Die Erotik des Gebrauchten I

Die Erotik des Gebrauchten I

Natürlich kann man Neues kaufen.

Leider ist das kostenintensiv und man muss sich anderweitig beschränken.

Zum Beispiel kaufst Du Dir ein schönes, neues Sofa für Dein Wohnzimmer, es sollte 3199€ kosten und weil Du es gern haben möchtest, handelst Du es gnadenlos auf 2999€ herunter.

Dann liefern die das und bauen es für Dich auf.

So schön!

Du hast jetzt noch gar nicht darauf gesessen, keine einzige Sekunde. Aber trotzdem hast Du jetzt ein gebrauchtes, schönes Wohnzimmersofa.

Was ist es jetzt wert?

Wieviel würdest Du bekommen, wenn Du es verkaufen willst?

1500€?

Ich bitte Dich!

Das wird wirklich schwierig:
Wer 1500€ für ein Sofa bezahlen will, der geht zu IKEA und kauft dort.

Also 999€?

Könnte mit Glück klappen. Viel Glück.

Du hast also in einer Sekunde 2000€ verloren, wenn man es gefühllos und realistisch betrachtet.

„Ich denke an Konfuzius, der gesagt hat: Fasse die Sorgen des Tages zusammen auf eine halbe Stunde, und in dieser Zeit mache ein Schläfchen“, sagte sie, die Lichtgestalt einst.

Natürlich ist das Sofa trotzdem sehr, sehr schön. Man kann ja täglich 30min darauf schlafen und die Kosten ausblenden.

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In meinem Fall ziehe ich beispielsweise 30 Jahre alte, britische Verstärker-Elektronik der in China hergestellten Neuware vor. Die kostet circa ein Zehntel und ist -ehem- qualitativ keineswegs schlechter.

Die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, würde jetzt aus dem Hintergrund rufen:

„Er gibt aber dieses Zehntel zehnmal aus, er spart überhaupt nichts!“

Das ist wahr, aber ich habe dafür nahezu keine Wertverluste zu beklagen. Also, wenn ich die zehn Zehntel abgeben würde. Das tue ich natürlich nicht.

Selbstverständlich habe ich keine zehn Verstärker.

Eine Falschinformation.

Niemals würde ich gebrauchte Schuhe kaufen. Die sind einfach nicht in neuwertigem Zustand zu finden, also so wie meine nach mehreren Jahren!

Ich trage die Neuen nämlich erst, wenn die zwei Paar, die ich gerade trage, nicht mehr reparabel sind.

Der Rest: Neu.

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Beim Erwerb von Gebrauchtem ist nicht unbedingt das Produkt lange zu testen, nein, oft kann man schlicht ’nach dem Verkäufer‘ gehen.

Der sagt oft mehr aus als der Gegenstand selbst.

Natürlich kaufe ich nur das Makelfreie. Das wird man auch wieder los, jedenfalls empfehle ich, so zu planen.

Wenn auf einem Foto schon Staub sichtbar ist: Finger weg.

Zwei Beispiele?

Tja, ihr könnt Euch nicht wehren, das kann ein Problem sein, wenn ihr nicht resilient genug seid.

Über dieses Modewort „Resilienz“ muss ich eigentlich dringend schreiben, es geht mir wöchentlich auf den -sorry- Sack. Offenbar habe ich nicht genug davon, um derartige Wiederholungen wegzustecken.

Ach so. Beispiele. Na gut.

Kürzlich habe ich ein Fahrrad gekauft, ein sehr gutes Fortbewegungsmittel in hervorragendem Zustand und angenehmer Farbgebung in Grau.

Ohne Automatik und ohne Motor für die ältere Generation. Ich bin ja „am Ball“ noch recht gut, das Treten übernehme ich. Noch.

Der Vorbesitzer hat damit mehr als 60000 Kilometer zurückgelegt und er hat es regelmäßig warten lassen.

Es hat mich weniger gekostet als zwei neue Reifen. Die waren aber noch nahezu neuwertig, sie hatten noch diese feinen Härchen vom Herstellungsprozess.

Und als ich es mir ansah und kurz gefahren war, sagte er:

„Sie müssen mir aber versprechen, dass Sie das Getriebeöl wechseln lassen, das ist bald fällig!“

Das steht sogar im Kaufvertrag.

„Der Käufer nimmt in Kürze einen Wechsel des Getriebeöls vor.“

Zwei Wochen später war ich wieder bei ihm und konnte von frischem Öl berichten.

Der liebte sein 10 Jahre altes Fahrrad nämlich sogar noch als es ihm gar nicht mehr gehörte.

So einen Verkäufer müsst Ihr finden.

Einen, der sich mit dem Wesen der Liebe auskennt.

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Und dann noch das Ding mit den vier Rädern.

Das mache ich dann als Teil II.

Sonst steht Ihr das nicht „durch“.

Was das mit „Erotik“ zu tun hat?

Na, „Liebe“ und so?

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„peace, tranquility and good will“

Was die Welt nicht braucht

Was die Welt nicht braucht

Heute sagen manche Leute, dass man nicht mehr alles sagen darf, was man denkt. Und dass man auch vieles nicht mehr tun darf, was man früher gedankenlos und selbstverständlich tat.

Zum Beispiel -ich gebe es zu- sage ich konsequent „Schokoküsse“, denke aber leider zuerst das falsche Wort, das mir auf keinen Fall entschlüpfen darf, denn dann folgt unweigerlich die Korrektur, auch völlig zu Recht.

Das ist zum Beispiel ein Sprechverbot, das Denken bleibt ja frei, weil es da weder Kontrollen noch Korrekturen gibt.

Das finde ich sehr angenehm, also für meine Gedanken.

Das mit dem „Tun“ ist manchmal anders.

Früher hätte ich Frauen in einer Schlange vor einer Damentoilette nämlich nicht in die leere bei den Herren gewiesen.

Und gestern beim Bäcker, da war bei den Herren besetzt und es war so still am Stillen Örtchen, dass ich dachte „Da sitzt wieder einer und tippt 10 Minuten auf seinem Handy“.

Man ging früher nicht mit „Winnetou I“ auf eine öffentliche Toilette. Heute hat ja jeder ein Buch mit unendlich vielen Seiten in der Hose.

-Ihr habt das doch verstanden-

Dann gehe ich eben in die Damentoilette, ohne jede Hemmung, ich gebe das zu.

Die stehen da nicht am Pissoir, die Damen.

Und das Händewaschen, das geht auch mit verschiedenen Ausprägungen nebeneinander. Oder hintereinander.

Früher hätte ich das nicht gewagt.

Heute, da könnte es ja sein, dass ich mich gerade weiblich fühle. Oder ich lüge so halb und sage, dass nebenan etwas überläuft. Das ist ja nicht gelogen, es kann ja auch ein Handybildschirm überlaufen.

Also, das mit dem verbotenen Tun ist nicht immer richtig, es gibt auch neue Freiheiten!

Die benennt aber selten jemand.

Als Mann musste man früher vor der Tür warten und an frische Leber bei REWE denken.

Da vergeht mir nämlich wirklich alles.

So ist Psychologie.

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Mehr stören mich neue unterschwellige Regeln und Vorschriften, deren Sinn ich nicht verstehe:

Heute am Morgen habe ich diese winzigen Söckchen angezogen. Die heißen „Crivit“. Beide. Steht am Bund. Blödsinn.

An sich nervt mich das mit den Namen schon bei Brötchen.

„Diedabitte“ heißen die bei mir nur.

Jedenfalls haben die Lidl-Socken jetzt auch noch ein gesticktes R und ein L.

Das steht für „Rechts“ und „Links“.

Wozu?

Ich hatte nämlich die rechte Socke links angezogen und die andere rechts. Dann musste ich die wieder ausziehen und alles korrekt machen.

Wieder eine Regel! Nervig.

Und wenn ich die drei Paar nach dem Waschen sortieren muss! Nervig, wenn man dann beim Anziehen zwei mit einem R hat. Wenn die wenigstens sprechen könnten!

„Hier ist nicht mein Fuß“ oder so.

Das kommt auch noch.

Socken mit Namen und Richtungsangaben sind überflüssig. Schließlich macht man das bei Schuhen auch nicht.

Auch nicht bei Gummihandschuhen!

Die dreht man einfach um.

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Bei Aldi haben die jetzt einen kleinen Bagger für die großen Jungs im Angebot, für 4699€.

Ich finde ein breites Angebot durchaus sinnvoll. Aber wer kauft sich einen Bagger für den eigenen Garten? Jemand, der männlich ist und gern spielt wie früher mit Lego-Technik und jetzt genug Kleingeld hat?

Das wieder so ein „Erweitern Sie Ihr Ego, wenn das Patriachat bröckelt“-Angebot.

Das braucht auch die Männer-Welt nicht.

Ich wette, dass eine Frau den Bagger nur für einen Mann kauft, der sie nervt und beschäftigt werden soll.

Bei Aldi!

Ich würde eine hochwertige Stereoanlage auch nicht bei Aldi kaufen, wenn ich so viel Geld hätte. Da kaufe ich Seifenblasen und etwas aus dem „Retterkorb“ mit viel Rabatt.

Und dass Einschulungen und das Abitur heute nahezu in Bezos’schen Ausmaßen gefeiert werden, ist auch überflüssig.

Ich habe riesige Abi-Plakate, gedruckt wie Werbung an einem Schulzaun, gesehen: „Kevin, Du schaffst das! Abitur 2025!“

Schlimm. Schließlich können sich viele derartiges nicht leisten und „gut“ für das Kind ist nicht immer das, was Eltern denken …. oder bezahlen.

Und eine Einschulung ist auch keine Hochzeit.

Ja, da geht etwas los, aber es muss nicht jeder Neubeginn überhöht werden.

Klar, der 1. Bundesliga-Spieltag einer Saison, den sollte man feiern, das hat seine Berechtigung.

Für den HSV. Heute. Endlich.

Mein Nachbar hat ein Stück HSV-Rasen. Originoool. Den habe ich gestern gegossen, er war nämlich in Spanien. Mein Nachbar, nicht der Rasen. Der HSV gewinnt heute.

Aber eine Einschulung hat die nicht, diese Feier-Berechtigung von da oben.

Eine Tüte mit Süßkram -heute eher Süßkartoffeln- und ein Spielzeugauto, das hat vor 60 Jahren gereicht.

Ich hatte übrigens einen Krankenwagen von Corgi-Toys bekommen. Ford-Transit, falls Ihr das wissen wollt. Mit Bett!

Und eine Zahnbürste von der Schule und eine orangefarbene Schirmmütze!

Die Mädchen bekamen Kopftücher.

Das geht heute zum Beispiel nicht mehr.

Niemand hat Mütze oder Tuch getragen. Das hatten sich nämlich Erwachsene ausgedacht, um Erstklässler kenntlich zu machen.

Das haben wir sofort gecheckt damals.

Das Letzte?

Hochzeitsplanung für bis zu 20 Millionen Dollar. Auch so ein Quatsch für Reiche.

Mein Motto bleibt:

„Je teurer die Hochzeit umso kürzer die Ehe.“

Die Hochzeitsplanerin beantwortete die Frage nach den Kosten für die Planung ihrer eigenen Hochzeit nach 23 Jahren „Beziehung“ in der ZEIT elegant:

„Ich konnte mir mich nicht leisten. Also habe ich es selbst gemacht.“

Eine kluge Frau.

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„peace, tranquility and good will“

Titanic

Titanic

Ja, ich habe aus dem grünen Bücherschrank einen original verpackten Revell-Bausatz der „Titanic“ mitgenommen. Aus Pappe.

Jetzt überlege ich, in den Schiffbau einzusteigen. Meine ist leicht, richtig leicht. Also vom Gewicht her.

So ein Bausatz, der ist nicht so einfach zusammenzubauen wie Ihr denkt und ich habe es geschafft, ich „gehe jetzt viral“!

Ich habe 73 Minuten gebraucht!

Für alles! Mit Auspacken!

Nun gut, ich habe auch Physik studiert, aber ich war nie Spezialist für den Bau von Kreuzfahrtschiffen.

Ohne Klebstoff, nur mit meinen Fingern, ohne Taschenmesser, alles nur mit meinen alten Griffeln.

Auf der Revell-Packung steht „10+“.

Das bedeutet, dass man im Durchschnitt 10 Stunden für den Zusammenbau benötigt.

Der Normanne hat gesagt: „Nimm Kleber!“

Aber ich habe es ohne geschafft.

Und 73 Minuten sind 12,17% der vorgesehenen Durchschnittszeit.

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„peace, tranquility and good will“

„Tja, da ist wohl auch viel männliches Ego im Spiel“

„Tja, da ist wohl auch viel männliches Ego im Spiel“

Das war der Satz des Tages am gestrigen Sonntag.

Nach dem Brötchenkauf bei „Junge“ hatte ich noch das alte Kraftfahrzeug mit Hilfe einer preiswerten Sprühflasche mit Glasreiniger vom Blütenstaub befreit.

Auch das Dach. Ohne meine Frau, klar.

LM-Felgen ‚mache‘ ich vor der Bäckerei nur im Notfall.

Das ist alles nicht so wichtig, es beschreibt nur das Setting des Wischenden und der Passanten.

Wenn die eine neue Filiale eröffnen, dann hängt am Zaun über mehrere Wochen ein Plakat:

„Es wird ein Junge!“

Es gibt keinen Bäcker, der „Mädchen“ heißt.

Da sollte man auch mal demonstrieren, damit da Parität hergestellt wird. Ich würde gern bei „Mädchen“ meine ‚Dinkel Plus‘ kaufen.

Die kosten 95 Cent.

Ja, es ist ein kleines Brötchen.

Das sind 1,90 DM, aber gut, das ist ja lange her. Bei der 5er Tüte spart man übrigend 25 Cent, also 0,50DM.

Das gab es früher nicht.

Ja, und dann kam ein junges Paar, also auch ein Junge, ein richtiger, aber begleitet von einer jungen Frau an meinem fast reinen VW vorbei.

Die war genauso alt wie das Auto und beide sahen gut aus.

18, also hat die auch schon viel erlebt. Er hat ja 250.000 auf seiner Uhr. Sie hatte vermutlich drei in derselben Zeit, rein statistisch betrachtet.

Und sie sagte in Höhe meiner Beifahrertür:

„Tja, da ist wohl auch viel männliches Ego im Spiel!“

Ich habe nicht gehört, ob er darauf antwortete, ich aber sagte wischend:

„Ist das denn nicht immer so?“

Sie lachte.

Also „Butter bei die Fische“:

‚Männliches Ego‘ spielt das nicht eher „auswärts“ eine Rolle?

Zuhause sind wir Männer doch oft die ‚Verlierer‘, trotz des Patriachats:

„Nein, zieh‘ die schwarzen Schuhe an, Du kannst nicht in Hellbraun auf einer Beerdigung aus der Reihe tanzen! Nein, die weißen Sneaker auch nicht. Stell‘ sie bitte zurück!“

„Du, bitte nicht die beigefarbenen Handtücher mit den dunklen Sachen waschen, die leiden und bekommen einen Grauschleier! „

„Du hast da was im Mundwinkel. Mach‘ das weg.“

„Ein Auto ist ein Gebrauchsgegenstand, ein paar Kratzerchen, da musst Du mich nicht extra drauf ansprechen.“

„Du musst hier unterschreiben, es ist alles korrekt. Unterschreiben, nicht lesen! Ich muss lohooos!“

„Bitte, die Mikrowelle steht seit 20 Jahren so, es gibt keinen Grund, das zu ändern. Keine Diskussion jetzt.“

„Du bist im übernächsten Jahr im 68sten. Warum kannst Du Deine Krawatte immer noch nicht allein binden?“

Wir lieben eben die Frauen.

Unsere und auch alle anderen.

Wir zeigen es auch dadurch, dass wir tun, was sie sagen. Wir können uns unterordnen.

Zu Hause.

Ich mache das bei der besten Ehefrau von allen, die ich je hatte, auch. Das Leben wird einfacher. Also manchmal.

Natürlich erfordert das männliche Kompensation, zum Beispiel bei Leitungsfunktionen in der Wirtschaft oder bei der Besetzung der Regierungsbank.

Letztlich spielen hier doch alle ihre Rolle, oder?

Das männliche Ego spielt nämlich nur auswärts.

Zuhause spielt es -oft- in Unterzahl.

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Hier noch ein Beispiel aus der Realität.

Sevcan, man spricht es „Sevschann“, nicht wie „Chan“, hat früher im Angriff Fußball gespielt. Schnell war sie und gut am Ball.

Und ich schickte ihr den Text als Entwurf.

Das schrieb sie, Sevcan, dazu:

„Als ich noch Fußball gespielt hab‘, standen wir Spielerinnen samt einiger Spielerinnenmänner nach einem Spiel noch am Platz und Kati sagte zu ihrem Mann

‚Michi, bring‘ schon mal meine Tasche zum Auto!‘

Oder sowas ähnliches.

Darauf er sehr selbstironisch:

‚Kati! Wir hatten abgemacht, dass ich in der Öffentlichkeit das Sagen habe!'“

„Spielerinnenmänner“ ist auch toll. 🙂

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„peace, tranquility and good will“