
*Black And White, pt 2*
„Das Leben spielt sich im Graubereich ab.“
Aus irgendwelchen Gründen habe ich das zu Ira gesagt, und sie war leicht empört, weil sie das so „negativ“ fand.
So meinte ich das auch gar nicht.
„Grau“, das ist nämlich ein weites Feld von leicht schmutzigem Weiß über Anthrazit bis zu einem Fast-Schwarz, das in der Sonne minimal glitzert. Ein unschuldiges, reines Weiß gibt es ebenso selten wie ein tiefes Schwarz, rein ‚lebenstechnisch‘.
Vielleicht gibt es beide Extreme gar nicht oder höchstens selten, in Ausnahmesituationen. Schon ein Schluckauf am Morgen zerstört einen weißen Morgen absoluten Glücks und ein mit dem Schwanz wedelnder Hund lackiert jedes Schwarz leicht glänzend über.
Das Leben ist also im positiven Sinn ein graues!
Eigentlich habe ich immer zwei Murmeln in Schwarz und Weiß in der rechten Hosentasche. Mit dem kleinen Kind kann man damit kleine Spiele machen, zum Beispiel, wer die Wasserflasche aus dem Keller holen muss. Boccia mit einen Stein als „Schwein“ oder wer die eigene Murmel dichter an die Wand rollen kann. Sie will immer die schwarze. Außerdem kann man selbst damit etwas herumdaddeln. Es ist meistens gut, etwas Angenehmes, Glattes zwischen den Fingern zu haben. Murmeln sind da besser als Feuerzeuge.
Ich verschenke die beiden Murmeln von Zeit zu Zeit an Freunde. Dann muss ich mir nach einem Tag ohne Murmeln in der Hose unbedingt zwei neue besorgen.
Manchmal habe ich die auch den Artisten nach einem tollen Konzert geschenkt, kurz, ich habe die eben immer dabei, auch zum Weggeben. Manche freuen sich darüber so, dass sie die aufheben, das freut mich dann auch wieder und hellt das Grau weiter auf. Patti Smith hat zum Beispiel welche, auch Frazey Ford, Lucinda Williams und Margo Timmins von den Cowboy Junkies. Und natürlich Andrea Schroeder und Hannah Aldridge. Kacey hat keine, sorry, Kacey.
Dafür hat sie aber Antonia vom „Lutopia Orchestra“! Und SchauspielerInnen vom Theater haben sie auch.
Hannah hätte aus verschiedenen Gründen eine ganze Handvoll verdient.
Männer irritiert das nämlich eher.
Frauen nie.
Manfred ist eine männliche Ausnahme, der Maurenbrecher. Jerry Leger auch, aber der bekam die Murmeln vom „kleinen Kind“. Man darf nicht unterschätzen, was jugendliche Jahre bei männlichen Reaktionen ausmachen.
Nie.
Wenn man Menschen fragt, wo zwischen Weiß und Schwarz ihr Leben sich zur Zeit befindet, dann sortieren sich die meisten in der Mitte ein, mal leicht rechts davon, mal weiter nach links, also beim helleren Grau. Egal wo sie sich „legen“, sie schauen stets ein wenig ernst und nachdenklich dabei.
Marc hat gesagt „Moment, mache ich nach dem ersten Bier, ein Helles, bitte“.
So sind halt die Jungs.
Und Schwarz und das Weiß sind Extreme, die für mich nur zusammen Sinn machen. Nach mehreren weißen Tagen erinnert die schwarze Kugel daran, dass es sie auch noch gibt. Und bleibt es mal sehr dunkel, dann beruhigt so eine kleine weiße Hoffnung ungemein.
Zwei graue Murmeln wären langweilig.
Soweit das heutige „Wort zum Freitag“. 🙂
Lieber HL Volvo Autofahrer, ich hoffe sehr, die Route war über die A2 entspannt und Du bist gut durchgekommen. Deine Murmeln werde ich doll in Ehren halten und sie werden mich doll an die Abholung meines Herzens Hundes erinnern, mit dem ich hoffentlich Abenteuer in sämtlichen weiss bis schwarz Schattierungen erleben werde! Herzliche Grüße aus Dortmund Britta ♡
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Wunderbar!
Und schade, dass ich den ‚Herzenshund‘ nicht sah. „Hund“ dürfte des Öfteren auch hier zu finden sein. Meiner ist ganz schwarz. : -)
Dein Satz „Wie kann man auch so blöd sein, über Berlin und Leipzig zu fahren, wenn da Fußballspiele stattfinden“ wird mich immer an den Sportseitencheck vor Reisen erinnern, Britta!
Danke! 🙂
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Jo meine Maus ist auch schwarz und war 5 Jahre Langzeitinsass
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