Auf der falschen Seite

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*Auf der falschen Seite*

Ich mag meine Stimme auf Aufnahmen nicht, sie klingt so hell und gepresst, furchtbar.

„Klinge ich wirklich genau so?“, fragte ich früher gern. Ja, leider, ich kenne die ja nur von „innen“ und da klinge ich so …. sonor.

Auch Fotos von mir selbst mag ich nicht, der Typ kommt mir so fremd, so falsch vor. Andere finden das gar nicht so schlimm.

Aber ich kenne mich ja eher vom Spiegel, also kenne ich den seitenverkehrten Martin. Daran könnte das Fremdeln liegen. Die Foto hier sind ja auch alle „falsch“, denn so kennen oder kannten sich die abgebildeten Personen selbst aus dem Spiegel. Und so wie hier bekommen sie für mich sofort etwas ‚Unbekanntes‘ oder ‚Störendes‘.

Die sind, Ihr habt es gleich bemerkt, alle seitenverkehrt.

Einen ähnlichen Effekt gab es Ende der 70er oder Anfang der 80er Jahre als Jimmy Carter als US-Präsident die Seite seines Scheitels wechselte. Vielleicht findet ihr ja Fotos mit den verschiedenen Jimmy-Scheiteln. Da gab es viele Fragen, ob sich seine Politik auch ändere.

Wie ich darauf komme?

Sabrina war heute mit mir als „Model“ in der Frisör-Meister-Klasse. Und die coole Chefin mit dem Undercut sagte:

„Wenn man Mittelscheitel trägt, dann kann man das auch psychologisch sehen, da muss man keine Entscheidung treffen, ob links oder rechts. Ist da bei Ihnen etwas dran?“

Das stimmt bei Sabrina nicht, aber ich glaube, dass ich der Typ für einen Mittelscheitel wäre, wenn das nicht so bescheuert bei mir aussehen würde.

Rot, Gelb und Grün

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*Rot, Gelb und Grün*

Die drei Farben finden so schnell nicht mehr zusammen. Aber trotz des langweiligen Wahlkampfs, dessen grobes Ergebnis ja mit seinem Resultat aus der ‚Karibik‘ absehbar war, habe ich reihenweise politische Sendungen und sogenannte „Gespräch-Shows“ verfolgt. Teilweise auch ohne Ton, weil ich das Mienenspiel so liebe. Mit Ton war es ja manchmal kaum zu ertragen oder auch mal ein Minenspiel.

Jedenfalls kürzlich diese Runde ohne Ton, die regte mich schon auf. Dieser schlanke Typ, zu der strengen Frisur fehlte nur noch eine Uniform und er hätte aus den Vierzigern stammen können. Furchtbar. Dieser überhebliche Blick, der billige, schlecht sitzende Anzug viel zu weit, auch an den Schultern.

„Da will einer größer scheinen als er ist“, habe ich gedacht.

Und dass die *wieder* einen von den „Rechten“ eingeladen haben, das habe ich auch gedacht. „Muss das denn sein?“ Mich schüttelte es schon und ich spielte etwas mit diesem Telefon.

Dann kam beim nächsten Heben meines Blicks eine Einblendung am unteren Rand und ich habe gleich beschämt den Ton hochgedreht. Der Typ war nämlich von CNN.

Wie man sich doch täuschen kann. Darf man ja niemandem sagen, wenn einem die eigenen Vorurteile so vor die Augen gehauen werden.

Rot, Gelb und Grün, ach ja, das Thema.

Es geht gar nicht um Politik.

Meine kleine kluge Kurze hat mir neulich an der Ampel etwas Neues gezeigt. In der ganzen Innenstadt haben die Fußgängerampeln „unten“ nämlich eine weitere Taste.

„Du musst hier unten drücken, dann wird ganz schnell Grün!“

Und sie hatte Recht!

Zwei Sekunden und es wurde Grün!
Ich bin so stolz auf dieses Kind.

Die letzten Tage habe ich das auch versucht und obwohl ich oft bei Rot dem Hund ein „andiamo“ zurufe, wurde immer sehr schnell Grün, wenn ich unten fummelte und drückte.

Toll, was?
Ein Geheimnis!
Könnt Ihr ja auch mal versuchen.

Leider habe ich das jetzt gegooglet.
Ist nämlich gar nicht so. Das war irgend eine Fake-Nachricht, die sich wohl bei den Kindern herumgesprochen hat.

Und ich habe das nach vier erfolgreichen Versuchen geglaubt!

Die Menschen sind zu leicht … gläubig.

 

 

 

 

 

Das Unvermeidbare

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*Das Unvermeidbare*

 

….. ist das Älterwerden.

Gut, es gibt auch anderes, was schwer zu umgehen ist. Rote Ampeln zum Beispiel oder Jerome Boateng. Auch ‚Angie‘ gehört dazu. Momentan nennt sie keiner mehr „Angie“ oder „Mutti“, sie heißt wieder „Merkel“, was ich auch besser finde als Kosenamen.

Damen im höchst reifen Alter sammeln zum Beispiel recht oft Kuscheltiere. Vielleicht hatten sie als Kind nicht viele davon oder es fehlt ihnen an Wärme. Das kann ja jeder machen wie er mag.

Ich hätte gern den Mercedes und den Herd von früher zurück. Mit diesem kleinen Herd konnte man richtig kochen, Haferflockensuppe zum Beispiel oder Kakao in einem winzigen Topf! Noch besser war der Mercedes Benz 280SL, die Autobahnpolizei-Version.

Wenn man den links herunterdrückte, lenkte er nach rechts. Die Räder standen auch etwas schräg, wie das auch bei den echten Daimlern der Fall war. Schwer war er auch und ich meine, dass es ein dänisches Produkt war, nicht größer als die Modelle von Corgi oder von Dinky.

Die Lenkung war der Hit, vermutlich habe ich daher gelernt, dass man „vorn“ beim Rückwärtseinparken niemals den Vordermann streifen kann. Da muss man gar nicht hinsehen. Außerdem hatte der 280er ‚unten‘ einen roten Punkt. Drücke man den mit einem Kugelschreiber, fiel der in seine Einzelteile auseinander.

Fantastisch.

Den suche ich seit 40 Jahren.

Und weil es zu Fragen des „Früher“ und des „Alterns“ passt, wurde ich heute als ‚Meistermodell‘ für Frisöre gecastet, ich sei so „jung und schlank“ (Lüge!) und habe „noch so volles Haar ohne Geheimratsecken“. Das „Noch“ war natürlich ein Wermutstropfen aus der realen Welt, der durch eine dreifache „Kopfmassage“ getrocknet werden sollte. Habe den Termin auf Freitag gelegt.

Zum Glück war dann Sabrina noch auf einen Kaffee um die Ecke da. Und zum zweiten Mal in dieser Woche kippte mir ihr To-Go um und benetzte leicht ihre Jeans.

„Wirst Du jetzt tatterig?“, hat sie grinsend gesagt.

Mit Kopfmassage wäre das nicht passiert.

 

 

 

 

 

K.C. & The Sunshine Band

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*K.C. & The Sunshine Band*

Katrin und Cem, die sind „K.C. 2017“.

Die haben mir wahrlich am besten gefallen am Abend nach der Wahl. Schon das Gespräch mit Schäuble öffnete alle Schleusen, die sind sich doch „grün“, der Cem und der Euro-Wolfgang, auch wenn das jetzt einiges an taktischem Geplänkel gibt. Und habt ihr den Handkuss vom Kubicki für die Katrin gesehen? Das war „zart“ und sah nach Respekt aus. Ob die Katrin das mag, bezweifle ich jedoch. Diesen Wolf mag ich trotz seiner scharfen Zunge nicht.

„Shake, Shake, Shake“?

Nur „Mutti“ wird es jetzt nicht mehr so leicht haben, auch das steht seit gestern in ihren Zügen. Die Einsicht wird reifen, dass nur derjenigen die Nachwelt wahre Größe bescheinigt, die auch ihre eigene politische Endlichkeit begreift. Leider hat sie schon viele Talente zur Seite geschoben, das hat ja Tradition in ihrem Lager.

„Get Down Tonight!“

Und der …. zweite Trauerfall?

Er wird hoffentlich eine Wiederauferstehung aus der Opposition feiern. Aber mit verbrauchtem Personal und 20% in den alten Knochen wird das nichts. Wer bitte soll die Fraktion führen? Frau Nahles? Und der Vorsitzende gibt nach zahmen Monaten im Wahlkampf den „Schröder“ am Wahlabend?

„Groß“, Genossen, das geht anders.

So wirkte das doch stark wie gekränkte, männliche Eitelkeit, das hatten wir schon mal mit Russen-Gerd, der drei Frauen früher noch Currywurst-Gerd war.

Dass die Sahra und der Schulz noch nie miteinander gesprochen haben, das ist erstaunlich. Wir wollen die denn irgendwann einmal eine linke Mehrheit organisieren, wenn die nicht mal miteinander sprechen? Verstehe ich nicht. Der alte Wolfgang, der spricht mit dem Cem nämlich.

Und der Christian, der wird auch bald ein Deo brauchen, wenn die Arbeit anfängt. Ob man den und seine Ideen mag, sei mal dahingestellt, ein guter Rhetoriker ist er allemal. So viele davon gibt es nicht mehr. Mir fallen neben ihm auch nur vier Köpfe ein. Immerhin ist die Katja dabei.

 

Jamaika, das ist nicht das Schlechteste unter diesen Umständen. Eine Überraschung ist es nicht und anders geht’s ja auch nicht.

„That’s The Way (I Like It) ….“?

So weit ist’s erst, wenn die Blauen verschwunden sind.

 

 

 

 

„… And You Will Know Us By The Trail Of Dead“

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„… And You Will Know Us By The Trail Of Dead“

Das war mein Lieblingsname einer Band.

Wir, Chris und ich, haben sie einmal live in Kassel bei der ‚documenta‘ gesehen und danach mit den Jungs von ATKUBTTOD ein Bier auf dem Rasen getrunken.

Die Bühne auf dem Rasen war so hoch wie ein Lineal lang ist.

Meine Schüler, mit denen wir auf Kursfahrt waren, zeigten sich irritiert, „was für Leute“ ihr Mathe-Lehrer kennt.

Die Jungs von ‚TOD‘ (sic!) sahen alle so aus, dass man ihnen in einer dunklen Gasse nicht begegnen wollte.

Zu Beginn ihrer Karriere war ihr ‚Markenzeichen‘ die Zertrümmerung der Instrumente am Ende des Konzerts.

Irgendwas mit „Konstruktion“ und „Dekonstruktion“ war der Grund. 🙂

Die Bierflaschen tranken die aber normal. Und die Leeren kamen in den Pfandkasten.

Ohne ‚Dekonstruktion‘.

Leichter zu merken sind Namen wie „The Truth“ schon, zugegeben.

Aber die „Wahrheit“ ist keine einfache sondern meist eine eher komplizierte Sache.

Besonders im Politischen.

Einer Partei, die sich „Die Wahrheit“ nennt, würde ich schon mal keine Stimme geben.

Und den „Vereinfachern“ mit den schlichten Lösungen auch nicht.

Jetzt habe ich die Kapelle …

„The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die“

…. entdeckt und ich muss sagen, das hat auch etwas, vor allem viel Wahres.

Harter Schnitt.

„Männer sind Schweine oder zumindest die meisten.“

„Zuerst machen sie einer Frau Komplimente, lassen sie kaum allein und wenn sie ihre Beute haben, dann suchen Sie heimlich die nächste.“

Das ist von meiner jugendlichen Freundin Franziska.

Diese Einstellung ist für die Männer gar nicht so schlimm, aber vermutlich für Franziska.

Andererseits hat sie im Leben reihenweise Männer in der Stadt hinter sich hergezogen wie ein Pace-Car die Rennwagen in der Formel 1.

Das ist auch heute noch „The Truth“.

„Die Wahl ist sowieso entschieden, da haben wir gar nichts zu sagen. Da gibt es mächtige Leute, die das vorher entscheiden. Und bei Wahlen wird sowieso betrogen.“

„Bei 9/11 hat es keine Flugzeuge gegeben, die haben die Gebäude gesprengt, das ist bewiesen und es gab sogar Bilder dazu.“

„Unsere Presse und das Fernsehen sind gesteuert, die Wahrheit findet man da nicht.“

„Unsere Handys werden alle komplett überwacht.“

Da werden meistens elektronische Pferde geritten, obskure Videos von YouTube genannt oder mir suspekte Quellen.

Ich spreche auch gar nicht gern über diese Fragen, weil Franziska nämlich bei anderen Themen immer sehr gute Gedanken hat.

 

Die Frage bei solch kritischer Grundeinstellung ist immer, wem das nützt und wem es schadet.

Zunächst schadet das Franziska, glaube ich, und, wenn das weiter um sich greift, danach der Demokratie und dem freien Journalismus.

Das Stichwort von der „Lügenpresse“ kommt aktuell von Rechtsaußen, genau wie im 20. Jahrhundert.

Im 19. Jahrhundert kam dasselbe eher von Linksaußen.

Auf Deutsch:

Bislang kam es nicht aus der Mitte.

Und ich hoffe, dass das auch so bleibt.

So wie oben argumentiert Donald Trump, zieht belegbare wissenschaftliche Erkenntnisse in Zweifel, bewirft eine freie Presse mit verbalem Schmutz und wenn sich das speziell in diesen sozialen Medien so weiter verbreitet, dann können sich alle Despoten und Extremisten dieser Erde wahrlich die Hände reiben.

Zumindest nützt denen das am meisten, das Zweifeln am Leben in einer freien Welt.

Man muss ja auch nicht jeder Frau mit blauen Augen nachlaufen.

Viele tragen ja Kontaktlinsen.

„The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die“

Die vierte Frau

 

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*Die vierte Frau*

Ich bin alt.

In ‚meinem‘ Lidl-Supermarkt ist umgebaut worden, nichts außer dem Mineralwasser und den Brötchen steht da, wo es früher stand. Und wo es hingehört! Entweder ich irre wirr durch die Gänge oder ich stehe da, wo jahrelang die Milch stand und mich grinsen Lachse in Pappe an. Oder ich muss Diana fragen, wo was jetzt ist. Diana ist nämlich die Chefin und die weiß alles.

„Die Milch ist neben der Butter“, hat sie heute lächelnd gesagt. Da habe ich lieber nicht mehr nachgehakt, wo die Butter steht. Sonst versteckt sie sich nächste Woche im Lager und das wäre schade.

Die haben nämlich im Mai umgebaut. Solche „Umstellungen“ sind nicht so meine Sache.

Am Tag davor hatte ich mir einen schönen Abend mit Linda, Claudia und Diane gemacht. Da fühlte ich mich gar nicht so alt wie heute bei Diana.

Linda liest nämlich im Rathaus aus ihrer Autobiographie „Die Königin der bunten Tüten“. Es geht dabei aber nicht um die Tagesschau obwohl das heutzutage mit den bunten Tüten auch fast passen könnte. Allerdings habe ich nur die Karten bestellt. Hoffentlich ist da ein Foto von ihr drauf.

Claudia kenne ich sogar persönlich von einer Filmpremiere und ohne sie würde ich diese Zarah-Serie im ZDF nicht anrühren. Vermutlich erinnere ich mich an die Premiere etwas besser als sie. Andererseits habe ich ihr einen Pullover geschenkt. Gelb ist zwar nicht ihre bevorzugte Farbe, aber ihr war so kalt. Auf Claudia lasse ich ebenso wenig kommen wie auf Linda.

Diane lief parallel neben Claudia mit Richard Gere auf dem ‚Disney-Channel‘. Ohne Diane würde ich niemals diesen Kanal einschalten. Diane Lane ist sogar ohne Ton immer gut. Und der steht sogar ein Blümchenkleid und sie sieht immer noch selbstbewusst aus. Das kann man von mir nicht sagen.

Und dann sagte Diana am nächsten Tag, dass die Milch neben der Butter steht. Das war dann wieder ziemlich viel Realität.

Die vierte Frau macht einen Mann immer fertig.

 

„ARD: Gast bezeichnet Schulz als Weihnachtsmann“

 

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*„ARD: Gast bezeichnet Schulz als Weihnachtsmann“*

 

Hach.

„Hat Ihnen schon mal jemand gesagt, dass Sie ein unglaublich aggressives Spiel spielen?“

Nein, das hat niemand zu Herrn Schulz in der gestrigen „Wahlarena“ gesagt. Es hätte auch nicht gepasst. Der gute Onkel stilisierte sich zum heiligen Wohltäter.

„Hat Ihnen schon mal jemand gesagt, dass Sie unglaublich sinnliche Lippen haben?“

Auch das hat niemand zu Herrn Schulz gesagt.

 

Das Erste sagt ‚Nola Rice‘ in Woody Allens „Matchpoint“ zu ‚Chris Wilton‘ zu Recht. Das Zweite sagt Chris zu Nola erst recht …. zu Recht.

Etwas mehr Aggressivität jedoch hätte uns Zuschauern gut getan, denn so konnte einer sein Wahlprogramm in aller Ruhe ausbreiten ohne dass da einer mal eine Grätsche einsetzt. Zugegeben, auch ich habe nicht getan, was notwendig gewesen wäre. So macht auch ein Fußballer, den man „Chancentod“ nennt, noch seinen Hattrick.

 

„ARD: Gast bezeichnet Martin Schulz als Weihnachtsmann“

Wer will das schon von sich in der Zeitung lesen? Mit Foto? Passend wäre es gewesen.

Wenn man „Schulden abbauen“, gleichzeitig aber Renten erhöhen und den Öffentlichen Nahverkehr großzügig ausbauen will, dazu eine Bürgerversicherung einführen will, die ‚Pflege‘ völlig neu aufstellen will, in die Bildung Milliarden investieren will und das Breitbandnetz verstärkt verbreitern will, die Kindertagesstätten nach dem Gießkannenprinzip für alle kostenlos gestalten will …. und vieles, vieles mehr, …. eigentlich alles machen will, was von einzelnen als Mangel beschrieben wird … dann muss man doch auch mal sagen, wer die Party der Wohltaten denn bezahlen soll und vor allem, was das im Einzelnen und in der Summe kostet.

Oder nicht?

Wer all dies jedoch schafft, der geht auch über Wasser.

Oder er geht …. baden.

 

Da fragt auch kein Moderator nach.

Und ich auch nicht, weil er ja erstens sowieso nicht Kanzler wird und weil ich zweitens Schlagzeilen nicht mag.

 

„ARD: Gast bezeichnet Martin Schulz als Weihnachtsmann“

Ich bitte Euch!

–

Kurze Randbemerkungen:

Sicherheit wurde groß geschrieben, die präzisesten Körperkontrollen, die ich je erlebte, fanden statt. Sogar, dass ich zwei Hundekotbeutel (rot, leer) in der rechten Gesäßtasche versehentlich mitführte, fiel auf. Deren Vorlage löste das Problem. Ich durfte sie behalten.

Häppchen gab es auch und reichlich Erfrischungsgetränke, was dazu führte, dass 15 Minuten vor Beginn der Live-Schaltung 30 bis 40 der 150 Gäste noch einmal raus mussten.

Und es war wie zu DDR-Zeiten in einigen Restaurants:
Man wurde „plaziert“, damit nicht in einer Ecke alle Erstwähler sitzen und alle älteren Herren wie ich gegenüber. Zusätzlich kam es auch auf die gewählte Farbgebung der Kleidung an, auffällige Farben von Oberbekleidung werden wie die ersten Regentropfen auf Gehwegplatten in allen Richtungen verteilt. Es wäre mir nicht aufgefallen, aber ich frage eben gern. Aber nicht um jeden Preis.

Mühsam und nur vornüber gebeugt zu ertragen ist das 90minütige Sitzen ohne Rückenlehne auf recht niedrigen Sitzflächen. Sogar Erstwähler hinter uns waren etwas angestrengt.

Eine Absprache etwaiger Fragen gab es mit mir nicht. Ein kurzes Telefonat mit dem NDR klärte nur, ob ich im Falle eines Falles eine Frage hätte.
Was das im Detail wäre, habe ich nicht gesagt und es wurde auch nicht nachgefragt. Das war nicht in allen Fällen so. Andere Gäste wurden 20 Minuten lang am Telefon interviewt.

–

Übrigens: Ich mag ‚Nola Rice‘ lieber als alle Männer mit sinnlichen, roten Lippen zusammen.

„Wann hast Du Zeit für Kaffee und Kuchen?“

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*„Wann hast Du Zeit für Kaffee und Kuchen?“*

Das schreibt sie jedes Mal einmal im Jahr per WhatsApp, kein Wort mehr außer ihrem Namen, den sie abkürzt. Ansonsten schreibt sie nie und jedes Mal verblüfft mich dieser Blitz aus heiterem Himmel.

Uns trennen weit mehr als 30 Jahre und wir haben vor einigen Jahren über ihre Examensarbeit gesprochen und uns dabei jedes zweite Mal gestritten. Es ging dabei um einen Vergleich von Waldorfschulen mit anderen und ihre Fragen an die Lehrer waren zum Beispiel so gestellt, dass die Waldorfschulen quasi automatisch besser abschneiden mussten. Sie war selbst nämlich einmal Schülerin einer Waldorfschule gewesen.

„Das ist keine Demonstration, das ist eine wissenschaftliche Arbeit“, habe ich einmal gesagt, weil sie meine Argumente ignorierte. Da stand sie unvermittelt und wortlos auf und verließ mich für einige Tage.

Nun schwebt sie jedes Jahr aus der fernen Stadt einmal ein und schickt diese Frage. Das ist alles völlig nebensächlich. Sie ist eine Frau, die man zwar gern zu Kaffee und Kuchen im Café einladen würde, aber das darf man nicht tun, das wäre gegen ihre Ehre und Unabhängigkeit. Ich habe es nicht einmal versucht, es gibt diese speziellen Fälle ja.

Und weil wir immer einzeln zahlen, ist das Gewohnheit und kein Problem. Dieses Mal nahmen wir Kaffee und Kuchen im kleinen Laden von Beatrice.

Wenn man zahlt, gibt es einen Moment, der immer etwas schwierig ist, finde ich.

„Geht das zusammen oder getrennt?“

Sagt man jetzt „getrennt bitte“, dann klingt das wie eine „Trennung“. In unserem Fall kann aber auch weder der eine noch der andere ohne Diskussionen ungestraft „zusammen“ sagen.

Ein heikler Moment.

Aber Beatrice fragte, wundervoll wie sie ist:

„Wie darf ich das rechnen, bitte?“

Ich zahlte also beide Milchkaffee und sie unsere beiden Stück Kuchen.

Ich liebe „Zwischenlösungen“ und ich kann diese Frage jeder Angestellten und jedem Angestellten im Gastgewerbe nur empfehlen.

„Wie darf ich das rechnen, bitte?“

 

Bei Maddin

 

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*Bei Maddin*

„Ihr seid ich!“

Nein, natürlich nicht.

Aber ich fühle eine Last auf meinen alten Schultern, weil man mich als einen der „150“ erwählte. Jetzt spüre ich das Gewicht von 533333,3 Bundesbürgern auf meinem Rücken.

Also eigentlich sollte ja meine Frau erscheinen, aber sie hat keine Zeit und sprach: „Hast Du Zeit zu so einer Wahlveranstaltung und gehst dahin? Ich soll eine Ersatzperson angeben.“

Natürlich habe ich zwischen der oberen Brötchenhälfte mit Nutella und der unteren mit der Himbeer-Aprikosen-Marmelade meiner Gattin während des Lesens des Sport-Teils der Lokalpresse halb abwesend genickt und „Ja ja, montags ist nix“ gesagt. Da war nämlich gerade der 222000000€-Deal mit Neymar fix gemacht worden. Oder es war etwas anderes, was lebenswichtig war.

Danach hatte ich das vergessen, der Raum im Hirn ist endlich. Erst als die Einladung im Briefkasten lag, wurde mir klar, dass das live im TV gesendet wird und dass ich Martin Schulz gar nicht so gern habe wie zum Beispiel Katja Suding. Andererseits kenne ich die Beine vom Schulz abwärts vom Knie nicht.

Zum Glück weiß keiner, wer ich bin oder fast keiner. Jedenfalls soll da jeder Gast die Bereitschaft mitbringen, eine Frage zu stellen. Mehr Vorgaben gibt es nicht und der Herr vom NDR wollte auch gar nicht wissen, was ich denn fragen würde, wenn ich denn fragen würde. Ich habe ihm nur gesagt, dass ich im Schatten in der letzten Reihe sitzen will. Da lachte er. Am schwierigsten sei es, so sagte er, junge Leute im Alter bis 25 Jahren zu „bekommen“. Das überraschte mich, schließlich sollen die Zuhörer halbwegs repräsentativ ausgesucht sein. Gerade die mit einer ‚langen Zukunft‘ sollten doch die Interessiertesten sein.

Meine Frau sagt, ich soll mich ordentlich anziehen, den „Lappen“ weglassen und mir die Haare schneiden lassen. Und ich soll nicht immer an meine Nase fassen. Und winken soll ich auch nicht. Wenn sie das nochmal sagt, dann sage ich, dass ich die Frage meiner Frau vortrage. Der ‚Lappen‘ ist ein Jogi-Schal. Den brauche ich zum Putzen der Brille und für das Display meines Mobiltelefons.

Im Winter ist das zu kalt und ich muss einen Schal aus Wolle nehmen. Deshalb mag ich den Winter nicht.

Was soll man denn den Schulz im Namen von 533333,3 Bundesbürgern fragen?

 

 

„People who know …. go Peugeot“

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*„People who know …. go Peugeot“*

Melissa hat kürzlich behauptet, dass ihr Peugeot 103 das ultimative, coolste und beste Mofa gewesen sei. Viele hätten ja Hercules gefahren, aber das bot sich schon vom Namen her eher für Jungs in der Endpubertät an. Ich fand dunkle Damen auf schwarzen Velo-Solex bei Regen besonders toll, weil man die dann mit dem Fahrrad überholen konnte. Ansonsten waren die recht flott, also sowohl die Fahrerinnen als auch die Solex.

Ich hatte kurze Zeit eine Zündapp Bergsteiger. Irgendwie wollte ich nie, was die anderen hatten, außer vielleicht bei den Fußballschuhen oder den Freundinnen. Jetzt ist mir recht spät die erste Peugeot-Fahrerin begegnet. Etwas spät … irgendwie. Da hätte ich etwas früher aufpassen sollen.

Das hier verstehen die meisten jungen Menschen ‚unter 40‘ vermutlich nicht, denn mit der Helm-Pflicht war der italienisch anmutende Mofa-Spaß nämlich ab 1985 vorbei. Oder wurden die Versicherungen teurer? Die verschwanden plötzlich und heute sehe ich nur alte Männer wie mich auf den motorisierten Zweirädern mit 25km/h rollen. Nicht mehr so sexy wie damals, obwohl eine Hercules immer noch Hercules heißt.

Es waren so viele, die „eine“ Mofa hatten!

Das klingt heute ebenso schrecklich wie damals, aber das sagten auch nur langhaarige Fahrerinnen, vielleicht war das auch ein sprachliches Mittel der Emanzipation.

„Das“ Auto, „das“ Motorrad, „die“ Mofa,
… für Männer blieb da nur „der“ Hänger.