Achtsamkeit

*Achtsamkeit*

Dieses Wort begegnet uns in diesen im Positiven wie im Negativen vom Gefühl bestimmten Zeiten immer öfter.

Achtsamkeit. Bewusst leben. Genießen. Platz lassen. Sich spüren. Sehen. Hören. Riechen. Schmecken.

Kennt man ja.

Wenn jemand davon spricht, dann blicken die immer sehr ernst und etwas starr. Sieht selten entspannt aus, wirkt eher wie eine Steuererhöhung.

Ich nenne das ja einfach so:
Essen. Trinken. Rauchen. Gucken. Zuhören. Quatschen. Das war jetzt so eine erste Auswahl ohne Provokationen.

Nur im Auto bitte all das … nicht.

Da ist „Achtsamkeit“ out. Da gibt es Navigationsgeräte und das Auto soll automatisch die Spur halten, bremsen und schauen ob da einer nebenan rollt.

Warum? Damit man die dunkle Schokolade mit allen Sinnen am Steuer genießen kann? Oder damit man wegen der Langeweile den Twitteracount von Donald Trump auf neue Überraschungen checken kann? Nicht verstanden.

Achtsamkeit geht nämlich auch im Auto bei schöner Musik und Konzentration auf Straße und Verkehr. Das kann man auch entspannt und bewusst genießen solange da nicht zu viele rasante Spinner unterwegs sind. Mit 6 Zylindern ist das noch besser.

Die Kurven, die Landschaft, das Brummen der Maschine, der leichte Luftzug am Spalt des offenen Fensters, wunderbar.

*Das* hier ist irgendwie anders. So wie Landstraße ohne Gegenverkehr, aber mit mehr Haaren.

„AMSR“ statt Auto:

 

 

Ich verstehe das nicht.

2600000 Menschen haben sich das angeschaut. Und Haare 36 Minuten lang kämmen muss nervig sein. Schon beim Zusehen!

Hat das mit Achtsamkeit zu tun?
Was soll das, bitte?

Musik und Geständnisse

*Musik und Geständnisse*

Und jetzt erzähle mir hier bloß keiner, er oder sie habe keine „Leichen im Keller“.

Jedenfalls habe ich mir eine Suzi Quatro-CD gekauft und ich habe mir fast die ganze Platte angehört. Die fängt mit „48 Crash“ an. Und wie ein Unfall klingt das fast 45 Jahre später nicht.

Dirk kenne ich seit fast 20 Jahren vom Schreiben, aber gesehen haben wir uns in diesen Zeiten des digitalen Lebens noch nie. Wenn man sich seit 20 Jahren ab und an gern liest, dann ist ein persönliches Treffen unter Männern höchst risikobehaftet. Es könnte ja sein, dass der mich „in echt“ blöd findet und die nächsten 20 Jahre nicht mehr schreibt!

Dirk, der kennt sich mit Musik gut aus und ich glaube trotzdem nicht, dass er eine Suzi Quatro-Platte im Regal hat. Aber er hat sich sofort an das schwarze, enge Leder erinnert als ich Frau Quatro erwähnte. Er hatte vor 45 Jahren in einem BRAVO-Interview mit ihr auch gelesen, dass sie unter dem Leder nichts trägt. Das wusste der noch.

Und weil er das noch wusste, habe ich die CD gekauft.

Christoph, einer der wenigen Menschen, die meine Musik-Sammlung einmal gesehen haben, hat mal gesagt, dass ‚da aber auch richtiger Schrott dabei ist‘.

Da konnte und wollte ich nicht widersprechen, denn ich bin der Meinung, dass auch „Schrott“ wichtig sein kann. Zum Beispiel waren 95% des musikalischen Outputs der 80er Jahre reiner Schrott. Das tut mir leid für diejenigen, die in dieser Zeit jung waren, aber dafür habe ich ja ein 5%-Türchen offen gelassen. Selbstverständlich habe ich den 80er-Müll zu Erinnerungszwecken teilweise archiviert.

Es gibt ja nicht nur Bilder, Persönlichkeiten oder die Politik einer bestimmten Zeit, es gibt oft auch Menschen einer bestimmten Zeit und es gibt die ‚alte Zeit‘ selbst und ….. es gibt den „Klang“ einer vergangenen Zeit.

Und wenn man den Klang hört, kann man alte Zeiten auch besser wachküssen. Daher ist mit „Schrott“ aus alter Zeit keineswegs nur Negatives verbunden.

Das habe ich richtig schön kompliziert ausgedrückt damit mich keiner nach Beispielen fragt.

Ich war Anfang der 80er auch mal bei einem Konzert von Alice aus Italien in der Musikhalle in Hamburg. Zum Glück hat mich keiner gesehen. Andererseits hatte ich vorher U2 im CCH erlebt.

Natürlich ist die Musikhalle eine bessere Location als das CCH und ein U2-Konzert ist besser als eines von Alice.

Und auch wenn Alice toll aussah, so wirkte das doch etwas manieriert und die Bewegungen waren aus einem Katalog. Aber die nahm sich dabei auch nicht ernster als ein Italiener ein Parkverbot.

Dagegen nahm sich Bono selbst derart ernst, dass das für mich dort schwieriger war als zu gestehen, dass ich Alice live erlebt habe.

Der wirkte nämlich wie ein neuer Jesus. So gefühlt.

Und ob davon noch etwas übrig ist, das überprüfe ich im Sommer. Ich habe nämlich meine zweite U2-Karte gekauft.

Eine zweite Karte für Alice oder eine erste für Suzi würde ich niemals kaufen, denn man darf alte Bilder nicht immer durch neue ersetzen.

Suzi soll immer noch schwarzes Leder tragen.

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https://maddin61.wordpress.com/

Gedanken verlieren ….

*Gedanken verlieren ….*

… das ist mal sehr angenehm, manchmal aber auch etwas verstörend.

Jedenfalls war ich im Dunklen mit dem schwarzen Hund schon draußen im Park, das ist im Allgemeinen die beste Zeit des Tages, weil man dann denkt, dass der Tag noch schläft und man vielleicht nicht von ihm hinterrücks überfallen wird. So wie ich 2017 bislang kenne, steht das aber auch schon morgens hinter Bäumen.

Und nach dem Frühstück habe ich dann etwas im Internet gesucht, erst jetzt weiß ich wieder, was das war, das „Kano-Modell“ im Zusammenhang mit dem Stichwort „Kundenzufriedenheit“.

Das hatte ich nur als PDF auf Japanisch.

Und dann hat der Hund im Wohnzimmer das Gras vom Morgen ausgekotzt. Das ist weniger schlimm als sich das liest, wirklich.

Und als alles sauber und mit Essig nachgereinigt war, bin ich zurückgekehrt zu Herrn Kano aus Fernost. Meine Frau, der besten Ehefrau von allen, die ich je hatte, wusste schon, dass das andere wegen des Grases passiert war.

Und während ich dann noch weiter nach Herrn Kano, dem Japaner, suchte, hat sie gefragt „wo genau der Hund das Gras gefressen hat“.

„Im Park!“, habe ich wiederholt.

Das war ohne den Kuschelfaktor, ja, aber man markiert doch im eigenen Hirn nicht die Lage jedes Grashalms, abgesehen davon, dass es für das Kotzen des Hundes unerheblich ist, ob das links oder rechts vom Weg war.

Und dann haben wir kurz diskutiert, ob ich jetzt unbedingt am Handy etwas suchen muss. Genau deshalb hat sie vermutlich nach der Lage des Grases gefragt. Aber sie hatte ja die Zeitung.

Das Ergebnis war, dass der Japaner mir total entschwand, begraben unter Bergen von Gras!

Wenn man einen Gedanken verliert, kann man nämlich nicht die ganzen letzten Wege abgehen wie wenn man den verlorenen Handschuh sucht.

… das ist nicht sehr angenehm, sondern verstörend.
Hach, „Handschuhe“, es wird immer schlimmer.

Heute habe ich einen grauen und einen braunen. Die preiswerten aus Leder von Lidl habe ich nämlich auf dem Parkplatz von Aldi verloren, beide.

Das ist mir bei drei anderen Paaren seit Oktober nicht passiert, da ist mir immer nur einer abhanden gekommen. Jetzt habe ich vier verschiedene, einzelne Handschuhe in verschiedenen Farbgebungen.

Ich hatte zunächst nur einen rechten und zwei linke, aber auf der Straße habe ich noch einen rechten gefunden. Jetzt habe ich wieder zwei komplette Paare.

Und 2017 habe ich noch kein einziges Ladekabel für das Handy verloren.

Es wird ein gutes Jahr.

Ein geiler Hund

*Ein geiler Hund*

Er kann einfach nicht von ihr lassen, er versucht es von vorn und von hinten. Aber wir passen auf, damit nicht zu schnell zu viel passiert.

Es geht um unsere Hunde. Wilfried ist geil auf Miss Moneypenny, meine schwarze läufige Hündin. Da kommt man am Morgen gar nicht zum verbalen Yoga mit Sabrina. Sie beruhigt das männliche Tier und ich halte die Dame im Zaum, was nicht einer gewissen Komik entbehrt.

Es spricht aber ganz klar für uns Männer, dass wir im Vergleich zu einem Rüden sehr zurückhaltend und gewinnenend sind. Sabrina meinte auch, dass es recht anstrengend wäre, wenn die Männer hinter ihr jeden Monat an der Käsetheke aus anderen Gründen Schlange stehen.

Andererseits könnte man sogar auch das als Kompliment betrachten solange die Männer nicht auch die Verkäuferin an der Theke auf das Korn nehmen.

Komplimente, das ist ein schwieriges Thema.

Erstens ist es für viele schwer, welche zu verteilen und zweitens ist es nicht leicht, eines anzunehmen.

Das hatte ich auch gestern mit Paola an einem anderen Tresen, also nicht das mit dem Massenandrang sondern das mit den Komplimenten. Obwohl Massenandrang bei Paola wirklich berechtigt wäre.

Jedenfalls wurde sie für ihren Pullover von einer Freundin gelobt und sie sagte, sie habe ihn vor „vielen Jahren in der Kinderabteilung bei C&A“ gekauft. Daa war nicht weiter schlimm, aber sozusagen der steigende Pegel meiner Gedankengänge in der Nacht.

So ähnlich kenne ich das nämlich auch. Man sagt etwas Freundliches über eine Äußerlichkeit und das Gegenüber wertet das kleine Kompliment ab.

„Oh, nein, das Kleid ist schrecklich, ich hatte kein anderes greifbar“.

Manche übertreiben ihre negativen Reaktionen ja so, dass man kein Kompliment mehr macht, weil man damit die negative Gedankenkette der Frau ins Rasseln bringt. Das finden die dann auch nicht gut. Es ist eben schwierig.

Ein „Oh, danke, das freut mich“, kommt dem oder der Gelobten aber auch nicht leicht über die Lippen, meinte Paola. Da hat sie auch wieder Recht.

Das ist nämlich auch nicht einfach. Aber wenn man das nicht hinbekommt, hat man wieder jemanden verschreckt, der beim nächsten Mal lieber über das Wetter spricht.

Das nimmt das nämlich hin.

„Ich bin mit den Füßen geschickter als mit den Händen“

*“Ich bin mit den Füßen geschickter als mit den Händen“*

Das ist ein Zitat aus meinen jungen Jahren und das kann man unter Männern natürlich sagen und dann lachen die alle. Das ist nicht so schlimm.

Selbstverständlich hätte ich so einen Satz nicht in Gegenwart einer Frau gesagt, aber unter den Fußballern war das schon in Ordnung.

Leider verfolgt einen ein derartiger Satz auch bis zur Feier des Goldenen Abiturs.

Leider stimmt der Satz bis heute.

Der könnte auch von meiner Frau sein, aber über mich.

Mir fällt nämlich des Öfteren etwas aus der Hand, vermutlich weil ich gedanklich abwesend bin. Da fällt mir der Kaffeefilter eben auch knapp vor dem Mülleimer zu Boden oder ich merke zu spät, dass man nicht 10 Gläser stapeln sollte, wenn man die aus der Spülmaschine in den Schrank räumen will.

In den ersten Jahren hat sich meine Frau, die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, noch über diese lauten Aufschreie in der Küche gewundert und kam eilig die Treppe hinunter, weil sie schon dachte, ich hätte mir eine Hand abgehackt. Es ist dann schon enttäuschend, wenn sie ihren Gatten lediglich beidhändig wischend auf dem Korkparkett vorfindet.

Ich kann das nicht abstellen, das mit dem kurzen Aufschrei. Offenbar bin ich sehr unbeherrscht. Oder ich muss nur den inneren Überdruck ablassen.

Vielleicht kennen andere Frauen diese Ungeschicklichkeiten ihrer Männer auch. Ich hoffe das jedenfalls, weil ich mich dann nicht so einsam fühlen würde.

„Nur weil Du leise aufsammelst und nicht brüllst, heißt das ja nicht, dass Dir weniger runterfällt als mir“, sage ich dann gern, wenn meine Frau fragt, ob ich nicht auch leise schreien könnte.

Leider fällt ihr natürlich kaum etwas herunter.
Sie hat wenige Schwächen, zugegeben.

Und weil sie so gern „Downtown Abbey“ schaut, sagte ich gern ‚Mylady‘ zu ihr und frage, ob ich noch einen Tee reichen darf. Oder wie heißt diese Serie?

„Aber bitte nicht fallen lassen“, sagt sie dann.
„Bring‘ die Kekse bitte extra.“

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A 388, L 510, ZJ 814, VV 37, RE 82, ZA 824, XP 70, EH 71, CZ 43, EE 1025, EH 1610, EH 1016, VV 737.

Die Kennzeichen meiner Autos hingegen weiß ich noch. Nicht, dass Ihr denkt, ich sei total blöd. Ich kenne auch die von den Nachbarn. Und Peter hatte 1978 P 506 an dem Golf I und Thomas‘ Eltern hatten DB 5 am Mercedes. Das war ein 280SE, aber ohne Typenschild. So konnte es auch ein 350er sein.

Dafür kann ich auch nichts.

Für meinen Bruder hatte ich mal einen Golf aus Wolfsburg abgeholt. Und als der fragte, was ich dafür bekomme, habe ich nur gesagt:

„Steht drauf.“

DM 130.

Fand der auch blöd, war’s ja auch.
Aber sonst hätte der das ja vergessen.

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Über H-Kennzeichen

*Über H-Kennzeichen*

Heute in der Frühe haben wir uns an der Tankstelle über „H-Kennzeichen“ unterhalten. Ich dachte nämlich, dass man die schon für ein 25 Jahre altes Auto im Originalzustand bekommen kann, aber die haben das auf 30 Jahre erhöht.

Die Rente bekommt man ja jetzt auch erst in höherem Alter. Beim Auto bezahlt man mit H-Kennzeichen weniger aber dafür bekommt man selbst im Alter auch weniger Geld, das folgt also einem höheren Prinzip:

Alt muss billiger sein.

Ein Mensch bekommt mit 30 Jahren natürlich noch kein ‚H‘ für ‚historisch‘ in den Ausweis gestempelt, das wäre auch etwas früh.

Bei einem Hund wiederum wäre das etwas spät. Das ist alles ‚relativ‘, so könnte man sagen.

Ein Mensch will eigentlich für sich selbst nie ein H-Kennzeichen. Auch Oma Hahn von der Tankstelle will das nicht, auch nicht mit über 80. Das würde zu ihr auch gar nicht passen.

Lara von der Tankstelle will, wenn sie bald 30 wird, auch kein H-Kennzeichen. Ich hatte den Eindruck, dass sie meine Frage auch nicht so toll fand. Sie hatte den Deckel vom Mülleimer nämlich schon gegriffen.

Dann schiebt man schnell ein ‚Theoretisch, Lara, nur theoretisch! ‚ in die Ausholbewegung und legt den Rückwärtsgang ein.

Vor allem bei Frauen ist es nicht unklug zu wissen, wo der Rückwärtsgang ist.

Wann bekommt eine „Beziehung“ eigentlich ein H-Kennzeichen?

Das kann ganz schnell gehen, aber das kann auch extrem lange dauern, bis man das bekommt.

Ihr könnt ja mal Eure Partner fragen, was die meinen, wenn Ihr fragt, ob Eure Beziehung schon ein H-Kennzeichen bekommen kann. Also, wenn Ihr mal Lust auf einen richtig lebendigen Abend habt.

Manche kaufen sich ja auch immer neue Autos, die schaffen das nie bis zum „H“ im Kennzeichen. Bei den Beziehungen suchen sich die meisten Leute keine Menschen mit H-Kennzeichen, es sei denn, die haben selbst schon eines. Männer mögen H-Kennzeichen nur bei Porsche und Ferrari. Andere suchen sich auch immer Neuwagen bei den Frauen.

Meine Frau, die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, ist immer noch wie ein Neuwagen!

Manchmal sogar jeden Tag!

Das ist richtig spannend. Aber wenn man jeden Tag ein nagelneues Auto bekommt, dann hat man bei der Bedienung und beim Fahren leichte Anfangsprobleme. Bei manchen bricht ja das Heck schnell aus und wenn man das Auto nicht kennt, dann muss man vorsichtig fahren.

Das ist bei Menschen auch nicht anders.

Aber der Lack, der ist rein und glänzend, also bei meiner Frau.

Jedenfalls soll ich das Spülmittel, die hölzerne Spülbürste mit den Schweineborsten und den Spülschwamm jetzt immer in das Gitter hinter der Tür unter der Spüle stellen, wenn ich die benutzt habe.

Aber ich stelle beziehungsweise lege das hinter die Spüle, das braucht man ja mindestens 10mal am Tag, das ganze Zeug.

Und in 10 Jahren muss man die Tür unter der Spüle dafür 36520mal öffnen.

Wenn man das so macht, dann braucht die Tür nach 10 Jahren ein H-Kennzeichen.

Unwohl

*Unwohl*
…. oder wie soll man das beschreiben?

Mir ist …. unwohl.

Mir ist selten so, dass ich ein Gefühl mit diesem Wort beschreibe, wenn es mir ‚eigentlich‘ recht gut geht.

Ich nehme keine Kopfschmerztabletten, aber ich glaube, ich kaufe vorsorglich mal eine kleinere Packung für die nächsten Wochen. Wenn man die nicht braucht, ist das keine falsche Entscheidung.

Die halten sich doch lange, oder?
Dem *ersten* Mann traue ich nämlich keinen Zentimeter über den Weg, auch weil der so selten lacht. Die Augen lachen niemals mit und ich denke zusätzlich, dass der lügt.

Außerdem schlenkert der immer mit nur einem Arm beim Gehen, den anderen hält er fast ruhig an der Hosennaht, dort wo sonst bei Westernhelden der Revolver steckt.

Von dem würde ich kein gebrauchtes Auto kaufen.
Dem *zweiten* Mann würde ich mein eigenes Auto nicht mal leihen, wenn ich den Schlüssel mitnehmen würde.

Der lacht recht viel, aber sein Lachen strahlt nicht, es friert. Es ist das Lachen eines Raubfisches.

Von dem denke ich auch, dass der nicht ehrlich ist, aber hier bin ich zusätzlich sicher, dass der selbst weiß, dass er sehr dreist lügt. Dem ist das vermutlich egal.

Ich finde seine Frisur zusätzlich ’suboptimal‘.

Und auch von dem würde ich auf gar keinen Fall ein gebrauchtes Auto kaufen.
Autokauf ist nämlich auch …. Vertrauenssache.
„Ist Ihnen nicht ganz … wohl?“

Donald Trump

*Donald Trump*
Jetzt läuft die VW-Kiste endlich wieder und gleich am zweiten Tag hätte ich fast einen Eisberg gerammt. Da fehlten nur noch Zentimeter auf glatter Straße. Genau genommen, war das gar kein Eisberg sondern eher ein Mensch.

Beim Abbiegen war der wie aus dem Nichts im Dunklen aufgetaucht. Sozusagen wie Donald Trump.

Seine Ampel war Rot und ich hatte Grün.

Jedenfalls blieb der dann vor meinem Kühler stehen und brüllte: „Das ist ein Fußgängerüberweg!“

Da hatte der natürlich völlig Recht, aber eben nur bei Grün. Das würde ja an sich schon reichen, um zu sagen, dass sich da einer aufregt, obwohl er im Unrecht ist. Kennt man ja aus dem Fernsehen.

Aber der war gar nicht zu Fuß unterwegs und pöbelte vor meinem VW-Emblem mit dem dritten Getriebe!

Der war mit dem Rad unterwegs, ohne Licht und auf der falschen Straßenseite.

Und meine kluge Tochter hat echt gestaunt, dass Papa die Scheibe runterdrehte und dann richtig gebrüllt hat:

„Verschwinde, Du Schwachkopf, Du ….. Trump!“

Das Schweigen von Bob Dylan

*Das Schweigen von Bob Dylan*

An sich wäre das ein geeigneter Titel für den zweiten Teil der sogenannten Autobiographie von Bob Dylan, weil sein Schweigen fast eine ebenso große Tragweite hat wie sein Werk.

Seit vielen Jahren spricht er nicht im Konzert, sogar eine Vorstellung seiner Band spart er ein. Die kennt sowieso jeder, der sie kennen will und den anderen muss er die Namen nicht sagen. Wenn die die nicht vorher wissen, dann wollen die das auch nicht wissen.

Die interessantesten der seltenen Interviews sind gerade die, in denen er Geschichten erfindet, aus der Zeit tritt und keine Frage im gemeinten Sinn beantwortet. Der Rest bleibt Spekulation und Geheimnis.

Das ist ausgesprochen unterhaltsam.

Spannend wäre es zum Beispiel, sich Interviews mit Michelangelo vorzustellen.

„Mit der Mona Lisa habe ich versucht, alte, andere Kunst vergangener Hochkulturen in unsere Zeit zu übertragen. Ich habe versucht, das seitlich dargestellte zweidimensionale Lächeln, dass man bei den alten Ägyptern findet, mit den dreidimensionalen Skulpturen aus Sparta zu verschmelzen. Der Kunstgriff war, das farbig und in nur zwei Dimensionen zu erschaffen. Ich habe sehr lange mit dem Bildnis gerungen.“

Alternativ:

„Nein, das mit der Mona, das war eher so eine Notlösung. Das habe ich mehrfach übermalt und zum Schluss hat mir meine Putzhilfe Modell gestanden. Sie hat immer gelächelt, weil sie es toll fand, dass sie nur Herumsitzen musste und für dasselbe Geld nicht wischen musste.“

Beides macht Kunst nicht größer.

In beiden Fällen würde man vielleicht nie wieder von einem „geheimnisvollen Lächeln der Mona Lisa“ sprechen. Der Wert des Bildes würde drastisch sinken. Und im Louvre wäre der Andrang längst nicht mehr so groß.

Und welches der beiden Interviews jetzt veröffentlicht wird, ist an sich ganz egal.

–

Die Frage ist, welche Bedeutung das Schweigen Bob Dylans für die Rezeption seiner Kunst in der Gegenwart und in der Zukunft hat.

Gibt es Künstler, die „es“ ebenso machen oder schaffen?

Und Ihr habt da schon Recht.

Die Mona Lisa ist nicht von Michelangelo. 🙂

I Pay In Blood

*I Pay In Blood*
…. und das wird jetzt wirklich surreal und wenn Ihr das nicht nachvollziehen könnt, dann macht Euch keine Gedanken, dann geht es Euch gut. Trinkt ein Bier.

Unter einigen Freunden des letztjährigen Literaturnobelpreisträgers kursieren weltbewegende Sorgen. Es scheint bislang niemand bei der Inauguration von Donald Trump singen zu wollen, vermutlich antworten die alle mit „sorry, mein Kind ist krank“ oder „hach, das ist ja eine große Ehre, aber ich habe gerade Depressionen“.

Nachts werden die Stars dann aber bei feuchtfröhlichen Feiern von Paparazzi erwischt, das ist auch kein Widerspruch zu krankem Nachwuchs oder Depressionen!

Manche sollen einfach den Telefonhörer wieder aufgelegt haben, andere ein knappes „No“ geknarzt haben. Lou Reed hätte das Telefon sogar durch die Fensterscheibe geworden, das hoffen die von Bob Dylan jetzt auch.

Bei Bob Dylan sind sich seine Verehrer einfach nicht sicher, obwohl die Frau von Donald Trump überhaupt nicht seinem Beuteschema entspricht.

Mit Adriana Lima, dem hotten Model von Victoria’s Secret hat er nämlich auch ein Video für Unterwäsche gemacht und er sah richtig lasziv darin aus! Der hatte bestimmt seinen Spaß mit den ganzen Büstenhaltern in der Garderobe des Palastes in Venedig.

Aber da war auch kein anderer Mann im Bild.

Und ob er jetzt etwa spaßeshalber zu Donald geht, das wissen die nicht. Er war ja auch beim Papst Johannes Paul II obwohl der andere, der danach Papst wurde, da total dagegen war. Vielleicht ist der Bob dann auch nur nach Bologna gekommen, weil er den Ratzinger ärgern wollte.

Der macht oft Sachen zum Spaß, der Bob.

Und seine Verehrer, die haben jetzt voll das Fracksausen, dass sie alle demnächst Papst werden!

Also erstmal, dass der Bob sie mit seinen Auftritt bei dem Trump mal richtig durchrühren will wie den Martini von James Bond. Das mit dem Job als Papst müssen sie danach ihren Frauen erklären. Davor haben die sogar Schiss, wenn die gar nicht verheiratet sind oder gar nicht katholisch sind!

Die wissen nicht, was sie machen sollen, wenn der Dylan doch zum Donald geht und zum Beispiel „Happy Birthday, Mr. President“ in dem Kleid von Marilyn Monroe singt.

Der Bob, der ist manchmal etwas aus der Zeit gefallen.
Zuerst würden die natürlich die Aufnahme davon haben wollen, aber danach würden die echt ins Grübeln kommen, ob Helene Fischer im gelben Minikleid und tiefem Ausschnitt nicht doch die ehrlichere Variante gewesen wäre.

Jedenfalls würden die bei „Blowin‘ In The Wind“ dann immer an Helene am Seil und mit Windmaschine denken.

Wobei „Windmaschine“ jetzt recht dicht am Donald ist und wenn der Bob das hier liest, dann ruft der garantiert im Trump-Tower höchstpersönlich an und fragt, ob er kommen darf.

Und deshalb solltet Ihr das hier gar nicht groß herumerzählen, die Freunde vom Bob die zahlen nämlich schon vorher mit ihrem Blut.