
*„And The Rain Sounds Like A Round Of Applause“*
Zeilen aus Liedern, die den Regen als Bild verwenden, die liebe ich. Regen haben wir hier recht viel und vielleicht liebe ich den realen Regen deshalb nicht so sehr. Würde es nur selten regnen, so könnte das auch ganz anders sein, selbst wenn der Regen derselbe wäre.
„And I’m back in the rain“ oder „The tears that we share with the rain“, das ist wundervoll.
Regen in Liedern ist besser als von oben.
Regen, das ist manchmal nur ein Zuviel an Tropfen. Einzeln ist der Regentropfen ein kleines Wunder, aber in der Masse geht das verloren. Ein paar Tränen vor Rührung sind schön, ein verheulter Abend ist es selten. Jedes Zuviel hat seine eigenen Nachteile.
Und damit sind wir wieder beim „Sammeln“ gelandet.
Frauen sind groß im „kleinen Sammeln“, bei Igeln für die Fensterbank oder bei Glöckchen, die sie an einer Lampe im Wohnzimmer aufhängen. Männer sammeln, so glaube ich, nicht „klein“. Die ganz großen Sammler, die richtig Verrückten, ob bei Kunst oder anderem, die sind meistens männlich.
Männer müssen ja im Fall des Falles alles bis an die Grenze treiben, sie neigen beim Dinglichen vielleicht eher zur Übertreibung als Frauen. Dafür sind sie bei den Worten über Gefühle manchmal etwas sparsamer. 🙂
Ein richtiger Sammler, der katalogisiert, der ordnet, der verwaltet seine Sammlung regelrecht. Die Nachwelt kann damit in seltenen Fällen etwas anfangen. Ich bin auch gar kein Sammler in diesem Sinne, ich höre und lese gern, aber ich ‚horte‘ zu einem gewissen Grade Musik, Bücher und Plattenspieler. Warum man so etwas tut, weiß ich nicht.
Vermutlich weil man „muss“.
Christiane hingegen versucht „ihren Look zu optimieren“. Sie hat einen sehr persönlichen, eigenen Stil, den man bei anderen nicht sieht. Und sie kauft viele Jeans und immer wieder Stiefel. Sie hat neulich im Keller dreißig Paar Stiefel gezählt.
„Du, und die sehen alle fast genauso aus!“, hat sie, fast über sich selbst erstaunt, bei einer Weinschorle am Abend gerufen. Sie hat es gar nicht nötig, ihr Äußeres zu „optimieren“, weil sie selbst in Badelatschen, einer Jogginghose und einem T-Shirt für 4€ schon nah am Optimum ist. Das weiß sie aber nicht. Trotzdem wird sie vermutlich, wenn sie 20 Paar Stiefel beim Flohmarkt verkauft hat, in kurzer Zeit zwei neue, umwerfende Paare finden, die alle anderen ‚gefühlt‘ in den Schatten stellen. Sie hat das weibliche Sammlergen mit einem Ziel, kann sich aber ohne Tränen auch wieder vom Gesammelten trennen. Beneidenswert.
Das könnte ich nur mit großen Schwierigkeiten und irgendwann käme der Tag, an dem ich das bedauern würde.
Zum Beispiel finde ich es blöd, dass ich mal meine Sammlung von internationalen Streichholzschachteln und -briefchen vor 30 Jahren entsorgt habe. Gerade heute hätte ich mir die so gern mal angesehen und überlegt, woher die einzelnen waren. Die einzelnen waren super.
Einzelne Tropfen können ein kleines Glück sein, die Masse ist oft nur nerviger …. Regen. So ist Kaufen und Sammeln am Ende. Und mit meinen gesammelten Erzählungen ist das auch so.
Aber man muss ja. 🙂
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Das Foto ist vom Meister des Bildes, vom Ron.