
*„ARD: Gast bezeichnet Schulz als Weihnachtsmann“*
Hach.
„Hat Ihnen schon mal jemand gesagt, dass Sie ein unglaublich aggressives Spiel spielen?“
Nein, das hat niemand zu Herrn Schulz in der gestrigen „Wahlarena“ gesagt. Es hätte auch nicht gepasst. Der gute Onkel stilisierte sich zum heiligen Wohltäter.
„Hat Ihnen schon mal jemand gesagt, dass Sie unglaublich sinnliche Lippen haben?“
Auch das hat niemand zu Herrn Schulz gesagt.
Das Erste sagt ‚Nola Rice‘ in Woody Allens „Matchpoint“ zu ‚Chris Wilton‘ zu Recht. Das Zweite sagt Chris zu Nola erst recht …. zu Recht.
Etwas mehr Aggressivität jedoch hätte uns Zuschauern gut getan, denn so konnte einer sein Wahlprogramm in aller Ruhe ausbreiten ohne dass da einer mal eine Grätsche einsetzt. Zugegeben, auch ich habe nicht getan, was notwendig gewesen wäre. So macht auch ein Fußballer, den man „Chancentod“ nennt, noch seinen Hattrick.
„ARD: Gast bezeichnet Martin Schulz als Weihnachtsmann“
Wer will das schon von sich in der Zeitung lesen? Mit Foto? Passend wäre es gewesen.
Wenn man „Schulden abbauen“, gleichzeitig aber Renten erhöhen und den Öffentlichen Nahverkehr großzügig ausbauen will, dazu eine Bürgerversicherung einführen will, die ‚Pflege‘ völlig neu aufstellen will, in die Bildung Milliarden investieren will und das Breitbandnetz verstärkt verbreitern will, die Kindertagesstätten nach dem Gießkannenprinzip für alle kostenlos gestalten will …. und vieles, vieles mehr, …. eigentlich alles machen will, was von einzelnen als Mangel beschrieben wird … dann muss man doch auch mal sagen, wer die Party der Wohltaten denn bezahlen soll und vor allem, was das im Einzelnen und in der Summe kostet.
Oder nicht?
Wer all dies jedoch schafft, der geht auch über Wasser.
Oder er geht …. baden.
Da fragt auch kein Moderator nach.
Und ich auch nicht, weil er ja erstens sowieso nicht Kanzler wird und weil ich zweitens Schlagzeilen nicht mag.
„ARD: Gast bezeichnet Martin Schulz als Weihnachtsmann“
Ich bitte Euch!
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Kurze Randbemerkungen:
Sicherheit wurde groß geschrieben, die präzisesten Körperkontrollen, die ich je erlebte, fanden statt. Sogar, dass ich zwei Hundekotbeutel (rot, leer) in der rechten Gesäßtasche versehentlich mitführte, fiel auf. Deren Vorlage löste das Problem. Ich durfte sie behalten.
Häppchen gab es auch und reichlich Erfrischungsgetränke, was dazu führte, dass 15 Minuten vor Beginn der Live-Schaltung 30 bis 40 der 150 Gäste noch einmal raus mussten.
Und es war wie zu DDR-Zeiten in einigen Restaurants:
Man wurde „plaziert“, damit nicht in einer Ecke alle Erstwähler sitzen und alle älteren Herren wie ich gegenüber. Zusätzlich kam es auch auf die gewählte Farbgebung der Kleidung an, auffällige Farben von Oberbekleidung werden wie die ersten Regentropfen auf Gehwegplatten in allen Richtungen verteilt. Es wäre mir nicht aufgefallen, aber ich frage eben gern. Aber nicht um jeden Preis.
Mühsam und nur vornüber gebeugt zu ertragen ist das 90minütige Sitzen ohne Rückenlehne auf recht niedrigen Sitzflächen. Sogar Erstwähler hinter uns waren etwas angestrengt.
Eine Absprache etwaiger Fragen gab es mit mir nicht. Ein kurzes Telefonat mit dem NDR klärte nur, ob ich im Falle eines Falles eine Frage hätte.
Was das im Detail wäre, habe ich nicht gesagt und es wurde auch nicht nachgefragt. Das war nicht in allen Fällen so. Andere Gäste wurden 20 Minuten lang am Telefon interviewt.
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Übrigens: Ich mag ‚Nola Rice‘ lieber als alle Männer mit sinnlichen, roten Lippen zusammen.