„Manspreading“ und „She-Bagging“

 

„Manspreading“ und „She-Bagging“

 

Wundervoll ist es doch, wenn man neue Begriffe lernen kann, um sich anschließend darauf zu konzentrieren, was einen ja „schon immer“ gestört hat – ohne dass man das vorher gemerkt hat.

„Manspreading“, das ist diese Art des breitbeinigen Sitzens eines Mannes, beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln, die mehr als einen Platz einnimmt.

Leider wird gerade diese Haltung von Männern auf weiblicher Seite als besonders „attraktiv“ wahrgenommen.

Jedenfalls ist das ein Ergebnis einer Studie gewesen, bei der 87% der befragten Frauen eine breitbeinige, männliche Sitzhaltung besonders ‚anziehend‘ fanden.

Trotzdem kann ich mich nicht daran gewöhnen, breitbeinig zu sitzen, aber irgendeiner muss ja die restlichen 13% versorgen.

„She-Bagging“ von der weiblichen Seite meint, dass eine Frau mehr Platz in einem öffentlichen Verkehrsmittel einnimmt als ihr zusteht, indem sie ihre Taschen auf den Platz neben sich stellt.

Ob viele Taschen und Tüten auf Männer „attraktiv“ wirken, das ist noch nicht untersucht worden.

Ich vermute hier einen eher abschreckenden Effekt, halte mich ansonsten aus privaten Gründen aber lieber raus.

Beide Verhaltensweisen lassen sich an sich durch rücksichtsvolles Verhalten des Mannes oder der Frau lösen ….. oder man stellt eben als Platzsuchende oder Platzsuchender eine Frage.

Wer sich breitmacht, signalisiert Macht und Anspruch.

Bei Männern scheint mir das eher einem Dominanzverhalten zu entspringen, bei Frauen mit Taschen nehme ich eher praktische Aspekte an.

Ja, bei Frauen drücke ich mich gern wohlwollend aus. 

Nun wird das „Sitzen“ aber in einigen Ländern und Städten durch Plakate in den Verkehrsmitteln thematisiert.

Dabei wird jedoch meines Wissens hauptsächlich die männliche Verhaltensweise zum Thema gemacht.

Zuletzt wurde das in Madrid so gehandhabt und dies war auch im „Spiegel“ nachzulesen.

Fast jede Regel, die aufgestellt wird, erzeugt Widerstände der Betroffenen oder lässt die Zahl derer wachsen, die die Einhaltung der Regel einfordern.

Das resultiert oft in größerem Ärger als man ohne die Regel gehabt hätte.

Wenn eine Frau viele Taschen neben sich hat, habe ich bislang eher gedacht, was ihr Mann wohl denkt, wenn sie nach Hause kommt.

Dass sie mir einen Platz wegnimmt, hätte ich nur gedacht, wenn ich sie besonders sympathisch gefunden hätte.

Jetzt, mit Kenntnis des Begriffes dafür, denke ich aber nur noch, dass die mir einen Platz wegnimmt.

Es ist nichts besser geworden, im Gegenteil.

Frauen stellen Taschen meiner Meinung nach ungern auf den Boden, weil die dann schmutzig werden.

Das ist mir heute bei Natalie von der Bank beim Kaffee aufgefallen.

Weil die Bank zu klein für uns beide war, hat sie beide Taschen hinter ihren Rücken gestellt!

Ich war zuerst da, sonst hätte Natalie auch ge-’she-baggt‘, wetten?

 

Andererseits passen bei „Manspreading“ und „She-Bagging“ beide Verhaltensweisen nahezu perfekt zusammen.

Vielleicht sollte man vorschreiben, dass „Manspreader“ und „She-Bagger“ immer nebeneinander sitzen sollten.

Zwischen seinen Beinen ist doch viel Platz für Ihre Taschen!

 

Gegenmaßnahmen für „Mansplaining“ und „Manterruption“ habe ich nicht.

Alle Begriffe stammen aus dem Jahr 2015, das scheint für Männer kein ‚Winner-Jahr‘ gewesen zu sein.

–
„Time is a jet-plane, it moves too fast“

 

 

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