
*Love Is Blindness*
Seit einiger Zeit wollte ich etwas über „Eifersucht“ schreiben. Nun hatte ich einen Anlass dafür, weil sich eine junge Frau aus dem „TV-Geschäft“ bei mir schon über den zweiten Mann beklagte, der sie mit seiner übertriebenen Eifersucht einengt und unbegründetes Misstrauen schürt.
Sie hat viel mit Männern zu tun und ich habe sie nicht danach gefragt, aber mit Puppen hat sie als Kind vermutlich weniger gespielt als mit Jungs. Vermutlich hat sie mehr kleine Narben an den Schienbeinen als der durchschnittliche Mann!
Natürlich sehen meine Schienbeine viel schlimmer aus. Das ist nur Vermutung, sie trägt privat immer Jeans. So einen kerligen Satz über meine Beine muss ich ab und zu leider einbauen.
Eifersucht, die ist wie das Salz in einem Menü:
Ist’s zu wenig, schmeckt’s nicht, aber ist’s zu viel, dann lässt man das Essen zurückgehen. Und zwar auch, wenn es perfekt aussieht!
Ein jüdisches Sprichwort sagt:
„Liebe mag blind machen, aber Eifersucht sieht zuviel.“
Sarah fragte ich um Rat und sie hat mir am Morgen gesagt, dass Männer besonders zur Eifersucht neigen, wenn sie selbst nicht gerade die Treuesten seien. Jedenfalls meinte sie, so könnte es sein.
Darauf war ich natürlich nicht gekommen.
Ich wiederum dachte, dass bei Paaren nicht immer der Fall gegeben ist, dass beide gleich attraktiv sind und dass eine Frau, wegen ihrer Attraktivität schnell umschwärmt, schneller unter der Eifersucht ihres Mannes leiden könnte. Das trifft auch in dem konkreten Fall zu, weil sie niemals einen treffen wird, der da auf dasselbe Niveau kommt!
„Eifersüchtig sein heißt, nicht an seiner Frau, sondern an sich selbst zweifeln.“
So ist Balzac, der alte Franzose.
Und der war klug, der Balzac.
Offenbar hat er aber auch nur an die Eifersucht des Mannes gedacht. Und wie ich eben sah, hat der mir das mit dem „Salz“ schon vor 250 Jahren geklaut.
Da kann man schon eifersüchtig werden.
Er hat übrigens erst mit 50 geheiratet und seine Ehe mit der 30 Jahre jüngeren Frau dauerte auch nur einige Monate, lag angeblich am Kaffee. Dafür hat er sich vorher ziemlich herumgetrieben, vor allem mit verheirateten Damen. An sich müsste er ein Fachmann in Sachen „Eifersucht“ geworden sein.
Malen konnte Munch die Eifersucht etwas später sehr treffend, der hatte auch seine Erfahrungen damit.