*Haltungen*
Heute früh habe den schwarzen Hund und seinen federnden Gang beobachtet und gedacht, dass Menschen selten so selbstbewusst und aufmerksam ausschreiten wie dieser Vierbeiner.
Ich auch nicht, denn ich hatte einen Absatz im Boden der Fußgängerzone übersehen und habe mich richtig gepflegt „auf die Fresse“ gelegt.
In meinem Alter sucht man dann im Liegen erstmal den Hund und freut sich, wenn der nicht unsichtbar als Flachwesen unter dem eigenen Bauch liegt. Dann nach der Brille schauen, danach prüfen, wo und was genau schmerzt. 30 Jahre früher hüpfte man sofort und schnell hoch und zog sich zum Leiden einsam in einen Hauseingang zurück.
Bis auf ein, zwei Rippen dürfte ja kein Schaden entstanden sein, aber man liegt da ja wie ein halbtoter Fisch auf dem Trockenen und selbst alte, fragende Menschen wirken von Pflasternähe aus betrachtet richtig jugendlich wenn sie mit sorgenvollem Ausdruck nach den Defekten fragen.
Und dass dann so viele schauen, stört schon.
Man kann auch schlecht sagen, das man die Fugenbreite der Granitsteine misst. Glaubt ja keiner, selbst wenn das wahr wäre.
Eine richtig gute Haltungsnote im Liegen bekommt man nur als junge Frau im Bikini am Strand.
Nicht ganz, es gibt Ausnahmen:
Meine Frau, die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, „hopst“ seit 45 Jahren. Also ich nenne das so, weil sie sich darüber ärgert. Sie hat sogar einen Abschluss darin von so einer britischen Schule. Aber da steht dann „Ballett“ und „Royal Academy“ drauf.
Und sie tanzt in derselben Gruppe wie eine der Schülerinnen, der ich mal in einigen Stunden beim mathematischen Weitsprung Tipps für die Landung geben wollte. Das ist respektabel, oder?
Beide haben nämlich eine tolle „Haltung“ und ich meine das jetzt ausnahmsweise nur äußerlich. Andererseits wirkt ja oft das Äußerliche auf das Innere ebenso zurück wie sich Inneres im Äußerlichen wiederfinden kann.
Viele Frauen würden noch besser aussehen, wenn sie sich gerade halten würden. Das ist auch ein Geheimnis etwas höherer Schuhe. Aber es geht auch mit Turnschuhen und wirkt nach außen und nach innen, vermute ich.
Leider sehen heute ja viele Menschen aus als hätten sie schwere Depressionen. Den Kopf gesenkt, die Schultern nach vorn fallend … so sieht nämlich ein Mensch aus, der traurig ist.
Aber die halten nur ein mobiles Telefon in der Hand! Und ich vermute, dass diese äußere Haltung auf Dauer auch auf das Innere zurückwirkt. Vermutlich ist das folgenreicher als ein „Tennisarm“ oder der Verlust an realer Kommunikation.
Und jetzt kommt mir nicht mit Donald Trump und seiner Haltung! Der kombiniert die aggressive Mimik auch mit einem hängenden Kopf. Aber der ruft eher Gedanken an ein gefährliches Raubtier hervor. Der neigt nicht zu Depressionen, der lässt andere leiden. Oder senkt der den Kopf, um bei Twitter zu zwitschern? Das Wort „zwitschern“ passt nicht, „wildern“ ist passender aber auch nicht richtig.
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Nach meinem kleinen Unfall habe ich es ja noch langsam zum Verbal-Yoga mit Sabrina geschafft. Als ich gegen Ende unserer Morgenzeit meine Ungeschicklichkeit erwähnte, da hat sie gefragt, ob ich „auch auf das Gesicht“ gefallen bin.
Genau, das hatte ich vergessen und bin kurz ins Bad gegangen. Im Spiegel sah ich aber eigentlich genauso aus wie immer.
Und jetzt frage ich mich, ob ich jeden Tag aussehe als sei ich gerade auf das Gesicht gefallen. Das kann ich sie erst am Montag fragen.
Ich werde mich ausnahmsweise auch am Montag rasieren. Und gerade sitzen, wenn ich frage. Sabrina hat nämlich auch eine sehr „gute Haltung“.
Bestimmt auch vom Ballett.
Mußte heute früh auch mit dem Hund meines Sohnes raus. Der hatte auch so einen federnden Gang. ich meine den Hund. Und ich habe mich gewundert, daß der auf dem Glatteis nicht gerutscht ist. Ich konnte mich zwar ganz gut halten, aber die Haltungsnoten waren eher im unteren Bereich.
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