
*Das Unvermeidbare*
….. ist das Älterwerden.
Gut, es gibt auch anderes, was schwer zu umgehen ist. Rote Ampeln zum Beispiel oder Jerome Boateng. Auch ‚Angie‘ gehört dazu. Momentan nennt sie keiner mehr „Angie“ oder „Mutti“, sie heißt wieder „Merkel“, was ich auch besser finde als Kosenamen.
Damen im höchst reifen Alter sammeln zum Beispiel recht oft Kuscheltiere. Vielleicht hatten sie als Kind nicht viele davon oder es fehlt ihnen an Wärme. Das kann ja jeder machen wie er mag.
Ich hätte gern den Mercedes und den Herd von früher zurück. Mit diesem kleinen Herd konnte man richtig kochen, Haferflockensuppe zum Beispiel oder Kakao in einem winzigen Topf! Noch besser war der Mercedes Benz 280SL, die Autobahnpolizei-Version.
Wenn man den links herunterdrückte, lenkte er nach rechts. Die Räder standen auch etwas schräg, wie das auch bei den echten Daimlern der Fall war. Schwer war er auch und ich meine, dass es ein dänisches Produkt war, nicht größer als die Modelle von Corgi oder von Dinky.
Die Lenkung war der Hit, vermutlich habe ich daher gelernt, dass man „vorn“ beim Rückwärtseinparken niemals den Vordermann streifen kann. Da muss man gar nicht hinsehen. Außerdem hatte der 280er ‚unten‘ einen roten Punkt. Drücke man den mit einem Kugelschreiber, fiel der in seine Einzelteile auseinander.
Fantastisch.
Den suche ich seit 40 Jahren.
Und weil es zu Fragen des „Früher“ und des „Alterns“ passt, wurde ich heute als ‚Meistermodell‘ für Frisöre gecastet, ich sei so „jung und schlank“ (Lüge!) und habe „noch so volles Haar ohne Geheimratsecken“. Das „Noch“ war natürlich ein Wermutstropfen aus der realen Welt, der durch eine dreifache „Kopfmassage“ getrocknet werden sollte. Habe den Termin auf Freitag gelegt.
Zum Glück war dann Sabrina noch auf einen Kaffee um die Ecke da. Und zum zweiten Mal in dieser Woche kippte mir ihr To-Go um und benetzte leicht ihre Jeans.
„Wirst Du jetzt tatterig?“, hat sie grinsend gesagt.
Mit Kopfmassage wäre das nicht passiert.