
*Der Song meines Lebens*
Es gibt eine neue Reihe zur Veröffentlichung von Leserzuschriften im Automobilteil unserer Tageszeitung. „Song meines Lebens“, das ist ein großes Wort, denn man weiß ja nicht, ob da noch Neues kommt.
So ein Titel kann nur einmal vergeben werden!
Ob es „Things Have Changed“ ist, weil mein großer Sohn mit 18 Monaten dazu so niedlich auf dem Sofa hüpfte? Ist es etwa „Fiesta Mexicana“, weil die kleine Tochter Rex Gildo immer wieder im Auto auf dem Weg zum Kindergarten hören wollte?
„Mach‘ Mexicana!“, das war der Standardruf.
Mittlerweile hört er Deutsch-Rap und sie poppige Klänge junger Damen. Im Auto verlangt sie jetzt oft „Klassik, bitte, das ist so schön ruhig“.
„Der Song eines Lebens“ ist nicht unbedingt der beste, aber er muss eine Art „Lebensbegleiter“ über sehr viele Jahre, in der Regel seit der Jugend, sein, so vermute ich.
„Tangled Up In Blue“ von Bob Dylan, 1975.
Kaum eine Woche ist in 42 Jahren vergangen, in der ich das nicht gehört habe. 16 Jahre nachdem der Lange zu „Things Have Changed“ wippte, hat er gesagt, dass „Tangled“ ein „genialer Song“ sei.
Und er brauchte keine neuen Nikes.
An ihr arbeite ich weiter.
Nachdem ich lange Zeit mal diesen oder jenen Song von Pink Floyd oder den Stones gemocht habe, verfolgt mich „Every Grain Of Sand“ von Bob Dylan nun schon sehr, sehr lange. Ich kann mich noch genau erinnern, daß ich ihn zum ersten Mal im Radio (DT 64) in den 80igern gehört habe. Das war wie ein Schock. Ich hatte keine Ahnung wie er heißt (die Scheibe gab es ja bei uns nicht zu kaufen). So habe ich beim Radio angerufen und die haben es mir dann gesagt. Seitdem höre ich ihn auch fast jede Woche.
Auch die letzte Platte von L. Cohen hat mich sehr beeinflußt und der letzte Song darauf (String Reprise – Treaty) hat das selbe Potential. Den höre ich zur Zeit noch öfter.
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