Bücher und Filme und Konzerte

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*Bücher und Filme und Konzerte*

Tatsächlich, es sind schon mehr als 250 „Erzählungen“ geworden. Irgendetwas muss man der Nachwelt ja hinterlassen, wenn man schon wenige Bilder hat und ein Messingschild auf einer Parkbank gar zu offensichtlich ist.

Nie habe ich von „Herr der Ringe“ mehr als 50 Seiten geschafft, ich gebe es zu. Bei Filmen bin ich im Bereich „Science Fiction“ gänzlich ungebildet, das gilt auch für die meisten Bücher dieses Genres. „Raumschiff Enterprise“ sah ich als Kind öfter, aber an sich nur wegen „Mister Spock“ und der allzu offensichtlichen Studioaufnahmen mit Pappkulissen.

 

Meine am häufigsten gelesenen Bücher stellen beide ‚verdichtete Geschichte‘ dar, das ist mir eben erstmals aufgefallen. Jedes habe ich mit Sicherheit öfter als zehnmal gelesen. Here we go:

„Joseph Fouchè“ von Stefan Zweig
„Der Heilige“ von C.F. Meyer

Ob „Kalle Blomquist“ es noch auf einen der ersten 10 Plätze der ‚Hitparade‘ schaffen würde, weiß ich nicht, Karl May wäre aber bestimmt vertreten.

Bei den Filmen liegen wieder zwei weit vor allen anderen:

„Paris, Texas“ von Wim Wenders
„Über den Dächern von Nizza“ von Hitchcock

Den zweiten leider nie auf großer Leinwand gesehen, die ersten Male auch lediglich in Schwarz-Weiß. Farbe hatten wir erst zur Fußballweltmeisterschaft 1974. Oder war das die Olympiade 1972? Sicher bin ich nicht.

Teilweise haben wir später Filme absichtlich ohne Farbe auf dem Farbfernseher gesehen, es gibt durchaus welche, die dadurch besser werden, weil es ihnen einen paar Prozente Alter mehr verpasst. Das geht bei Menschen nicht, aber viele Selfies fände ich in Schwarz-Weiß auch heute noch besser.

Und kürzlich fiel mir auf, dass Lucinda Williams die Künstlerin ist, die ich am öftesten live auf Bühnen sah, dass Dylan dabei unter den Männern vorn liegt, bedarf hoffentlich keiner Erwähnung mehr.

Und bei Euch?
Bücher, Filme, Artisten, Farbe?

 

 

 

 

 

Those Three Days

*Those Three Days*

Es gibt viele Momente im Leben, an die sich fast alle im entsprechenden Alter erinnern. Ich glaube, dass sich bestimmte traurige Vorfälle dabei etwas stärker ins Hirn brennen.

Zum Beispiel als Elvis starb, als John Lennon ermordet wurde, auch Diana gehört dazu. Viele erinnern sich an das exakte Datum und wo sie waren als sie es erfuhren. Dass ich einen Pferdeanhänger manövrierte als Helmut Kohl Kanzler wurde, weiß ich auch noch, aber das ist im Nachhinein nicht unter ‚traurig‘ abzuheften.

Mit privaten Erlebnissen gleich welcher Art verbinde ich oft Filme und Musik, daher kann ich mich an manche Jahre und bestimmte Ereignisse besser erinnern.

Und mit „Those Three Days“ von Lucinda Williams verbinde ich ebenso viel Negatives wie Positives aus dem Jahr 2003. Und sie hat es 2017 am gleichen Ort wieder live gespielt und meine Erinnerungen sind keinen Tag gealtert.

„Ein Gerücht ist eine unverbürgte Nachricht, die stets von allgemeinem bzw. öffentlichem Interesse ist, sich diffus verbreitet und deren Inhalt mehr oder weniger starken Veränderungen unterliegt.“

Politisch wird daraus ‚Propaganda‘, geht es um einzelne Menschen, dann wird das Gerücht, verharmlosend, wie ich meine, zum „Klatsch“.

Und 2003 sprach mich in der großen Pause der beleibte, stets grinsende Kollege an. Der „Vereinstyp“, der „Kegelbruder“, wenn ich ein Bild malen müsste. Der wohnte, frisch geschieden, am Ende meiner Straße und hielt mich plötzlich am Arm und sprach mich, der mit Formeln aus der Kernphysik voll war, an.

„Sag‘ mal, …. *trennt* Ihr Euch?“

„Nein, … ich muss noch kopieren.“

Einige Wochen später im Lehrerzimmer, bevölkert von 20 Kollegen, ruft ein Kollege vom Tisch des „Vereinsmeiers“ mir zu:

„Na, *das* Tattoo kannten *wir* ja noch nicht.“

Ich war irritiert, verstand jedoch ….. gar nichts.

Damit spielte er offenbar auf eine Schulveranstaltung an, bei der meine begabte Tutandin ein am Rücken tief ausgeschnittenes Kleid trug, so blöd war ich nun auch wieder nicht. Mir war das Tattoo am Abend davor auch nicht entgangen, klar, aber mir fällt auch auf, wenn der Religionslehrer zu kurze Hosen trägt, dies jedoch weniger gern.

Einige Wochen gingen ins Land bis mich besagte Schülerin auf einem Flur zur Seite bat und sprach:

„Herr Bruno, …. wussten Sie eigentlich, dass wir ein Verhältnis haben?“

„Nein“, sagte ich, „das hätte ich ja gemerkt.“

„Genau, ich auch. Aber alle *denken*, wir hätten eines.“

Ob das jetzt Klatsch war oder ein Gerücht, das weiß ich nicht. Die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, hat nur laut gelacht. Fand ich nun auch nicht so toll.

Daran muss ich immer denken, wenn Lucinda Williams „Those Three Days“ spielt. Genau wie im Frühling 2003.

„Bitter Memory“ und „Foolishness“ hat sie Freitag auch gespielt. Geniales Konzert.

Zeit? Zeit!

*Zeit? Zeit!

Im Kreisverkehr hat mich eine kupferfarbene, neuwertige Mercedes-Limousine überholt. Sie trug bereits ein H-Kennzeichen, also musste sie schon über 30 Jahre alt sein. Ich weiß noch genau, dass man damals sagte, sein chromverzierter Vorgänger sei der letzte ‚echte Benz‘ gewesen. Bis auf den Grill verzichtete der Neue auf allen glänzenden Zierrat. Und leider ist der für mich nicht ‚alt‘ sondern immer noch der „Neue“. Dass Zeit eine Abfolge von Ereignissen darstellt, das weiß der gar nicht. Wie viele Ärsche mag er gesehen haben?

Und gestern, es muss fast gestern gewesen sein, hat mir eine ehemalige Schülerin einen offenbar heimlich geschossenen Schnappschuss von mir geschickt, der fast ebenso alt war. Ich habe mich kaum erkannt, sitzend im Zug nach Nizza, sonnenbebrillt, die Stiefel auf dem Sitz gegenüber, allerdings auf einer aktuellen Tageszeitung. Leider sehe ich heute nicht mehr so aus wie der W124 mit dem H-Kennzeichen. Die Brille hat das Bild überdauert, das DB-Polster in den Farben von Miami Vice zum Glück nicht.

Über die ‚Zeit‘ gibt es vermutlich mehr Aphorismen und Zitate aus der Literatur als über die Liebe und den Tod. So versucht der Mensch festzuhalten, was fließt.

„Sie sagt aus, dass sowohl alle möglichen Vergangenheiten wie Zukünfte real sind und jede eine tatsächliche Welt oder ein Universum repräsentiert. Die Hypothese beinhaltet eine riesige oder unendliche Anzahl an Universen, und alles, was in unserer Vergangenheit geschehen hätte können, geschah in der Vergangenheit einiger anderer Universen.“

Soweit die wesentliche Aussage der Viele-Welten-Theorie. Die Gegenwart kommt da gar nicht vor und das könnte stimmen, eine Gegenwart gibt es nicht oder nur in einem Punkt ohne Ausdehnung, denn Zeit lässt sich nicht festhalten und jeder Moment, den man versucht zu greifen, verschwindet im Dunkel der Vergangenheit. Natürlich bis auf eine Mercedes E-Klasse aus den 80er Jahren. Und die kleinen Momente im Leben, in denen die Zeit gar nicht existiert.

Der schönste Teil ist doch „alles, was in unserer Vergangenheit geschehen hätte können, geschah in der Vergangenheit einiger anderer Universen“.

Heißt das jetzt eigentlich, dass Polygamie in der Viele-Welten-Theorie praktisch möglich ist? Schröder schafft das ja fast in einem einzigen Universum, Polykohle aber sicher. Oder dass ich meinen Thorens TD166 mit der Vakuumpumpe in einer Parallelwelt nicht verkauft habe? Dass es irgendwo keine Staus gibt und keinen Heuschnupfen? Dass in anderen Welten ein anderer Präsident wurde?

Ja, was noch?

Egal, in allen Universen steht die Zeit nicht still. Das ist ja auch ein Trost, wenn man schon nicht umsteigen kann.

Ich wollte irgendetwas schreiben, was in dieser Welt Bestand hat, ein einziges Mal! Aber das war auch wieder nix. Vielleicht anderswo, wo die Zeit etwas zähflüssiger ist.

 

Wahlkampf

*Wahlkampf*

 

Ich verstehe nicht, weshalb man noch von einem „Kampf“ spricht. Es geht ja erst los, aber auf mich wirkt das bisher wie eine Werbepause bei „Des Königs Admiral“ auf Tele5.

Ich liebe Gregory Peck, er sah nie besser aus als in der Rolle des ‚Horatio Hornblower‘. Kürzlich musste ich gar einige Tränen verdrücken als die Wiederholung lief. In meiner Erinnerung ist der Film immer noch in Schwarz-Weiß. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, Gregory Peck in einer Uniform gesehen zu haben, die kein so strahlendes Blau hatte wie das seiner Offiziere. Welch‘ ein edler Präsident!

Es ist ein Wahlkampf wie unter Drogen. Ein Wahlkampf unter Kiffern und Alkoholikern. Kiffen, das macht zufrieden und ideenlos und leider wirkt die ganze CDU auf mich ein wenig bekifft. Lindner wirkt mit seinen Blick ein wenig angekokst. Koks, das ist Selbstüberschätzung und Größenwahn. Andererseits muss der das ja ganz allein wuppen, da braucht man schon etwas. Der SPD-Wahlkampf wirkt dagegen alkoholisch. Verzweiflung spüre ich da, sonst nichts. Die auf Rechtsaußen, die sind übelst gedopt, die halten sich nicht an Regeln und hoffentlich bekommen die eine lebenslange Sperre bei der Abstimmung.

Und links?
Von Fußballern sagt man ja, der Linksaußen habe oft einen „Hau“, da braucht es gar keine Mittel. Wenn Du zuviel „Linksaußen“ im Team hast, dann gibt es nichts als Ärger und Unzufriedenheit. Und wenn Du in der Halbzeitpause mit 2:0 führst und der Linksaußen glaubt weiter an eine Niederlage, dann weißt Du, dass Du wie nach einem Platzverweis weiterspielen musst. Und so ist das mit den Linken auch.

Hach, die Grünen, vergessen, sorry, könnte daran liegen, dass sie im Gesamtkuchen aufgegangen sind wie Backpulver im Rührteig.

… „this shit hits“, …. drei Worte und immer noch mein Lieblingsanagramm mit wenigen Buchstaben.

 

 

…. die Tänzerin im Sturm

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*…. die Tänzerin im Sturm*

„Honey, I forgot to duck“, antwortete Schwergewichtler Jack Dempsey auf die Frage seiner Frau, warum er gegen Gene Tunney 1927 verloren habe.

Sich im normalen Leben ‚ducken‘ zu können, um einem Schlag auszuweichen, das ist eine wichtige Eigenschaft.

Sie, die Erste, hat in einer der größten Städte dieses Landes viel über Medienarbeit gelernt, aber ein Mann hat sie weit weg nach Süden ‚entführt‘. Dort bekam sie ein Job-Angebot eines deutschen Auto-Premium-Herstellers. Aufgabe wäre die ‚Betreuung‘ von Kunden aus dem besonders hochpreisigen Segment für ein Entgelt gewesen, das Ihren Fähigkeiten nicht entspricht. Der Personalchef kam auch immer wieder lediglich auf ihre optischen Qualifikationen zurück. Da hat sie sich sozusagen respektabel mit einem „Nein, danke“ weggeduckt.

Sie ist aber Fußballspielerin, schnell auf den Beinen und so einer Blutgrätsche auszuweichen, das hat sie vielleicht im Spiel gelernt. Das Wichtigste, was Fußball lehren kann, sind Teamgeist und wie man den Fouls im Leben begegnet.

Sie ist eine Tänzerin im Sturm!

Was ihr nun jedoch mehr als ein Job fehlt, das sind das Meer und der Norden.

„Die Menschen begreifen nicht, was sie hatten, bis es weg ist“, das hat Muhammad Ali einmal gesagt, aber er meinte damit nicht das große Wasser und auch nicht die heftigen Stürme.

–

Sie, die Zweite, ist gewisser Weise auch eine Tochter der Küste, auch sie braucht das nahe Wasser. Sie hat den Mut gehabt, eine Arbeit, die sie in einer Leitungsfunktion gern und sehr gut machte, aufzugeben, um bei einem Autohaus anzuheuern und damit ihre gewohnten Wege zu verlassen.

Und nun ist sie wieder zurück im alten Berufsleben, eine Spur Bittermandel umspielte ihre Mundwinkel als sie das erzählte. Völlig zu Unrecht, diese bittere Mandel, sie hatte sogar den noch größeren Mut zu einem „Comeback“!

Auch sie ist eine Tänzerin im Sturm!

Und falls Ihr denkt, dass hier nur Zitate von Boxern vorkommen, weil man von denen fälschlicherweise „they never come back“ behauptet, dann seid ihr in der falschen Ecke des Ringes.

Sie boxt nämlich selbst!

„Du …. boxt? Das hast Du aber bislang ziemlich gut überstanden!“, ist mir ungeschickt herausgerutscht nachdem ein Teil meiner Fassung heimgekehrt war.

Menschen versetzen mich selten so in Erstaunen wie die Boxerin. Es war fast so als hätte Sahra Wagenknecht im ‚Sommerinterview‘ ihre Fotostrecke im Playboy angekündigt. Nun, „Nähe“ auf den Plakaten hätte damit eine zweite Dimension erhalten. Vielleicht sogar eine dritte.

„Haha, ich habe beim Training lieber mit Männern geboxt. Die boxen eher strategisch. Frauen sind viel fieser, die hauen nämlich einfach voll drauf.“

Das erschütterte mein Frauenbild, darüber denke ich seit gestern nach.

„In Russland gibt es ein Sprichwort: Ein guter Boxer hat so viele Fähigkeiten, die kann er nicht mal versaufen. Und ich saufe noch nicht einmal.“

Das hätte Vitali Klitschko auch über sie sagen können.

 

 

 

 

 

 

Captain Fantastic And The Brown Dirt Cowboy

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*Captain Fantastic And The Brown Dirt Cowboy*

Wenn jemand, egal wer, eine Rede hält und das Halten einer Rede und deren Problematik als Eingangsthema wählt, dann sollte er lieber nur das Glas heben und einen schönen Abend wünschen.

Basta.

Und mit dem Schreiben über das Schreiben ist das genauso, ebenso über das Posten über das Posten bei Facebook. Öde, überflüssig, langweilig. Dass beim Posten Kinder, Katzen und Hunde am besten ankommen, weiß jeder. Das spricht Gefühle so niedlich von der Seite an, dass die Gefühle alle Knöpfe drücken. Essen geht auch, denn Hunger haben wir immer, satt wie wir sind.

Wichtig ist jedoch ebenso der Zeitpunkt eines Postings! Ab Freitag bis zum Abend des Sonntag? Nicht gut! An Wochentagen morgens oder am frühen Nachmittag ist es zum Beispiel empfehlenswert. Entweder der Mensch liest vor Arbeitsbeginn oder dann, wenn er den verbleibenden Rest schon auf den nächsten Tag verschoben hat. Ich würde es jedenfalls so machen.

Kurz:
Während der Arbeitszeiten oder dazwischen werden soziale Medien am häufigsten genutzt, eine der kleinen Fluchten aus dem Hier und Jetzt vielleicht.

Aber darüber schreiben sollte man nicht.

Je kürzer der Mensch postet, umso besser. Nur wenige, unbelastet vom Zuviel von allem, lesen noch Texte, also sollten Bilder und wenige Worte erste Wahl sein. So ähnlich funktionieren ja auch Wahlplakate. „Kinder“, „Frieden“, „Bildung“, „Nähe“ dazu der Name der Partei. Den Rest lese ich auch nicht. Oder einfach stylishe Selfies des jungen, blonden Kapitäns in Schwarz-Weiß, bislang noch ohne Kutter im Bundestag. Beim besten Willen, ich kann mir nicht vorstellen, dass das alles etwas bringt, so blöd sind wir doch nicht.

Ja, früher, da wurde in der Werbung noch versucht zu überzeugen, da gab es richtige Argumente.

„Sie baden gerade ihre Hände darin.“
„In Geschirrspülmittel?“
„Nein, in …. Palmolive!“

Das wäre heute zuviel Text. Also reduzieren beim Reden, beim Schreiben, beim Posten, wenn ihr modern sein wollt!

Heutige Jugendzimmer fallen heute oft mehr durch ihre Leere als durch Unordnung auf! Kaum Bücher, wenige Bilder, ein vereinsamter Laptop und eine Lampe auf dem Schreibtisch. Fast wie in der Wüste. Klarheit und Reduktion auf das Wesentliche, die können das! Schade nur, dass ich mich über Herumliegendes kaum aufregen kann.

Buch gelesen? Landet im Regal bei „Vaddern“. Große Freude über das letzte Album von Kollegah in der DeLuxe-Ausgabe? Kurze Zeit später steht es, überspielt auf den PC, neben den Supremes bei mir.

Das ist nicht „angepasst“, das ist Provokation, das ist Auflehnung!

Und dann beschweren sie sich auch noch, ich solle mal wieder Musik sortieren und Bücher wegwerfen. Früher habe ich gedacht, so etwas könnte später zu meinen Texten gehören.

Kürzlich ist mir ein kleiner Karton mit 80 bis 100 CDs die Treppe heruntergefallen, das resultiert bei mir leider in einem gut hörbaren kleinem Aufschrei. Sekunden später stehen zwei Kinder in verschiedenen Größen an der Treppe.

„Ach, …. Vaddern“, sagte die kopfschüttelnd die Kurze in ‚S‘.

Es waren leider drei Ausgaben von „Captain Fantastic And The Brown Dirt Cowboy“ darunter, daher ein leichtes Erröten bei mir.

„Merkst selbst, ne?“, fragte darauf die männliche ‚XL‘-Ausgabe hinter der Kurzen mit dem „Vaddern“-Text.

 

 

 

 

 

 

 

Menschen von nebenan

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*Menschen von nebenan*

Es ist ein höchst beunruhigender Tag.

Der Ascher im Café steht heute auf der falschen Seite der linken Bank vor der Tür, ich würde mich niemals auf die rechte Bank setzen. Zuerst habe ich den Ascher dort platziert, wo er hingehört und langsam kehrt der Normalzustand zurück.

Der mit den zahlreichen Plastiktüten, der jeden Morgen an der Bushaltestelle gegenüber sitzt und laut vor sich hinspricht, ist zum Glück da. Heute geht es die ganze Zeit um „Dinosaurier“. Es ist das einzige Wort, das ich verstehe. Wenn er nicht spricht, mache ich mir Sorgen.

Die täglichen Nachrichten zu lesen, das ist in letzter Zeit immer mehr wie einen „C-Movie“ zu sehen. Beunruhigend. Voller logischer Brüche, schlecht gefilmt, übelste Darsteller. Aber diesem Nachrichtenfilm entkommt man nicht mehr.

Wie würde man ‚ihn‘, also Donald, eigentlich wahrnehmen, wenn der weder reich noch Präsident wäre, so als Mann im Café, der da regelmäßig sitzt?

Laut würde er sprechen, das ist schon mal sicher. Und weil es dann keine Artikel oder Bilder von ihm in der Presse gäbe, würde er auch nicht lesen. Er würde schauen und trinken. Zwischendurch würde er immer wieder ins Bad gehen und den Sitz seiner Haare optimieren. Er ist nämlich sehr, sehr eitel.

Würde er ein kleines Trinkgeld geben? Sich über Kleinigkeiten beschweren? Wie würde er sich im normalen Leben den weiblichen Bedienungen gegenüber verhalten? Sich mit anderen Gästen kurz unterhalten? Könnte er auch zuhören? Wie lang wäre seine Aufmerksamkeitsspanne? Würde er sich am Waschbecken vordrängeln?

Irgendwann würde seine Tochter einschweben und ihn nach Hause bringen, den einsamen, alten, emotional verarmten, verbitterten Mann. Mit einem Blick zum Tresen würde sie sich entschuldigen, dass er ihr Vater wurde.

Wladimir, der würde im Café still im Eck sitzen, Tee trinken und traurig schauen, vielleicht würde er sich Notizen über alle Gäste machen, aber ohne ein „Amt“ würde man den kaum wiedererkennen. Oder irre ich?

Hier steht von 9:00 morgens bis zum Nachmittag an der belebten Straße neben dem ruhigen Flußarm auch immer eine ältere Frau, die vor sich leise hinspricht und auf einem Berg loser Blätter Autokennzeichen notiert. Sie ‚arbeitet‘ vermutlich, es vergeht kaum ein Tag, an dem ich sie nicht tätig sehe. Eben kam sie am Café vorbei, etwas zu spät. Bis 9:00, da muss sie jetzt zügig zu ihrem Job gehen. Wladimir wäre diese fünf Minuten früher aufgestanden.

Ich glaube, der Donald wäre ganz derselbe wie im TV und es ärgert mich maßlos, dass ich so oft über die psychischen Probleme dieses einen Mannes nachdenke. Ehrlich gesagt denke ich lieber über Frauen nach.

Eben kam Giselle auf einen Kaffee vorbei, sie trug „Hypnotic Poison“, das war neu, aber irgendetwas an Giselle ist bei jedem Morgenkaffee neu.

Hach, „back to business“, wie er sagen würde, der alternde Mann. Laienhaft betrachtet halte ich ihn für schwer krank.

Cholerisch, schnell verärgert, geringe Aufmerksamkeit für andere, misstrauisch, reizbar und die Themen und Ansichten ohne inneren moralischen Kompass wechselnd, stets unreflektiert und spontan. Sätze ohne passendes Ende, kryptische Äußerungen vom mobilen Telefon. Heute so, morgen so.

Die erste Möglichkeit also vielleicht …. beginnende Demenz?

Die andere unter mehreren weiteren ist noch beunruhigender. Ein „schlechter Mensch“, ein Narziss, der sich für nichts, aber auch gar nichts außer für sich selbst interessiert.

Und ich habe nicht geglaubt, dass es möglich ist, dass die Amerikaner so sind wie sie waren. Richtig lehrreich wäre es gewesen, wäre er ein anderer, der Minuten nach der Vereidigung seinen Rücktritt getwittert hätte, weil er nur satirisch zeigen wollte, was mit Lügen und schlechtem Charakter in den USA möglich sei. Die Welt hätte sich lachend und dankbar verneigt. Und er hätte einen verdienten Platz in der Geschichte gehabt, der ihm doch so wichtig scheint.

„Chapeau“ hätte ich aber auch nicht gerufen.

„Der Präsident, der unser Land in 10 Minuten weiter nach vorn brachte als andere in 50 Jahren es vermochten“, das wäre der Nachruf gewesen.

Zu spät, Chancen hat man manchmal nur einmal.

 

 

Ausrutscher

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*Ausrutscher*

Die Welt ist irre geworden, die hat nicht mehr alle Latten am Zaun! Man kommt ja gar nicht mehr ins mentale Gleichgewicht bei diesen nachrichtlichen Erschütterungen.

Heute beim Aufstehen habe ich es regelrecht körperlich gemerkt, bei leichten Störungen des Gleichgewichts. Leider muss der Hund ja raus und ungeduscht sammle ich keine Hinterlassenschaften ein, man hat ja als Mensch für einen Hund eine Vorbildfunktion, die in der Politik teilweise nur noch klein geschrieben wird.

Eine Wanne muss nach dem Duschen abgetrocknet werden, da bleibe ich spießig. Zuerst mit einem Glasabzieher oder wie die Dinger heißen und danach mit einem Mikrofasertuch! Sonst kommt man gegen die Kalkflecken schnell nicht mehr an. Wenn Ihr also mal hier duscht, dann erkläre ich das gern genauer.

Und heute, irgendwann kommt der Tag, da bin ich in der Wanne weggerutscht, es war schon in der Mikrofasertuchphase. Und lokal war das im schrägen Bereich der Wanne, an die man sonst den Rücken lehnt.

Ist ja nichts passiert, aber wenn ich mich an der Glasscheibe unbewusst festgeklammert hätte, dann hätte ich nach dem Anziehen zum Baumarkt fahren können oder die hätten mich aus dem Bad rausgeschleift.

Das Bemerkenswerteste ist aber, wie unheimlich langsam die Zeit beim Fallen und Wegrutschen abläuft. Wenn man *das* konservieren könnte, hätte man vom Leben viermal so viel. Andererseits ist ein Leben im Fallen auch nicht so erstrebenswert, weil das vom Hirn Höchstleistungen verlangen könnte.

Wie funktioniert das bloß, also hirntechnisch?
Gibt es dazu Studien? Zum scheinbar verlangsamten Ablauf der Zeit in Grenzsituationen? Hirnforscherinnen oder Hirnforscher hier am Start?

Meine Vermutung wäre, dass das Gehirn da sozusagen im unbewussten „Superdupermodus“ ist. Im Fallen selbst nimmt man sehr viel wahr, aber erst *danach* kommt mir der Ablauf stark verlangsamt vor. Ob das im Fallen auch schon so ist, das kann ich gar nicht beurteilen. Es scheint aber so zu sein, weil man so viele Bilder im Kopf behalten kann.

Diesen „Superdupermodus“ in der Wahrnehmung wünsche ich mir mal für eine Sekunde für alle auf der Welt. Muss ja nicht beim Fallen in der Dusche sein.

 

 

Über Nachrichten

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*Über Nachrichten*

 

Wenn mir eine Verkäuferin sagt, dass mir ein teurer Pullover besonders gut steht, dann hat das für mich eine ausgesprochen geringe Wertigkeit, kommt natürlich auch etwas auf die Verkäuferin an.

Wenn die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, dasselbe sagen würde, dann würde mich das aber sehr freuen.

Leider trage ich am liebsten uralte, sackige Pullover, die ich schon aus der Tonne retten musste. Also muss ich nach der passenden Verkäuferin suchen.

Neben einer Nachricht an sich ist der Überbringer der Nachricht nicht ganz unwichtig.

Das gilt auch für das Fernsehen.

Meine Frau und ich lieben zum Beispiel „Fuchur“ von „heute“.

Der hat eine besondere Nase und meine Frau ruft zwischendurch immer „Sie hat sich bewegt, sie hat sich bewegt!“. Ich kann dann gar nicht bei den eigentlichen Nachrichten aufpassen und warte auf die „Tagesschau“.

Wenn ich dann aber Pech habe, dann zieht gerade Susanne wieder ihre Brauen hoch, links ganz besonders. Ich glaube, dass sie vor der Sendung noch eine mit Filter raucht, ich meine das an ihrer Stimme zu hören. Aber das Spiel, das sie mit ihren dunklen Augenbrauen treibt, das macht mich seit Jahren wahnsinnig. Wenn ich denke, „so, höher kann sie nicht“, dann zieht sie am Ende eines Satzes noch einen Tick höher! Irgendwann kommt sie bis zum eigenen Nacken. Wie ich sie nenne, das darf ich nicht schreiben, das ist etwas Internes. Ich schalte ab und warte auf das „heute-journal“.

Klaus Kleber und Gundula Gause, die liebe ich beide, nicht nur wegen dieser Traumkombination der Namen! Klaus hat ein total interessantes Gesicht, das nicht ‚ebenmäßig‘ ist, aber man kann ihm immer konzentriert zusehen und -hören.

Im Ersten gibt es eine, die ist blond und macht das Wetter vor der „Tagesschau“. Die soll bei Männern beliebt sein, das habe ich mal gelesen. Mir ist jeder Regentag mit 50 Litern pro Quadratmeter aber lieber als ein Sonnentag, den die angerührt hat.

Jens, wenn der kommt, dann muss ich immer an das denken, was Dieter B. mir auf der Autobahn vorgelesen hat, köstlich war das, aber eben auch unvergesslich. Kurz, Jens kann ich auch nicht lange zuhören ohne an Dieter Bohlen zu denken und dass der Jens gern ins Schlagergeschäft eingestiegen wäre. Er könnte ja auch bei DSDS anfangen aber mit den Initialen „JR“ versucht man das vielleicht anders.

Und Judith, auch ein „JR“, die macht am Satzende ganz, ganz oft nochmal ihre Lippen auf, also nicht so wie ein Model beim Shooting, aber so ein Achtel bis Viertel davon. Darauf passe ich immer auf, schwierig dann mit der Konzentration auf den Inhalt. Ich denke auch immer darüber nach, ob meine Haare mit ihrem Shampoo auch so glänzen könnten.

Linda, die „ist“ die Nachricht ohne dass mich da etwas ablenkt, dabei ist sie ohne Nachrichten im Interview höchst amüsant und nimmt sich nicht besonders ernst. Bei mir heißt sie „Linda Zeppelin“, weil ich mit dem Nachnamen manchmal Probleme habe und weil ich glaube, dass ihre Schwester die weibliche Stimme von „Sea & Air“ ist.

Und Linda selbst hat sich im Interview mal als die „Schwester von Bert“ bezeichnet, weil sie früher zusammengewachsene Augenbrauen hatte. So viel Humor vergesse ich seltener als Nachnamen.

Und die Fragetechnik von der Slomka, die ist wunderbar. Manchmal hört man ihrem Ton an, dass sie jetzt Glatteis ausrollt.

Sie hat nämlich eine Rolleisfabrik!

Die dürfte mich alles fragen. Alles! Aber ohne diesen Unterton, bitte, und bei einer Zigarette. Ich wette nämlich, dass die auch raucht.
Ihre Augen haben denselben Abstand wie die Tore in der Allianz-Arena, das ist toll.

In Bayern würde sie sich trotzdem nicht wohlfühlen.

Den Schluss habe ich versemmelt, aber ich finde Wettervorhersagen jetzt ja auch nicht so wichtig.

Ach, Mist, „Nachrichten“, die lese ich lieber, vielleicht habt Ihr Euch das schon gedacht.

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Love Is Blindness

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*Love Is Blindness*

Seit einiger Zeit wollte ich etwas über „Eifersucht“ schreiben. Nun hatte ich einen Anlass dafür, weil sich eine junge Frau aus dem „TV-Geschäft“ bei mir schon über den zweiten Mann beklagte, der sie mit seiner übertriebenen Eifersucht einengt und unbegründetes Misstrauen schürt.

Sie hat viel mit Männern zu tun und ich habe sie nicht danach gefragt, aber mit Puppen hat sie als Kind vermutlich weniger gespielt als mit Jungs. Vermutlich hat sie mehr kleine Narben an den Schienbeinen als der durchschnittliche Mann!

Natürlich sehen meine Schienbeine viel schlimmer aus. Das ist nur Vermutung, sie trägt privat immer Jeans. So einen kerligen Satz über meine Beine muss ich ab und zu leider einbauen.

Eifersucht, die ist wie das Salz in einem Menü:
Ist’s zu wenig, schmeckt’s nicht, aber ist’s zu viel, dann lässt man das Essen zurückgehen. Und zwar auch, wenn es perfekt aussieht!

Ein jüdisches Sprichwort sagt:
„Liebe mag blind machen, aber Eifersucht sieht zuviel.“

Sarah fragte ich um Rat und sie hat mir am Morgen gesagt, dass Männer besonders zur Eifersucht neigen, wenn sie selbst nicht gerade die Treuesten seien. Jedenfalls meinte sie, so könnte es sein.

Darauf war ich natürlich nicht gekommen.

Ich wiederum dachte, dass bei Paaren nicht immer der Fall gegeben ist, dass beide gleich attraktiv sind und dass eine Frau, wegen ihrer Attraktivität schnell umschwärmt, schneller unter der Eifersucht ihres Mannes leiden könnte. Das trifft auch in dem konkreten Fall zu, weil sie niemals einen treffen wird, der da auf dasselbe Niveau kommt!

„Eifersüchtig sein heißt, nicht an seiner Frau, sondern an sich selbst zweifeln.“

So ist Balzac, der alte Franzose.
Und der war klug, der Balzac.

Offenbar hat er aber auch nur an die Eifersucht des Mannes gedacht. Und wie ich eben sah, hat der mir das mit dem „Salz“ schon vor 250 Jahren geklaut.

Da kann man schon eifersüchtig werden.

Er hat übrigens erst mit 50 geheiratet und seine Ehe mit der 30 Jahre jüngeren Frau dauerte auch nur einige Monate, lag angeblich am Kaffee. Dafür hat er sich vorher ziemlich herumgetrieben, vor allem mit verheirateten Damen. An sich müsste er ein Fachmann in Sachen „Eifersucht“ geworden sein.

Malen konnte Munch die Eifersucht etwas später sehr treffend, der hatte auch seine Erfahrungen damit.