
*Allee*
Auf dieser Allee stadtauswärts gibt es mehrere Kreuzungen und reichlich Ampeln. Wenn da von hinten ein Blaulicht blinkt und sich schnell nähert, dann heißt es „Obacht“ und eine Lücke am Rand suchen, damit die schnell zum Kranken kommen oder große Gefahren abwenden können. Gerade auf dieser Straße passiert es mir oft, dass ich halte oder zumindest ganz langsam am Rand dahinrolle.
So ist die Regel.
Eben wieder dasselbe, Blaulicht folgt mir schon in großer Entfernung, passiert zwei Ampeln, die ich in Rot im Rückspiegel sehe. Er zieht an mir zügig vorbei, ich lege den zweiten Gang ein und hoffe, dass es nur ein Einbruch im Schrebergarten war. Die Polizei kommt dann schnell. So auch hier.
Aber als er 200m weiter war, da war der Alarm vorbei! Kein Blaulicht erleuchtet mehr die mit Löchern übersäte Straße und den nachtdunklen Himmel. Da biegt er ab, der VW-Bus, nach links, lässt jedoch noch den Gegenverkehr passieren. Ich warte kurz hinter ihm, dann fährt er auf den Parkplatz vor der Pizzeria.
Ich stelle meinen Passat rechts vor die Kirche, werfe das Jackett über und stähle mich mental. Ich mache mich auf den Weg zur Pizzeria. Sie kommen mir mit zwei weißen Kartons in schwarzen Uniformen schwer bewaffnet entgegen.
„Guten Tag, Dienstaufsicht. Ihre Dienstausweise bitte, Kollegen“, sage ich hart und schneidend.
Ich nehme noch einen Zug von der P&S.
Als sie die Kartons auf die blaue Mülltonne stellen, fühle ich wieder, dass an irgendeiner Stelle hier meine Fantasie mir Streiche spielt.
Dafür bin ich zum Ausgleich eine feige Socke.
Wir wohnen ja direkt an der polnischen Grenze. Damit will ich nichts gegen DIE Polen gesagt haben, aber na ja … denken ist wohl erlaubt (zumal vor 2 Monaten mein Auto geklaut wurde). Bei uns gibts unter den Polizisten das „Ärger-Vermeidungs- Syndrom“. Die stehen dann auf irgendeinem Waldweg mit ihrem schicken Auto (ohne Blaulicht) und warten auf die Verbrecher. Meist sind das gemischte Teams, sonst macht ja die die Jagd keinen Spaß. Und Entspammung muß auch mal sein, bei dem Streß. Auch ich wollte schon mal klopfen, habs aber nicht gewagt, zu stören. So vergeht dann die Dienstzeit schnell und die Jungs und Mädels sind fit für den heimischen Herd.
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