Verstörendes

*Verstörendes*

 
Nicht, dass ich jetzt unentspannt wäre, aber ich mache jetzt eine erste Liste mit kleinen unerheblichen Tatsachen, die mich minimal verstören.

Heute nur Brötchen, Kaffee, öffentliche Bäder und so.
– Es verstört mich, wenn beim besten Bäcker der Stadt die morgens angelieferten Mittagsbrötchen immer zu dunkel gebacken werden. Die Angestellten sehen das auch so, viele Kunden auch.
Es gibt nur einen, der *alle* so dunkel will und das ist der Chef. Hoffentlich ist das nichts Politisches.
– Es verstört mich, wenn ich einen Kaffee kaufen will und so viele Fragen beantworten muss. Erstmal auf der langen Liste das finden, was man will, aber dann ist noch lange nicht Schluss:

„Einen Cappuccino, bitte!“
„In S, M, L oder XL?“
„Zum Mitnehmen oder zum hier Trinken?“
„Mit Topping oder ohne?“
– Es verstört mich, wenn ich auf dem Parkplatz des Supermarktes parke, 15 Minuten später zurückkomme und ein Ticket über 19,90€ eines privaten Unternehmens vorfinde, weil ich die Parkscheibe vergessen habe. Das ist neu. Man kann das an der Kasse stornieren lassen. Dafür stellt man sich dann nochmal an. Trotzdem verstörend, wenn das theoretisch das Doppelte von dem kostet, was staatliche Stellen berechnen würden, wenn ich kein Kunde gewesen wäre.
– Mich verstören Radfahrer ohne Licht im Dunklen.
-Mich verstören öffentliche ‚Bäder‘ in denen man sich nach dem Waschen der Hände diese mit Toilettenpapier abtrocknen muss, wenn man diese elektrisch betriebenen Püster nicht mag.
– Früher verstörte mich die Handhabung dieser wunderbaren Handtücher aus Stoff von der Rolle.
Natürlich wusch man sich zuerst die Hände um anschließend festzustellen, dass man zuerst mit frischen nassen Fingern das benutzte Handtuch des Vorgängers herunterziehen musste, um an ein reines zu gelangen.

Nur als Vergleich zum Nachdenken:
Nach dem Besuch der Toilette lässt man auch nicht den nächsten Gast spülen.
Was verstört denn Euch …. im Kleinen?

Eine bayerische Nacht

Eine bayerische Nacht

Ja, ich habe es gemacht.

Das ist nach einem 8:0 auch ein besonderes Erlebnis! Ich habe nämlich in Bayern München-Bettwäsche geschlafen.

Der große Sohn trainiert ja derzeit in Barcelona, direkt anschließend treibt es ihn mit der Schule nach Paris, da muss man die nächste Schulfahrt im Frühsommer nach Rom gar nicht erwähnen.

Andererseits kenne ich alle genannten Städte auch von Klassenfahrten. Das gilt auch für Florenz, Wien, München, Berlin, Nizza, Cannes, Marseilles und Prag. Für mehr müsste ich jetzt nachdenken.

Und in dieser Bettwäsche setzt ein richtiger Verjüngungsprozess ein. Und das sogar, obwohl der Hund genau auf dem Emblem in der Mitte schlief und ich so nur wenig Decke hatte.

Vermutlich fühlen sich Männer auch deshalb jünger als Frauen, sie haben vielleicht auch Bettwäsche ihres Lieblingsvereins. Mich wundert ja, dass es keine Wäsche mit dem Bild vom Playmate des Jahres gibt. Das könnten die doch jedes Jahr neu verkaufen, genau wie die Trikots für 119€ von Bayern München!

Und jetzt mal der Tipp an die Frauen zu Verjüngungszwecken obwohl das bei Euch nicht nötig ist, klar.

Nehmt Bettwäsche von Bayern München oder Real Madrid. Real hat sogar welche in Weiß und mit Krönchen, aber nehmt jene vom HSV oder von Werder Bremen nicht. Das könnte in schlaflosen Nächten und mit Augenringen am Morgen enden.

Und falls Ihr Euch Sorgen um Euer Image macht:

Fußballbettwäsche ist gegenüber Einhorn-Anzügen, Mickey Mouse-T-Shirts oder bedruckter Unterwäsche noch deutlich sexier.

Über Feministinnen

Über Feministinnen

Ich gebe denen in den meisten Fällen Recht.

Gleiches Geld für gleiche Arbeit … , ich zähle das jetzt nicht alles auf.

Aber jetzt mal etwas wirklich sehr, sehr Gemeines, das jetzt wirklich, wirklich unter uns bleiben muss:

Ich hatte heute gerade mehrere optische Erlebnisse und ich werde damit nicht allein fertig.

Frage:

Müssen die Frauen, die sich für genau diese Ziele einsetzen und alle Frauen vertreten wollen, wirklich so aussehen wie sie aussehen?

Das gilt natürlich nicht für alle, aber für viele.

Selbst Angela Merkel und die Mutter der Kompanie sind im Vergleich ja oft deutlich sexier.

Dürfen bei den Feministinnen welche mit Lippenstiften, etwas kürzeren Röcken und ohne Wollpullover, aber mit langen Wallemähnen und auf Pumps nicht mitmachen?

Wie kann das sein? Müssen die da Gelübde ablegen oder so?

Die meisten Frauen tragen sowas doch für *sich* und nicht für *uns*.

Wenn die jetzt sagen, dass sie sich nicht so aufhübschen, damit wir nicht gucken, dann richten sie sich letztlich ja nach den Männern und das wäre ja nicht besonders selbstbewusst und irgendwie panne,. wenn die wegen der Männer schlechter aussehen wollen würden als sie könnten.

Ich kriege das heute nicht hin.

Also kurz und gut:

Erklärt mir das bitte mal jemand?

—
„To me, the award is like pinning a medal on Mount Everest for being the highest mountain.“
Leonard Cohen about Dylan getting the Nobel Prize for literature

Sie ist einfach wunderbar

Sie ist einfach wunderbar

Ich war ja als Mann fast allein mit ihr. Und sie sah auch wieder toll aus, scherzte mit den anderen, vor allem mit den Frauen, und war in ständiger Bewegung.

Sie saß nicht, sie stand an einen runden Stehtisch, den eine rote Decke aus weichem Samt bedeckte. Zeit, das Wasserglas zu heben, nahm sie sich in 120 Minuten nicht für eine Sekunde.

Die Blumen wären gar nicht nötig gewesen, ich hatte auch kein Auge für die Blumen, denn ich merke gerade, dass ich gar nicht weiß, was für Blumen es waren.

Das weite Shirt getigert, locker über die Jeans in 7/8-Länge mit diesem zu hohen Bund fallend. Flache schwarze Lackschuhe schlossen das Bild nach unten ab, während die dunkle Mähne links und rechts herabrollte.

Easy.

Sie fährt Mercedes S-Klasse, glaube ich.

Nur höchstens 10% Männer hören ihrer Lesung in der ausverkauften Fabrik zu.

Die anderen -die Frauen- finden amüsante Worte für ihre eigenen Gefühle, könnte ein Mann vermuten.

Es war nämlich die Katrin.

Vermutlich heißt sie in 20 Jahren auch noch ‚die Katrin‘.

Katrin Bauerfeind.

Vor der Pause las sie noch die Geschichte über das Thema „Verdauungsgeschichten am Heiligabend bei Familie Bauerfeind“.

Im Bad standen kurz danach plötzlich zwei junge Frauen hinter mir bis eine sagte:

„Hier sind wir falsch!“

Selten stehen hinter fünf pinkelnden Männer zwei junge Frauen. Ja, und den Bereich, den werden wir bis zum letzten Mann verteidigen, das sage ich Euch.

Die Katrin liest ja nicht nur, sie erzählt auch viel frei und verlässt den Tisch sehr oft.

Das ist meist natürlich, aber auch etwas angestrengt, weil sie die Kunst der Pause bei Interviews im Fernsehen besser beherrscht als auf der Bühne.

Sie verkauft ihre Bücher nicht selbst und gibt auch keine Autogramme, damit hat sie mal schlechte Erfahrungen gemacht, sagen die beiden, die fast kein Buch verkauften.

Ich habe nur ein Autogramm von Patti Smith, mit der ich mal vor dem Stadtpark rauchte und eines von Lucinda, aber nur weil das vor 14 Jahren so lustig war mit Detlef „Fan“ zu spielen.

Leider raucht die Katrin nicht mehr.

Das weiß auch ihre 7/8-Jeans.

„Das Rauchen unterscheidet den Menschen vom Tier“, das ist von ihr. 

Aber der Aufruf zum „Humor-Feminismus“ gegen Ende, der musste nicht sein.

Dass Männer gegen Ende der Pubertät mit einem „Geodreieck ihre Länge“ messen, das finden die Männer nicht witzig, die lachen an der Stelle nie, sagt die Katrin.

Katrin, ich kann Dir das erklären.

Die sind schockiert. Die wundern sich auch, wen Du so kennen magst.

Ein Geodreieck hat in der Mitte der Hypotenuse eine Null, rechts und links sind dann jeweils 7,5cm.

Das sind zusammen 15cm.

Das wäre bei Mercedes A-Klasse.

Junge oder Mädchen

*Junge oder Mädchen*

Das ist schon Ewigkeiten her, könnte man sagen, als unser ‚Sonntagskind‘ geboren wurde und ich am Montagmorgen wieder den Kaffee im Lehrerzimmer machte.

Ich war da gern schon früh um 7, dann musste man an den Kopierern nicht Schlange stehen und konnte in Ruhe Kaffee trinken und rauchen und die Hektiker beim Training beobachten.

Und Hartmut, Gott hab‘ ihn selig, kam oft kurz nach mir. Hartmut war ziemlich voluminös und die Sessel entsprechend knapp. Hartmut, der kannte sich mit allem aus, von „Bluechips“ bei Aktien über Geschichte bis zum Fußball.

Vorbereitung auf den Unterricht hatte der gar nicht nötig. Der war chronisch unterfordert, glaube ich.

Aber das mit der Bewegung fiel ihm eben schwer. Manchmal fragte er dann so etwas wie:

„Ist heute Mittwoch?“

Und wenn ich das beim Morgenkaffee bejahte, dann fing er an, in einem alten Deutschbuch zu blättern. Meistens wusste ich schon, was folgte:

„Hast Du mal ein leeres Blatt?“

Dann nahm er das leere Blatt und schreib ein paar Zeilen, riss anschließend eine Seite aus dem Deutschbuch und bat um Klebstoff.

Dann klebt er die ‚deutsche‘ Seite unter seinen Text und fragte:

„Musst Du noch zum Kopierer?“

Meistens musste ich nicht mehr, aber ich bin dann gern nochmal los und habe die Kopien gemacht, geht ja schnell. Er hatte dann wieder vergessen, die Klausur zu entwerfen.

Aber die Fragen war auch so klar und auf den Punkt gestellt, die Schrift schwungvoll und gut lesbar.

Vor der dritten Frage sagte ich nach Jahren der Erfahrung auch schon mal „Gib‘ her.“ Das sagte ich auch öfter, wenn ich seine Augen hinter den Brillengläsern schlecht sah.

–

Es war ja jetzt der Montag nach der Geburt und er fragte nuschelnd wie immer:

„Was isses denn geworden?“

„Ein Junge! ‚Henri Valentin‘ heißt er, es war ja Valentinstag.“

„Ah, ’n Junge“, sagte er, der selbst zwei hatte, mit einem tiefen Ausatmen.

„Mir war das egal, Hartmut, Du findest Mädchen besser?“

Dann atmete er wieder ein paar Mal. Manchmal schlief er auch unvermittelt wieder ein, aber er hatte nur nachgedacht, die Augen waren nämlich offen geblieben.

„Nein, aber pass auf, das ist so:
Einem *Mädchen* sagst Du an einer Straße, dass das gefährlich ist und dass sie links und rechts schauen soll und dann erst rüber gehen kann. Dann macht die das immer so.“

„Und bei einem … *Jungen*?“

„Einem Jungen sagst Du das an *jeder* Straße.“

Über Frauen

Über Frauen

Das wird jetzt kein Querschnitt sondern nur so ein Piekser an der Oberfläche, weil die ja alle so verschieden sind, die Frauen.

Männer sind ja viel ‚gleicher‘.

Das glaube ich zwar selbst nicht so ganz, aber irgendwie muss man ja die wenigen weiblichen Leser bei der Stange halten.

Hmmm, auch wieder ein verbaler Fauxpas, das mit der Stange.

Ich meine ja nur, dass es vermutlich einfacher ist, Männer bei den Eiern zu packen oder wie man das umgangssprachlich ausdrückt.

Frauen entwischen den Worten leichter, vielleicht auch, weil sie selbst mehr davon haben als der Mann im Allgemeinen.

Gerade drücke ich mich um die Aussagen über Frauen herum, das ist sehr deutlich spürbar beim Tippen. Das liegt daran, dass das auch Frauen lesen könnten.

Nur für Männer zu schreiben, wäre deutlich einfacher.

Das ist sozusagen wie der Unterschied zwischen dem Hüpfen auf der Stelle und dem Fliegen.

Und weil das so schwierig ist, machen wir nur Vergleiche:

Hier zum Treffen von Entscheidungen auf männliche und weibliche Weise ohne jeden Anspruch auf allgemeine Gültigkeit.

Als Beispiel wählen wir die Jagd!

Ein Mann kündigt bereits vorher an, dass er einen riesigen Hirsch erlegen und nach Hause bringen wird.

Im Wald sind dann zwar rechts und links des Weges viele kleinere Tiere in der Nähe, aber er sieht die gar nicht, weil auf seiner Stirn nur in Großbuchstaben „HIRSCH HIRSCH“ steht.

Schließlich sichtet er einen prächtigen Hirsch weit entfernt, legt die Armbrust an und ….. verschießt.

Hinterher sagt er dann, dass seine Armbrust verzogen ist, die Sicht schlecht und gar kein Wild im Wald war.

Ergebnis: Kein Fleisch.

Aber er hat eine Entscheidung getroffen, er hat den Pfeil nämlich abgeschossen!

Am Ergebnis ist das Wichtigste, dass das Scheitern nicht an ihm liegt, das hat stets andere Gründe.

Das ist psychohygienisch jedenfalls gesund.

Ein sehr extremer Vertreter dieser Gattung in der Tagespolitik ist ……. nun, wir müssen ja nicht aussprechen, was wir schon wissen.

–

Wie verhalten sich Frauen nun bei Entscheidungen beziehungsweise auf der Jagd?

Sie geht auf die Jagd und sagt vorher nur:

„Ich gehe mal schauen, was heute so im Wald los ist.“

Ebenso bewaffnet wie der Mann, sieht sie jedes kleine Tier abseits des Weges, auch in der Nähe.

Aber weil sie so viel sieht und die Auswahl so groß ist, kann sie sich nicht zum Abschuss des Pfeiles durchringen.

Das eine Tier zu niedlich, das nächste zu jung, das andere zu schnell. Jedes hat einen anderen Nachteil.

Sie kehrt zurück und kann von allen Tieren im Detail berichten.

Ergebnis: Kein Fleisch.

Nimmt sie eine Freundin zur Unterstützung mit, so verstehen sie sich prächtig.

In der entscheidenden Situation fragt die Jägerin die Freundin:

„Welches soll ich nehmen? Ich bin so unsicher.“

Dann sagt die Freundin:

„Du, mir geht das auch immer genau so.“

Sie trinken dann zusammen einen Tee und leben fleischlos.

Natürlich ist das auch gesünder, sagen sie.

Aber sie zweifeln auch dann, ob sie das alles richtig machen.

Im Politischen ist ‚Mutti‘ auch so eine Jägerin. Allerdings wartet sie solange ab, bis eines der Tiere in ihrer Nähe an einem Herzinfarkt vor Angst beim Anblick ihrer Armbrust verendet.

Das trägt sie als Erfolg nach Hause. So spart sie sich auch die Zweifel.

Bei der gibt es aber wenigstens noch Fleisch!

–

Ob obige Betrachtungen vielleicht auch auf die Partnersuche zutreffen, das war eben nur so ein lauer Gedanke bei mir, das weiß ich aber nicht.

Aber ihr könnt ja mal darüber sinnieren. 🙂

Ich habe das nur geschrieben, weil es draußen regnet und der Hund im Auto eingeschlafen ist. Es liegt also am Regen und am Hund, wenn ihr Euch beschweren wollt.

Es war nicht meine Idee!

Woher „es“ kommt

*Woher „es“ kommt*
Vielleicht habt Ihr das an Eurer eigenen Unruhe schon gemerkt. Seit 4 Wochen gibt es nämlich einen neuen Präsidenten. Es gibt noch mehr als diesen einen, Unruhe erzeugen gleich mehrere.

Mir wurden nun zufällig einige Grundregeln zugespielt und ich will sie nicht für mich behalten.

Offenbar haben die sogar mehrere Präsidenten auf der Welt erhalten und glauben, dass sie danach handeln dürfen, und das macht mir Sorgen.
„Nach seiner Ansicht bedeutet Vollgewalt, dass die Amtsgewalt des Präsidenten Exekutive, Legislative und Judikative umfasst. So ist der Präsident oberster Gesetzgeber der Landes und nur an das ‚göttliche Recht‘, welches als solches unveränderlich ist und sein eigenes ist, gebunden. Bezüglich des Rechts kann er jederzeit neue Regeln erlassen, alte streichen oder von ihnen befreien.“
„Ein Verfahren zur Absetzung des Präsidenten ist nicht vorgesehen und nach heutigem Selbstverständnis des Präsidenten nicht möglich.“
Das gefällt mir nicht. Ich habe aber erstaunliche Parallelen in einem anderen Text auf Wikipedia gefunden und ich glaube, dass der obige darauf basiert. Das wäre skandalös!
Hier:

„In formaler Hinsicht bedeutet Vollgewalt, dass die Amtsgewalt des Papstes Exekutive, Legislative und Judikative umfasst. So ist der Papst oberster Gesetzgeber der Kirche und nur an das göttliche Recht (ius divinum), welches als solches unveränderlich ist, gebunden. Bezüglich rein kirchlichen Rechts (ius mere ecclesiasticum) kann er jederzeit neue Kanones erlassen, alte streichen oder von ihnen befreien.“

„Ein Verfahren zur Absetzung eines Papstes ist nicht vorgesehen und nach heutigem Selbstverständnis des Papsttums nicht möglich.“
Mehr kann ich nicht sagen.

Wollen die alle „Papst“ sein?

Das Tragen von Masken im Verkehr

*Das Tragen von Masken im Verkehr*

 

 

Nein, es geht nicht um Masken wie in „Shades Of Grey“, es geht nur um Autos. Sicher sehr enttäuschend für alle, die gern auf etwas Schmutziges hoffen.

Es gibt ja viele Kriterien für die Wahl eines Automobiles.

Ganz wichtig ist dabei, welchen *Blick* das Auto hat. Die Kleinen folgen dem Kindchenschema mit großen, runden Kulleraugen und man kann sie als Mann nicht kaufen. Dann gibt es diese bulligen SUV, die mir zu fett sind. Kann ich als Mann nicht ertragen, nervt schon im Rückspiegel.

Der Rest hat heute zu großen Teilen den „bösen Blick“.

Die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, schläft länger als ich, die Brut auch und ich würde schlechte Laune bekommen, wenn das erste Gesicht des Tages das meines Autos mit einem ‚bösen Blick‘ wäre. Aber zum Glück habe ich ja einen Hund ohne LED-Augen.

Weiterhin mag ich nur Limousinen und Zweisitzer.

Zweisitzer fallen aus praktischen Gründen aus, also verbleiben nur schrullige Limousinen mit freundlicher Mimik. Das gibt es bei aktuellen Modellen kaum noch und potentielle männliche Autokäufer sind gezwungen, Aggressives zu erwerben.

Es ist nämlich nicht so, dass Menschen im Verkehr von selbst unfreundlicher und gefährlicher werden, die Autos sind daran schuld!

Und es sind nicht die in 40 Jahren exorbitant gestiegenen PS-Zahlen, es sind diese zähnefletschenden, strengen Vorderansichten der Autos, die die Fahrer verändern! Wenn man geschminkt ist wie Heath Ledger als Joker in „Batman“, dann wird man selbst ja auch zum gemeinen Joker.

Ist das so?

Das ist nämlich wie beim Karneval!

Niemals benehmen sich Menschen schlechter und enthemmter als versteckt hinter einer Maske und verkleidet wie in Zeiten des Karnevals.

Männer vielleicht noch öfter als Frauen.

Manchmal ist ein Satz von vorn nerviger als ein Bumms von hinten

*Manchmal ist ein Satz von vorn nerviger als ein Bumms von hinten*

Es ging schon um 5:30 Uhr los als ich geduscht das Frühstück fertig hatte und die Zeitung las nachdem ich mit dem Posteingang aus Donalds Ländereien fertig war.

Zeitverschiebung.

Da hat der Hund gebellt, kurz und heftig, weil da ein Mann auf der Straße stand, der da nicht hingehört. Der Hund ist nicht dumm, ich finde im Dunklen herumstehende Männer auch ebenso verdächtig wie im Halbdunkel leicht bekleidete Frauen rüberkommen.

–

Eine von denen habe ich auf dem Weg zu einem Konzert mal eilig an der Reeperbahn nach der Uhrzeit gefragt, weil das in Zeiten war als ich das Tragen von Uhren noch grundsätzlich ablehnte. Genau genommen lege ich mit den Jahren viele Grundprinzipien ab. Das ist die Milde des Alters.

„Uhrzeit? Klar, hab‘ ich“, hat die damals gesagt, „… kostet 5DM.“

Plötzlich hatte ich doch mehr Zeit als vorher.

„Das ist ganz schön teuer für einen Blick auf die Uhr!“

„Klar“, hat sie gesagt, „… aber ich habe ja eine Uhr.“

Die war jedenfalls schlagfertig. Ich kann nicht sagen, ob das auch beruflich bedingt war.

–

Hach, schon wieder verirrt in den alten Zeiten.

Also der Hund hat gebellt.

90 Minuten später hat es dann an der Kreuzung von hinten ganz laut gebummst. Also eher „gerummst“, ich war eben gedanklich noch bei der mittlerweile alten Dame mit der Uhrzeit.

Da ist mir eine von hinten gekommen und … hat sozusagen zugeschlagen.

Und als ich dann schon überlegte, wo ich mit der hinter mir zum Datenaustausch hinfahren könnte, kommt von links durchs offene Fenster eine samtig dunkle Stimme und fragt von der Gegenfahrbahn:

„Na, ist das nicht ein richtig schöner Morgen?“

Das war Nscho-Tschi von der Tankstelle.

Jedenfalls hellt einem so ein Anblick das Gemüt etwas auf, solange man die Schäden am Hintern des Kombi noch nicht gesehen hat.

Dann kurz um die Ecke und aus dem gegnerischen Unfallauto entsteigt eine …. blonde Erscheinung.

Wunderbar, …. ich hatte nun gar keine Lust mehr auf die Beule.

Leider kannten wir uns schon aus unserer mathematischen Vergangenheit.

„Hach, wie schön, das Du das warst, Ally!“

Alina blieb auch ganz entspannt obwohl sie ja alte Lehrer auch nicht jeden Tag von hinten nimmt.

Abends, nach dem Trip in die Landeshauptstadt zum Bachelor-Treffen mit meiner jungen Verwandten, die „umwerfende“ Nachbarin zur Begrüßung:

„Was hatte denn der Hund heute früh? Ich habe bei 40 aufgehört zu zählen!“

Ohne ein „Hallo“.

In 300 Hundetagen dürfte es das erste Gebell am frühen Morgen bei geschlossenen Türen und Fenstern gewesen sein.
Da muss man schon das Ohr an der Wand haben, um genau und korrekt zählen zu können.

Und weiter als bis 10 … kann die gar nicht.

Andererseits zähle ich die nachts nebenan in Wände gebohrten Löcher nicht.

Ja, manchmal ist ein Satz von vorn nerviger als ein Bumms von hinten.

Über das Rauchen, Teil 1

Über das Rauchen, Teil 1

Katrin Bauerfeind finde ich wunderbar obwohl sie jetzt auch nicht die weibliche Variante von Roger Willemsen ist, die ich immer noch suche.

Beide leben beziehungweise lebten meines Wissens allein. Roger sogar aus Überzeugung, der hat das mal ganz wundervoll erklärt. Frauen leben nur aus Überzeugung allein so lange sie keinen gefunden haben, glaube ich.

Roger und Katrin unterscheiden sich zuerst darin, dass sie raucht und er es nicht tat. Von ihr ist nämlich der sehr schöne Satz:

„Das Rauchen unterscheidet uns vom Tier.“

Der hätte auch von Willemsen sein können, wenn er geraucht hätte.

Ich habe selbst schon deshalb nichts gegen Raucher, weil ich das selbst auch tue. Allerdings habe ich etwas gegen Raucher in geschlossenen Räumen und ich mag den Geruch nicht, wenn es nicht mehr brennt.

Selbst ein Waldbrand hat ja etwas ganz Schönes, so ein richtig großes Feuer ist nämlich so schön, dass man gar nicht wegschauen mag. Das fängt schon beim Kaminfeuer an, das ist heimeliger als jedes TV-Programm und klingt besser als ein Aquarium.

In unserer Stadt hat mal ein altes Haus heftig gebrannt und es kam niemand zu Schaden. Aber als man den Leiter der örtlichen Feuerwehr dazu für das Fernsehen interviewte, da sagte der in diesem breiten nordischen Tonfall mit einem leichten Lächeln in den Mundwinkeln:

„Tscha, *das* war ein *richtig* schönes Feuer!“

Und so ähnlich, aber kleiner, ist das beim Rauchen auch. Es ist warm, es glimmt, es macht Wolken, es ist gemütlich und es ist sinnlos.

Aber wenn man an einem abgebrannten Haus vorbeigeht, dann ist das Schöne vorbei und der Gestank ist ziemlich unangenehm.

Und das ist auch wie beim Rauchen, wenn man die Zigarette ausgedrückt hat.

Vor 35 Jahren kam ich morgens immer genau bis zu einem Kreisverkehr mit der ersten im Auto. Das war ziemlich unpraktisch, weil man dann entscheiden muss, ob man die Kippe vor oder hinter dem Kreisverkehr rauswerfen soll. Heute ist das ein anderer Kreisverkehr, aber im Prinzip ist das immer noch so.

Tanja in meinem Stammcafe aus den 80ern hat mal am Tresen gefragt:
„War Martin schon da?“

Die hatte nämlich drei Zigaretten im Aschenbecher gefunden, die wie drei Hundewelpen parallel nebeneinander kuschelten und exakt die gleiche Länge hatten und den Knick an genau derselben Stelle.

Das mache ich gar nicht mit Absicht, aber ich mag keine Aschenbecher, die aussehen wie Gruppensex und auch noch stinken. Das ist ja bei Gruppensex auch ein Problem, habe ich mal gehört.

Eigentlich mag ich Aschenbecher nur, wenn sie leer und sauber sind. Ich leere die heute nach jeder Zigarette aus. Aber in den 80ern konnte man ja nicht jedes Mal hinter den Tresen laufen. Draußen ist das heute unbeobachtet möglich.

Und dass man danach nach Rauch riecht, das finde ich auch nicht gut. In der Schule habe ich mir nach der Pause immer die Zähne in der Physiksammlung geputzt. Irgendwann habe ich dann eine nebenan im Klassenraum bei Stundenbeginn fragen hören:

„Isser schon wieder weg?“

Und eine andere hat gesagt:

„Neeeee, der ist nur Zähne putzen.“

Ich wusste nicht, dass die das gemerkt hatten und von dem Tag an habe ich immer leiser geschrubbt.