Weihnachten #2

*Weihnachten*

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„Music is the healer“, schreibt Sigmund von Zeit zu Zeit und damit hat er jedesmal recht.

Wenn ich Van Morrisons „Cleaning Windows“ von 1982 höre, dann denke ich zum Beispiel niemals daran, dass ich die Fenster putzen muss. Das ist eher wie nach einer langen Autofahrt zuhause anzukommen. Also so anzukommen, dass man noch drei Minuten im Auto vor der Haustür stehen bleibt bevor man aussteigt. Nicht so wie wenn man ganz schnell ins Bad muss. So ist das nicht mit Van.

Das geht sogar so weit, dass man manchmal Musik gern hört, die man vor 30 oder 40 Jahren ganz, ganz furchtbar fand. Heute erinnern die alten Lieder an früher und das ist dann gut so. Muss man aber heimlich machen, wenn man mal wieder Heilung braucht.

Meine Frau, die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, würde auch am Bild ihres Gatten verzweifeln, wenn er nun plötzlich „Sugar Baby Love“ von den Rubettes von 1974 oder so laut mitsingen würde. Oder sogar etwas von Mud. ‚Mud‘, das heißt ‚Dreck‘ oder so. „Tiger Feet“ zum Beispiel.

Oder „Hell Raiser“ von Sweet. Die brauchten zum Schminken schon damals länger als zum Stimmen der Instrumente. Die waren moderner als ich damals dachte. Man lernt ja nie aus.

Andererseits gibt es heute viel mehr schlechte Musik als früher, sodass das Radio meistens stumm bleibt. Vor allem gibt es immer dieselbe schlechte Musik. Die könnten ja auch mal andere schlechte Musik abspielen.

Es könnte aber sein, das die beim Radio denken, dass die Leute zum Nachhausekommen immer dieselbe schlechte Musik brauchen.

Die haben keine Ahnung.
Und bei „O Du Fröhliche“, da singe ich auch immer ganz laut und ganz neben den richtigen Tönen mit.

Das ist sogar dann gut, wenn es ein ganz blödes Jahr war, weil man ja bei „O Du Fröhliche“ auch auf dem Weg nach Hause ist.

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