*Carpe Diem*
Wo ich das las, weiß ich nicht mehr.
Jedenfalls erzählt die Geschichte von einem Taxi-Fahrer in Berlin. Menschen, die dort in ein Taxi steigen, finde ich mutig, weil die Taxifahrer dort nicht alle nett sind.
Jedenfalls saß die Frau hinten im Taxi und der Fahrer sprach kein Wort. An jeder Ampel griff er nach seinem Buch und begann zu lesen. Generell finde ich alle lesenden Menschen schon mal sympathischer als viele Taxifahrer in Berlin.
Und der Fahrer las an jeder Ampel so lange bis wieder „Grün“ war? Nein, der sieht ja die Ampel beim Lesen nicht! Der fuhr erst an, wenn es hinter ihm hupte!
Völlig entspannt!
Bewundernswert!
In Berlin gibt es seit 2014 auch den „VIP Quality Taxi Service“. Das ist sozusagen „Premium“ und der Fahrer hat den Höflichkeitskurs dann schon besucht. Dazu gehört, dass der Fahrer zum Beispiel „Guten Tag“ sagt und der Gruß kostet nichts extra!
Der Fahrgast soll „besser gelaunt aus- als einsteigen“. Dafür muss er aber ein „VIP-Taxi“ bestellen oder so. Dadurch würde meine Stimmung aber schon so weit im Vorhinein sinken, dass ich dann nur mit derselben Laune wie vor der Bestellung des Taxis aussteigen würde. Aber Schwamm drüber, die Idee ist ja gut. Nur dass dafür ein Kursus notwendig ist, das ist heikel.
Ein solcher Kurs wäre für die Deutsche Bahn auch eine gute Maßnahme.
Die stehen noch öfter zu lange als lesende Taxifahrer an Ampeln. Aber vielleicht haben die auch lesende Zugführer. Da hupt ja selten einer hinter denen. Man weiß es eben nicht.
Man könnte im Supermarkt an der Kasse auch gut meditieren oder Entspannungsübungen machen bis der nächste Kunde in der Kassenschlange einen auffordert, die Waren auf das Förderband zu legen.
In meiner Stadt fahren auch viele normale Leute bei ‚Grün‘ nicht los, aber ich würde niemals hupen. Ich finde es viel besser, wenn die das selbst merken.
Manchmal ist dann schon wieder Rot.
Es wird viel mehr gelesen als früher.