*Ein geiler Hund*
Er kann einfach nicht von ihr lassen, er versucht es von vorn und von hinten. Aber wir passen auf, damit nicht zu schnell zu viel passiert.
Es geht um unsere Hunde. Wilfried ist geil auf Miss Moneypenny, meine schwarze läufige Hündin. Da kommt man am Morgen gar nicht zum verbalen Yoga mit Sabrina. Sie beruhigt das männliche Tier und ich halte die Dame im Zaum, was nicht einer gewissen Komik entbehrt.
Es spricht aber ganz klar für uns Männer, dass wir im Vergleich zu einem Rüden sehr zurückhaltend und gewinnenend sind. Sabrina meinte auch, dass es recht anstrengend wäre, wenn die Männer hinter ihr jeden Monat an der Käsetheke aus anderen Gründen Schlange stehen.
Andererseits könnte man sogar auch das als Kompliment betrachten solange die Männer nicht auch die Verkäuferin an der Theke auf das Korn nehmen.
Komplimente, das ist ein schwieriges Thema.
Erstens ist es für viele schwer, welche zu verteilen und zweitens ist es nicht leicht, eines anzunehmen.
Das hatte ich auch gestern mit Paola an einem anderen Tresen, also nicht das mit dem Massenandrang sondern das mit den Komplimenten. Obwohl Massenandrang bei Paola wirklich berechtigt wäre.
Jedenfalls wurde sie für ihren Pullover von einer Freundin gelobt und sie sagte, sie habe ihn vor „vielen Jahren in der Kinderabteilung bei C&A“ gekauft. Daa war nicht weiter schlimm, aber sozusagen der steigende Pegel meiner Gedankengänge in der Nacht.
So ähnlich kenne ich das nämlich auch. Man sagt etwas Freundliches über eine Äußerlichkeit und das Gegenüber wertet das kleine Kompliment ab.
„Oh, nein, das Kleid ist schrecklich, ich hatte kein anderes greifbar“.
Manche übertreiben ihre negativen Reaktionen ja so, dass man kein Kompliment mehr macht, weil man damit die negative Gedankenkette der Frau ins Rasseln bringt. Das finden die dann auch nicht gut. Es ist eben schwierig.
Ein „Oh, danke, das freut mich“, kommt dem oder der Gelobten aber auch nicht leicht über die Lippen, meinte Paola. Da hat sie auch wieder Recht.
Das ist nämlich auch nicht einfach. Aber wenn man das nicht hinbekommt, hat man wieder jemanden verschreckt, der beim nächsten Mal lieber über das Wetter spricht.
Das nimmt das nämlich hin.