Der graue Pullover ….

*Der graue Pullover ….*

…. ist schon ziemlich alt gewesen. Er ist aber nicht ergraut, der war schon immer so. Ich mag alle Farben von Schwarz bis Grau, auch das Dazwischen. Unauffällig trotz des kleinen Loches unter dem linken Ärmel war der, aber so bleibt man wenigstens als „der mit dem Loch“ in Erinnerung.

Jedenfalls waren wir am Strand, also die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, das kleine Mädchen, das viel größer wird, wenn man mal vom Display aufschaut und die kleine schwarze Hündin. Es wäre jetzt übertrieben zu sagen, ich sei der „Hahn im Korb“ gewesen.

Jedenfalls haben mich die drei Frauen wieder so nervös gemacht, dass ich den Pullover draußen im vollen Strandcafe vergessen habe. Das kann man als Begleitung auch mal sagen! Ich frage nämlich immer: „Alle da, alles mit, alles klar? Dann reiten wir los!“

Und dann weiß man nicht, wie der Laden heißt und ruft anderswo in der Nähe an, um erstmal den Namen des Cafés herauszufinden. Hat aber geklappt, mein Grauer war abgegeben worden. Da sitzen nämlich viele ältere Menschen, die noch wissen, wie wichtig so ein mit Lambswool umhäkeltes Loch sein kann.

Das Telefonat war am Sonntag, am Montag hatte ich keine Zeit, am Dienstag bin ich mit Kind und Hund zum Abholen gefahren. Da hatten die aber geschlossen, da waren nur starke Handwerker. Keiner trug meinen Pullover, das war schon mal gut.

Am Mittwoch bin ich das zweite Mal im Regen hingefahren, aber klar, bei Regen haben die geschlossen, da gibt es ja nur Freiluftplätze.
Das fiel mir beim Abstellen der Maschine ein.

Heute war ich dann das dritte Mal dort. Ich habe da schon einen eigenen Parkplatz und kenne die Ritzen der gebrochenen Gehwegplatten auf dem Effeff.

Es ist fast wie zuhause.

Leider hatte ich den jüngeren Bruder des grauen Pullovers in einen leicht dunkleren Grau angezogen.

„Dann beschrieben Sie doch mal den Pullover!“, hat der Chef gesagt als ich die junge Serviererin auf meinen alten Freund ansprach. Ich spreche bei eigenen Fehlern lieber Frauen an, die haben mehr Verständnis für männliche Schwächen. Vermutlich haben die auch alle einen aus meiner Schublade neben sich.

„Na, fast so grau wie der, den ich anhabe!“

„Und jetzt wollen Sie mir erzählen, dass sie genau den hier verloren haben? Sie haben doch schon so einen!“

„Doch, doch, aber der hatte unter dem Ärmel ein Loch! Mir geht es mehr um das Loch als um den Pulli!“

Dann hat er ihn auch gleich geholt, aber er sah mich etwas merkwürdig an.

Wenn ich die Fahrtkosten überschlägig ausrechne, dazu die Kosten für die Flussunterquerung, dann hätte ich auch einen neuen kaufen können.

Aber, richtig, der hätte ja das Loch nicht.

 

 

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