mehr als andere“, so sinngemäß die Aussage des Artikels.

Ich fluche nur ganz, ganz selten.

Bin ich dann nicht intellligent?

Die meisten Menschen tendieren ja dazu, lieber intelligent sein zu wollen, ich bislang auch.

Bin ich also …. blöd, wenn ich nicht fluche oder ist die Umkehrung der Aussage notwendigerweise falsch?

Kommt mir jetzt bitte nicht mit Logik!

Auch die Aussage über die geringere Anzahl sozialer Kontakte bei Menschen mit höherem Intelligenzquotienten ist mir aufgestoßen. Eigentlich kenne ich nämlich gar nicht so wenige Menschen. Früher kannte ich mehr, das stimmt schon.

Soziale Kontakte machen ja irgendwie glücklicher als Einsamkeit, so denkt man sich das ja.

Wegen des Hundes sind jedoch im letzten Jahr die Hundebesitzer bei mir dazugestoßen, das ist meist recht nett.

Ist es dann richtig, wenn man sagt, dass Menschen mit Hunden weniger intelligent sind als solche mit Katzen, weil man mit Hund beim Ausführen mehr soziale Kontakte als mit Katze hat?

Politiker zum Beispiel dürften bei der Anzahl der Sozialkontakte relativ weit oben liegen. Und die fluchen auch nicht so oft öffentlich.

Da reicht ja ein stiller Stinkefinger in Schwarz-Weiß aus, um eine Karriere zu beenden.

Das mit der „Unordnung“ scheint das einzige zu sein, was mir noch eine Restintelligenz bescheinigt.

Aber wenn ich mir den Schreibtisch von Donald Trump ansehe und seine krude Wortwahl, dann müssten die Amerikaner einen ziemlich intelligenten Präsidenten gewählt haben.

Vor allem auch deshalb, weil der echt wenige Menschen kennen würde, wenn der jetzt zum Beispiel im Hafen von New York arbeiten würde und dadurch weniger Geld hätte.

Und ich weiß immer noch nicht, wo ich das gelesen habe. Der Artikel war sehr sauber strukturiert, gar nicht unordentlich.

Es kamen auch keine Schimpfwörter darin vor. Der war von einem Journalisten auch nicht allein verfasst worden.

Einsam war der nicht.

Ob der Verfasser über sich auch so nachdenkt wie seine Leser über sich, das weiß man nicht.