


„Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“
Genau das musste ich eben wieder feststellen. Auf den Jahrestermin beim besten Augenarzt der Welt hatte ich drei Monate gewartet, ein vergleichsweise niedriger Wert.
Es gibt eine große Praxis fünf Kilometer außerhalb der Innenstadt, meine Stammpraxis, dorthin gehe ich seit mehr als 15 Jahren.
Und heute war extrem viel Verkehr, tricksen beim Hinweg musste ich, über Schleichwege kam ich noch auf die Minute pünktlich an.
Die sind manchmal recht streng da am Anmeldetresen, deshalb sollte man verlässlich und auf den Punkt präzise erscheinen.
Im letzten Jahr musste ich 5 Meter vor dem Tresen noch drei Minuten warten, aber als ich dann „dran“ war, da war ich dann genau diese drei Minuten „zu spät“, wie mir beschieden wurde.
Da hilft an sich nur ein ganz, ganz breites Lächeln.
Die am Tresen wären nämlich nur die Drittbesten weltweit ……. also wenn es genau drei Augenarztpraxistresen in der Welt gäbe.
Heute jedoch waren sie sehr nett, obwohl ich wahrlich „falsch“ war: Mein Termin war nämlich erstmals in der Innenstadtpraxis, ich erinnerte mich nur dunkel, ca 30min Fahrzeit entfernt.
„Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“
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Und gestern, da waren andere die „Gewohnheitstiere“.
Ich habe es getan, einfach so.
Nach 27 Jahren habe ich es in „meiner“ Straße gewagt, auf der anderen Straßenseite ein Auto zu parken.
Legal.
Viele sind nun böse auf mich, den Störenfried. Zum Aussätzigen wurde ich für manche.
Eine „Frechheit“ sei das, „dumm“, „blöde“, „egoistisch“, „irre“, und „der ist ja sowieso bekannt hier“, „ich habe die Polizei gerufen“, „kein Wunder, dass Sie allein leben“
…… so die Kommentare zweier ehemals freundlich grüßender Nachbarn.
Zum Teil nur, ein Glück!
Zwei oder drei.
Macht nichts.
So klingt es akustisch von den ganz Lauten mit hassverzerrter Mimik, ja, so klingt es, wenn man eine ungeschriebene Regel ‚bricht‘.
Sogar „Prügel“ sollen mir angedroht worden sein. Leider war ich nicht erreichbar.
Zur Erinnerung:
Ich habe auf der anderen Straßenseite ein Auto geparkt.
Mehr nicht.
Es gibt kein Parkverbot.
So geht ein kleiner „Shitstorm“ im wahren Leben.
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Es handelt sich nämlich um ein schätzungsweise 150m langes Straßenstück mit Gegenverkehr.
Rechtsseitig wird seit 27 Jahren alles zugeparkt. Die meisten Kinder sind groß, daher wächst die Zahl der Fahrzeuge weiter.
Hier begegnen sich oft zwei auf einer „Spur“ und müssen eine Einigung finden, wer nun zurückfährt und dem anderen Platz macht. Ausweichmöglichkeiten gibt es meist nicht.
Das hat hier schon laute, minutenlange Diskussionen gegeben, das war nahezu filmreif.
Kopfschüttelnd steht man daneben und bietet einen Tee an, wenn es länger dauert.
Sogar Frontalzusammenstöße gab es schon!
In einer 30er-Zone!
(Unter „Ochsen I“ wurde so ein Vorkommnis vor vielen Jahren hier im Blog beschrieben)
Gefährlich ist es auch, das einseitige Parken, denn Lieferdienste und mancher Anwohner fahren deutlich schneller als mit den 30km/h, die im eng bebauten Wohngebiet erlaubt sind. Man jagt da sozusagen zügig im vierten Gang durch. Teilweise. Trotz der kleinen Kinder, die mit dem Roller oder mit Stützrädern durch den Stadtteil stromern.
Deshalb empfahl mir eine Dame von der Straßenverkehrsbehörde im Zusammenhang mit einer anderen Frage:
„Parken sie doch einfach mal auf der anderen Straßenseite, das verlangsamt den Verkehr deutlich und macht ihre Straße wesentlich sicherer!“
Und diese Absichtserklärung hatte ich auch noch groß auf einen Zettel geschrieben und hinter die Windschutzscheibe des ungewohnt, aber legal geparkten Kfz gelegt.
Fast alle beschwerten sich regelmäßig über die „Raserei“.
Und jetzt bitte das Foto betrachten. 🙂
Das silberne Auto stand auf seinem Platz bereits als gegenüber 40m „Strecke“ völlig „frei“ waren, kein einziges Fahrzeug stand dort.
Dann ergaben sich aber trotzdem nach zwei Stunden eine reale „Vollsperrung“ der Straße und ein Stau!
Niemand konnte durch die Straße fahren.
Eine Nachbarin sandte mir ein Foto mit dem Text „Klappt ja super, Deine Idee“.
Das Foto seht Ihr ja.
Amüsant.
Ich wurde von einigen sofort als „Schuldiger“ ausgemacht. Logisch. Das ist menschlich.
… aber auch etwas an der Realität vorbei. Um Realitäten geht es oft nicht mehr, es geht eher um Gefühliges.
Es gibt mittlerweile zwei Realitäten:
Eine wirkliche und eine gefühlte.
Auch in der Politik ist das tendenziell zu beobachten.
Es gibt kein Parkverbot, auf der gesamten Strecke nicht. Weder links noch rechts.
„Seit 30 Jahren wird rechts geparkt!“
Ein wenig Anpassung an eine neue, aber anderswo völlig normale Verkehrsituation ist offenbar schwerer als gedacht. 🙂
„Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“
Amen.
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PS: Hier ist das mit den „Ochsen“
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„peace, tranquility and good will“

































