Vom Gefallen zum Ansinnen

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*Vom Gefallen zum Ansinnen*

Giselle wurde von einem Freund gefragt, ob sie ihn morgens um 4:00 zum 70km entfernten Flughafen bringen könnte. Eigentlich hätte er sich auch ein Taxi leisten können, er hat nämlich ziemlich viel Geld.

Ich hatte etwas ähnliches auch einmal, aber damals vor vielen Jahren, da sollte ich den Gefallen nicht nur tun, nein, ich sollte ihn zusätzlich noch „gern“ tun. Damals habe ich gesagt, dass ich es tue, aber so richtig „gern“ wäre vielleicht ein wenig übertrieben. Dann sollte ich schließlich doch nicht Kutsche spielen.

„Wenn Du es nicht richtig ‚gern‘ tust, dann lieber gar nicht!“

Zuletzt fragte mich eine eher flüchtige Bekannte des Öfteren, ob ich ihr helfen könne, sei es, eine alte Küche auszubauen oder einen Schrank vom Möbelhaus abzuholen. In der Vergangenheit hatte ich zweimal so etwas für sie getan und das sogar „gern“, weil ich sie mag. Aber in den letzten Fällen gab es immer eine zeitliche, schriftliche Vorgabe, die mir etwas zu ‚eng‘ erschien.

„Kannst Du morgen um 11:00 mit mir ….“ oder so.

Oder auch:

„Gut wäre Samstag gegen 10:00 oder am Sonntag um 14:00, Sonntag wäre noch besser“.

Dann mache ich das nur noch halb so ‚gern‘ und stelle meinen Tagesplan nicht mehr extra um. So wird für mich ein Gefallen nämlich leicht zum Ansinnen. Oder ist das von mir nicht entgegenkommend genug?

„Komm‘, das würde ich für Dich doch auch tun!“

Mit diesem ‚vermaledeiten‘ Satz hat sich Giselle zur nebligen Fahrt am Morgen zum Flugzeug breitschlagen lassen und hat doch „ja“ gesagt. Und sie hat sich über ihr „Ja“ mehr geärgert als über das Ansinnen des Freundes mit seinem unpassenden und bedrängenden Text. Sie ist um 3:00 morgens aufgestanden und war um 5:30 zurück, um danach ihren üblichen 10-Stunden-Tag abzuarbeiten.

„Mental“ hat sie dafür mehr bezahlt als den finanziell üppig ausgestatteten Freund das Taxi gekostet hätte. Da hilft auch die Ankündigung einer Einladung zum Essen nicht viel. Oft bleibt es ja bei der Ankündigung einer Einladung. Und diese einzufordern, das wäre dann vielleicht ‚unhöflich‘?

Manchmal ist ein „Nein“ gar nicht so einfach und bei Freunden soll ja ein „Nein“ möglichst noch klingen wie ein „Ja“.

Wann also wird aus einem „Gefallen“ ein „Ansinnen“?

 

Hartes Urteil:
Manchem geht es hauptsächlich um sich selbst. Sozusagen wie bei Christian Lindner. Der ist gestern auch nur bei ’sich‘ geblieben, fast wie auf den Plakaten vor der Wahl.

Wie bei einem „Ansinnen“.

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Das Foto ist vom Ron!

 

 

 

 

 

 

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