„Wenn Du es riechst, ist es schon in Dir“

„Wenn Du es riechst, ist es schon in Dir“

Dieser Lavendel-Duft in der Provence zum Beispiel!

Oder einzelne -hübsche- Moleküle des Parfums von Passantinnen in der sonnigen Fußgängerzone dort unten im Süden!

„Da kannste etwas mitnehmen“, sagt man ja gern.

Hier trifft es zu.

Klar, es gibt auch andere Fälle. Unschöne.

Aber es ist immer schon zu spät.

Sorry.

–

Schnell zu Rewe, das wollte ich gestern noch. Spät, das ist nicht meine Zeit für Supermärkte.

Dort traf ich einen ehemaligen Schüler und konnte ihn beim Kauf von Dosentomaten (gehackt, immer gehackt!) für „chili con carne“ beraten. Das hätte ich ohne die Anwesenheit seiner Freundin vielleicht kürzer gehalten -zugegeben- aber der ist auch allein einfach witzig.

Er hatte gerade für 41€ Red-Bull-Dosen als Pfand abgegeben.

Das sind recht viele Dosen.

Als ich fragte, wo er die vorher gelagert hat, sah seine Freundin ihn schon an, durchdringend, wie mir schien. Die kann echt gut gucken, sie bringt auch viele Talente für Blicke mit.

Er sagte nur „Themenwechsel!“

Schade.

Dann rief er plötzlich, nachdem er mir den preiswerten Mascarpone aus der Kühltruhe gefischt hatte:

„Ihre Sahne ist undicht!“

-Auf „Fisch“ komme ich noch zurück, schon wegen der Moleküle in der Nase-

Er zeigte auf die 10 Meter lange Sahnetropfenspur hinter mir. Leicht schwankend, ich gehe so, das ganze Leben schon. Hätte der auch früher sagen können.

Lederjacke, Jeans, Hoodie, Schuhe, alles eingesaut. Sahne, die riecht man übrigens auch. Die zieht von den Schuhen regelrecht hoch, olfaktorisch.

Ich mag keine eiligen Einkäufe.

–

Viel ruhiger war nämlich das Einkaufen drei Wochen lang in Aix-en-Provence bei „Auchan“.

Ein traumhafter Supermarkt.

Meine liebste Stadt in Frankreich, auch, aber nicht nur, wegen dieser Ruhe und Entspannung an den Kassen.

Da kommt man beim Einpacken gut hinterher, die sehen sich jede Dose an und scannen sie dann provenzalisch. Wunderbar. Das machen da alle an den Kassen so, ich habe die fast alle durchprobiert.

Die Probleme liegen anderswo, im Produkt.

Ich wollte Crepes machen.

Eier habe ich, …. hatte ich, meinte ich.

Also nur noch Zucker und Mehl, der Rest ist Improvisation.

Wegen der fehlenden Produkte habe ich bei „Auchan“ zunächst ältere Damen angesprochen und gefragt, wo ich Mehl finde, auf Englisch und auf Italienisch.

Also jünger als ich waren die schon. Das ist recht einfach für alle Beteiligten.

Aix ist nicht Nizza, die verstanden beides nicht, weder Englisch noch Italienisch. Ich kann ansonsten nur Latein. Aber eben kein Französisch.

Und nein, das Handy benutze ich dafür nicht. Stillos.

Nach der Dritten habe ich dann recht abrupt auf „jung und attraktiv“ umgestellt.

Den Mittelbau habe ich gleich weggelassen. Der Mittelbau denkt -so glaube ich- der alte Mann sucht gar kein Mehl sondern anderes.

Und vor derart falschen Schlüssen schütze ich alle Mittelbauten.

Manchmal.

„Mittelbau“ ist ein des Merkens würdiges Wort. Seid Ihr „Mittelbau“? Das ist der breite Bereich in der Mitte.

Wie bei Ka, der Schlange.

„Die Mitte?“

Ah, das Mehl, sorry:

Die waren so nett, die jungen Frauen, alle! Eine führte mich gar durch den halben Supermarkt.

Wohin? Ich weiß es nicht.

Die wussten alle nicht, wo das Mehl steht.

Fünf habe ich gefragt, zwei mehr als bei den älteren.

Ihr müsst das nicht kommentieren.

Die leben nämlich gesund, mit viel Gemüse und Fitnesssport.

Mehl, das brauchen die gar nicht.

Also gab es zum Schluss Rührei. Auch schön.

–

Dann wollte ich noch diese frischen Riesengarnelen im Gehäuse von der Fischtheke haben, 500 Gramm.

Die waren günstig, nur 12€/kg.

Es heißt nicht „Gehäuse“, man sagt wohl „Schale“, wie bei Bananen.

Wäre ich Garnele, würde ich das als beleidigend empfinden.

Der blonde Fischmann verstand mich nicht, der konnte kein Englisch, aber der war nett und rief zwei ganz dunkle Kollegen. Die haben mich sofort verstanden, aber die sprachen mir meinen Wunsch mehrfach langsam auf Französisch vor.

Ich sollte das nachsprechen, zum Üben.

Dreimal.

Irgendwas mit „mette“ im Mittelbau.

Jedes Mal haben die zu dritt gelacht über mein Französisch. Und die waren zusammen nicht so alt wie ich.

Klar, mir wären Französinnen an der Fischtheke lieber gewesen, aber auch Männern kann man mal eine Freude machen.

Es war ja sowieso schon „in mir drin“.

Garnelen.

Habe die zusätzlich in zwei Hundebeutel gesteckt, damit das Auto nicht anfängt zu stinken.

Ich bin sehr sensibel.

–

Eine Kugelschreibermine hält 11.000m, ich werde das jetzt also kurz fassen, sonst ist die Tinte „alle“, hier also noch eine südliche Lebensgefühlkleinigkeit:

Wir haben ein wenig außerhalb auf einem Hügel in einer einspurigen Straße mit 30km/h Tempolimit gewohnt.

„Auf-in-mit“, geht, ja?

Niemand hält sich daran, an diese 30.

Morgens hörte ich die bei 60.

Ja, man hört es am Unterschied des Klanges bei Annäherung und Entfernung des Kfz.

Erkläre ich nicht, Tinte ist knapp.

Also: Man macht einander Platz auf der einspurigen Straße, immer. Und jeder bedankt sich mit einem Winken oder der Lichthupe. Immer.

Es macht mehr Freude mehrfach zu warten als schnell durchzukommen.

Nur ein einziger hat sich in diesen drei Wochen nicht bedankt.

Der war aus Freudenstadt.

–

Und wenn Ihr jetzt an ein „Wozu?“ bei diesem Text denkt, dann ist das „voll ok“.

Ich suche ein paar Bilder schöner Menschen raus, damit keiner merkt, dass das nur wenig Inhalt hat.

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„peace, tranquility and good will“

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