
„Oma, Du bist hier nicht der Chef!“
….. das soll das kleine Kind im Alter von 4 Jahren bei einer Frage der Organisation im Urlaub bemerkt haben.
Mit dem Organisieren hat man Weihnachten auch gut zu tun gehabt, auch mit dem überreichlichen Essen, ich bin ja immer froh, wenn das vorbei ist und ich mal wieder Haferflocken mit Kaba, Zucker und Milch essen kann. Etwas Vollmilchschokostreusel dazu sind auch optisch eine feine Sache.
Kürzlich hat mir eine mir völlig unbekannte junge Frau geschrieben, dass sie „Ballast abwerfen“ wolle im neuen Jahr. Irgendwie musste ich sie als ‚friend‘ geadded haben obwohl wir gar keine gemeinsamen „Freunde“ haben. Natürlich hat sie die Anfrage nicht positiv beantwortet, aber wir haben ein wenig hin- und hergeschrieben, per „Sie“ natürlich.
Ballast kann wie ein Lächeln sein.
Ballast ist nicht notwendig, auch ein Lächeln bräuchte man ja im Prinzip nicht, wenn es nicht eine Art zwischenmenschlicher Klebstoff wäre …. ohne den alles auseinanderfällt. „Ballast“, die ‚bare Last‘, soll ein Schiff stabilisieren, also ist das dort mit dem „Abwerfen“ nur in begrenztem Umfang eine gute Sache.
Natürlich könnte man sich von schlechten CDs und mehr alten Büchern trennen, aber ich weiß nicht, ob mein Lebensschiff dadurch vielleicht „Schlagseite“ bekäme. Den „Ballast“ im Kopf loszuwerden, ist wohl schwerer, jedoch noch wichtiger.
Das Stichwort „Ballast“ findet sich nur selten in Zitaten, das schönste ist von Gottfried Keller.
„Es ist doch sonderbar, wie auch der vortrefflichste Mensch schlechte Eigenschaften haben muß, gleich einem stolz segelnden Schiffe, welches Ballast braucht, um zu seiner guten Fahrt gehörig schwer zu sein.“
Cathy hat für Silvester eine Holzkiste vorbereitet in die sie mit ihrer Freundin den ‚ganzen Ballast von 2017 gepackt‘ hat. Die wird vor Mitternacht am Strand angezündet oder vergraben, wenn es regnet. Feuer ist an sich die symbolträchtigere Variante.
Manchmal werden auch Kinderworte zu leichtem „Ballast“, aber das spiegelt nur eigene Worte aus der nahen Vergangenheit. Und alles kommt zurück, das ist wunderbar.
„Wer will Wasser trinken? Du? Du hast doch zwei gesunde Füße“, als ich eine Wasserflasche aus dem Keller erbitte. „Es gibt kein schlechtes Wetter“, als es die Inliner bei Regen schnürt. „Was soll ich mit Hilfestellung, ich kann das auch allein lernen“, als die ersten Versuche auf dem Einrad bevorstanden.
Auch schön die kurze Erklärung bei „Activity“ in neuerer Zeit: „Maccaroni ist es nicht, aber es klingt so ähnlich und Papas Lautsprecher ist daraus.“
Das ist nur dann Ballast, wenn man gegen die Kinder verliert.
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