
*Captain Fantastic And The Brown Dirt Cowboy*
Wenn jemand, egal wer, eine Rede hält und das Halten einer Rede und deren Problematik als Eingangsthema wählt, dann sollte er lieber nur das Glas heben und einen schönen Abend wünschen.
Basta.
Und mit dem Schreiben über das Schreiben ist das genauso, ebenso über das Posten über das Posten bei Facebook. Öde, überflüssig, langweilig. Dass beim Posten Kinder, Katzen und Hunde am besten ankommen, weiß jeder. Das spricht Gefühle so niedlich von der Seite an, dass die Gefühle alle Knöpfe drücken. Essen geht auch, denn Hunger haben wir immer, satt wie wir sind.
Wichtig ist jedoch ebenso der Zeitpunkt eines Postings! Ab Freitag bis zum Abend des Sonntag? Nicht gut! An Wochentagen morgens oder am frühen Nachmittag ist es zum Beispiel empfehlenswert. Entweder der Mensch liest vor Arbeitsbeginn oder dann, wenn er den verbleibenden Rest schon auf den nächsten Tag verschoben hat. Ich würde es jedenfalls so machen.
Kurz:
Während der Arbeitszeiten oder dazwischen werden soziale Medien am häufigsten genutzt, eine der kleinen Fluchten aus dem Hier und Jetzt vielleicht.
Aber darüber schreiben sollte man nicht.
Je kürzer der Mensch postet, umso besser. Nur wenige, unbelastet vom Zuviel von allem, lesen noch Texte, also sollten Bilder und wenige Worte erste Wahl sein. So ähnlich funktionieren ja auch Wahlplakate. „Kinder“, „Frieden“, „Bildung“, „Nähe“ dazu der Name der Partei. Den Rest lese ich auch nicht. Oder einfach stylishe Selfies des jungen, blonden Kapitäns in Schwarz-Weiß, bislang noch ohne Kutter im Bundestag. Beim besten Willen, ich kann mir nicht vorstellen, dass das alles etwas bringt, so blöd sind wir doch nicht.
Ja, früher, da wurde in der Werbung noch versucht zu überzeugen, da gab es richtige Argumente.
„Sie baden gerade ihre Hände darin.“
„In Geschirrspülmittel?“
„Nein, in …. Palmolive!“
Das wäre heute zuviel Text. Also reduzieren beim Reden, beim Schreiben, beim Posten, wenn ihr modern sein wollt!
Heutige Jugendzimmer fallen heute oft mehr durch ihre Leere als durch Unordnung auf! Kaum Bücher, wenige Bilder, ein vereinsamter Laptop und eine Lampe auf dem Schreibtisch. Fast wie in der Wüste. Klarheit und Reduktion auf das Wesentliche, die können das! Schade nur, dass ich mich über Herumliegendes kaum aufregen kann.
Buch gelesen? Landet im Regal bei „Vaddern“. Große Freude über das letzte Album von Kollegah in der DeLuxe-Ausgabe? Kurze Zeit später steht es, überspielt auf den PC, neben den Supremes bei mir.
Das ist nicht „angepasst“, das ist Provokation, das ist Auflehnung!
Und dann beschweren sie sich auch noch, ich solle mal wieder Musik sortieren und Bücher wegwerfen. Früher habe ich gedacht, so etwas könnte später zu meinen Texten gehören.
Kürzlich ist mir ein kleiner Karton mit 80 bis 100 CDs die Treppe heruntergefallen, das resultiert bei mir leider in einem gut hörbaren kleinem Aufschrei. Sekunden später stehen zwei Kinder in verschiedenen Größen an der Treppe.
„Ach, …. Vaddern“, sagte die kopfschüttelnd die Kurze in ‚S‘.
Es waren leider drei Ausgaben von „Captain Fantastic And The Brown Dirt Cowboy“ darunter, daher ein leichtes Erröten bei mir.
„Merkst selbst, ne?“, fragte darauf die männliche ‚XL‘-Ausgabe hinter der Kurzen mit dem „Vaddern“-Text.
Maddin schrieb: „Beim besten Willen, ich kann mir nicht vorstellen, dass das alles etwas bringt, so blöd sind wir doch nicht.“
Ich kann es mir auch nicht vorstellen, aber es funktioniert. Soll bedeuten: WIR (wer ach immer ?) sind sogar noch blöder ! Sonst würde sich eine Partei mal mit Argumenten oder gar Visionen hervortun. So kommen immer wieder die gleichen Sprechblasen.
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