Intelligenz

Intelligenz

Kürzlich habe ich einen Artikel im Internet gelesen. Der war recht interessant, aber auch ziemlich frustrierend.

Ich kann den nicht finden.

Früher wusste ich immer, ob ein Artikel rechts oder links oder oben oder unten in einer Zeitung stand. Dann konnte ich den Stapel zügig durchgehen und meistens habe ich ihn dann gefunden. Wenn nicht, dann fanden sich auch andere gute Artikel.

Im Internet ist der Stapel aber ziemlich fett und man findet beim Wiedersuchen weniger Interessantes als Schrott.

Aber vielleicht bin ich auch zu blöd zum Suchen.

Jedenfalls war das Ergebnis des Artikels, den ich nicht wiederfinden kann, dass ich an sich nicht intelligent sondern eher blöd bin.

Das lese ich gern zweimal, logisch, denn einem Intelligenten würde das einmalige Lesen reichen.

Wer besonders intelligent ist, soll nach besagter Studie, die in dem Artikel vom Display zitiert wurde, etwas „chaotisch“ sein, „unordentlicher“ als andere und „weniger soziale Kontakte“ haben als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Außerdem „fluchen intelligente Menschen mehr als andere“, so sinngemäß die Aussage des Artikels.

Ich fluche nur ganz, ganz selten.

Bin ich dann nicht intellligent?

Die meisten Menschen tendieren ja dazu, lieber intelligent sein zu wollen, ich bislang auch.

Bin ich also …. blöd, wenn ich nicht fluche oder ist die Umkehrung der Aussage notwendigerweise falsch?

Kommt mir jetzt bitte nicht mit Logik!

Auch die Aussage über die geringere Anzahl sozialer Kontakte bei Menschen mit höherem Intelligenzquotienten ist mir aufgestoßen. Eigentlich kenne ich nämlich gar nicht so wenige Menschen. Früher kannte ich mehr, das stimmt schon.

Soziale Kontakte machen ja irgendwie glücklicher als Einsamkeit, so denkt man sich das ja.

Wegen des Hundes sind jedoch im letzten Jahr die Hundebesitzer bei mir dazugestoßen, das ist meist recht nett.

Ist es dann richtig, wenn man sagt, dass Menschen mit Hunden weniger intelligent sind als solche mit Katzen, weil man mit Hund beim Ausführen mehr soziale Kontakte als mit Katze hat?

Politiker zum Beispiel dürften bei der Anzahl der Sozialkontakte relativ weit oben liegen. Und die fluchen auch nicht so oft öffentlich.

Da reicht ja ein stiller Stinkefinger in Schwarz-Weiß aus, um eine Karriere zu beenden.

Das mit der „Unordnung“ scheint das einzige zu sein, was mir noch eine Restintelligenz bescheinigt.

Aber wenn ich mir den Schreibtisch von Donald Trump ansehe und seine krude Wortwahl, dann müssten die Amerikaner einen ziemlich intelligenten Präsidenten gewählt haben.

Vor allem auch deshalb, weil der echt wenige Menschen kennen würde, wenn der jetzt zum Beispiel im Hafen von New York arbeiten würde und dadurch weniger Geld hätte.

Und ich weiß immer noch nicht, wo ich das gelesen habe. Der Artikel war sehr sauber strukturiert, gar nicht unordentlich.

Es kamen auch keine Schimpfwörter darin vor. Der war von einem Journalisten auch nicht allein verfasst worden.

Einsam war der nicht.

Ob der Verfasser über sich auch so nachdenkt wie seine Leser über sich, das weiß man nicht.

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