Das „Beuteschema“

*Das „Beuteschema“*

…
„Die meisten Ehen scheitern daran, dass die Frau zu viele oder falsche Vorstellungen von der Ehe hat oder daran, dass der Mann gar keine hat.“

…
Das ist bei uns auch so, aber nur, wenn man „Ehe“ durch „Fußbodenbelag“ ersetzt.

…
Beuteschema!

Das setzt in der Regel eine Wiederholung der Jagd und kurzzeitige Erfolge voraus, sonst wird das ja nie „schematisch“.

Man denkt zuerst an Lothar Matthäus und an Boris Becker in seinen jüngeren Tagen. Leider fällt mir keine prominente Frau mit einem Beuteschema ein, aber das heißt ja nicht, dass es das nicht gibt.

Wenn man den Begriff „Beuteschema“ bei Google eingibt, dann erhält man als erstes:

„Beuteschema ist der erste Labelsampler des Labels Halunkenbande“.

Das ist fast prophetisch!

…
Dass es so etwas wie ein „Beuteschema“ bei manchen Männern gibt, müssen wir nicht diskutieren. Das ist so.

Schematisches ist leider furchtbar langweilig und es endet bei denen auch meist gleich schematisch und schnell.

…
Aber es gibt auch Frauen mit Schema und Beutevorstellungen, doch ich vermute, dass man dann vom „Traummann“ spricht, den sie suchen, aber an sich dasselbe meint.

Aber die bleiben auch meist … allein.
Die haben dann eine zu genaue Vorstellung von der Beute, die es so gar nicht gibt.

…
Das Suchen ist das Problem!
Wer sucht, der findet nur da, wo er nicht sucht.

Welch eine Quälerei mit diesem Text!

Das ist ja fast wie mit einem Beuteschena zu leben: Wie das Rühren im Teig. Immer im Kreis!

…
„Nichts ist beglückender, als den Menschen zu finden, den man den Rest des Lebens ärgern kann.“

Das ist das Beuteschema von Agatha Christie, aber die hatte offenbar ein recht spezielles.

Quälerei!

Ich hätte nie gedacht, dass es so schwer sein könnte über Männer und Frauen mit Beuteschemata zu schreiben, aber ich glaube, dass die an sich immer nach dem Sohn des Misserfolges suchen, den sie vorher schon hatten. Und neu anzufangen hat für viele einen hohen Reiz, bis sie feststellen, dass Langweile ein internationales Problem ist.
Und jetzt tippe ich seit 10 Minuten ohne Erfolg und deshalb habe ich Paola gefragt, ob sie meint, dass es das mit dem Beuteschema auch bei Frauen gibt.

Und das hat sie gesagt:

„Männer sind da oberflächlicher, aber das mit dem Beuteschema kenne ich bei Frauen auch voll. Aber die reden davon nicht so wie Männer, die stellen das einfach etwas geschickter an. Aber das klappt bei denen genausowenig wie bei diesem Matthäus.“

Das virtuelle Leben

*Das virtuelle Leben*

Wenn man beim Arzt in das Wartezimmer kommt oder wenn man sich einen Platz im Café sucht, … dann kann man nach Zugfreiheit, Bequemlichkeit des Sitzes, Sicht oder nach Abstand zu anderen Menschen Plätze aussuchen.

Es gibt noch mehr Kriterien, ja.

Mein Blick gleitet des Öfteren zuerst an den Wänden entlang. Mein Kriterium für die Platzwahl heißt nämlich „Steckdose“.

Ein Handyakku hat ja viele Eigenschaften, eine der wichtigsten ist aber …. ‚leer‘ oder ‚fast leer‘. Das gilt auch für mobile Zusatzakkus, schon wieder vergessen, wie man diese meist leeren Dinger nennt. Auch meist wie ein Pferd kurz vor der Apotheke.

Dass so eine Ladung oft keine 24 Stunden hält, wenn man die Dinger nicht abschaltet, ist gar nicht so schlimm. Schlimm ist nur, dass diese Viecher ständige Aufmerksamkeit verlangen und elektronisch gefüttert werden müssen.

Fast wie ein Haustier.

Der Hund aber quakt kein „… habe nur noch 20%“, wenn er Hunger hat.

Und wenn Ihr ein Haus baut oder eine Wohnung renoviert, dann plant mehr ein, mehr Steckdosen.

Am besten in jeder Ecke drei oder mehr.

Das Kriterium für Steckdosen ist kurz und hat einen Namen: „Mehr“.

Basta.

Es gibt ja Dinge, von denen man nie genug haben kann:

Humor und Musik zum Beispiel.
Oder Schuhe bei Frauen.
Oder PS bei Männern.

Aber Steckdosen, Steckdosen gehören auf alle Fälle dazu. Steckdosen sind geschlechtsübergreifend wichtig.

Ähnlich ist das mit Kindern bei der Auswahl von Feriendomizilen. Umgebung wie Schwimmbad, Meer, Supermarkt und die Länge von Fußwegen sowie häusliche Gegebenheiten wie Whirlpool und Terasse verblassen hinter der Frage nach dem Wesentlichen im Urlaubsleben:

„Gibt es da WLAN?“

WLAN ist auf Platz 1!

Meine Kinder würden vermutlich sogar in einer Scheune schlafen, glaube ich, wenn es da ein gutes Funknetz gäbe. Kein Luxus in einem kuscheligen Hotel kann ein fehlendes WLAN ausgleichen.

Und wenn die jungen Damen von heute mal jemanden kennen lernen, der gar kein Handy hat, dann sagen die vielleicht:

„Der ist nett, aber einen Mann ohne Netz kann ich nicht gebrauchen.“

Ich glaube, dass ich das deshalb vor 18 Monaten angefangen habe. Vorher habe ich mich geweigert.

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Über einen Sonnabend im Leben

*Über einen Sonnabend im Leben*

Ich weiß einfach nicht mehr, wann es anfing, dass aus dem ‚Sonnabend‘ der ‚Samstag‘ wurde. Vielleicht war das als es ‚Das Sams‘ im Fernsehen gab oder als als man begann, alles abzukürzen.

Mo Di Mi Do Fr … So So … ist nämlich unpraktisch.

Es ist jetzt bestimmt schon 30 Jahre her, dass ich *das* so zuletzt gemacht habe. Natürlich hat man dann ein schlechtes Gewissen, weil man solche Dinge nicht einfach ohne Grund macht.

Und es gibt gar nicht so viele Sachen, die man allein tun kann und die ein derart schlechtes Image haben, wenn das jemand erfährt. Aber ich war ja allein beim bösen Nichtstun.

Ich habe nämlich einfach ausgeschlafen!
Bis zum Nachmittag um 15 Uhr!

Also ganz stimmt das jetzt auch nicht, jedenfalls kann man das missverstehen. Natürlich bin ich wie immer morgens um 5 wach gewesen, war Brötchen holen, mit dem Hund spielen und das Frühstück fertig machen. Dazu ein paar hauswirtschaftliche Tätigkeiten, …. aber nach dem Frühstück „in Familie“ gegen 10 habe ich mich einfach wieder hingelegt. Ich frühstücke nämlich am Wochenende doppelt, einmal mit dem Hund und der Zeitung und einmal, Stunden später, mit der Familie.

Der Hund war auch so wunderbar warm an den Waden, dass ich glatt wieder eingeschlafen bin.

Der war auch etwas irritiert, glaube ich, hat jedoch auch noch eine Mütze Schlaf genommen. Der ruht ja sonst bei ‚DogTV‘ auf dem Sofa.

Und dass das bei mir bis 15 Uhr ging, fantastisch.

Ich bin nicht mal von selbst wach geworden, aber die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte und die mich so gar nicht kennt, hat dann plötzlich in der Tür gestanden und gesagt, dass der Hund wieder raus muss und schon an der Tür steht.

Das hatte ich gar nicht gemerkt, dass der aufgestanden war, aber es war auch nicht mehr so warm an den Waden. Aber der hat mich schlafen lassen, das rechne ich dem Tier hoch an.

So groß war meine Lust gar nicht, aus dem warmen Pfuhl hochzukommen, mich anzukleiden und in der eisigen Kälte eine kurze Hunderunde zu drehen. Der beste Hund der Welt hat das wohl gemerkt, denn der wollte nach 5 Minuten schon zurück.

Jedenfalls habe ich dann meiner Frau gesagt, dass wir beide keine Lust hatten und ich eigentlich auch gern noch etwas im Bett geblieben wäre.

Aber sie hat gesagt, dass ich „ja auch aufstehen wollte“. Das wusste ich bis zu ihren Worten noch gar nicht, aber ich lerne immer wieder Neues.

Manchmal weiß eine gute Frau nach 25 Jahren besser, was man möchte als man selbst. Daran denke ich von Zeit zu Zeit und bei verschiedenen Gelegenheiten.

Das habe ich dann auch gleich eingesehen, so wach war ich von den 5 Minuten in der Kälte nämlich schon.

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Die Größe einer „Tabuzone“

Die Größe einer „Tabuzone“
Wo sind denn so Eure …. „Tabuzonen“?

Es gibt ja Bereiche, in die zum Beispiel der Postbote oder eine beliebige Person auf der Straße nicht ungefragt eindringen darf. Diese Zone befindet sich teilweise auch außerhalb des eigenen Körpers. Zum Beispiel gibt es Menschen, die zu dicht an mich heranrücken.

Das finde ich speziell bei Männern schon belästigend. Jedenfalls hatte ich vor 20 Jahren einen Kollegen, der den ’natürlichen Abstand‘ immer wieder unterschritt. Dem habe ich mal meine Tasche in der Pausenhalle vor die Füße gestellt bevor ich einen halben Schritt rückwärts machte.

Leider ist der über die Tasche gestiegen.
Man hatte seine Finger beim Sprechen regelrecht unter dem eigenen Kinn. Ein sympathischer Mensch, der stets unsympathisch wirkte, weil er zu nah wirkte.

Der Abstand, den man als nicht zu weit entfernt, aber auch noch nicht als ‚zu dicht‘ empfindet, ist bei den meisten Menschen der, der exakt einer Armlänge entspricht. Das Gegenüber erreicht mit ausgestreckter Faust gerade die Nase nicht mehr. 🙂

Der „angenehme“ Abstand scheint aus den ganz alten Zeiten erhalten geblieben zu sein.
Meine Tabuzone misst aber 35 Zentimeter mal 23 Zentimeter. Das mag manchen erstaunen, weil ich mich mit den geometrischen Formen dieser Zonen nicht auskenne. Meine ist offensichtlich rechteckig.

Ich will jetzt auch gar nicht wissen, welche Form Eure Tabuzone hat. Mich würde eher interessieren, wo die sich befindet, also solange die sich außerhalb Eures Körpers befindet, logisch.

Meine Tabuzone ist liegt rechts von meinem Essplatz in der Küche.

Ich wechsele niemals den Stuhl und es ist der einzige mit Armlehnen, die anderen sehen identisch aus, haben aber keine Lehnen. In dieser für mich heiligen Zone liegen Einkaufszettel, Briefe, Werbung und manchmal auch ein paar Steine, bei denen ich noch nicht weiß, ob ich die behalten muss oder verschenken kann.

Steine sind ein Geschenk, das nur selten kaputt geht.

Und als mein Sohn einen Freund zu Besuch hatte, hat die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, meine Tabuzone in eine Tüte gesteckt und irgendwo abgelegt. Und jetzt suche ich die Tüte, weil ich einfach nicht weiß, wie die aussah und wohin ich die gesteckt habe.

Tabuzonen ziehen nämlich nicht um.

Küchen, Hemden und Vinyl

*Küchen, Hemden und Vinyl*
Zurecht erwartet man von einem richtigen Mann, dass er täglich ein frisches Hemd trägt. Bei Frauen nennt man das Bluse oder so. Mir kommt das Wort „Bluse“ schon seit 50 Jahren alt vor aber mir fällt nichts anderes ein.

„Frauenhemd“ klingt auch doof.

Über den Wechsel eines Hemdes denkt ein Mann nicht lange nach, am besten ist es sowieso, wenn die alle nur weiß oder schwarz sind. Als Student habe ich immer alte weiße Hemden aus den 50ern oder 60ern nach Kilogramm gekauft. Dann habe ich die alle schwarz eingefärbt. Die waren nämlich alle zu 100% aus Baumwolle und mir sind zweimal welche gestohlen worden, …. so gut waren die.

Niemals würde ich ein Hemd mit einem Kunststoffanteil anziehen.

Über den Wechsel eines Esszimmertisches, einer Couchgarnitur oder über eine neue Küche oder ein neues Bad denkt ein Mann etwas länger nach als über den Wechsel eines Hemdes.

Der Unterschied ist aber nicht wesentlich.

Stimmt, ich gehe von mir aus, aber ich wüsste nicht, vom wem ich sonst ausgehen könnte.

Die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, kann über derartige Neuanschaffungen jahrelang nachdenken ohne eine Entscheidung zu treffen. Zum Schluss sage ich zu allem „ja“ nur damit das Thema ein Ende hat. Vielleicht ist das auch eine taktische Frage. Also von ihr. 😉

Liegt das daran, dass Frauen älter werden, dass sie sich mit Entscheidungen länger …. Zeit nehmen? Oder ist das allgemein nicht so … im Vergleich?

Befinde mich nämlich seit einem Jahr auf dem schwankenden Schiff zwischen Wellen, die „Fliesen“, „Laminat“ und „Vinyl“ heißen.

Der Strand, auf dem die Wellen sich brechen sollen, heißt „Flur“.

„Vinyl“ ist mir vom Wort her am sympathischsten. 🙂

Das mit den Kindern

*Das mit den Kindern*

 
Ich sage Euch jetzt einfach mal wie das ist, ja?

Ihr nehmt zuerst das Mädchen, also bis 15 oder so. Danach nehmt ihr dann den Jungen, also ab 15.

Das ist biologisch etwas schwierig, aber Ihr schafft das schon.

Kurz gesagt.
Eine Geburtstagsfeier mit acht bis zehn Jungs um die 10 Jahre ist für jede Mutter ungefähr so wie einen Tag mal Lehrerin sein, natürlich voll schön und so, aber eben auch voll anstrengend. Jungs werfen ja sogar mit dem Kuchen, wenn ihnen einer irgendwie erzählt, dass der HSV absteigt. Immer muss man Bewegung einplanen, um die Jungs an Geburtstagen körperlich zu schwächen.

Ab 15 sprechen die Jungs dann immer weniger.
Das ist einerseits sehr angenehm, aber auch unangenehm, wenn man selbst wissen möchte, ob irgendwas mit den Stimmbändern ist.

Mit 8 bis 10jährigen Mädchen hat man am Geburtstag richtig wenig zu tun, die machen einen Kreis und dann drehen die eine Flasche für das Auspacken der Geschenke. Alle sehen zu und freuen sich mit. Zwischendurch sprechen sie miteinander, so ganz normal, dass man denkt, dass die schon erwachsen, aber eben klein sind.

Die Hausaufgaben macht die auch allein, ich traue mich nicht mal zu fragen, was die so in Geschichte machen.
„Bist Du nicht auch zur Schule gegangen?“, kommt dann die Frage.
Und ich ahne schon, dass der nächste Satz sein könnte „Dann musst Du das doch wissen“.

Nach dem Flaschendrehen kann man Spiele mit den Mädchen machen, Stoptanz und so. Manchmal wird über die Reihenfolge abgestimmt, aber alles ist sehr gesittet und hat wenig mit Schimpansen zu tun, also Chaos ist da unbekannt. Es gibt nicht mal viel aufzuräumen, weil irgendeine garantiert das Geschenkpapier in die Küche bringt.

Irgendwann fragt dann eine, ob „es auch noch Freispiel gibt“.

Das ist jetzt nicht wie beim Flippern oder so, das heißt, dass die Erwachsenen sich zurückziehen und die kleinen Damen sich zu eigener Organisation zurückziehen. Natürlich fühlen sich Eltern, die ja einen schönen Geburtstag gestalten wollen, dann etwas überflüssig. Wir haben dann einfach versucht, miteinander zu sprechen, so nach dem Motto „Du, wie waren Deine letzten Jahre denn so?“.

Ob das ab 14 oder 15 mit Mädchen jetzt schlimm wird, das weiß ich noch gar nicht, weil sie jetzt erst 11 ist. Ich habe aber andere davon sprechen hören.

Aber seitdem sie 10 war, habe ich eine klitzekleine Ahnung bekommen, was so kommen könnte.

Beide Kinder habe ich natürlich in jungen Jahren in das Leben in Cafès eingeführt. Die bekamen dann immer eine Tasse Milchschaum mit Zucker. Wegen des Zuckers ging das nur ohne meine Frau. Dann haben wir noch Karten gespielt, leider gewinnen beide Kinder gegen mich und das mag ich auf Dauer nicht. Ich mag es vor allem deshalb nicht, weil die besser schummeln als ich, aber das hatten wir ja schon.

So mit 7 oder 8 wollte die Kurze dann „auf das helle große Sofa“ mitten im Cafè.
Sie hat dann auch die Schuhe ausgezogen und legt sich da total gemütlich mit einer Kinderzeitschrift in die Kissen oder liest etwas für die Hausaufgaben.

Letzte Woche habe ich sie dann mit ihrer Freundin von der Schule zum Cafè abgeholt, die sind ja zusammen schon 22.

Und die haben sich so gefreut, dass das helle große Sofa frei war, dass sie das ganz schnell besetzt haben und ihren Kakao bestellt haben.
Dann lagen die beiden da ohne Schuhe und schauen sich so um. Ich kam nur eine Minute später, weil ich mit irgendjemandem gesprochen hatte.

Dann wollte ich gerade meine Jacke über das Sofa legen als mein kleines Kind sagte:

„Papa, Du kannst Dich auch gern woanders hin setzen, wenn Du willst.“
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„To me, the award is like pinning a medal on Mount Everest for being the highest mountain.“
Leonard Cohen about Dylan getting the Nobel Prize for literature

Das Bildnis der Mutter als junge Frau

*“Das Bildnis der Mutter als junge Frau“*

…. so heißt der Dokumentarfilm eines Freundes, den er vor einigen Jahren gedreht und produziert hat.

Jedenfalls ist schon der Titel mehr als einen Gedanken Wert.

Wie war Deine Mutter vor Deiner Geburt? Wie war Dein Vater bevor er Dein Vater wurde?

Das ist in meiner Generation eine Frage, die sich nur durch das Zusammensetzen von Erinnerungsstücken oberflächlich und eher auf Vermutungen gegründet beantworten lässt.

Einfacher ist hingegen:
Wer oder wie warst Du bevor Du Deinen Beruf gewählt hast? Hat er Dich verändert? Wärest Du ein anderer, wenn Du anders gewählt hättest?

Bei mir weiß ich das auch nicht genau, mich haben eher Bücher, Sprachen und Kunst interessiert, aber mit Mathematik und Naturwissenschaften hat man einfach den festen Boden unter den Füßen.

Vor allem in Mathematik, da täuscht man sich leicht, besonders wenn es um Reine Mathematik geht, die keinen Gegenstand außer sich selbst hat. Daran kann man sich abarbeiten, aber Gefühlsregungen sind dabei recht überflüssig. Das ist nicht die schlechteste Selbsterziehung. 🙂

Und das hat auch etwas Meditatives.
Versteht vermutlich keiner. 🙂

Heute soll ja alles schon in der Schule eine praktische Bedeutung oder Anwendung haben. Manche wollen ja sogar, dass in der Schule über das Abschließen von Versicherungsverträgen gesprochen wird. Danach kommt dann nur noch die Doppelstunde zum Thema „Wie räume ich eine Spülmaschine ein“.

Natürlich finden sich als Lehrer immer Beispiele mit denen man Schülern zeigen kann, wo Mathematik in der Realität eine Rolle spielt.

Der Motivationseffekt ist aber meist verpufft, wenn sich herausstellt, dass am Ende doch noch präzise gedacht werden muss. Dass Kurven auf Straßen zum Beispiel im Idealfall Funktionen vierten Grades sein sollten damit man sanft einlenken kann, das ist so ein Fall. Die denken ja leicht, dass Kurven „wie Kreise“ sind. Das wäre beim Fahren ziemlich unpraktisch.

Man kann aber alternativ auf die manchmal auch gekünstelten Beispiele auch schlicht verzichten und sagen, dass Mathematik schwierig ist und dass man an ihr lernt, sich mit Dingen zu beschäftigen, die unangenehm sind und keinen Spaß machen und die viel Konzentration und Durchhaltevermögen verlangen.

Das gibt es im Leben nämlich noch öfter als Mathestunden in der Schule. Und dann ist das gut, wenn man sich darauf früh einstellen kann, dass nicht alles mit „Spaß“ verheiratet ist.

Ich halte nicht viel davon, dass alles „Spaß“ machen soll. „Freude“ kann man dagegen auch empfinden, wenn man etwas Schwieriges geschafft hat. Auch wenn man beim Tun wenig „Spaß“ hatte.

Man braucht auch ebenso dringend Lehrer, die man nicht leiden kann. Eine gute Schule braucht nämlich schlechte Lehrer ebenso wie gute. 😉

Heute sollte ein Neuntklässler für 7 verschiedene Schüler von 17 Jahren ausrechnen wie groß die in 5, in 10 und in 20 Jahren sind, wenn man den Wachstumsfaktor des letzten Jahres zugrunde legt. Emre war 2037 dann 5,45m groß. Das sind eben auch manchmal die „Anwendungsbeispiele“. Tim hat nur gesagt, dass das ja „nur Mathe“ ist.

Der hat das vielleicht besser verstanden als ich.

Die Veränderungen durch den Beruf, hach.

Besonders auffällig sind bei mir oft Rechtsanwälte geworden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die in jungen Jahren auch schon so waren. Immer sehr genau, vor allem beim Stellen von Fragen, eher knapp bei klaren Antworten. Und oft gießen sie lange die Orchidee in der Ecke des Gartens der Juristerei, wenn man nur wissen will, ob da Obstbäume stehen. Die, die ich kenne, die verlieren sich so oft in Details. Und wenn man etwas fragen will, hat man hinterher mehr Probleme als vorher.

Aber vielleicht kaufen die auch das Auto nach der Form des Auspuffs. Man weiß es ja nicht.

Da wird es jetzt Widerspruch hageln, aber ich kenne ja nur … die anderen.

Als Mieter sind sie sogar noch unbeliebter als Lehrer, sagt man. Und dazu gehört schon etwas.

Jedenfalls hatte ich als junger Mensch die Befürchtung durch die Beschäftigung mit Themen, die mir menschlich eher „lagen“ als Mathematik dem Risiko stärker ausgesetzt zu sein, dabei dem Wahnsinn anheim zu fallen. 🙂

Man verliert sich so leicht in Kunst und Literatur.

In jedem Fall wäre ich ohne die Formeln und die Zahlen … kein anderer. Es ist ja eher ein Spiel.

„Ich“ ist ja auch ein …. anderer. 😉

 

 

 

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Haltungen

*Haltungen*

Heute früh habe den schwarzen Hund und seinen federnden Gang beobachtet und gedacht, dass Menschen selten so selbstbewusst und aufmerksam ausschreiten wie dieser Vierbeiner.

Ich auch nicht, denn ich hatte einen Absatz im Boden der Fußgängerzone übersehen und habe mich richtig gepflegt „auf die Fresse“ gelegt.

In meinem Alter sucht man dann im Liegen erstmal den Hund und freut sich, wenn der nicht unsichtbar als Flachwesen unter dem eigenen Bauch liegt. Dann nach der Brille schauen, danach prüfen, wo und was genau schmerzt. 30 Jahre früher hüpfte man sofort und schnell hoch und zog sich zum Leiden einsam in einen Hauseingang zurück.

Bis auf ein, zwei Rippen dürfte ja kein Schaden entstanden sein, aber man liegt da ja wie ein halbtoter Fisch auf dem Trockenen und selbst alte, fragende Menschen wirken von Pflasternähe aus betrachtet richtig jugendlich wenn sie mit sorgenvollem Ausdruck nach den Defekten fragen.

Und dass dann so viele schauen, stört schon.
Man kann auch schlecht sagen, das man die Fugenbreite der Granitsteine misst. Glaubt ja keiner, selbst wenn das wahr wäre.

Eine richtig gute Haltungsnote im Liegen bekommt man nur als junge Frau im Bikini am Strand.

Nicht ganz, es gibt Ausnahmen:
Meine Frau, die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, „hopst“ seit 45 Jahren. Also ich nenne das so, weil sie sich darüber ärgert. Sie hat sogar einen Abschluss darin von so einer britischen Schule. Aber da steht dann „Ballett“ und „Royal Academy“ drauf.

Und sie tanzt in derselben Gruppe wie eine der Schülerinnen, der ich mal in einigen Stunden beim mathematischen Weitsprung Tipps für die Landung geben wollte. Das ist respektabel, oder?

Beide haben nämlich eine tolle „Haltung“ und ich meine das jetzt ausnahmsweise nur äußerlich. Andererseits wirkt ja oft das Äußerliche auf das Innere ebenso zurück wie sich Inneres im Äußerlichen wiederfinden kann.

Viele Frauen würden noch besser aussehen, wenn sie sich gerade halten würden. Das ist auch ein Geheimnis etwas höherer Schuhe. Aber es geht auch mit Turnschuhen und wirkt nach außen und nach innen, vermute ich.
Leider sehen heute ja viele Menschen aus als hätten sie schwere Depressionen. Den Kopf gesenkt, die Schultern nach vorn fallend … so sieht nämlich ein Mensch aus, der traurig ist.

Aber die halten nur ein mobiles Telefon in der Hand! Und ich vermute, dass diese äußere Haltung auf Dauer auch auf das Innere zurückwirkt. Vermutlich ist das folgenreicher als ein „Tennisarm“ oder der Verlust an realer Kommunikation.

Und jetzt kommt mir nicht mit Donald Trump und seiner Haltung! Der kombiniert die aggressive Mimik auch mit einem hängenden Kopf. Aber der ruft eher Gedanken an ein gefährliches Raubtier hervor. Der neigt nicht zu Depressionen, der lässt andere leiden. Oder senkt der den Kopf, um bei Twitter zu zwitschern? Das Wort „zwitschern“ passt nicht, „wildern“ ist passender aber auch nicht richtig.

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Nach meinem kleinen Unfall habe ich es ja noch langsam zum Verbal-Yoga mit Sabrina geschafft. Als ich gegen Ende unserer Morgenzeit meine Ungeschicklichkeit erwähnte, da hat sie gefragt, ob ich „auch auf das Gesicht“ gefallen bin.

Genau, das hatte ich vergessen und bin kurz ins Bad gegangen. Im Spiegel sah ich aber eigentlich genauso aus wie immer.

Und jetzt frage ich mich, ob ich jeden Tag aussehe als sei ich gerade auf das Gesicht gefallen. Das kann ich sie erst am Montag fragen.

Ich werde mich ausnahmsweise auch am Montag rasieren. Und gerade sitzen, wenn ich frage. Sabrina hat nämlich auch eine sehr „gute Haltung“.

Bestimmt auch vom Ballett.