The Rolling Stones

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*The Rolling Stones*

Jetzt stellt Euch einmal vor, dass Ihr für einen sehr weit von der Bühne entfernten Stehplatz 103€ bezahlt habt, dann tauscht Ihr mit jemandem, der Euch dafür einen weit entfernten Sitzplatz auf der Tribüne für 237€ gibt. Danach trefft Ihr einen anderen, der es vorn zu laut findet und der Euch sein 799€ Ticket für ganz vorn für Euer Sitzplatzticket übergibt, weil vorn ja alle sowieso stehen. Das klingt nach einem guten Geschäft.

Genau so ist es mir ergangen!

Ich habe mich nach „oben“ getauscht wie man früher von so mancher Schauspielerin ungerechtfertigterweise mutmaßte, sie habe sich dorthin geschlafen.

Leider hat das mit der Eintrittskarte nicht geklappt sondern nur mit einer unterschätzten und mit Verachtung gestraften Minderheit unserer Zeit.

Da hat es in Hamburg nun geregnet, das ist für Hamburg auch völlig normal. Dass dann aber Tausende zu einem Konzert für 82000 Menschen mit ihren Regenschirmen erscheinen, ist mir völlig unverständlich, die dürfen ja nicht mal zu den Karl-May-Festspielen mitkommen. Also die Schirme, nicht die Menschen.

Dabei sehen sich die Gäste Winnetous und die der Rollenden Steine ähnlicher als Gäste einer Oper denen eines Konzerts von Roland Kaiser.

Und daher landeten nun vor den Toren tausende von Schirmen im Müll. Es gibt welche mit Defekten, welche mit Werbung, auch welche mit Mustern oder Einhörnern. Es gibt einfach alles! Und weil ich keinen dabei hatte, aber von windigen Händlern keine Karte, die offenbar aus dem heimischen Laserdrucker stammte, erwischen wollte, habe ich mich zuerst mit den Schirmangeboten beschäftigt.

Die waren ja alle kostenlos, man durfte die mitnehmen. Zunächst hatte ich nur einen roten mit weißen Punkten bekommen, den habe ich zwei dazu passenden jungen Damen geschenkt, die mir schon recht feucht vorkamen. Danach habe ich erstmal einen Stockschirm, sehr wertig, mit schwarzem Tuch und, wie ich vermute, Wurzelholz genommen. Schade, der war wohl teurer als eine Stehplatzkarte und gehörte sicher einem der 799€-Gäste. Andere werfen solche Schirme nicht freiwillig in den Müll. Das erzählt auch etwas über einige Leute, die den schnellen Füßen des alten Mick Jagger weit vorn folgen.

Der war mir zu schade als Schutz gegen den Wolkenbruch. So einen Schirm haben Menschen wie ich eher zur Imagepflege. Also schützte ich mich mit einem kleinen Knirps, der mich traurig aus der Tonne anlächelte, und konnte jedem Ton der Rolling Stones hören.

Kostenfrei.

Wenn Ihr also eine gute Karte für ein anderes Konzert habt: Braucht Ihr vielleicht einen Schirm, der auch Keith Richards gut stehen würde?

Ich ärgere mich nämlich doch etwas.
Das sollte man tun, wenn man ein Idiot ist.

 

 

Geist und Glamour

 

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*Geist und Glamour*

„Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie. Die schlechte zuerst: Ich werde sterben! Und die gute: Sie werden auch sterben!“

Das ist sinngemäß aus einem Tatort aus Münster und Boerne macht sich mit diesem Satz alle Ehre.

Leider gibt es noch eine schlechte Nachricht, denn die SPD stirbt auch gerade und zwar langsam und qualvoll. Das erzeugt regelrecht Mitleid.

Falsche Themen, falscher Kandidat.

Die, die „Ungerechtigkeit“ empfinden, sind oft nach links oder rechts abgebogen und heute braucht man leider auch etwas für’s Auge, wenn man angreifen will.

Mich freut es keineswegs, wenn eine sogenannte Volkspartei bei 25% oder weniger herumdümpelt. Meiner Meinung nach wird die nämlich noch gebraucht.

Wir haben „Moderne Zeiten“, da benötigt man etwas Witz, mehr Lust am Spiel mit Worten und ja, auch etwas …. Glamour!

Mutti braucht das alles nicht, aber wenn man gegen Mutti bestehen will, dann braucht man das. Wobei Mutti ja als physische Ergänzung Sophia Thomalla hat, inhaltsfrei, aber eigentlich toll gemacht. Wenn man Männer und Jugend so ansprechen will, dann gefällt mir das zwar nicht, aber …. so sind eben …. die modernen Zeiten.

Gesucht ist ein Obama-Paar für die SPD, so ein Typ wie Engholm in den 80ern, eine Frau optisch wie Katja oder ein Mann wie der Lindner, auch wenn das jetzt viele anders sehen mögen. Zumindest, was Optik betrifft, ist die FDP ja durchaus modernisiert worden. Selbst eine SPD-Wagenknecht fällt mir nicht ein, mir fallen wenig Frauen aus der Partei ein, die in Frage kommen und mit scharfen Worten durchs TV tingeln könnten wie die Sahra.

Aber mir fallen auch keine Männer von dem Format ein, das gefragt wäre.

Einen Brandt, einen ‚Münte‘, auch Leute mit Lammertscher Statur und Sprache, sie haben sie nicht oder nicht mehr. Selbst knorrige, alte Typen wie einen Schäuble kann man bei denen vermissen. Keine Rhetoriker wie Gysi, keine Typen wie Bosbach, denen man in jeder Faser das eigene Engagement abnimmt. Und einen streitbaren Geißler kann auch kein Stegner ersetzen.

 

Oder habe ich da etwas oder jemanden verpasst?

„Wo laufen sie denn?“

In den anderen Parteien ist es nicht wesentlich anders, das macht es für Mutti vielleicht besonders leicht. Und diesem Text fehlen ebenso sowohl Geist als auch Glamour. So einfach ist es auch nicht.

 

Dafür werden heute Kleinigkeiten zu Skandalen aufgeblasen, egal, wer da eine Talkshow verlässt. Muss man das wirklich ständig kommentieren? Überflüssig.

In der Oberstufe darf auch jeder kurz ohne zu fragen zum Pinkeln raus, das kommentiert man ja auch nicht. So sollte das im TV auch behandelt werden. Ohne langen Kommentar. Wie zum Pinkeln gehen.

Und dazu diese ständigen Meinungsumfragen, sie nerven und verfälschen Wahlergebnisse. Vermutlich wird der Einzelne davon mehr beeinflusst als vom Programmatischen.

Man müsste das abstellen, nur wie? Bis drei Monate vor einer Wahl mag das ja noch als Stimmungsbild durchgehen, aber später bitte nicht mehr.

Reicht.

 

Black And White, pt 2

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*Black And White, pt 2*

„Das Leben spielt sich im Graubereich ab.“

Aus irgendwelchen Gründen habe ich das zu Ira gesagt, und sie war leicht empört, weil sie das so „negativ“ fand.

So meinte ich das auch gar nicht.

„Grau“, das ist nämlich ein weites Feld von leicht schmutzigem Weiß über Anthrazit bis zu einem Fast-Schwarz, das in der Sonne minimal glitzert. Ein unschuldiges, reines Weiß gibt es ebenso selten wie ein tiefes Schwarz, rein ‚lebenstechnisch‘.

Vielleicht gibt es beide Extreme gar nicht oder höchstens selten, in Ausnahmesituationen. Schon ein Schluckauf am Morgen zerstört einen weißen Morgen absoluten Glücks und ein mit dem Schwanz wedelnder Hund lackiert jedes Schwarz leicht glänzend über.

Das Leben ist also im positiven Sinn ein graues!

Eigentlich habe ich immer zwei Murmeln in Schwarz und Weiß in der rechten Hosentasche. Mit dem kleinen Kind kann man damit kleine Spiele machen, zum Beispiel, wer die Wasserflasche aus dem Keller holen muss. Boccia mit einen Stein als „Schwein“ oder wer die eigene Murmel dichter an die Wand rollen kann. Sie will immer die schwarze. Außerdem kann man selbst damit etwas herumdaddeln. Es ist meistens gut, etwas Angenehmes, Glattes zwischen den Fingern zu haben. Murmeln sind da besser als Feuerzeuge.

Ich verschenke die beiden Murmeln von Zeit zu Zeit an Freunde. Dann muss ich mir nach einem Tag ohne Murmeln in der Hose unbedingt zwei neue besorgen.

Manchmal habe ich die auch den Artisten nach einem tollen Konzert geschenkt, kurz, ich habe die eben immer dabei, auch zum Weggeben. Manche freuen sich darüber so, dass sie die aufheben, das freut mich dann auch wieder und hellt das Grau weiter auf. Patti Smith hat zum Beispiel welche, auch Frazey Ford, Lucinda Williams und Margo Timmins von den Cowboy Junkies. Und natürlich Andrea Schroeder und Hannah Aldridge. Kacey hat keine, sorry, Kacey.

Dafür hat sie aber Antonia vom „Lutopia Orchestra“! Und SchauspielerInnen vom Theater haben sie auch.

Hannah hätte aus verschiedenen Gründen eine ganze Handvoll verdient.

Männer irritiert das nämlich eher.

Frauen nie.

Manfred ist eine männliche Ausnahme, der Maurenbrecher. Jerry Leger auch, aber der bekam die Murmeln vom „kleinen Kind“. Man darf nicht unterschätzen, was jugendliche Jahre bei männlichen Reaktionen ausmachen.

Nie.

Wenn man Menschen fragt, wo zwischen Weiß und Schwarz ihr Leben sich zur Zeit befindet, dann sortieren sich die meisten in der Mitte ein, mal leicht rechts davon, mal weiter nach links, also beim helleren Grau. Egal wo sie sich „legen“, sie schauen stets ein wenig ernst und nachdenklich dabei.

Marc hat gesagt „Moment, mache ich nach dem ersten Bier, ein Helles, bitte“.

So sind halt die Jungs.

Und Schwarz und das Weiß sind Extreme, die für mich nur zusammen Sinn machen. Nach mehreren weißen Tagen erinnert die schwarze Kugel daran, dass es sie auch noch gibt. Und bleibt es mal sehr dunkel, dann beruhigt so eine kleine weiße Hoffnung ungemein.

Zwei graue Murmeln wären langweilig.

Soweit das heutige „Wort zum Freitag“. 🙂

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https://maddin61.wordpress.com/

Black And White, pt 1

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*Black And White, pt 1*

Gestern war ich wieder bei Frau Kunz in der besten Bücherei der Welt. Ich kenne sie gut, weil ich vor einigen Monaten ein Buch ersetzen musste, das ich nie entliehen hatte. Der Spaß hat mich nur 5€ gekostet, das sind also 12,5 Cent pro Jahr meiner Mitgliedschaft gewesen.

Die amüsante Bekanntschaft mit Frau Kunz ist mir nämlich viel mehr wert. Ihr realer Name ist ein langer Doppelname, deshalb nenne ich sie einfach kurz „Frau Kunz“. Sie regt sich dann etwas auf, das verstehe ich gut.

Und als ich sie gestern in der Halle traf, … nein, das ist nicht der Regelfall, weil ihr Büro nämlich direkt an der Straße liegt und man durch das offene Fenster auch einen kurzen Plausch halten kann, … also als ich sie dort traf, da sagte sie:

„Ich musste neulich an Sie denken!“

Das ist schon mal ein guter Anfang gewesen. Leider schmunzelte sie verschmitzt, senkte den Kopf, jedoch so gar nicht schuldbewusst.

Ich hatte zunächst gehofft, dass die mein angeblich entliehenes Buch am falschen Ort wiedergefunden hätten. Ich bestreite nach wie vor, dass ich das hatte und verbummelt habe.

„Wissen Sie, ich musste jetzt auch ein Buch ersetzen!“, sprach sie weiter, leise wie eine Verschwörerin.

„Santa Maria! Wie jetzt? Sie mussten sich selbst abmahnen?“, habe ich in der Halle ein wenig zu laut ausgerufen.

Jetzt muss sie das allen Mitarbeitern erklären. Das tut mir nun Leid, aber ich selbst würde mir so delikate Geheimnisse nicht verraten.

Frau Kunz ist nämlich sozusagen selbst die Mahnabteilung! Sie arbeitet sich an vergesslichen Menschen zusammen mit Frau Springsteen ab.

Musikalisch kommen die beiden auf keinen gemeinsamen Zweig, aber sonst sind die ein gutes Team. Ich finde es gut, dass Bruce da einen Tick über ihrem eigenen Favoriten sitzt, das dürfte ich Frau Kunz aber nicht sagen.

Auf Bruce lasse ich nichts kommen, jedenfalls bis 1981.

Es war ein Liebesroman und weil sie den mit einer reifen Kiwi in der Tasche hatte, hat der Roman die Kiwi zerquetscht und das Taschenbuch versaut. Den Titel des Buches konnte ich ihr nicht entlocken, da blieb sie eisern. So gut kenne ich sie leider noch nicht.

Oder war nur mein „Santa Maria“ zu laut? Ob sie sich auch die „Einarbeitungsgebühr“ des neuen Buches in Höhe von 6€ selbst in Rechnung gestellt hat, das habe ich nicht gefragt, aber ich traue ihr das zu!

Mir hat sie die ja großzügig erlassen, aber es könnte sein, dass sie mit sich selbst strenger ist als mit mir. Da kann sie sich glücklich schätzen, dass sie nicht zur Polizei gegangen ist. Sie hätte sich selbst jeden Tag Strafmandate ausgestellt! Neulich ist sie bei Rot über eine Ampel gegangen, das habe ich genau gesehen. Schon das wäre teurer gewesen als das Taschenbuch für 9,90.

Frau Kunz liebt nicht nur Romane, sie liebt auch den Kaiser seit mehr als 30 Jahren. Früher hat sie sich gar für ihre eigene Begeisterung rechtfertigen müssen, aber ich glaube nicht, dass man das in musikalischen Liebesdingen tun sollte.

Da mischt sich nämlich etwas Dunkles, etwas Schwarzes in das helle Weiß einer Zuneigung.

Die Treuesten seiner Fans nennen ihn „Rolli“, aber, … sie korrigierte mich sofort, … man sagt „Roooli“, man schreibt es nur „Rolli“.

Bei Bob Dylan, da sagt man einfach „Bob“. „Er“ reicht eigentlich auch. Keiner würde „Booobie“ sagen. Aber der ist ja nur ein König und kein Kaiser. Es gibt aber Menschen, die ihm göttliche Gaben nachsagen.

Also Bobby, nicht Rolli.

Nun begab es sich aber zu der Zeit, dass ich sehr gern einen Morgenkaffee mit der jugendlichen Giselle trinke. Und Giselle ist die jugendliche Mutter einer noch jugendlicheren Tochter, deren jugendlicher Freund der junge Sohn des alten … genau, …. ist.

Zumindest ist das mein Kenntnisstand.

Und wenn Frau Kunz durch meine Vermittlung irgendwann einmal dem Rolli die Hand drücken könnte, … oder auch etwas mehr …. , dann kann ich vielleicht die ganze Bücherei nach Mittelamerika verschiffen ohne dass die Mahnabteilung mir das in Rechnung stellt.

Der Song meines Lebens

 

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*Der Song meines Lebens*

Es gibt eine neue Reihe zur Veröffentlichung von Leserzuschriften im Automobilteil unserer Tageszeitung. „Song meines Lebens“, das ist ein großes Wort, denn man weiß ja nicht, ob da noch Neues kommt.

So ein Titel kann nur einmal vergeben werden!

Ob es „Things Have Changed“ ist, weil mein großer Sohn mit 18 Monaten dazu so niedlich auf dem Sofa hüpfte? Ist es etwa „Fiesta Mexicana“, weil die kleine Tochter Rex Gildo immer wieder im Auto auf dem Weg zum Kindergarten hören wollte?

„Mach‘ Mexicana!“, das war der Standardruf.

Mittlerweile hört er Deutsch-Rap und sie poppige Klänge junger Damen. Im Auto verlangt sie jetzt oft „Klassik, bitte, das ist so schön ruhig“.

„Der Song eines Lebens“ ist nicht unbedingt der beste, aber er muss eine Art „Lebensbegleiter“ über sehr viele Jahre, in der Regel seit der Jugend, sein, so vermute ich.

„Tangled Up In Blue“ von Bob Dylan, 1975.

Kaum eine Woche ist in 42 Jahren vergangen, in der ich das nicht gehört habe. 16 Jahre nachdem der Lange zu „Things Have Changed“ wippte, hat er gesagt, dass „Tangled“ ein „genialer Song“ sei.

Und er brauchte keine neuen Nikes.
An ihr arbeite ich weiter.

 

Der Teddy

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*Der Teddy*

Vor 15 Jahren oder so gab es einen TV-Bericht zur damals noch in den Kinderschuhen steckenden digitalen Bildbearbeitung.

Ein Künstler hatte sich zum Beispiel in weltbekannte Bilder aus der Vergangenheit hineinkopiert und zwar so, dass das kaum erkennbar war, man aber „spürte“, dass da ‚irgendetwas‘ nicht stimmte. Mal war er der fünfte Beatle, mal stand er neben J.F. Kennedy. Das waren die offensichtlichen Fälle. Die Aussage war, dass, wenn man alle Originalbilder vernichten würde, spätere Generationen die veränderten Bilder für die Wahrheit halten müssten oder könnten. Würde man Hitler auf allen Bildern und Filmen den lächerlichen Bart abrasieren und eine Langhaarfrisur verpassen, dann würden das ja in 200 Jahren auch alle Menschen für wahr halten. Hitler ist ein blödes Beispiel.

Meg Ryan und die Golding sind nach ihren zahlreichen Gesichtsveränderungen auch so ein Fall, aber ich komme vom Thema ab. Das sind ja nur reale „Remixes“ des Originals. Allerdings wissen beide von ihrer derzeitigen optischen, wahren Realität nichts, der sind sie aus dem Weg gegangen.

Bei Musik ist das nicht wesentlich anders. Das ‚Sergeant Pepper‘-Album von den Beatles gab es vor 50 Jahren in zwei Versionen, nämlich in Mono und in Stereo, schon da kann man sich streiten, welche Version denn das eigentliche „Original“ war, vermutlich ist es eher die Mono-Variante gewesen.
2009 hat man zum Beispiel die Stereo-Version „frisch poliert“, dann kaufen die Irren wie ich das nochmal und vergleichen das. Die alte Version verschwindet aus dem Handel. Nun gibt es dieselbe Musik wieder neu, das nennt man dann einen „Remix“, die Varianten mit der Stimme auf nur einem Kanal, rechts oder links, gibt es da kaum noch. Vermutlich verschwinden dann die älteren Versionen nach und nach wieder aus dem Handel.

Das ist für mich eine andere Platte, ist gut gemacht, aber es ist eben keine „kulturhistorische Wahrheit“ mehr. Es ist in gewisser Weise die Meg Ryan-Version von „Sgt. Pepper“ von heute.

Niemand käme auf die Idee, der Mona Lisa einen moderneren Haarschnitt zu verpassen, oder?

Der Große war einmal ganz klein und er hatte ein Kuscheltier, der hieß „Teddy“. Der war schon mehrfach gewaschen, hatte eine neue Füllung, weil er schon zum „Flachwesen“ geworden war. Flicken hatte er auch und ich glaube, dass ein Auge fehlte. Jedenfalls bekam er genau dengleichen Teddy ein zweites Mal geschenkt.

„Das ist nicht ‚Teddy'“, hat er weinend gerufen.

Eben.

Und so ist das auch mit „Sergeant Pepper“.