Von Erstbesaugung und Zweitbeheulung

*Von Erstbesaugung und Zweitbeheulung*

Mir war mal wieder eine neue Tätigkeit angeboten worden und weil die junge Frau, die mir davon berichtete, so sympathisch, klug und schön ist, bin ich hingefahren und habe mich darüber informiert.

Zum Schluß hätte ich da jeden Tag drei Stunden mit Zahlen und Symbolen jonglieren können, aber der Herr war wirklich cool, die Räume nahezu perfekt, der Ort auf vier Rädern mit einem 100er Schnitt in 10 Minuten erreichbar. Natürlich würde ich niemals die Honorarfrage stellen, weil es ja nicht so ist, dass ich etwas suche, sondern so, dass man mich mit einem wirklich guten Angebot gewinnen muss.

Kostenlos oder ehrenamtlich mache ich bereitwillig durchaus einiges, aber wenn man für Honorar arbeitet, dann darf man ruhig durchscheinen lassen, dass man einschätzen kann, was „man wert“ ist. Das spricht man aber nicht aus, es muss nur auf der Gefühlsebene wahrgenommen werden.

Die Waschanlage im Dorf hat dann den Ausschlag gegeben, dass ich das vermutlich einmal oder zweimal in der Woche mache, weil ich die dann nämlich jede Woche nutzen kann.

Die hat alles. Fast wie die sympathische, kluge Frau.

Einen separaten, automatischen Fußmattenreiniger und einen Sauger, der für 0,50€ volle 7 Minuten läuft! Für 2€ läuft er 24 Minuten. Offenbar benötigt der Umgang mit Zahlen in diesem Dorf noch ein Upgrade. Ich sauge zwar ansonsten kostenfrei, aber es ist ein gutes Gefühl, wenn man nach 3 Minuten fertig ist und so einen heulenden Sauger noch 4 Minuten in der Hand halten kann und überlegt, ob man vielleicht noch den Bordstein absaugt.

Am besten ist aber der Druckluftreiniger, ein handliches, kleines Gerät in Form eines schlanken Revolvers. Damit kann man jede Ritze unter den Sitzen oder am Armaturenbrett hervorragend ausblasen! Der kostet gar nichts! Allerdings braucht man schon einen Sauger danach, weil der Staub sich im Innenraum großzügig verteilt. Man kann auch Wassertropfen an schwer zugänglichen Stellen ausblasen, das ist ein wunderschönes Bild, wenn die so in alle Richtungen abhauen.

Ein tolles Gerät.

Wegen der ätherischen Öle von Kaffeebohnen habe ich ja bekanntermaßen unter dem Fahrersitz stets eine Schale mit einem Pfund Kaffeebohnen stehen. Ich habe aber auch zwei Gläser mit Kaffeebohnen neben dem Schalthebel, weil man dann wichtige Utensilien so dekorativ in die braunen Bohnen stecken kann. Das hatte ich nicht bedacht und wenn man so einen Druckluftpuster versehentlich auf ein Glas mit Kaffeebohnen hält, dann reicht eine halbe Sekunde aus, um einen Hagel von Bohnen bis unter den Himmel des Fahrzeugs hüpfen zu lassen. Das hat mich dann nochmal 7 Minuten für 0,50€ gekostet, weil ich den Druckluft-Revolver erst nach der Erstbesaugung entdeckt hatte.

„Erstbesaugung“ ist ein schönes Wort.

Das erinnert mich gerade an das kleine Kind, dem ich kürzlich keine Choco-Shells bereit war zu kaufen und als ich schlicht „Nö!“ sagte, und fragte, was das Kind nun zu tun gedenke, da sagte es:

„Dann *beheule* ich Dich solange bis Du das machst!“

Das endet also wieder so ähnlich wie einen Druckluftreiniger in ein Glas mit Kaffeebohnen zu halten, nur flüssiger. Man kann bei einem Kind auch nicht für wenige Cents Tränen wegsaugen, das ist wesentlich mühsamer, wenn man die Energie aufbringt, keine Choco-Shells zu kaufen.

Allerdings dauert es auch nur 7 Minuten bis man die Dinger besorgt hat. Der Sprit für den Weg kostet sogar weniger als 50 Cent.

Ich hab’s dann gemacht.

So eine „Zweitbeheulung“ hättet Ihr auch nicht ertragen.

–
„Time is a jet-plane, it moves too fast“

 

 

 

 

Ein Gedanke zu “Von Erstbesaugung und Zweitbeheulung”

  1. Gegen Erstbeheulung meiner Enkelin bin ich total immun, da hilft ein Schulterzucken.
    Schwiegertochter hält das nie aus, ich meine die Erstbeheulung. Sicher denken aber Beide: Böser Opa !!!!

    Like

Hinterlasse einen Kommentar