Linksraucher und Zwanghaftes

 

*Linksraucher und Zwanghaftes*

 

Klar, die Gewohnheiten kommen irgendwo her.

Ich rauche nur links. Das ist blöd, weil die Aschenbecher im Auto immer rechts sind. Ich kann nicht sagen, wer da nur an Rechtsraucher denkt, aber es könnte daran liegen, dass wir Rechtsverkehr haben und die Mittelkonsole sich daher rechts vom Fahrer wölbt. Ich komme da nicht ran, selbst wenn ich es wollte. Einen Umzug nach England hatte ich auch kurz erwogen aber ich wollte europäisch bleiben.

Ach so, das mit dem Rauchen mit der linken Hand obwohl ich Rechtshänder bin, das lag an den Kontaktlinsen, die ich vor 40 Jahren begann, beim Fußball zu tragen. Nikotin an Fingern brennt in den Augen. Reinigt man die Finger mit Zitronensaft, was ich empfehle, so brennt das noch mehr.

Und selbst 25 Jahre nach „Karriereende“ bleibt so eine Gewohnheit bestehen. Ich habe mal versucht für eine Minute auf die rechte Hand zu wechseln, aber das geht nicht. Ihr könnt ja mal versuchen, Sachen, die Ihr einhändig rechts macht für eine Minute links zu tun.

Das ist neu und ungewohnt.

Mehrheitlich, so habe ich in einem Forum recherchiert, rauchen Rechtshänder rechts und Linkshänder links. Als Ausnahmen wird, hier als Beispiel für einen Rechtshänder, angegeben, dass am PC links geraucht wird, weil rechts die Maus bedient wird. Beim „Saufen“ würde auch oft links geraucht, weil das Glas rechts gehalten werde. So variabel bin ich nicht, ich rauche weder am PC noch trinke ich Bier.

Und jetzt kommen wir wieder auf die elektronische Handbremse zurück. Die sitzt links in den meisten Autos. Gut für Rechtsraucher, klar. Raucher werden schon diskriminiert aber als Linksraucher ist es noch mal eine Stufe hoch auf der Leiter.

Früher legte ich den ersten oder den Rückwärtsgang ein und die Bewegung endete im Ziehen der mechanischen Handbremse. Das ist einfach, das ist praktisch, das ist gut. Habe ich nie vergessen. Macht so Geräusche und man spürt danach diese Wärme im Oberarm, wenn sich die Muskeln entspannen.

Und mit diesem bekloppten Taster mit den Stellmotoren hatte ich schon in den ersten Wochen Probleme, die ich an anderer Stelle erwähnte.

Leider hat Pedro mich dann kürzlich angesprochen, weshalb ich „mitten auf dem Hof“ parke. Da war die Karre weggerollt, weil ich Gang und Taste vergessen hatte. Seitdem habe ich immer die Befürchtung, dass mir das nochmal passiert und ich gehe nach 100 oder 200 Metern zurück und kontrolliere etwas, was ich aber immer gemacht habe, nämlich diese doofe Taste drücken.

Demnächst wollte ich Plakate an das Auto kleben: „Hold Me Tight“, „Hold Me“, „Braking The Rules“ oder so etwas. Auch ein Aufkleber „Ich bremse auch für Tiere“ könnte als Erinnerung tauglich sein.

Aber seit drei Tagen muss ich das alles nicht mehr tun! Es geht von allein!

Wenn Ihr wissen wollt, ob 150 Pferde ein Auto mit angezogener Haltebremse wegziehen können, dann könnt Ihr mich fragen! Das geht keinen Millimeter! Die Bremse ist nämlich kaputt. Gut ist aber, dass das nicht auf einer einsamen Hochebene in Bolivien passierte, sondern in der eigenen Auffahrt. Der Hersteller wollte dann gleich abschleppen zur Reparatur. Die nennen das in Doppelbedeutung „hochnehmen“. Da wusste ich nicht, ob die vom Auto sprechen oder von mir selbst.

Dieser Taster ist eines der meistverkauften Ersatzteile, bei VW übrigens, hatte ich gar nicht erwähnt. Kostet 32€ und kann man vor Ort einstecken. Ganz ohne Abschlepparie. Kann man wissen, muss man aber nicht.

Endlich bin ich aber die Sorge eines einsam rollenden Autos erstmal los, jetzt suche ich einen mit Rechtslenker und Linksascher. Und mit so einer alten Handbremse von früher. Gern auch auf der linken Seite, die Asche sauge ich auch weg.

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„Time is a jet-plane, it moves too fast“

 

„Manspreading“ und „She-Bagging“

 

„Manspreading“ und „She-Bagging“

 

Wundervoll ist es doch, wenn man neue Begriffe lernen kann, um sich anschließend darauf zu konzentrieren, was einen ja „schon immer“ gestört hat – ohne dass man das vorher gemerkt hat.

„Manspreading“, das ist diese Art des breitbeinigen Sitzens eines Mannes, beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln, die mehr als einen Platz einnimmt.

Leider wird gerade diese Haltung von Männern auf weiblicher Seite als besonders „attraktiv“ wahrgenommen.

Jedenfalls ist das ein Ergebnis einer Studie gewesen, bei der 87% der befragten Frauen eine breitbeinige, männliche Sitzhaltung besonders ‚anziehend‘ fanden.

Trotzdem kann ich mich nicht daran gewöhnen, breitbeinig zu sitzen, aber irgendeiner muss ja die restlichen 13% versorgen.

„She-Bagging“ von der weiblichen Seite meint, dass eine Frau mehr Platz in einem öffentlichen Verkehrsmittel einnimmt als ihr zusteht, indem sie ihre Taschen auf den Platz neben sich stellt.

Ob viele Taschen und Tüten auf Männer „attraktiv“ wirken, das ist noch nicht untersucht worden.

Ich vermute hier einen eher abschreckenden Effekt, halte mich ansonsten aus privaten Gründen aber lieber raus.

Beide Verhaltensweisen lassen sich an sich durch rücksichtsvolles Verhalten des Mannes oder der Frau lösen ….. oder man stellt eben als Platzsuchende oder Platzsuchender eine Frage.

Wer sich breitmacht, signalisiert Macht und Anspruch.

Bei Männern scheint mir das eher einem Dominanzverhalten zu entspringen, bei Frauen mit Taschen nehme ich eher praktische Aspekte an.

Ja, bei Frauen drücke ich mich gern wohlwollend aus. 

Nun wird das „Sitzen“ aber in einigen Ländern und Städten durch Plakate in den Verkehrsmitteln thematisiert.

Dabei wird jedoch meines Wissens hauptsächlich die männliche Verhaltensweise zum Thema gemacht.

Zuletzt wurde das in Madrid so gehandhabt und dies war auch im „Spiegel“ nachzulesen.

Fast jede Regel, die aufgestellt wird, erzeugt Widerstände der Betroffenen oder lässt die Zahl derer wachsen, die die Einhaltung der Regel einfordern.

Das resultiert oft in größerem Ärger als man ohne die Regel gehabt hätte.

Wenn eine Frau viele Taschen neben sich hat, habe ich bislang eher gedacht, was ihr Mann wohl denkt, wenn sie nach Hause kommt.

Dass sie mir einen Platz wegnimmt, hätte ich nur gedacht, wenn ich sie besonders sympathisch gefunden hätte.

Jetzt, mit Kenntnis des Begriffes dafür, denke ich aber nur noch, dass die mir einen Platz wegnimmt.

Es ist nichts besser geworden, im Gegenteil.

Frauen stellen Taschen meiner Meinung nach ungern auf den Boden, weil die dann schmutzig werden.

Das ist mir heute bei Natalie von der Bank beim Kaffee aufgefallen.

Weil die Bank zu klein für uns beide war, hat sie beide Taschen hinter ihren Rücken gestellt!

Ich war zuerst da, sonst hätte Natalie auch ge-’she-baggt‘, wetten?

 

Andererseits passen bei „Manspreading“ und „She-Bagging“ beide Verhaltensweisen nahezu perfekt zusammen.

Vielleicht sollte man vorschreiben, dass „Manspreader“ und „She-Bagger“ immer nebeneinander sitzen sollten.

Zwischen seinen Beinen ist doch viel Platz für Ihre Taschen!

 

Gegenmaßnahmen für „Mansplaining“ und „Manterruption“ habe ich nicht.

Alle Begriffe stammen aus dem Jahr 2015, das scheint für Männer kein ‚Winner-Jahr‘ gewesen zu sein.

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„Time is a jet-plane, it moves too fast“

 

 

„Every Man Needs A Woman“

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*„Every Man Needs A Woman“*

Diesen Aufkleber, den Ihr unten seht, habe ich heute früh auf der Heckscheibe eines schwarzen Kleinwagens gesehen. Was ich nicht weiß, ist, ob es auch die Variante gibt, bei der ein Mann eine Frau hinauswirft und darunter ebenfalls „Problem“ und „gelöst“ steht.

Natürlich darf jede oder jeder ihr oder sein Automobil bekleben wie sie oder er es will. Aufkleberinnen und Aufkleber sollten jedenfalls gleichberechtigt sein. Und an den letzten beiden Sätzen sieht man schon, wie schwer es sein kann, gleichberechtigende Sätze zu schreiben.

Mein Lieblingswort ist in diesem Zusammenhang der „Bürgersteig“. Jeder Politiker spricht die „lieben Bürgerinnen und Bürger“ an, aber der Fußweg scheint nur für Männer zu sein, also muss es eigentlich „Bürgerinnen- und Bürgersteig“ heißen. Natürlich ist es anstrengend, so zu sprechen und zu schreiben und außerdem geht jede Maßregelung bei Worten teilweise am eigentlichen Problem vorbei. Zum Herumkritteln auf niedrigem Niveau ist das aber empfehlenswert.

*Mann* könnte jetzt auch mal spaßeshalber fett auf die Tonne hauen und mir ist gerade so, dass ich mir gern ein paar verbale und berechtigte Schläge abholen möchte. 🙂

In Kindergärten und Grundschulen arbeiten zum Beispiel, so meine Vermutung, zu 90% Frauen. Kinder brauchen jedoch auch männliche Erzieher!
Auch an weiterführenden Schulen sind die Lehrerinnen deutlich in der Überzahl.

Noch früher als der Aufkleber mir in die Augen sprang, hörte ich einen Radiobericht, dass männliche Kindergärtner unter dem Vorurteil leiden, dass sie entweder keine „richtigen Männer“ seien oder gar zur Pädophilie neigen. Das geht gar nicht und deutet auf eine Benachteiligung von Männern in diesem Fall hin.

Oder nehmen wir unangenehme Arbeiten wie die „Straßenreinigung“ und die „Müllabfuhr“. Da arbeiten fast ausschließlich Männer! Es gibt auch viel zu wenig Busfahrerinnen und Lokführerrinnen und Schornsteinfegerinnen! Brauchen wir auch da eine Quotenregelung? Meines Wissens wurde das noch nicht angedacht.

 

Früher gab es zwar „Frauenbeauftragte“ aber nie „Männerbeauftragte“, das erschien mir für viele Zeiten auch angemessen, weil Frauen auch bis heute in Vielem benachteiligt werden.

Heute spricht man von „Gleichstellungsbeauftragten“. Aber ich wette, dass von 100 Gleichstellungsbeauftragten 98 weiblich sind. Ist das „Gleichberechtigung“? Ist eine Männerquote bei den Gleichstellungsbeauftragten anzuraten?

In Goslar ist eine „Gleichstellungsbeauftragte“ vor 6 Jahren entlassen worden, weil sie meinte, ihr Amt so ausführen zu müssen, wie es das Gesetz vorsieht, nämlich in gleicher Weise für Frauen und Männer.

Männer sind ja bereits von ihrer Lebenserwartung her benachteiligt, das sollte man auch einmal aussprechen. Mindestens 5 Jahre kostet uns Männer das! Das ist mehr als eine ganze Legislaturperiode im Bundestag! Das könnte mich sogar zwei Kanzlerinnen oder Kanzler kosten!

Und jetzt müsst Ihr Euch anschnallen, weil es jetzt in eine scharf genommene Kurve geht.

Nonnen und Mönche werden laut Statistik annähernd gleich alt!

So!

http://www.klosterstudie.de/

Und jetzt erklärt mir mal bitte, woran *das* liegt! Und ich fordere jetzt auch eine „Gleichstellung“ und möchte die mir fehlenden zukünftigen Jahre haben!

…. aber ohne Kloster, bitte.

 

Und „Every Man Needs A Woman“ ist ein Song von ‚Bad Company‘ aus der Zeit vor den „Frauenbeauftragten“.

Dass die Kapelle so heißt wie sie heißt, hat mit dem Thema natürlich nichts zu tun.

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„Time is a jet-plane, it moves too fast“

 

 

Wer hat Angst vor’m bösen Wolf?

*Wer hat Angst vor’m bösen Wolf?*

 

Jeder hat irgendeine Angst, das ist ja recht natürlich. Allerdings kommen mit der zunehmenden Digitalisierung offenbar noch Ängste dazu. Ich zum Beispiel habe die Angst, dass ich irgendetwas vergessen oder liegen lassen könnte. Meine Sonnenbrille ist zum Beispiel seit gestern „auf Trebe“. Vielleicht hat sie eine gleichaltrige Sonnenbrillin getroffen und ist mit ihr durchgebrannt. Wenn ihr so ein Pärchen seht, dass verliebt die Gläser aneinander drückt, dann schreibt doch bitte kurz.

Zum Beispiel fürchte ich auch, ich könnte vergessen, mich anzuziehen und nackt an der Stammtankstelle nach dem Portemonnaie suchen.

Mancher hat auch eine ausgeprägte Telefonphobie.
Das muss ziemlich belastend sein, wenn man beruflich gezwungen ist, jemanden anzurufen. Ich habe diese Phobie nicht, ich habe nur keine Lust zu telefonieren und suche jemanden, der das für mich macht.

Nun greift jedoch die „Nomophobie“ um sich. Schon vor 5 Jahren sollen 66% aller Briten darunter gelitten haben!

„Nomophobie“, das ist eine Abkürzung:
„No-Mobile-Phone-Phobia“, also „Kein-Mobiltelefon-Angst“.

Das ist die Angst, ohne Mobiltelefon unerreichbar für soziale und geschäftliche Kontakte zu sein.

Ich habe das bislang nicht, weil ich ja nur schreibe und nicht telefoniere und meine Geschäfte halten sich auch in Grenzen und brauchen keine schnellen Antworten. Doch habe ich dieses mobile Gerät vergessen und nichts zum Lesen dabei und treffe niemanden, dann ist das schon etwas blöd. Fast so blöd wie wenn man kein Geld dabei hat und die Schachtel Zigaretten leer ist.

Ich habe aber „Bloodophobie“.

Es ist nämlich so, dass ich „Blood On The Tracks“ immer irgendwo greifbar haben muss und daher vermutlich um die 20 bis 30 Stück davon habe. Manche sind doppelt oder vierfach vorhanden, aber es gibt auch Spezialfälle wie die Millenium-Edition, die japanischen im Paperback und so weiter. Das Rot des Covers ist überall etwas unterschiedlich und deshalb braucht man auch so viele.

Und, habt ihr „Nomophobie“?

 

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„Time is a jet-plane, it moves too fast“

 

Von Erstbesaugung und Zweitbeheulung

*Von Erstbesaugung und Zweitbeheulung*

Mir war mal wieder eine neue Tätigkeit angeboten worden und weil die junge Frau, die mir davon berichtete, so sympathisch, klug und schön ist, bin ich hingefahren und habe mich darüber informiert.

Zum Schluß hätte ich da jeden Tag drei Stunden mit Zahlen und Symbolen jonglieren können, aber der Herr war wirklich cool, die Räume nahezu perfekt, der Ort auf vier Rädern mit einem 100er Schnitt in 10 Minuten erreichbar. Natürlich würde ich niemals die Honorarfrage stellen, weil es ja nicht so ist, dass ich etwas suche, sondern so, dass man mich mit einem wirklich guten Angebot gewinnen muss.

Kostenlos oder ehrenamtlich mache ich bereitwillig durchaus einiges, aber wenn man für Honorar arbeitet, dann darf man ruhig durchscheinen lassen, dass man einschätzen kann, was „man wert“ ist. Das spricht man aber nicht aus, es muss nur auf der Gefühlsebene wahrgenommen werden.

Die Waschanlage im Dorf hat dann den Ausschlag gegeben, dass ich das vermutlich einmal oder zweimal in der Woche mache, weil ich die dann nämlich jede Woche nutzen kann.

Die hat alles. Fast wie die sympathische, kluge Frau.

Einen separaten, automatischen Fußmattenreiniger und einen Sauger, der für 0,50€ volle 7 Minuten läuft! Für 2€ läuft er 24 Minuten. Offenbar benötigt der Umgang mit Zahlen in diesem Dorf noch ein Upgrade. Ich sauge zwar ansonsten kostenfrei, aber es ist ein gutes Gefühl, wenn man nach 3 Minuten fertig ist und so einen heulenden Sauger noch 4 Minuten in der Hand halten kann und überlegt, ob man vielleicht noch den Bordstein absaugt.

Am besten ist aber der Druckluftreiniger, ein handliches, kleines Gerät in Form eines schlanken Revolvers. Damit kann man jede Ritze unter den Sitzen oder am Armaturenbrett hervorragend ausblasen! Der kostet gar nichts! Allerdings braucht man schon einen Sauger danach, weil der Staub sich im Innenraum großzügig verteilt. Man kann auch Wassertropfen an schwer zugänglichen Stellen ausblasen, das ist ein wunderschönes Bild, wenn die so in alle Richtungen abhauen.

Ein tolles Gerät.

Wegen der ätherischen Öle von Kaffeebohnen habe ich ja bekanntermaßen unter dem Fahrersitz stets eine Schale mit einem Pfund Kaffeebohnen stehen. Ich habe aber auch zwei Gläser mit Kaffeebohnen neben dem Schalthebel, weil man dann wichtige Utensilien so dekorativ in die braunen Bohnen stecken kann. Das hatte ich nicht bedacht und wenn man so einen Druckluftpuster versehentlich auf ein Glas mit Kaffeebohnen hält, dann reicht eine halbe Sekunde aus, um einen Hagel von Bohnen bis unter den Himmel des Fahrzeugs hüpfen zu lassen. Das hat mich dann nochmal 7 Minuten für 0,50€ gekostet, weil ich den Druckluft-Revolver erst nach der Erstbesaugung entdeckt hatte.

„Erstbesaugung“ ist ein schönes Wort.

Das erinnert mich gerade an das kleine Kind, dem ich kürzlich keine Choco-Shells bereit war zu kaufen und als ich schlicht „Nö!“ sagte, und fragte, was das Kind nun zu tun gedenke, da sagte es:

„Dann *beheule* ich Dich solange bis Du das machst!“

Das endet also wieder so ähnlich wie einen Druckluftreiniger in ein Glas mit Kaffeebohnen zu halten, nur flüssiger. Man kann bei einem Kind auch nicht für wenige Cents Tränen wegsaugen, das ist wesentlich mühsamer, wenn man die Energie aufbringt, keine Choco-Shells zu kaufen.

Allerdings dauert es auch nur 7 Minuten bis man die Dinger besorgt hat. Der Sprit für den Weg kostet sogar weniger als 50 Cent.

Ich hab’s dann gemacht.

So eine „Zweitbeheulung“ hättet Ihr auch nicht ertragen.

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„Time is a jet-plane, it moves too fast“

 

 

 

 

Der graue Pullover ….

*Der graue Pullover ….*

…. ist schon ziemlich alt gewesen. Er ist aber nicht ergraut, der war schon immer so. Ich mag alle Farben von Schwarz bis Grau, auch das Dazwischen. Unauffällig trotz des kleinen Loches unter dem linken Ärmel war der, aber so bleibt man wenigstens als „der mit dem Loch“ in Erinnerung.

Jedenfalls waren wir am Strand, also die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, das kleine Mädchen, das viel größer wird, wenn man mal vom Display aufschaut und die kleine schwarze Hündin. Es wäre jetzt übertrieben zu sagen, ich sei der „Hahn im Korb“ gewesen.

Jedenfalls haben mich die drei Frauen wieder so nervös gemacht, dass ich den Pullover draußen im vollen Strandcafe vergessen habe. Das kann man als Begleitung auch mal sagen! Ich frage nämlich immer: „Alle da, alles mit, alles klar? Dann reiten wir los!“

Und dann weiß man nicht, wie der Laden heißt und ruft anderswo in der Nähe an, um erstmal den Namen des Cafés herauszufinden. Hat aber geklappt, mein Grauer war abgegeben worden. Da sitzen nämlich viele ältere Menschen, die noch wissen, wie wichtig so ein mit Lambswool umhäkeltes Loch sein kann.

Das Telefonat war am Sonntag, am Montag hatte ich keine Zeit, am Dienstag bin ich mit Kind und Hund zum Abholen gefahren. Da hatten die aber geschlossen, da waren nur starke Handwerker. Keiner trug meinen Pullover, das war schon mal gut.

Am Mittwoch bin ich das zweite Mal im Regen hingefahren, aber klar, bei Regen haben die geschlossen, da gibt es ja nur Freiluftplätze.
Das fiel mir beim Abstellen der Maschine ein.

Heute war ich dann das dritte Mal dort. Ich habe da schon einen eigenen Parkplatz und kenne die Ritzen der gebrochenen Gehwegplatten auf dem Effeff.

Es ist fast wie zuhause.

Leider hatte ich den jüngeren Bruder des grauen Pullovers in einen leicht dunkleren Grau angezogen.

„Dann beschrieben Sie doch mal den Pullover!“, hat der Chef gesagt als ich die junge Serviererin auf meinen alten Freund ansprach. Ich spreche bei eigenen Fehlern lieber Frauen an, die haben mehr Verständnis für männliche Schwächen. Vermutlich haben die auch alle einen aus meiner Schublade neben sich.

„Na, fast so grau wie der, den ich anhabe!“

„Und jetzt wollen Sie mir erzählen, dass sie genau den hier verloren haben? Sie haben doch schon so einen!“

„Doch, doch, aber der hatte unter dem Ärmel ein Loch! Mir geht es mehr um das Loch als um den Pulli!“

Dann hat er ihn auch gleich geholt, aber er sah mich etwas merkwürdig an.

Wenn ich die Fahrtkosten überschlägig ausrechne, dazu die Kosten für die Flussunterquerung, dann hätte ich auch einen neuen kaufen können.

Aber, richtig, der hätte ja das Loch nicht.

 

 

Die Trainerfrage

*Die Trainerfrage*

 

Der Neue bei Borussia Dortmund sieht irgendwie aus wie ein niederländischer Klon von Pep Guardiola und gute Anzüge tragen sie beide. Mehmet Scholl müsste wegen seiner Optik auch mal eine Top-Mannschaft übernehmen. Die ähneln sich alle etwas, aber Weltmeister wird man mit langen Haaren, rasiert und ohne Krawatte! Eben mit Espresso und Zigarette wie der Jogi. Optisch bin dann auch fast ein Weltmeister.

Aber manchmal denkt man ja, dass Trainer sozusagen nur zu Besuch sind.

Also wenn ich an der Tankstelle zu Besuch war, dann gibt es keine Eilmeldung. Und dass, obwohl ich da jetzt quasi zum Chef befördert wurde. Das ist mir an anderen Orten auch schon passiert, wenn ich da fast nichts tue.

Wenn man nichts macht, dann denken viele Leute, dass man der Chef ist.

Eigentlich stehe ich da ja an der Tankstelle nur herum und lese, der Hund liegt auf den Boden, weil die da eine Fußbodenheizung haben. Manchmal spreche ich auch mit anderen Menschen.

Natürlich habe ich auch den Drang, etwas zu tun, zum Beispiel die Frauenzeitschriften alphabetisch zu sortieren. Morgens lege ich auch gern die neuen ins Regal und sortiere die abgelaufenen aus, weil ich dann sicher bin, dass alle Fehler meine eigenen sind. Dafür bezahle ich den halben Becher Kaffee nie und alle Mädchen heben mir die Zettel vom Lottoaushang auf. Die kommen immer am Dienstag neu, also die Zettel, nicht die Mädchen.

Sie sind herrlich glatt und ihre Rückseite ist so unschuldig und rein wie das Kind in der Krippe. Ich schreibe so gern auf diesem Papier. Ich würde auch 2000 Blatt kaufen, aber das gibt es nirgendwo zu kaufen.

Als ich heute Kondensmilch und Zucker am Stehtisch nachgefüllt habe, da haben sich einige Männer vom Bau bei mir beschwert, dass die Deckel der kleinen Kaffeebecher sich beim Trinken leicht lösen, dann kleckert der heiße Kaffee auf das T-Shirt. Mir ist das Problem nicht unbekannt, weil ich die Beschwerde schon des Öfteren hörte.

„Das tut mir sehr leid“, sage ich dann gern.

Ich empfehle dann, einen großen Becher zu nehmen, weil das Problem dann nicht auftritt. Der ist etwas teurer und die denken vermutlich, dass ich eben Geschäftsmann bin.

 

Man kann leider einen kleinen Kaffee nicht einfach in einen großen Becher füllen, weil es dann Probleme mit dem Finanzamt gibt.

Wenn man zum Beispiel 500 kleine Kaffee verkauft und 100 große, aber nur große Pappbecher eingekauft hat, dann denken die im Finanzamt, dass 600 teurere große verkauft wurden und man dabei Einnahmen verschweigt indem man nur kleine Kaffees in der Kasse eintippt. Das würde ich auch denken, wenn ich beim Finanzamt den Kriminalisten geben würde.

Ich kam heute gar nicht dazu, die Süddeutsche durchzublättern, weil ich immer neue Chef-Argumente gebären musste.

„Sie sind doch hier der Chef!“, hat der mit der Becherklage zum Schluß gesagt.

„Kaufen Sie doch andere Deckel!“

Ich habe dann erklärt, dass die Deckel sehr gut sind, die haben sogar kleine Druckpunkte mit einem „C“, einem „S“ und einem „B“. Damit kann man beim Kauf mehrerer Becher anzeigen, ob der Kaffee sich schwarz, mit Zucker oder mit Milch im Becher versteckt. Ich weiß aber nur noch, dass „S“ für Sugar steht. Mit dem „B“ hatte ich wieder ein Problem. Ich stand ja unter Druck wie im Finale. Und er hatte ja das Kleckerproblem.

„B“ könnte für „black“ stehen und „C“ für „cream“, keine Ahnung.

 

„Ich bin auch gar nicht der Chef!“

Das habe ich dann schließlich gestanden als mir keine Becher-Argumente mehr einfielen.

Ich finde Chef-Sein ziemlich schwierig, weil man immer nett sein soll, aber eher Negatives als Positives hört.

 

Ich lege übrigens keine Pappkartons an der Stammtankstelle mehr zusammen, weil der wahre Chef mich dafür mal ‚rund‘ gemacht hat. Die waren falsch gefaltet, vermutlich weil ich den Hund noch an der Leine hatte.

„So geht das gaaar nicht. Du darfst hier gern Kartons zusammenlegen, aber dann musst Du das schon richtig machen!“, hat der zu mir gesagt.

Ich hatte mir eher Sorgen gemacht, dass dem irgendwann der kleine Hund auffällt, dessen Kopf auf meinem Fuß liegt. Schließlich darf der da gar nicht rein. Das müsste ich dem Hund erklären und das könnte schwerer werden, als ein Team taktisch klug einzustellen.

Aber wenn ich die ganzen halben Kaffees der letzten Jahre zusammenzähle, dann lasse ich mir so einen Satz für mehrere Tausend Euro schon mal sagen.

So viel Geld bekommt nicht mal Pep Guardiola für einen Satz!

 

 

 

Gewöhnungen

*Gewöhnungen*
Das ist schon erstaunlich, dass es nur das Wort ‚Gewöhnung‘ gibt und keinen Plural davon. Man kann sich nämlich an vieles gewöhnen.

Zum Beispiel an Piercings und Tattoos, ich habe davon zwar nichts aber dafür habe ich viele Gewohnheiten, die auch nicht immer preiswert sind.

Zuerst, so vor 15 bis 20 Jahren, als diese Tattoos auf dem Steißbein so modern waren, hat mir das gar nicht gefallen. Merkwürdigerweise sehe ich die gar nicht mehr. Vielleicht halten sich die Damen jetzt bedeckt oder ich bin seltener am Strand, aber weg können die ja nicht sein. Heute finde ich diese vielen Farben bei den Tattoos auf einem Arm richtig schön, aber ich musste mich vermutlich daran gewöhnen.

Männer mögen es ja selten richtig bunt.

Schwieriger war das mit der Gewöhnung bei den ersten Piercings in der Nase und in den Lippen, an Ohrringe bin ich schon so lange gewöhnt, dass ich mich an den ersten Blick nicht mehr erinnere.

Damals konnte ich mich gar nicht auf die jungen Frauen konzentrieren, weil ich immer sekundenlang auf so einen Metallring starren musste. In der Schule bei einer Nachfrage musste ich dann richtig oft nachfragen:

„Entschuldigung, ich war in Gedanken. Kannst Du das nochmal sagen?“

Gedacht habe ich meistens, ob das weh tut, wenn man Schnupfen hat, ob das undicht ist oder ob man bei so einem Ring mit der Zahnbürste hängenbleiben kann. Ich denke oft zuerst an ganz praktische Dinge.

Jedenfalls passiert mir das nur noch selten oder ich kann jetzt gleichzeitig schauen und zuhören.

Die Krönung war dann J-Punkt, die bei Stundenbeginn vor der Tafel neben mir stand, das Shirt kurz lüpfte und begeistert rief:

„Kucken Sie mal Ich habe jetzt ein Nabelpiercing! Das habe ich für die ‚2‘ in Mathe bekommen!“

Da schlägt man die Hände vor die Augen und sagt: „Toll, aber es reicht, wenn Du mir das sagst und nicht zeigst!“

Wenn ich in der Arbeit zwei Fehler übersehen habe, dann bin ich ja auch noch mitschuldig gewesen.

Dann habe ich daran mitgestochen.

Carpe Diem

*Carpe Diem*
Wo ich das las, weiß ich nicht mehr.

Jedenfalls erzählt die Geschichte von einem Taxi-Fahrer in Berlin. Menschen, die dort in ein Taxi steigen, finde ich mutig, weil die Taxifahrer dort nicht alle nett sind.

Jedenfalls saß die Frau hinten im Taxi und der Fahrer sprach kein Wort. An jeder Ampel griff er nach seinem Buch und begann zu lesen. Generell finde ich alle lesenden Menschen schon mal sympathischer als viele Taxifahrer in Berlin.

Und der Fahrer las an jeder Ampel so lange bis wieder „Grün“ war? Nein, der sieht ja die Ampel beim Lesen nicht! Der fuhr erst an, wenn es hinter ihm hupte!

Völlig entspannt!

Bewundernswert!

In Berlin gibt es seit 2014 auch den „VIP Quality Taxi Service“. Das ist sozusagen „Premium“ und der Fahrer hat den Höflichkeitskurs dann schon besucht. Dazu gehört, dass der Fahrer zum Beispiel „Guten Tag“ sagt und der Gruß kostet nichts extra!

Der Fahrgast soll „besser gelaunt aus- als einsteigen“. Dafür muss er aber ein „VIP-Taxi“ bestellen oder so. Dadurch würde meine Stimmung aber schon so weit im Vorhinein sinken, dass ich dann nur mit derselben Laune wie vor der Bestellung des Taxis aussteigen würde. Aber Schwamm drüber, die Idee ist ja gut. Nur dass dafür ein Kursus notwendig ist, das ist heikel.

Ein solcher Kurs wäre für die Deutsche Bahn auch eine gute Maßnahme.

Die stehen noch öfter zu lange als lesende Taxifahrer an Ampeln. Aber vielleicht haben die auch lesende Zugführer. Da hupt ja selten einer hinter denen. Man weiß es eben nicht.

Man könnte im Supermarkt an der Kasse auch gut meditieren oder Entspannungsübungen machen bis der nächste Kunde in der Kassenschlange einen auffordert, die Waren auf das Förderband zu legen.
In meiner Stadt fahren auch viele normale Leute bei ‚Grün‘ nicht los, aber ich würde niemals hupen. Ich finde es viel besser, wenn die das selbst merken.

Manchmal ist dann schon wieder Rot.

Es wird viel mehr gelesen als früher.

„Get Out Of This House“

*„Get Out Of This House“*

Ein fotografierter Teller?
Viele, viele Klicks und Likes!

Ein Katzenfoto?
Viele, viele Klicks und Likes!

Ein Hundebild?
Viele, viele Klicks und Likes!

Als Status „Scheißtag!“?
Viele, viele Klicks und Likes!

Der ‚covfefe‘ Tweet aus der höchsten Etage geht um die Welt und sorgt für Datenverkehr, fast wie „Viele, viele Klicks und Likes!“

Der Status der Kultusministerin bei Facebook heute früh war „YgpggjijxidouyiizTyZh“. Der hatte kurze Zeit später 77 Kommentare und hochgereckte Daumen.

Nebenbemerkung:
Die Autokorrektur schlug eben an Stelle von „Status“ den „Stuss“ vor. Die ist nicht doof, die Autokorrektur.

Wenn ein Lehrer bar jeden Gedankens einen 50cm langen Querstrich mit Kreide an die Tafel malt und sich dann schweigend vor seine Schüler an die Heizung stellt, dann kommt da uU viel Kreatives beim Assoziieren heraus:

Oben und Unten!
Herrschende und Masse?
Ständegesellschaft?
Die Trennung?
Das Vorher und Nachher?
Geometrie?
Eine Strecke!
Eine neue Einheit!
Der Horizont an der See?
Warum fällt der Staub nicht herunter?
Eine Waage?
Eine 100m Bahn?
Ein Kondensstreifen?
Eine erste Notenlinie?

Es kommt sehr auf das Fach an, auf welche Ideen man da kommen kann. Die kleine Vorgabe öffnet ein Hirnareal nach dem anderen! Oder man döst und wartet bis „er“ das erklärt, geht auch. Man muss nur länger Stille ertragen können als der Lehrer. So schwer ist das nicht, weil er ja allein ist.

Aber „YgpggjijxidouyiizTyZh“ ist thematisch zu eng gefasst, das löst nichts aus. „Kommt eben von oben“, dachte ich eben, aber das wäre unfair.

Ein Wisch über die Tastatur reicht eben heute für ein digitales Beben ohne Seele und ohne Herz von Helene.

„Get Out Of This House“!