*Rhonda in der Fabrik*
Schlicht ein netter Abend, nicht mehr, jedoch auch nicht weniger.
Sie, das ist die Sängerin.
Sie hat unendlich lange blonde Haare, wenn Unendlichkeit in Nabelhöhe endet, Scheitel fast mittig, die Haare seitlich nur etwas über Kinnlänge, also so wie das bei Heidi Klum jetzt öfter geschnitten wird. Fand ich zunächst ungut, man gewöhnt sich daran, ist ok.
Diese Jeans, kein Kommentar. Unten weit, oben hoch und der Gürtel im Niemandsland.
Hatten wir schon, geht gar nicht, auch nicht mit perfekter Figur. Abgewählt.
Der Pullover war quasi aufgemalt, quergestreift, als Tattoo wäre das gar nicht so leicht hinzugekommen, es war aber doch ein dünner Pullover. Gemalt kannst Du das nicht den Arm hochschieben.
So in in grün und braun, hatte ich auch mal in den Siebzigern. Heute wären meine Querstreifen aber nicht mehr parallel zum Ufer der Elbe wie bei ihr. Kleine Welle vom Lotsen bei ihr.
Keine Schaumkronen.
Ihre Stimme ist auch sehr gut. Manchmal kratzt sie etwas, also die Stimme. Ist sehr gut.
Die Backgroundsänger und die -sängerin hätte ich gern besser gesehen, aber hinten war es etwas dunkel und die Stimmen waren auch dunkel.
Soul von hinten war viel.
Der Schlagzeuger wie von der Volksbank, der am Bass wie von der Parkbank, die Gitarre wie vom Tatort-Imbiss mit Ballauf und Schenk und der am Keyboard eben von der Schule, der klimperte so rum. Vielleicht wiederholt der das Jahr, wäre ganz gut.
Der mit der Parkbank war gut.
„Retrosoul mit etwas Punk“, war so angekündigt.
Soul hab ich gehört, eine Kavallerie von Vorbildern, gut gemacht, aber ich finde die Supremes eben auch super. Und ein Tick James Brown wäre gut gewesen. Hätte gereicht, wenn er draußen im Regen vorbei gegangen wäre.
Sein Feuer. Oder ein Bic. Hitze. Fehlte.
„Es ist so toll, dass ihr da seid!“
„Es ist so schön, Hamburg! Zuhause!“
„Das ist ein Lied über die Liebe, ich sag‘ Euch das trotzdem. Die Liebe ist das Wichtigste.“
Weglassen.
Wär ganz gut.
Und wenn schon, dann bitte alles nur einmal und nicht noch zwei Wiederholungen. Liebe war nur einmal.
Die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, sagt dann immer: „Wenn Du nichts zu sagen hast, dann musst Du auch gar nicht sprechen.“
Sie war nicht da, aber bei ihr wäre es wohl durchgegangen. Unter Frauen geht mehr durch.
Die Leute schwankten so links-rechts zur Musik. Ab 35 ist das so. Und der Drummer war wirklich, wirklich furchtbar. Oben hörte man ihn weniger, aber da konnte man sie nicht sehen. Ohne den Pullover wäre ich früher gegangen.
War ganz gut.
Zelt zum Rauchen draußen wäre super.
Und wenn die Vorgruppe in dem Zelt spielt, kann man sich drinnen auch gut unterhalten. Die hatten so Batik-Kleider an. Wollte noch fragen, was die drunter tragen, habe mich aber anderweitig verbal betätigen können.
War ganz gut.