Auf dieser Allee stadtauswärts gibt es mehrere Kreuzungen und reichlich Ampeln. Wenn da von hinten ein Blaulicht blinkt und sich schnell nähert, dann heißt es „Obacht“ und eine Lücke am Rand suchen, damit die schnell zum Kranken kommen oder große Gefahren abwenden können. Gerade auf dieser Straße passiert es mir oft, dass ich halte oder zumindest ganz langsam am Rand dahinrolle.
So ist die Regel.
Eben wieder dasselbe, Blaulicht folgt mir schon in großer Entfernung, passiert zwei Ampeln, die ich in Rot im Rückspiegel sehe. Er zieht an mir zügig vorbei, ich lege den zweiten Gang ein und hoffe, dass es nur ein Einbruch im Schrebergarten war. Die Polizei kommt dann schnell. So auch hier.
Aber als er 200m weiter war, da war der Alarm vorbei! Kein Blaulicht erleuchtet mehr die mit Löchern übersäte Straße und den nachtdunklen Himmel. Da biegt er ab, der VW-Bus, nach links, lässt jedoch noch den Gegenverkehr passieren. Ich warte kurz hinter ihm, dann fährt er auf den Parkplatz vor der Pizzeria.
Ich stelle meinen Passat rechts vor die Kirche, werfe das Jackett über und stähle mich mental. Ich mache mich auf den Weg zur Pizzeria. Sie kommen mir mit zwei weißen Kartons in schwarzen Uniformen schwer bewaffnet entgegen.
„Guten Tag, Dienstaufsicht. Ihre Dienstausweise bitte, Kollegen“, sage ich hart und schneidend.
Ich nehme noch einen Zug von der P&S.
Als sie die Kartons auf die blaue Mülltonne stellen, fühle ich wieder, dass an irgendeiner Stelle hier meine Fantasie mir Streiche spielt.
Nein, wir fangen jetzt nicht mit den Silberlingen und Jesus an. Aber die Frage, was ein Mensch ‚wert‘ ist, die wurde schon zu oft gestellt und mit dem Geld ist das eh eine heikle Sache. Nur der Fußball erkennt langsam annähernd den hohen Wert des einzelnen Menschen an! Und gerade das wird dann auch wieder kritisiert.
Unfair.
Wenn Paris Neymar jetzt für 22,99€ „gekauft“ hätte, dann hätte es einen medialen Aufschrei geben sollen!
„Ist ein Mensch nicht mehr wert?“
Aber nun 222.000.000€, das ist doch toll.
Und der wiegt nur 65kg, der Neymar!
Also sind das pro Kilogramm Lebensgewicht 3.415.384.62€, pro Gramm auch noch 3415€.
Selbst eine Miniprise oder ein paar Batthaare sind kaum bezahlbar. Gut so. Zum Fressen gern haben den viele, aber das wäre echt happig.
Menschen sind nämlich viel wertvoller als Gold.
Für Günter Netzer zahlte Real Madrid so um 1973 nur 1.700.000DM. Und der wog damals schon mehr als der brasilianische Flieger! Das entsprach nämlich nur 10€ pro Gramm. Schändlich!
Mir fällt nix ein und meistens stellt man „Fragen“, wenn einem so gar nix einfällt.
Und deshalb frage ich heute nach Euren „Liebsten“ in verschiedenen Bereichen. Kein Schneeballsystem, keine Verpflichtung, Vollständigkeit muss nicht, Sharen gern, Ergänzungen auch gern.
Sind es zu viele Fragen?
Dann such‘ Dir einfach einige aus!
Oder nimm‘ Dir nur eine. 😉
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Schallplatte:
Bob Dylan „Blood On The Tracks“
CD:
Robbie Robertson „R.R.“, MFSL 😉
Film im Kino:
Paris, Texas
Automobil:
Der Golf D von 1982, der so wenig trank aber stank
Buch:
Stefan Zweig „Fouche“
Zeitung:
Die ZEIT
Comic:
Asterix
Autor mit den meisten von Dir gelesenen Seiten:
Karl May, immer noch
Urlaubsort:
Florenz
Geschäft, Sparte, also zB „Drogerie“:
Schreibwaren
Am öftesten besuchte Internet-Seite:
expectingrain.com oder zeit.de, heute eher facebook.com
Gericht, also zum Essen, nicht „Amtsgericht“ oder so:
Crêpes
Getränk:
Milchkaffee mit doppeltem Espresso
Kuchen:
Stachelbeer mit Baiser oder Möhre-Mohn von Antoinette
Schokoriegel:
Nuts
Brötchensorte:
Russen
Zigarettensorte:
P&S
Längste je gefahrene Strecke mit den Fahrrad:
Hamburg-Friedrichskoog
Nachrichtensendung im TV:
„Heute“ mit Marieta
Beste TV-Serie/Reihe früher als Kind:
„Immer, wenn er Pillen nahm“ oder „Augsburger Puppenkiste“
Beste TV-Serie/Reihe heute:
Tatort
…. erstmal gespeichert und jetzt weiter, voll der Stress das.
Schauspieler:
Harry Dean Stanton
Schauspielerin:
Die Dings, komme nicht auf den Namen
Männername:
Wolfgang, wegen des Overath
Frauenname:
Anneli
Bahnhof:
Der kleine in der Toscana, da habe ich mal 3 Stunden auf den nächsten Zug gewartet
Kuscheltier früher, Rasse und Name:
Ein Teddy ohne Namen mit einem Loch im Bauch, da war Stroh drin.
Kuscheltier heute, Rasse und Name:
Ein 40 mal 80 Kissen
Farbe und Typ (Scheibe/Tasten/“Touch“) des ersten Telefons, das Du als Kind benutzt hast:
Schwarz, Wandmodell aus Bakelit oder wie das heißt, mit Wählscheibe
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Puh, das ging schnell, muss selbst noch überlegen, was ich so ganz spontan eintragen würde. Nach dem Frühstück.
Könnte es sein, dass Menschen gern Schlager hören, weil die ein Gefühl von ‚Sommer‘ vermitteln? Ich selbst ziehe ja den Herbst vor oder den Frühling im Süden, aber ich war noch nie im Frühling im Süden, das ist ein bisschen bitter. So bleibe ich bei der alten Liebe zum Herbst und höre keine Schlager.
Wir haben wieder in den Niederlanden Urlaub gemacht, wieder an der Küste und wir waren auch wieder in Alkmaar. Beim letzten Mal habe ich nämlich die Büste von Rudi Carrell, meines Wissens einer der größten Stars aus Alkmaar, nicht gefunden. Schon deshalb mussten wir da nochmal hin. Sein Kopf hängt jetzt in 3,50m Höhe an einer Straßenecke neben einer Markise. Also …. der ist aus Metall, das ist nicht im wörtlichen Sinne ’sein Kopf‘.
Mancher wollte ihm den wegen dieses Liedes vor über 40 Jahren vermutlich umdrehen. Das war nämlich ein unglaublich heißer Sommer, die deutschen Weine waren ein Gedicht! In der Erinnerung werden ja nicht nur Weine immer besser sondern auch fast jede schulische Laufbahn.
Jedenfalls zeigen Eltern ihren Kindern ungern ihre schlechtesten Zeugnisse, oder irre ich da?
In Alkmaar hatte ich 2016 nicht verstanden, wie man mit Hilfe des Handys an der Parkuhr bezahlt. Zum Glück kam damals eine kleine Polizistin vorbei, ganz kurz geschorene Haare, Sonnenbrille wie ein State Trooper und bewaffnet wie die Polizisten auf der Schanze vor einigen Wochen.
„No problem, you’ll get it for free this time“, sagte sie vor einem Jahr und druckte mir das kostenfreie ‚Strafmandat‘ aus.
Holländer haben auch Regeln, klar, aber sie gehen mit denen so geschmeidig um wie Arjen Robben mit dem Ball am rechten Flügel.
Deutsche sind mit ihren Regeln etwas herzloser.
Ich bitte Euch: „Kostenloses Strafmandat“!
Das gibt es in Deutschland nur in der Ehe und auch das ist echt selten.
Und diese Polizistin war 2017 auch die erste Alkmaarerin, die ich bewusst wahrgenommen habe! Sie hatte nämlich eine andere Sonnenbrille! Ist das Zufall oder habe ich eine „Verbindung“ zu ihr?
Jedenfalls hat gestern meiner Gattin eine Schmuckverkäuferin spontan einen Ring aus Silber und Gold vorgelegt, genau wie die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, ihn suchte. Sie hatte aber nur ‚Ring‘ erwähnt, nicht mehr.
„Das gibt es doch gar nicht, *genau* so einen wollte ich!“, sprach sie irritiert und fassungslos.
Die etwas ältere, erfahrene Verkäuferin spielte den entscheidenden Fehlpass:
„Ja, wir haben da eine …. Verbindung, verstehen Sie? Meine Aura, Ihre Aura, wir spüren uns.“
Sie fasste meine Frau an ihrer Hand.
Mir wurde speiübel, ich bin sehr sensibel.
Ich bin dann auch ganz schnell weg, will ja meine verbalen Waffen aufsparen. Klar, sie hat nicht gekauft. Ich hätte sie mit der „Aura“ auch tagelang aufgezogen, wir haben da schnell eine „Verbindung“. Das war dann schon zuviel „Sommer“. Irgendwie hätte es gepasst, wenn die Verkäuferin noch einen Schlager angestimmt hätte. „Er gehört zu mir“ oder so, dann hätte ich mich bei den Sanitätern sofort beatmen lassen.
Da waren ja ganz nette dabei.
Aber die Polizistin und ich, „Aura“ und so, das war etwas gänzlich anderes! Unser Kind hätten wir „Aura-Alkmaar“ genannt, aber diese 35 Jahre hätte ich eben noch warten müssen mit meiner Geburt. Uniform und so, das hat auch etwas Herbstliches für mich, jedenfalls bei Niederländerinnen.
„Winterlich“ fand ich hingegen die 27€, die meine Gattin für ein Kilogramm Gouda auf dem Käsemarkt am Stand mit diesen hübschen Puppen bezahlt hat. Mein Gott, 5€ davon werden dem Hund heimlich unter dem Tisch zugeschoben und ein Kilo, das kriegste bei Lidl für einen Fünfer! Aber eben auch ohne die Hübchen-Aura und ohne Holzschuhe, klar.
„Fand ich auch etwas teuer“, sagte meine Gattin 30 Minuten später. Also *das* fühlt man doch in einer Sekunde, mein Gott!
Alles merke ich aber echt auch nicht.
Im „ECHT“-Café wollte ich dann noch einen Cappuccino, weil ich noch wusste, dass das Wlan-Kennwort dort „echtonline“ war. Ist ein gutes Netz da. Die junge Niederländerin ließ zwar den Hund nicht rein und ich musste draußen trinken, wo das Netz einen Tacken schwächer ist.
Eva!
Ich hatte sofort gesehen, dass auf ihrer Lederschürze „Eva D.“ stand. Boah, die war echt voll nett, die Eva. Dann kam leider meine Frau dazu, 27€ im Arm. Die andere, die nach den Wünschen meiner Frau fragte, die hatte auch „Eva“ auf der Schürze. In Holland heißen die meisten Frauen nämlich „Eva“ oder „Aura“. Ich sprach die auch gleich mit „Eva“ an, um mir etwas Lockeres, Undeutsches, Regelloses zu geben.
„Sorry, my name is not Eva, I’m Britt.“
War nämlich nur das Label der Lederschürze von „Eva D.“.
Kosten 129€, diese schicken Teile, gleich gegooglet, das Netz ist da gut.
Die waren richtig …. „herbstlich“.
Beide.
Meine Frau zieht mich damit seit Tagen auf.
Die ist so was von fies, würde ich nie machen!
Und im Text sind Rudi und ich wieder die einzigen Männer und Rudi ist leider tot. Wir hatten dieselbe Aura im Sommer.
Ein Selfie, das ist sozusagen das, was man allein mit sich selbst macht, aber nur rein fotografisch. Als ich vor 5 oder 6 Jahren mein erstes mobiles Telefon, noch mit einer richtigen, ausfahrbaren Tastatur, erwarb, „ohne touch“, so nennt man das auf Jugendlich, da habe ich einen Versuch gemacht, mich selbst zu knipsen. Das war recht kompliziert, weil ich nämlich die normale Kamera dafür versuchte zu verwenden. Man kommt dann schlecht an den Auslöser heran und man sieht das Produkt des Vorganges erst danach. Es waren nur einige Haare und Bäume im Hintergrund zu sehen.
Dass es da eine zweite Kamera gibt, die auch als Spiegel schon von Kindern verwendet wird, das hat mir dann eine Siebenjährige gezeigt. Leider war zu der Zeit mein Interesse am eigenen Bild schon wieder deutlich abgeflacht.
„Die Bilder sind im Kopf“, so dachte ich immer, wollte aber später oft gern Bilder von früher haben, aber Bilder „machen“, das gefiel mir nie. Eben auch schon früher nicht, was man später vermisst. Und so kann ich vom Früher nur schreiben solange noch etwas übrig ist.
„Die Bilder sind im Kopf und der Kopf fliegt durch die Luft“, das müsste übrigens aus einem alten Lied sein, aber ich komme nicht darauf. Klingt nach Maurenbrecher, ich wünsche mir, es wäre vom Maurenbrecher. Jedenfalls fällt mir kein anderer ein, der auf Deutsch so schreiben würde.
Doch!
Das ist auf „Viel zu schön“ vom Maurenbrecher, 1984,1985 oder so! Gibt es nicht mehr zu kaufen und ich habe wirklich nicht gegoogelt …. obwohl die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, mir jetzt als einzige nicht glauben würde.
Ich wollte ja über Selfies schreiben, aber die Worte dafür liegen verdeckt wie ein junger Hund unter einer Kuscheldecke. Er bewegt sich leicht, um die bequemste Position zu finden, aber raus will der eben auch nicht. Das sieht aus wie wenn eine menschliche Zunge innen mit der Wange spielt.
Solange man spielt, spricht man nämlich nicht, in der Phase bin ich gerade.
Wenn man kritisch über Selfies schreibt, dann kann man danach vielleicht auch schnell kritisch über Einsamkeit schreiben. Ein hohes Risiko!
Männer machen im Allgemeinen deutlich weniger Selbstbildnisse als Frauen, die Jungen tun es öfter als die Alten. Klar, das kann man sich denken.
Es gibt aber auch Männer, deren Seiten voll mit ‚Selfies‘ sind, es gibt da manchmal überhaupt keine anderen Bilder! Das könnte ich gar nicht, das kostet mehr Zeit als das Tippen. Und ich sehe auch nivht so aus als sollte ich einen modernen Fuß in fremdes Land setzen. Mit Sonnenbrille oder ohne, mit Bier, ohne Bier, mit nacktem Oberkörper oder leicht bedeckt, jede körperliche Wetterlage ist da in diesen seltenen männlichen Fällen vertreten. Ich warne Frauen ausdrücklich vor diesen Seiten. Und Jungs, ich vermute, es wäre für’s Image besser, ab und an einmal die angelieferte Pizza zu knipsen oder einfach ein wenig Beton. So als Ausgleich.
„Zuviel vom ‚Ich‘ is‘ nicht so gut.“
Das ist nicht von mir, das hat mir eine kluge Frau gesagt. Vielleicht hat sie auch mich gemeint, aber ich bin ja nicht so blöd, dass ich mir das noch doppelt deutlich abhole. 😉
Männer sind im Allgemeinen nicht so bei Selbstbildern, das wirkt ja schnell wie eine ‚Stellenanzeige‘ bei einem ‚Institut‘. Bedenklich ist das erst, wenn der Mann sich auf der „Seite“ als ‚ledig‘ bezeichnet obwohl er das gar nicht ist. Jedenfalls sieht die Frau des Mannes das manchmal anders als seine Internetseite bei facebook.
Alles fake-news, sogar im Privaten!
Ich würde darüber niemals mit Betroffenen im wirklichen Leben sprechen. So verschiedene Sichtweisen desselben Lebens haben leider dennoch eine gewisse Faszination im Geheimen. Belastend ist das auch, fast wie ein unlösbares System von Gleichungen mit zu vielen Variablen. Da helfen Zigaretten, also gegen Gleichungen. Alkohol bringt da nix.
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Qualitativ und ‚fototechnisch‘ sind die Frauen jeden Alters beim ‚Selfie“ meilenweit vor den Männern. Das ist wie Weltklasse gegen Abstiegszone in der Kreisklasse. Tut mir leid, Männer, Ihr habt ja andere Vorzüge.
Aber jetzt nicht gleich nachfragen, welche, ja?
Hiermit kann man üben, aber die meisten Frauen machen das schon in jungen Jahren besser als alle Beispiele, die da bei der ‚elle‘ folgen.
Mein kleines Kind produziert auch schon Bilder von sich selbst, dass ich mit Schrecken denke, das sei ein „Model“ von MGM und bereits doppelt so alt. Das macht sie dann mit irgendwelchen „Filtern“ und ich finde es gut, dass man sie zum Schluss kaum erkennen kann.
Auch diese Professionalität bei der Haltung und beim Blick in die Kamera finde ich schwer beeindruckend! Das konnten früher nur die größten Schauspielerinnen der Welt.
Wo lernen die das heute nur?
Die machen Fotografen arbeitslos!
Gibt es dafür ein Schulfach?
Lernt man das statt Klettern und Balancieren auf der Straße?
Hach, wie gut, dass man nicht mehr alles mitmachen muss.
Natürlich kann man Schwieriges und mit Problemen Behaftetetes besser behalten als alles Leichte und Erfreuliche. Das gilt zwar nicht für Mathematik aber für Reiner, der vor langer Zeit zu unserer kleinen, privaten Mathematikarbeitsgruppe gehörte.
Vermutlich haben wir mehr in Cafés und auf frisch gemähten Rasenflächen bei ‚Planten Un Blomen‘ gelernt als in trockenen Vorlesungen und nüchternen Seminaren. Beim typischen Wetter in Hamburg saßen wir zum Beispiel im Café ‚Schöne Aussichten‘. Das kann man wörtlich nehmen, weil dort nämlich alle Models arbeiteten, die es zu Unrecht nicht ganz bis nach Paris geschafft hatten. Der Name war Programm, der Kaffee eher schlecht, die Fenster nicht immer klar und rein. Aber hinaus sah ja sowieso niemand. Jedenfalls kein Mathematiker.
Wir hatten dafür ja unsere Topologie oder die n-dimensionalen Räume!
Reiner bestellte stets dasselbe:
„Ich hätte gern ein Glas mit frischer, kalter Vollmilch!“
Entweder schwebte die elegante Dunkle dann mit H-Milch ein, die er nach einem ersten Schluck konsequent zurückgehen ließ, oder die in Schwarz gewandete Blonde mit dem hüpfenden Hochzopf gestand, dass es keine frische Vollmilch gäbe. Das Ergebnis war immer dasselbe, in jedem Café, bei jedem Model, Reiner trank ersatzweise ein kostenloses Glas mit frischem, kaltem Leitungswasser, das er als Alternative orderte.
Reiner war nämlich sparsam.
Als wir einmal bei ihm in der für Studenten sehr geräumigen 3-Zimmer-Wohnung saßen, hatte ich plötzlich auch Lust auf ein Glas mit frischer, kalter Vollmilch. Hatte er aber nicht. Reiner trank nämlich gar keine Milch, Reiner rauchte auch nicht, Reiner trank Tee, Reiner war nämlich klug.
Ich finde eine 2-Raum-Wohnung besser, wenn man erstens auch Tee bestellen kann und zweitens einen engeren Kontakt zu freundlichen Models durch ein klitzekleines Trinkgeld aufbauen kann. Dann verdrehen die beim nächsten Besuch die schönen, ungeschminkten Augen nicht so.
Wenn ich nicht weitergelesen hätte, dann hätte es auch eine Werbung von ‚Elite Partner‘ sein können. Es klingt wie ein Versprechen. Die haben aber schon „Liebe ist kein Zufall“.
„Ich bin dir näher als du glaubst.“
Wenn das jedoch Arturo Vidal zu Neymar nach einem üblen Tritt in der zweiten Spielminute sagt, dann ist das zwar auch ein Versprechen, bekommt aber einen bedrohlichen Unterton.
Und vielleicht ist es genau das, was mich stört, mich irritiert der Balanceakt zwischen Versprechen und Drohung.
„Ich bin dir näher als du glaubst.“
Es war aber eine riesige Werbetafel von http://www.gott.net auf dem Autohof neben der A1 bei Sittensen. Dass das jetzt auch noch Sittensen war und nicht Negernbötel oder Pforzheim, das gibt dem Ganzen weitere Tiefe. Autohof klingt auch noch zusätzlich bedrohlich nach Friedhof.
Und ich habe mir vorgenommen, verschiedene Menschen mit diesem Satz zu beglücken.
„Ich bin dir näher als du glaubst“.
Und ich möchte Reaktionen auf diesen Satz hören. Vielleicht probiert Ihr das ja auch einmal aus?
Leider bin ich nicht mehr jung genug, um die Wirkung des Satzes in Kombination mit einem kurzen Augenaufschlag auf junge Frauen zu testen, aber das fiel mir als erste reizvolle Variante ein. Ihr könnt das aber noch, auch als Frau.
Hier im Urlaub sehe ich manchmal sogar für ein paar Minuten das ‚Frühstücksfernsehen‘, genau so lange wie es nicht mehr zu ertragen ist. Heute war da eine Society-Expertin anwesend, die auf dem Schoß des Moderators saß. Das war für den auch nicht gerade leicht.
Ich sehe das auch nur, weil hier alle bis auf den Hund und mich ausschlafen. Das heißt, dass die Brötchen gegen 11 Uhr als „pappig“ kritisiert werden. Meines war um 7 Uhr jedoch ausgesprochen krusprig.
Dieser „City Breeze“-Duft von Mexx der wurde während des Frühstücksfernsehens beworben, das scheint der passende Duft zum Dieselskandal zu sein. Die hätten sich bestimmt einen anderen Namen ausgedacht, wenn die von Mexx das irgendwie geahnt hätten. Nun aber ist ihnen der Spott, vermutlich auch beim Postillion, sicher.
Spott, den musste auch mein kleines Kind ertragen. Und ich bin schuld daran. Ich habe ihr vor zwei Jahren nämlich mein altes Smartphone geschenkt. Bei der Mailbox musste man so einen Text einsprechen und danach zum Speichern eine Taste drücken. Ich habe mich ja nie angerufen, aber die Freundinnen der Kurzen haben das gemacht.
„Guten Tag, Martin G-Punkt Bruno. Ich drücke die Raute-Taste“.
Das war da zu hören. Voll peinlich für mein Kind. Eine Freundin von ihr hat mich gefragt:
„Bist Du der mit der Raute-Taste?“
Sonst hätte mein Kind die Ansage wohl nie geändert. Jetzt duschen sie. Die Brötchen waren „pappig“.