„Hallo, Ronja!“

„Hallo, Ronja!“

…
Kurz: Es war wie immer.

Die Gans war super, die Geschenke auch.
Also für die Kinder, ich habe das erste Mal keine bekommen, „wir schenken uns ja nichts“ und das war recht angenehm, vor allem vor Weihnachten.

Und ich habe nach 25 Jahren Gans zum ersten Mal ein Bein bekommen! Ich habe nämlich einfach gefragt. Das war viel einfacher als ich zunächst dachte, weil es immer zwei Zusatzbeine für 8 Personen gibt. Die Kinder bekommen sowieso Beine und daher hatte ich 25mal zugunsten anwesender Damen verzichtet. So ein schlankes Bein auf dem Teller einer Dame sieht besser aus als ein massiges Stück Brust. Ein Bein verschlankt ungemein, fast wie hohe Schuhe.

Ein Bein, das schmeckt noch besser, wenn es das erste ist. Ich will 2017 wieder eines, vielleicht wieder das Linke, weil heute alles politisch betrachtet wird.

Also war schon durch das Bein doch nicht alles ‚wie immer‘! Noch mehr, denn am Tag davor, beim Krippenspiel in der Kirche, hat Melina einmal „Hallo, Ronja!“ gesagt und einmal „Ja, komm, Ronja!“

Richtig wäre jedoch gewesen
„Hallo, Maria!“ und „Ja, komm, Maria!“

Das waren die schönsten Momente ‚an‘ Weihnachten, weil bei ersten Mal leise gelacht wurde und beim zweiten Mal schon etwas mehr.

Danach habe ich dann still bis zu „O Du Fröhliche“ durchgeschlafen. Dazwischen passten keine Höhepunkte.

„An Weihnachten“, wer hat damit nur angefangen?
„An Ostern“, „an Pfingsten“ …?

Das steht sogar in der Zeitung!
„Zu“ heißt das! Basta!

Da könnte man sich glatt aufregen, wenn es nicht das Fest der Liebe wäre. „An Fronleichnam“ würde mich nämlich weniger stören. „Happy Kadaver“ haben wir als Kinder gern gesagt. Dass 2016 nicht gerade ganz oben in der Hitparade stehen wird, das liegt schon am Fehlen von Bowie, Willemsen und Cohen.

Und weil der junge Pastor gestern aussah wie James Bond in dessen Phase der Defloration aber so sprach wie James kurz vor dem Abdrücken, habe ich beschlossen, dass ich nur sechs Minuten „Restless Farewell“ von Dylans Sinatra-Tribute zu dessen 80stem will. Das reicht.

„Abdrücken“ mit dem Revolver natürlich.

Gut war auch, dass ich gestern mehr Punkte bei „Make ’n‘ Break“ geholt habe als unsere Kurze. Ich habe seit 7 Jahren nicht mehr bei Memory gewinnen können. Leider habe ich bei „Make ’n‘ Break“ den hellblauen Holzstab einmal mit dem dunkelblauen verwechselt. Oma hatte schon dazwischen gerufen:

„Falsch, falsch, Du musst den schwarzen nehmen!“

Es gibt aber gar kein Schwarz. Das hat mich trotzdem einen Punkt gekostet. Der Anwalt wollte dann nicht mehr mitspielen, weil ich nicht hätte weiterbauen dürfen. Hach, „gnadenbringende Weihnachtszeit“, wenn er doch ein Gnädchen davon mitnehmen könnte.

Die Kurze hat das dann hinterher wieder gerettet:
„Er ärgert sich bestimmt nur, weil er langsamer ist als Du.“

„Du …. auch?“

„Nein, ist ja Weihnachten, da lasse ich Dich gewinnen.“

Das beste Lied der Welt ist von 1973 oder so

*Das beste Lied der Welt ist von 1973 oder so*

….

Musik höre ziemlich gern.
Ich kenne auch relativ viele verschiedene Lieder. Leider suche ich aber das beste Lied der Welt und ich kann es nicht finden.

Schwierig wird es, wenn man merkt, dass man nichts merkt, … weil man Fehler macht, die man an sich nicht liebt.

Das Wort ’schwierig‘ mag ich nicht. Es klingt so ähnlich wie ’schmierig‘, was auch ein fast häßliches Wort ist, rein klanglich.

Mir fällt auch gerade kein Lied ein in dem das Wort ’schwierig‘ vorkommt.

Also ohne Google. 🙂

Oder sind mehr Fehler so kurz vor dem Fest in der unruhigsten Zeit des Jahres eine Normalität?

Es fängt ja immer harmlos an.

Mich hat nämlich eine junge schöne Frau gegrüßt. Also die ging jetzt auch nicht mehr zur Schule, aber vor knapp 10 Jahren vielleicht schon. So würde ich das jedenfalls zu ihr sagen. Und ich wusste nicht, woher ich die kennen könnte, Schule war es nicht, weil sie ja mit denen vom Theater zusammen saß.

„Ich weiß genau, dass ich Sie von einer Bühne kenne, aber woher kennen Sie …. mich?“

Wir hatten uns vor 5 Jahren nach einer Premiere sogar unterhalten! Unverzeihlich, dass ich das nicht mehr wusste. Natürlich erinnere ich mich an das Gespräch am Ecktisch des Restaurants aber unverzeihlich ist, dass ich sie nicht sofort erkannt habe.

Zwei Tage später im Geschäft mit den gebrauchten Büchern und den preiswerten Kleidungsstücken fragt mich ein nicht sevhr großer Mann recht laut, ob ihm der Pullover steht.

„Nein, ‚Der ist zu groß!‘, würde meine Frau sagen“, sagte ich.

Bei der Jacke danach waren die Ärmel zu lang. Die Damen an der Kasse sahen das auch so, ich bin ein unsicherer Berater solange es nicht um Zahlen und Variablen geht.

Aber dann sagte er noch:
„Ich kenne Sie! Sie waren auch bei der Ausstellung! Und sie waren auch in der Kirche! Ich habe Sie gesehen!“

Das waren beides Veranstaltungen, die zwischen 2011 und 2013 stattgefunden haben müssen und bei beiden waren recht viele Menschen anwesend.

„Das ist aber erstaunlich, dass Sie das noch wissen, ich hätte das fast vergessen.“

„Ja, ich habe eine ‚Einschränkung‘ …. aber *Gesichter*, die vergesse ich nicht. Namen kann ich mir nicht merken. Ich habe nämlich eine Einschränkung.“

Jetzt fand ich das noch erstaunlicher, weil ich nämlich dachte, dass die Einschränkung auch auf meiner Seite liegen könnte, weil ich so viel vergesse.

Vergessen, das ist schwierig, aber es ist auch gut, wenn man das kann. Also manchmal.

Zum Beispiel habe ich 1973 oder 1974 mit meinem Tonbandgerät von Telefunken aus dem Radio ein Lied aufgenommen und ich habe lange gedacht, dass das von den Beatles ist.

Das war es aber nicht, ich habe nämlich alle Platten von den Beatles durchgehört, um genau dieses Lied zu finden. Es gibt von den Beatles weniger Lieder als man gemeinhin denkt. Das dauert gar nicht lange.

Ist es ’normal‘, wenn man seit 43 Jahren immer wieder daran denkt, dass man noch herausfinden muss, von wem ‚das Lied‘ war?

Ich habe das Tonband nämlich nicht mehr.

Das war ein „Shamrock“ für 4,90 DM. Habe ich bei Lehmensiek gekauft und es war die Blonde mit dem Seitenscheitel an der Kasse. Das Band war das im dunkelgrünen Karton. Es gab auch welche in hellem Grün, die waren rückseitig aber anders beschichtet und ließen sich noch schlechter spulen und wickeln. Fast wie die von Agfa. Die von Scotch und BASF waren deutlich besser.

Kauft also bitte keine Bänder von „Shamrock“, die machen wirklich nur Ärger. Das Lied war das vierte auf dem bespielten Band. Da war später auch „All I Want Is You“ von Roxy Music drauf und etwas von Lobo.

Dass ich den zweiten Teil des Shamrock mal überspielt habe, das ist fast ebenso schlimm wie dass ich nicht weiß, von wem das Lied ist.

Aber das wirklich Wichtige, das kann ich mir eben nicht merken, nur solchen Mist.

Ach so, es geht so:

„Tschacker, Tschacker, Hrum, Hrum.“

Also klanglich, ich habe den Text natürlich vergessen. Das lief in der Internationalen Hitparade mit Wolf-Dieter Stubel. Er hat vergessen zu sagen, wie das heißt oder ich habe zu spät auf ‚Aufnahme‘ gedrückt.

Jedenfalls weiß ich nicht, von wem das ist und wie es heißt. Das habe ich nicht vergessen, ich habe das nie gewusst.

„Mann, …. wie Beatles, eben“.

Auf Englisch. Tolle Melodie mit schönem Refrain. Dauert ungefähr drei Minuten.

Kennt Ihr das?

Leider wird das Lied ja immer besser, wenn man danach seit 40 Jahren sucht. Rückblickend denke ich, dass es das beste Lied der Welt ist.

Und ausgerechnet von dem suche ich jetzt seit 43 Jahren den Titel und den Namen der Gruppe oder dem Sänger.

Tolles Lied.

Solange ich das nicht finde.

.

Weihnachten #2

*Weihnachten*

…
„Music is the healer“, schreibt Sigmund von Zeit zu Zeit und damit hat er jedesmal recht.

Wenn ich Van Morrisons „Cleaning Windows“ von 1982 höre, dann denke ich zum Beispiel niemals daran, dass ich die Fenster putzen muss. Das ist eher wie nach einer langen Autofahrt zuhause anzukommen. Also so anzukommen, dass man noch drei Minuten im Auto vor der Haustür stehen bleibt bevor man aussteigt. Nicht so wie wenn man ganz schnell ins Bad muss. So ist das nicht mit Van.

Das geht sogar so weit, dass man manchmal Musik gern hört, die man vor 30 oder 40 Jahren ganz, ganz furchtbar fand. Heute erinnern die alten Lieder an früher und das ist dann gut so. Muss man aber heimlich machen, wenn man mal wieder Heilung braucht.

Meine Frau, die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, würde auch am Bild ihres Gatten verzweifeln, wenn er nun plötzlich „Sugar Baby Love“ von den Rubettes von 1974 oder so laut mitsingen würde. Oder sogar etwas von Mud. ‚Mud‘, das heißt ‚Dreck‘ oder so. „Tiger Feet“ zum Beispiel.

Oder „Hell Raiser“ von Sweet. Die brauchten zum Schminken schon damals länger als zum Stimmen der Instrumente. Die waren moderner als ich damals dachte. Man lernt ja nie aus.

Andererseits gibt es heute viel mehr schlechte Musik als früher, sodass das Radio meistens stumm bleibt. Vor allem gibt es immer dieselbe schlechte Musik. Die könnten ja auch mal andere schlechte Musik abspielen.

Es könnte aber sein, das die beim Radio denken, dass die Leute zum Nachhausekommen immer dieselbe schlechte Musik brauchen.

Die haben keine Ahnung.
Und bei „O Du Fröhliche“, da singe ich auch immer ganz laut und ganz neben den richtigen Tönen mit.

Das ist sogar dann gut, wenn es ein ganz blödes Jahr war, weil man ja bei „O Du Fröhliche“ auch auf dem Weg nach Hause ist.

…. wie im Western

*… wie im Western*

Im Western gibt es meist eine böse, dunkle Gestalt, von der man zu Beginn der fiktiven Geschichte schon beim Ritt durch die Prärie ahnt, dass sie die folgenden Spätnachrichten im TV verpassen wird.

Diese Menschen gibt es im  Ansatz auch in der Realität, dort aber, so glaube ich manchmal, bis in alle Ewigkeit unter verschiedenen Namen.

Das mit dem Parkplatz von heute lasse ich mal weg.
Eine richtig böse, böse Frau war das.
Der Mund war so klein und so verkniffen, das war eher ein Loch.
Ihren Mann kannte ich ja schon, der ist auch so.
Auch etwas kurz.

Man kann auch sagen, dass es Leute gibt, die sich durchsetzen wollen, egal ob sie im Recht sind oder nicht, egal wer ihnen gegenübersteht, egal wo und wann, im Straßenverkehr oder bei Lidl an der Kasse. Die brauchen häufig Anwälte.

Und um sich durchzusetzen oder im ihr Leben mit Leben zu erfüllen suchen sie … Streit.

„Dees ist ja, sag‘ ich mal, die höggschte Herausforderung für einen Spieler“, würde Jogi im Interview wieder sagen.

Im einem alten Western würde der Sheriff im Saloon zu seinem Hilfssheriff beim Whisky am hölzernen Tresen hingegen über den Gesetzlosen sagen:

„Der sucht nach dem einen Mann, der das eine Mal schneller zieht als er selbst, …. bis er ihn gefunden hat.“

Und auch, wenn der Sheriff alt und krank ist und John Wayne heißt, so ahnt man doch, dass er, der Alte, noch ein letztes Mal derjenige sein wird, der dieses eine Mal gegen Ende des Films …. schneller ist.

Bis das Gute siegt, dauert das meistens um die 90 Minuten.

Diese Hoffnung trägt den Film und wehe dem Film, wenn sie enttäuscht wird! Dann sieht man sich den kein zweites Mal an. Man will doch, dass das Gute siegt …. bevor man in den ‚Tagesthemen‘ danach wieder daran zweifelt!

In der Politik scheint es auch immer mehr Menschen zu geben, die derart denken und empfinden, also … auf der eher bösen Seite. Die ersten drei Plätze sind gerade fest vergeben.

 

Revolverhelden sind vieles, nur eines sind sie nicht:

Helden.

Ahnt man es nur?
Die Ahnung neuer vagabundierender neuer Revolverhelden auf Seite 1 der Tagespresse schleicht sich in dunklen Gassen von hinten … in den ‚Tagesthemen‘ an.

Und während sich das tippt, denke ich an einen, der die Steine auf dem Backgammon-Brett heimlich verschiebt, wenn seine Frau sich einen Tee aus der Küche holt …. während er über seinen nächsten Zug nur „nachdenken“ wollte.

Das Böse ist überall.

Warum nur nimmt sie das Brett nicht mit in die Küche?
Kann man doch!

–
„To me, the award is like pinning a medal on Mount Everest for being the highest mountain.“ Leonard Cohen about Dylan getting the Nobel Prize for literature

… mischen oder wischen …

*… mischen oder wischen …*
Man kennt das ja bei größeren Geburtstagen oder anderen Veranstaltungen, dass man gern das Heimspiel mit denen sucht, die man schon kennt.

Silvester ist ja auch so ein Fall.

„Was macht Ihr Silvester?“ ist so eine Frage, die man ebenso gern hört wie „Du, ist Deine Hose offen?“.

Sobald später das Tanzgeschäft beginnt, was für mich speziell zu Beginn stets etwas Aufgesetztes hat, versammeln sich die mit dem Haarwuchs im Gesicht in der Küche, am Buffet oder draußen zum Rauchen. Tanzen, das ist für Männer verbal oft besser als körperlich. Und das, obwohl man sagt, dass die oft nicht so gern sprechen!

Das sagt ja noch mehr über das Tanzen.

Tanzen, das sieht bei den meisten Männern etwas abgehackt aus, jedenfalls solange sie weiß sind wie ich.

Abgehackt, so ist das oft auch an den Tischen, die Kollegen sammeln sich am ersten, die Nachbarn am zweiten, die Freunde und Freundinnen der Frau am dritten.

„Three in one“ sozusagen.

Da liegt die Überlegung vorher in der Luft, ob man die nicht alle getrennt einlädt, weil die Kontakte ja doch nicht so richtig geknüpft werden. Aber dann muss man dreimal die Wohnung vorher putzen und morgens aufräumen, total unpraktisch.

Übrigens habe ich noch nie bei anderen in der Küche nachgesehen, ob in den Ecken frisch gewischt wurde. Meistens macht das Putzen nach einem Besuch vieler Freunde doch mehr Sinn als davor!

Die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, putzt sogar, wenn die Tochter der Verwandten uns zum Kaffee besucht!

Für mich sind sehr aufgeräumte, saubere Wohnungen, in denen nichts herumliegt, ein Grund mich schon zu schämen, dass ich lebe. Speziell, wenn alles hell und weiß ist. Dann kann ich gar nichts entspannt tun, weil ich Angst habe zu kleckern. Und wenn ich Angst habe zu kleckern, dann kleckere ich immer.

Zusätzlich kann es beim eigenen Einladen sein, dass der korrekte Mitarbeiter mit den sauberen Akten privat mit seinen Freunden kifft und unerkannt in den dunklen Ecken einer Stadt herumlungert. Das wird dann richtig schwierig ohne abgesprochenen Verhaltenscodex auf einer Party.

Sonst sagen die vom Amt hinterher vielleicht:
„Der ist ja fast wie ich!“

Uns die kiffenden Freunde sagen:
„Mein Gott, der ist ja ganz anders als ich dachte“ und wischen selbst beim nächsten Mal vorher.

Dann hat man keine coolen Freunde mehr!

Also:
Soll man Freundeskreise „mischen“?

Wichtiger noch:
Soll man vorher „wischen“?

Das große Gedeck

*Das große Gedeck*
Mein Gott, da hat man gerade eine Idee und eine Überschrift und schon denkt man an *die* große Gedeck. Die ist nie dieselbe, vermutlich fällt es mir deshalb so schwer, mir ihren Namen zu merken.

„Weihnachten“, das bleibt hingegen im Kopf.

Klar, ist ja auch immer genauso.
Und wenn es mal anders ist, dann ist etwas angebrannt oder die Geschenke waren falsch oder man hätte Mutti doch nicht einladen sollen.

Kurz:
Wenn Weihnachten nicht so ist wie immer, dann ist wirklich etwas „vorgefallen“.
Weihnachten ist nur *das* große Gedeck.
Es ist eigentlich genauso wie Lasagne selbst herstellen. Ewig viel einkaufen, mehrere Töpfe benutzen, oben richtig fett was drauf und dann lange warten. Und wenn man dann anfängt, ist es schon wieder vorbei und man will nur noch sitzen. Aber man hat ja noch den Abwasch.

Und obwohl das alles anstrengt, …. man will es ja trotzdem. Und so ist das Leben irgendwie auch.

Ist das jetzt besinnlich genug?
Oder muss das fetter?

Madagaskar oder Fehmarn

*Madagaskar oder Fehmarn*

.
Ich frage mich ja manchmal, warum die Zeit mit den Jahren immer schneller zu vergehen scheint.

Schon wieder Weihnachten?
Habe doch den Streusand „neulich“ erst zurückgestellt!

Udo Jürgens starb vor zwei Jahren?
War das nicht letztes Jahr?
Freddy Mercury starb vor mehr als 25 Jahren, John Lennon vor 36?

Eine Zeitreise mit hohen Geschwindigkeiten ist das.

Die Sommerferien waren früher unfassbar lang und das sind nur sechs Wochen gewesen! Oder Urlaub! Die erste Woche ist ewig lang, weil alles neu ist und die zweite so kurz!

Die Frage ist, was man gegen den zu schnellen Verlauf der Zeit tun kann, man bekommt ja keinen Nachschlag.

Noch mehr Eile, um noch mehr in weniger Zeit zu erledigen, das kann die Lösung nicht sein, weil dann ja noch weniger Zeit zum Herumsitzen bliebe.

„Man sollte einfach öfter am Meer sitzen“.

Das ist vermutlich die Variante, die die Zeit wirklich strecken kann. Das geht aber nur solange man dort sitzt! Wenn man das wochenlang tut, ist die Zeit hinterher wieder schnell vergangen, weil man wenig erlebt hat und nur herumsitzt.

Es ist eben …. schwierig.

„Zeit?“, das ist eine Frage, die man irgendwie zu selten mit einem „Ja“ beantworten kann.
Und Madagaskar wäre wirklich toll, aber spontan ein Stück Kuchen auf Fehmarn, das reicht heute vielleicht auch.

Einen Baum habe ich nämlich schon. Es war der hässlichste und krummste von allen, aber er hat zwei Spitzen!

Und die Kurze hat gesagt:
„Der braucht auch ein Zuhause!“

Das ging mir dann auch wieder zu schnell.

Beleidigendes

*Beleidigendes*

Wir sind alle schon einmal angepöbelt oder angemotzt worden. Auch Beleidigungen kennt ja jeder nicht nur vom Autofahren.

Es gibt auch Dinge, die man als Beleidigung empfindet, obwohl mancher das gar nicht so meint, wie der Hörer es hört.

„Du hast mich beleidigt“, das ist auch so ein moderner Satz, viele sind heute so schnell gefühlsmäßig angegriffen und nehmen eine wehrsame Haltung ein.

Bei mir verfängt da „Oberlehrer“ sofort, da werde ich sauer, obwohl das von Zeit zu Zeit sogar berechtigt ist, mich derart zu beleidigen.

Aber doch nicht *so*!

„Lehrkörper“, wenn das früher jemand sagte, dann schwoll mir der Kamm und ich fragte, ob ich dann auch das üble Wort „Schülermaterial“ verwenden soll.

Ich bin sehr sensibel, glaube ich.

Ich rege mich auch gern auf.

–
Aber das Schlimmste, was man jemandem, speziell Frauen, sagen kann, das klingt nicht böse, das hat eher Tradition. Es ist auch nicht aggressiv, zumindest nicht auf den ersten Blick.

Und wenn man dabei ganz harmlos lächelt, dann hilft das überhaupt nicht, weil sie sofort gedanklich abgewandert ist und sich fragt, ob da etwas dran ist.

„Sie“, das sind alle Frauen und keine will es hören.

Nicht einmal, wenn etwas Wahrheit darin steckt.

Ihr wisst ja, welche Beleidigung ich meine, die schwerste und schlimmste von allen?

Nein?

„Du bist genau wie Deine Mutter.“

Im Gespräch bleiben

*Im Gespräch bleiben*

.
Manchmal frage ich mich, was eigentlich besser ist:

Mit dem Hund in einer Fußgängerzone Gespräche zu führen oder laut in ein mobiles Endgerät Worte zu entsorgen.

Für den Außenstehenden hört sich das, abgesehen von der kindlichen Tonlage einem Hund gegenüber, fast gleich an.

Ich weiß es nicht, was besser oder schlechter ist.

Peinlicher wäre mir aber das Sprechen mit einem elektronischen Gerät. Es gibt auch immer mehr Menschen, die mir eine Sprachnachricht senden, so bei whatsapp oder so.

Höre ich mir gar nicht an.

Da muss man erst den Lautsprecher einschalten und dann einen stillen Ort finden. Es gibt mehr stille Örtchen als stille Orte.

Zusätzlich laufen viele ja mit dem Handy und dem typisch gesenktem Kopf durch die Welt. Ich selbst schreibe nur im Sitzen. Auch mit der bekannten Haltung.

Das erinnert mich dann auch wieder an meinen schwarzen Hund.

Der schafft es tatsächlich minutenlang mit zum Schnüffeln gesenktem Kopf durch die Stadt zu laufen. An sich ist das fast dieselbe Haltung, mit der der Mensch vor seinem Endgerät hockt. Das mache ich gerade auch und der Hund sieht mich am und denkt:

„Warum schnüffelt er nicht weiter unten?“

–

Genau.

Jetzt kommt es wieder:

„Gesendet mit der Telekom Mail App“.

Katia Giddens

*Katia Giddens*
„XDP, läuft bei Dir …“? 🙂

Ich habe jetzt ein X genommen, weil mir ein F zu freizügig war.

„Läuft bei Dir?“

Ich denke schon, denn seit jetzt knapp 2 Jahren hat sie neue Beine. Es waren zwei Sekunden damals in der Tagesschau, das macht pro Bein nur eine kurze Sekunde. Bei relativ langen Beinen, was wesentlich ist, denn wenn man eine Sekunde für das Bein einer Maus hat, ist das nämlich etwas anderes.

Der damalige Kameraschwenk wäre bei Mutti vermutlich nicht sonderlich aufgefallen, aber sie trägt ja auch keine kurzen Röcke sondern Hosen.

Bei dem Kleinen von den Linken hätte man gar nicht schwenken müssen. Ich komme tatsächlich nicht auf seinen Namen, der hat nicht viele Haare und ist Anwalt. Nun, das trifft auf den halben Bundestag zu. Ihr wisst ja, wen ich meine, den Berliner. Ist der aus Berlin?

Mann.
Der ist eloquent und hält den Kopf oft recht hoch, so wie kurz vor dem Ertrinken. Nobert Blüm meine ich nicht. Das Kinn ist energisch, aber nicht so energisch wie das von Bruce.

Düse?

„Unser Mann für Hamburg“, so hat die XDP für Katia geworben. Mir hat jemand stattdessen als Slogan das Folgende vorgeschlagen, leider habe ich doch gelacht, obwohl das natürlich nicht politisch korrekt war. Ich war allein!

Jetzt macht da bitte keine große Sache draus.

Er, den ich hier schütze und seinen Namen tief in meinem Inneren verschließe, hat vorgeschlagen:

„Sie läuft jetzt für uns. XDP.“

Das fand ich so daneben, dass ich das niemals vergessen werde.

–

Ich habe dann mehrere Monate später Katia kurz kennengelernt, im Mojo-Club, tief unten unter den tanzenden Hochhäusern an der Reeperbahn.

Rhiannon Giddens hat da aufgespielt.

Sie, also Katia, nicht Rhiannon, trug Jeans, aber das war mir ganz egal. Ich wollte nämlich vor der Show nur meinen Regenschirm hinter einem der Ledersofas in der Lounge verstecken und da saß sie allein mit einer Freundin. Es kann auch eine Parteifreundin gewesen sein. Das sieht man nicht so schnell, ob eine Freundin echt oder nur von der Partei ist.

An der Garderobe lange warten, das mag ich nicht, also suche ich mir oft Verstecke. Sie hat das gesehen und dann habe ich den Finger auf die Lippen gelegt.

Also auf meine, nicht auf ihre.

So nach dem Motto:
„Du und ich und das Geheimnis.“

Und ich glaube, sie fand Rhiannon ebenso gut wie ich, jedenfalls haben wir uns von Zeit zu Zeit angegrinst nachdem ich den beiden einen Platz am Soundboard gezeigt hatte. Ganz vorn, das hätte nicht zur Partei gepasst.

Andererseits fällt mir gar keine Partei ein zu der „ganz vorn“ heute passen würde.

Ihre Augen standen nach 5 Minuten nicht mehr so eng zusammen. Ich war trotzdem mehr von Frau Giddens in den Bann gezogen.

Vorn war auch mehr Licht.

Und im März spielt Rhiannon Giddens wieder im Mojo-Club, deshalb habe ich mich nämlich daran erinnert. Karte habe ich schon. Hoffentlich regnet es wieder.

Ein unvergesslicher Abend damals.

Ich wollte sie noch einmal sehen.