Das ist in gewisser Hinsicht als Thema schwierig, in dinglicher Hinsicht ist das mit der Treue aber relativ einfach.
Zum Beispiel bin ich einer einzigen Platte seit mehr als 40 Jahren treu. Die wichtigste von allen, die Lieblingslieder wechseln immer wieder, aber die Treue, die bleibt in der Summe immer die gleiche. So müsste das eigentlich immer sein.
Ende der 80er brauchte ich ein neues Auto, aber die kleinen Golf waren so gefragt, dass die viel zu teuer waren. Dann musste ich einen knallroten Passat mit Heckspoiler nehmen, eine Familienkarre, die ich nicht brauchte, die aber weniger kostete als ein gebrauchter Golf gleichen Alters.
Aber im ersten Sommer klebte das Plastiklenkrad. Das ist schrecklich, wenn ein Lenkrad bei Wärme klebt. Das habe ich dann reklamiert und ein Holzlenkrad gegen eine erträgliche Zusatzzahlung bekommen. Bezahlt habe ich das vom ersten Lehrergehalt. Und dem Lenkrad bin ich dann 260000km und 19 Jahre treu geblieben. So treu ist ja sonst selten ein Hund. Zum Schluss war das Lenkrad das älteste auf dem ganzen Schulparkplatz.
Es war nicht das Auto, es war wirklich das Lenkrad.
Das beste Lenkrad von allen, die ich je hatte.
Auf das Thema bin ich irgendwie nur gekommen, weil heute ‚Welthundtag‘ ist.
Den Sender habe ich neulich erst entdeckt, durch Zufall, weil „ZDF Kultur“ verschwunden war. Die haben jetzt einen names „Funk“ oder so für die junge Zielgruppe aber den gibt es nur im Internet.
Ich würde niemals im Internet fernsehen. Das ist ja noch schlimmer als ein Auto zu fahren, das so tut als könnte es alles allein. Mir ist das alles zu kompliziert. Schon ein Glühlampenwechsel macht ja einen Werkstattbesuch nötig. Beim Audi A6 bauen die dafür die ganze Stoßstange aus.
Dabei musste ich daran denken, dass ich bei den Autos aus den 90ern nicht mal den Motor abgestellt habe, wenn da ein Lämpchen ausfiel. Dafür brauchte man nämlich keine 30 Sekunden.
Vermutlich fahren deshalb heute auch so viele halbblind durch die Nacht. Die haben noch keinen Termin in der Werkstatt oder kein Geld für die Werkstatt. Aber dafür würde deren Auto den Weg zur Reparatur vielleicht auch ohne Licht finden während man selbst TV zuhause guckt.
Dog TV zum Beispiel, das ist ein Sender mit kräftigen Farben nur für Hunde. Eben lief noch „Relaxation“, das war für mich richtig erholsam. Leider fand mein Hund den Kamin deutlich entspannender und hat in den geschaut
Der denkt über Dog TV vermutlich so wie ich über selbstfahrende Autos.
Vor fast 40 Jahren, als Schüler, habe ich des Öfteren gedacht, dass ich, wenn das mit einem Beruf in meinen geburtenstarken Jahrgängen nichts wird, einen kleinen Tabak- und Zeitschriftenladen neben einer großen Schule aufmachen würde.
Da gab es an einer anderen Schule nämlich so einen und der brummte wie ein junger Bär, weil der Besitzer die Zigaretten unter anderem *einzeln* verkaufte. Vermutlich kostete damals eine Schachtel um die 3DM, schätze ich jedenfalls. Mit den Preisen schwindet auch meine Erinnerung. Und daher gab es eine Zigarette für 15 Pfennig. Dort wurden oft 4 Marlboros an eine kleine Truppe junger Raucher abgegeben.
Das wäre heute natürlich nicht mehr möglich, weil es sich nicht gehört, junge Menschen zu verführen. Aber es hat leider funktioniert. Der Kioskbesitzer fuhr einen richtig fetten BMW. Vielleicht war der BMW die eigentliche Idee.
Die kauften auch ihre Hefte dort. Es ist ja üblich, dass wenn Schüler für eine Klassenarbeit das Heft vergessen haben, sich ein neues Heft besorgen, weil der Lehrer sonst meckert. Und die Hefte kosteten für die eiligen Vergesslichen fast das Doppelte wie im Drogeriemarkt. Aber der hatte ja morgens um 7:30 noch nicht geöffnet.
Wenn man mal von einer mittelgroßen Schule mit 1500 Schülern ausgeht, dann schreiben die Schüler im Jahr insgesamt grob gerundet 50000 Klassenarbeiten. Für diese vergessen mindestens 10% das Heft, also ließen sich im Idealfall 5000 Hefte für den doppelten Preis jährlich absetzen.
Schon dadurch ließe sich bei einem Aufschlag von 0,50€ pro Heft ein Gewinn von 2500€ im Jahr erreichen. In 10 Jahren ist das schon ein neuer, gut ausgestatteter VW Golf, der nur durch Vergesslichkeit zu finanzieren wäre.
Der Hausmeister in einer Schule hat das genauso gemacht. Das war keine schlechte Idee. Hausmeister sind recht gut im Geschäftlichen. Früher jedenfalls hatte mancher mehr Geld als der Lehrer.
Und Sammelbilder für die ganz Kleinen, sehr wichtig. Und Brötchen zu 1€ mit Negerküssen darin oder Schokoschmatzern wie man das korrekt sagt heute, damit nicht einer gleich die große Verbalkeule rausholt. Und die Getränke billiger machen als die in der Schule! Da kostet ja ein schlechter Kaffee für Schüler auch schon einen Euro.
Und weil alle ein Handy haben und mindestens 10% davon nicht ausreichend geladen ist, könnte man PowerBanks zum mobilen Laden im Unterricht für 1,50€ pro Tag leihweise ausgeben, um die Kommunikationswege zu stabilisieren. Potenziell wären das 150 Kunden am Tag an 200 Tagen im Jahr. Ich will das gar nicht ausrechnen.
Und das meiste Geld ließ sich noch immer aus denen pressen, die am wenigsten haben, weil es davon die meisten gibt.
Und deshalb hätte ich niemals so einen Laden aufmachen können. Sonst wäre ich ja gleich Hausmeister geworden.
Wobei es heute auch andere Hausmeister gibt, zugegeben.
….. das hat Alissa kürzlich nebenbei gesagt, leider habe ich aber den Zusammenhang vergessen. Einen Zusammenhang zu vergessen, kann auch gut sein, weil man so unbeeinflusst über einen prägnanten Satz nachdenken kann. Das könnte man auch schon zu einer Regel erklären.
Beim Fußball hat zum Beispiel der Schiedsrichter immer verloren, weil sich meistens eine Mannschaft in mindestens einer Spielszene benachteiligt fühlt, die dem Spiel einen anderen Verlauf hätte geben können. Wer die Einhaltung von Regeln überwacht, kann nie bei allen Sympathien gewinnen.
Das Problem mit den Regeln könnte sein, dass einer sie macht und ein anderer sich daran halten soll. Dummerweise habe ich für mich selbst einige Regeln. An denen ist das beste, dass ich sie nicht immer einhalte. Zum Beispiel kann ich das für das Wochenende geplante Aufräumen problemlos wochenlang verschieben. Hält man aber die Regel mit dem „Am Wochenende sortieren“ nicht ein, hat man wochenlang ein schlechtes Gewissen. Daher ist es wieder gut, wenn man gar keine Regel aufstellt.
Mein Hund zum Beispiel, der macht manchmal die Regeln. Der will immer Stöcke apportieren und das bitte zwanzigmal. Meistens sage ich nur, dass er einen suchen soll und wenn er einen gefunden hat, dann werfe ich den auch. Abbrechen kann ich das auch, dann trägt er das Wurfgerät bis nach Hause.
Heute habe ich seinen langen Stock aber zum Schluss in die Büsche geworfen, der ist mir beim Wurf wegerutscht. Dann heult der vor den Büschen und ich rüttele an den Zweigen, weil er keinen Alternativstock will sondern seinen eigenen.
Da kommt man sich als Mensch schon etwas untergeordnet vor. Und genau das ist das wesentliche Problem mit Regeln, dass man sich unterordnen muss. Und meistens muss man für eine Alternative diskutieren. Jedenfalls mit Menschen. Den Hund muss man nur anleinen. Das ist bei Menschen schwieriger, wenn die eine Regel durchsetzen wollen.
Oder Maria, die hatte einen winzigen Yorkshire-Terrier, dessen Haupthaar oben mit einem Schleifchen festgehalten wurde. Dann musste sie einen Job mit viel Fahrerei beginnen und der Hund blieb meistens bei ihrem Freund. Zum Schluss hatte der gesagt, dass sie den Kleinen am Wochenende nicht mehr mitnehmen kann, weil der dann gar nicht mehr weiß, wo sein Zuhause ist.
Jetzt sehe ich ihn manchmal morgens im Park. Er wiegt 105kg, besteht aus reiner Muskelmasse, ist knapp zwei Meter groß, trägt Glatze und Vollbart zu seinen schwarzen Klamotten. Und dann tappst neben ihm ein 3kg-Hund. Das ist ein Beispiel für einen schönen Regelbruch. Er wirkt durch den Hund nicht bedrohlich sondern sanft wie ein junges Lamm. Er wird auch öfter von Frauen angesprochen. Allerdings lässt er die Schleife weg, sonst wären das vielleicht Männer.
Alt, das ist man, wenn man nur noch die Musik von früher hört und nicht mehr auf Entdeckungsreisen geht.
Vor 35 Jahren sind wir, drei Studenten, für eine Woche nach Sylt gefahren, um uns um „Free Groups“ in Mathematik zu kümmern. Das ist ein recht spezielles Gebiet, das keinen normalen Menschen interessiert, sehr theoretisch. Es gab vermutlich nicht mehr als 50 Menschen auf der Welt, die sich mit dem Zeug beschäftigten. Das Beste war eigentlich der Streuselkuchen mit Kirschen obwohl der Mohnkuchen auch gut war. Heute erinnere ich mich besser an den Kuchen als an die Freien Gruppen.
Jedenfalls haben wir jeden Morgen um 9 angefangen, das lag vermutlich daran, dass Steve sich immer von Black Sabbath wecken ließ. Immer dasselbe Lied und immer furchtbar laut. Zum Glück war ich vorher wach und konnte ab dem zweiten Tag die Brötchen holen. Ob Sabrina das mit ihm mal diskutiert hat, das weiß ich nicht. Ich glaube, das Stück hieß „Paranoid“. Das dachten ganz schön viele Leute, wenn die hörten, dass wir auf Sylt mathematisch arbeiten, auch.
Und der Steve hörte fast nur die Sachen von vor 10 Jahren vom Anfang der 70er! Da müsste er circa 15 gewesen sein. Und wir hatten gerade Punk und New Wave hinter uns und er kannte weder die Talking Heads noch The Undertones oder The Replacements. Damals dachte ich so, aber heute bin ich weiser, ich kenne nun vieles auch nicht mehr.
Das passiert relativ vielen Menschen: Sie bleiben akustisch der Jugend verhaftet.
Steve war für mich der erste ein wenig musikalisch „alte“ Freund in meinem Alter. Ansonsten war er gar nicht so, aber mit anderer Musik aus den 80ern konnte man ihm nicht kommen, zumindest sagt mir das heute meine Erinnerung. Erinnerungen sind aber auch kleine Betrüger.
Ich hatte alte Eltern, die von Heinrich George statt von Schimanski schwärmten und von Ruth Leuwerik und Therese Giese statt von Farah Fawcett in amerikanischen und Romy Schneider in französischen Filmen. Ok, Farah war eher für Plakate als Filme bekannt, das floss mir nur so ins Telefon. Leider kenne ich selbst heute in Talkshows kaum einen der anwesenden Prominenten. Nur Sophia Thomalla neulich kannte ich von Lidl, weil die mich immer angrinst, wenn ich mit zwei Packungen Toilettenpapier an ihr vorbeikomme, aber warum die zum Sprechen eingeladen wurde, das habe ich nicht verstanden. Natürlich würde ich die Maischberger und die Will gern sehen, aber manchmal muss ich schon überlegen, wie die anwesenden Politiker heißen. An sich geht nur noch der Presseclub obwohl der Frühschoppen mit Werner Höfer und den Weingläsern ein anderer Start in den Sonntag war. Fernsehen ist nämlich auch nicht mehr wie früher. Es gibt einfach zu wenig wunderbare Irre wie Klaus Kinski heute. Und Wein gibt es auch nicht mehr. Oder die Irren werden nicht eingeladen oder sie fahren Taxi, weil sie nicht so „mainstreamig“ sind.
Und wenn ich heute von den „jungen Musikern“ spreche, dann meine auch ich welche, deren erste Platten vor 20 Jahren erschienen sind. Die laufen bei mir unter „Nachwuchs“. Ich bin heute ein späterer musikalischer Bruder vom Steve. Das sage ich natürlich nur hinter vorgehaltener Hand.
Früher habe ich meine Oberstufenschüler manchmal ihre 3 Lieblingskapellen auf einzelnen Zetteln aufschreiben lassen, um meinen musikalischen Alterungsprozess in den letzten 3 Minuten vor 15:00 Uhr zu verlangsamen. Aber irgendwann schrieben die dann Platten auf, die sie in den Schränken der Eltern gefunden hatten. Das war mindestens ein Drittel, das das machte. Himmel, sogar Schüler waren mit 20 manchmal schon so alt wie ich. Keine „eigene“ Musik, um sich von den Eltern abzugrenzen oder von den anderen Generationen: Geht gar nicht!
Als Abhilfe habe ich jetzt vor ein paar Tagen einige CDs von Farid Bang und Kollegah aus dem Zimmer meines Sohnes ausgeliehen. Deutsch-Rap.
Es war niederschmetternd festzustellen, dass ich das nicht mehr verstehe und jetzt sehr, sehr alt bin. Wenn ich Neil Young heulen lasse, dann denkt mein Sohn über mich wie ich früher über Lilli Palmer und O.W. Fischer!
Man merkt das Altern auch daran, dass man die leckeren Sachen von früher versucht zu backen oder zu kochen. Quarktorte mit Grieß zum Beispiel oder Salzburger Nockerln. Oder Kartoffelklöße mit Pflaumen, Zimt, Zucker und zerlassener Butter. Leider kriege ich oft Soßen nie so „wie früher“ hin. Zum Fleisch, nicht zum Kuchen, klar.
Und jetzt habe ich „früher war alles besser“ schon in den Tasten.
Demnächst rede ich vermutlich auch noch von der „guten alten Zeit“, das ist zumindest nicht so falsch wie ich früher immer dachte. Ich rechne noch oft in Deutsche Mark um. Auch dies darf keiner wissen.
Ja, heute hat mir ein Freund der großen Kunst des Fußballs die Augen für die Taktik des Lebens weit geöffnet.
Er sollte mal mit seinem kleinen Schreibtisch hinter eine Tür ziehen während seine Geliebte zwei Zimmer mit Arbeitsmaterialien okkupierte, aber in der Wohnküche korrigierte. Hinter einer Tür legt sich nicht mal mein Hund auf sein Kissen, der bekommt den besten Fernsehplatz auf dem Sofa!
Und dann hat Dieter ziemlich, ziemlich laut gesagt:
„Frauen verhalten sich nicht wie Atletico Madrid, die sind im Zusammenleben wie der FC Barcelona unter Pep Guardiola!“
Das verstehen jetzt die Freunde des einen runden Balles sofort, den anderen versuche ich das knapp zu beschreiben.
Atletico ist eine defensiv ausgerichtete Mannschaft, die das Spiel nicht machen oder bestimmen will, aber trotzdem gewinnt. Die spielen auch mal schmutzig und es tut dem Gegner immer weh. Das spüren die Gegner deutlich.
Barcelona hingegen will das Spiel dominieren und will nicht, dass der Gegner überhaupt den Ball bekommt. Gegen die verliert man immer. Fast immer. Das Verlieren gegen Barcelona ist auf der körperliche Ebene eher …. schmerzfrei. Mental hingegen macht das einen Gegner furchtbar kaputt.
An sich ist damit alles gesagt und wir können die heutige Betrachtung abschließen.
Trotzdem einige Feinheiten:
Barcelona sieht einfach toll aus, also beim Spiel. Davon lassen sich Männer bei Frauen auch leicht einlullen, von der Schönheit des Spieles.
Atletico ist zwar unangenehm, aber selbst bei Niederlagen lassen die einem im Schmerz das Gefühl, dass man *vielleicht* auch hätte gewinnen können. Atletico gewinnt auf der selben Ebene, bei Schlappen gegen Barcelona kommt das Gefühl auf, man habe im Himmel antreten müssen.
Und so ist das mit Frauen auch, sagt mein Freund. Ich würde so etwas wie er niemals sagen, weil man dann nur noch männliche Freunde hat und keine weiblichen.
Ein einfaches Beispiel ist das mit der Wäsche bei meiner Frau, der besten Ehefrau von allen, die ich je hatte.
Seit 20 Jahren darf ich die Waschmaschine nicht bedienen. Da habe ich mal einen Fehler gemacht, weiß aber, dass das Einfüllen und Herausnehmen von Wäsche in einer ganzen Woche weniger Arbeit macht als ein Auto zu waschen und auszusaugen.
Ich hänge T-Shirts so über eine Leine, dass die obere Hälfte auf der einen Seite herunterhängt und die untere auf der anderen, vorher schlage ich die kurz aus und ziehe sie sanft in die richtige Feuchtform. Meine Frau hingegen will, dass ich sie mit zwei Wäscheklammern an den Schultern aufhänge, also die T-Shirts, nicht meine Frau.
Wäscheklammern?
lm Keller muss man das doch nicht machen, oder? Es ist da gar nicht windig. Gut, die doppelte Lage trocknet etwas langsamer, aber durch längeres Warten werden die auch trocken. Die Technik bei Socken und anderem Zeug lasse ich mal weg, im Prinzip ist das vergleichbar, aber meine Technik setzt mehr auf den Ablauf der Zeit als auf die Investition von Zeit. Männer leben nicht so lange wie Frauen, daran könnte das liegen. Andererseits würde ich auf ein Jahr mehr verzichten, wenn ich das vorher in Wäscheklammern gesteckt hätte.
Kurz:
Wenn meine Frau von mir „falsch“ aufgehängte Wäsche sieht, dann nimmt sie die wieder ab und holt ihre Wäscheklammern. Zusätzlich begleitet sie diese Technik verbal …. also eigentlich genauso wie wenn ich die Wäsche in der Maschine hätte stehen lassen.
Das mache ich dann auch.
Ich bekomme den Ball einfach nicht unter Kontrolle.
Wenn ich mich jetzt auf das „Abnehmen“ der Wäsche von der Leine fokussiere, ist das Ergebnis praktisch dasselbe. Barcelona kombiniert, der Gegner findet keine Mittel.
Ich lege die Handtücher, T-Shirts und die Unterwäsche und die Socken anders zusammen als es richtig ist. Meine Frau will zum Beispiel gerollte Sockenpaare, ich bevorzuge einen Knoten. Meine T-Shirt-Legetechnik ist sehr konstant und zielt auf ein DIN-A4-Format ab. Auch falsch. Ich hatte bei ihr mal einen Grundkurs belegt, aber ich mag den nicht nochmal machen.
Jedenfalls findet sie dann die drei von mir zusammengelegten Wäschestapel für sich selbst, Kind 1 und Kind 2. Meine eigene Wäsche drücke ich sofort in meine Schrankecke, dann sieht sie das gar nicht.
Und dann schüttelt sie *alles* wieder aus und legt das neu in ihrer besseren Technik zusammen.
Und deshalb wasche ich die Autos so gerne.
Ich habe auch schon überlegt, ob ich meine Frau bitte, die CDs nach dem Hören wieder in die Hülle zu legen, aber …. ich glaube, dass das nach 25 Jahren einfach zu spät kommt.
Es gibt ja Menschen, die mit Pflanzen und Bäumen sprechen.
Daran ist nichts ungewöhnlich, also solange es Mensch und Pflanze Gutes tut.
Der Unterschied, wenn man mit dem eigenen Hund spricht, besteht darin, dass der Hund alles versteht, was man sagt.
Automatisch erhöht sich auch der tägliche hörbare Wortoutput.
Ohne Hund denkt man, mit Hund spricht man, auch wenn man für Außenstehende allein zu sein scheint.
„Gleich, wir gehen ja gleich raus, ich muss mir noch die Zähne putzen“, ist so ein Satz im Bad am Morgen.
Oder etwas später:
„Wir trinken jetzt noch einen Cappuccino, dann gehen wir in den Park“.
Leider antwortet ein Hund nicht mit:
„Och nöööö, nicht schon wieder!“ …. aber das ist vielleicht auch ganz gut so, denn das würde die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, auch sagen.
Praktisch ist ein Hund wegen der Hygiene, also im wörtlichen Sinn als auch psychisch.
Klar, die Leute gucken komisch, wenn man mit dem Hund in der Fußgängerzone redet und sagt, dass er der „beste Hund der Welt“ ist.
Aber auch Tiere brauchen Lob!
Der legt bei dem Satz immer die Ohren an und schaut zu mir auf. 🙂
Ach, Hygiene, genau.
Der leckt ja sogar hinter dem Tresen an der Tanke alle Krümel weg, die müssen da seit Monaten nicht fegen.
Und zuhause wechselt man die Bettwäsche jetzt alle drei Tage.
Das ist schon schön am ersten Tag.
Keine Ahnung wie der das immer heimlich an das Fußende schafft. Der liegt dann mit den Beinen nach oben auf dem Rücken und man bewegt sich nicht, weil der Hund dann aufwachen könnte.
Ich glaube, meine Frau hat sich für den Hund auch das Schnarchen abgewöhnt.
Davon habe ich auch etwas!
Es ist jetzt still, aber ich muss die Füße eben dafür still halten.
Das ist schwerer als man zunächst denkt, man schläft ja zwischendurch ein.
Unpraktisch ist hingegen das eigene „Verschwinden“ im Leben mit dem Tier.
Erscheint man irgendwo ohne Hund, so klingt der erste Satz meist so:
„Wo ist denn Dein Hund?“
Ein „Hallo“ bekommt man dann manchmal auch noch.
Meistens ist das Thema ja schon gewählt. Es hat vier Beine. 😉
Mit Hund hingegen sagen selbst fremde Frauen etwas wie:
„Oooooch, ist der süüüüüß!“
Dann kann man das auf sich selbst beziehen und sagen, dass „mir das schon lange keine mehr gesagt hat“.
Gerade die ganz alten Damen werden dann plötzlich 30 Jahre jünger.
Kürzlich hatte ich bei Facebook mal wieder ein Rätsel. Das macht man so, wenn man sonst zu dieser Zeit mit der Zeitung oder dem Hund spricht.
An der Fleischtheke im Supermarkt kann man auch nicht jeden ansprechen, das macht man auf Friedhöfen auch nicht.
Die Lösung war ‚Daliah Lavi‘ und die Siegerin bemerkte am Rande, dass ich wohl ein „visueller Typ“ sei.
Das fand ich sehr interessant oder auch entlarvend.
Ja, ich telefoniere zum Beispiel nicht, aber das konnte die Rätselkönigin nicht wissen.
Mit Maschinen spreche ich auch nicht gern.
Daher mag ich die sogenannten „Anrufbeantworter“ auch nicht.
Die beantworten nämlich gar nichts und das Wort ist deshalb falsch:
„Anrufentgegennehmer“ würde schon besser passen.
Vermutlich kaufen diese ‚Beantworter‘ aber Menschen wie ich, die versuchen, Anrufe gerade nicht entgegennehmen zu müssen.
Zum Glück funktioniert unser Festnetztelefon seit 15 Monaten nicht mehr, weil ich den neuen Router nicht installiert habe.
Leider telefoniert meine Frau aber gern lange beim Bügeln.
Ein Interessenkonflikt.
Andererseits habe ich das Klingeln doch 24 Jahre ertragen.
Ich mache das mit dem Telefon nächste Woche, also im Herbst, sage ich mal.
„Visueller Typ“, also bei Daliah Lavi stimmt das wirklich, zugegeben.
Andererseits klauen ja alle Optisches unbewußt oder klaren Gedankens geschickt, was sie gern sehen oder sich zum Vorbild wählen.
Dylan zum Beispiel sah mal aus wie Woody Guthrie, das betrifft auch die Haltung. Oder dieses Vincent Price-Bärtchen, das scheint ihm 45 Jahre später auch gefallen zu haben.
Der ist zum Beispiel nicht nur beim Visuellen ein Dieb mit gutem Geschmack.
Er macht sich das Fremde oft so unmerklich zum Eigenen, dass Fachleute monatelang rätseln und nach den Quellen forschen müssen.
Der spricht auch nicht so gern öffentlich, der Bob. Aber wenn andere ihm auf der Bühne zuhören, findet er das trotzdem gut.
Vielleicht muss er das auch machen, weil er nicht anders kann.
Ich selbst habe auch schon oft geklaut.
Meistens bei Älteren, bei Kollegen zum Beispiel, die ich schätzte.
Der eine, der Germanist, schrieb alles mit Calligraphie-Stiften, 2mm breit. Die habe ich mir dann auch gekauft.
Und dann, „man weiß es ja nicht“, wird die eigene Schrift unmerklich aber langsam der anderen etwas ähnlich.
Oder liegt das nur am Stift?
Ein anderer, ein richtig toller Lehrer, ein Naturwissenschaftler, den die Schüler nicht zu schätzen wussten, der sprach so gestenreich mit den Händen und seine Worte wählte er langsam und mit Bedacht, fast wie Helmut Schmidt, Pausenkönig.
Der Physiker war leider zu weit weg von mir mit seiner Ruhe. Den hätte ich gern gestohlen.
Nur die Jahre hätte ich ihm gelassen.
Der wiederum hätte wohl gern meine Jahre gestohlen, ich hatte ja nur halb so viele wie er.
Das ist zum Beispiel ein unlösbarer Interessenkonflikt.
Visuell finde ich auch saubere Autos einen Blick wert. Aber verdreckt schaue ich nicht mal einem Maserati hinterher.
Also einem verdreckten Maserati, ich dusche morgens.
Mir fällt jetzt kein Vergleich zu Frauen ein, aber wenn die beste Ehefrau von allen sagt:
„Hast Du den gesehen?“, dann meint sie irgendeinen Mann.
Aber die kommen bei mir oft gar nicht bis zur Netzhaut. Das schaffen aber fast alle Frauen.
Leider kann man bei denen nicht klauen.
Meine Frau schimpft des Öfteren über meine Kleidungswahl und deshalb müsste ich mir das visuelle Stehlen bei den Männern eigentlich mal angewöhnen.
Und da war da noch Gerald.
Gerald war immer ganz zurückhaltend und still nickte er mit dem Kopf. Und „Hmmm“ machte er auch oft.
Das war sehr angenehm.
Er hat mir mal erzählt, dass er Bob Dylan an einer Autobahnraststätte getroffen hat, als der in den Zeitschriften blätterte.
Der trägt ja privat keine Cowboyhüte sondern der kauft eher in der Sportabteilung ein.
Und wer den nicht kennt, der denkt, dass das ein uralter Mann ist, dessen alter, rostiger Renault 4 vor der Aral verreckt ist.
Da muss man auf die Schuhe achten!
Die kosten bei Bob so viel wie ein gebrauchter, rostfreier Opel Corsa!
Jedenfalls hat Gerald ihm die Hand gegeben und „Hello, Bob“ gesagt.
Und mir hat er erzählt, dass Bob einen ‚ganz sanften Händedruck‘ hat und dass ’seine Hand ganz warm und trocken‘ war.
Also ich wäre ja auch ziemlich erschrocken, wenn Dylan mit einer kalten, feuchten Hand fest zugepackt hätte.
Aber nun weiß ich immer noch nicht, ob das Sanfte in Gerald vielleicht doch …. ein wenig „dylanesk“ ist.
Wäre es irgendwie komisch, wenn ich Gerald mal frage, welche Handcreme er benutzt?
Also ich habe mal in der Grundschule zu meiner Klassenlehrerin im Unterricht in der 1. Klasse „Mama“ gesagt.
Da haben die anderen ziemlich gelacht und die Lehrerin, Frau Beckmann, hat auch kurz Pause gemacht.
Jedenfalls kommt einem das ja so vor, wenn die Zeit still steht. Ich bin nie zu den Klassentreffen aus der Grundschule gegangen.
Wegen „Mama“.
Als Lehrer im Unterricht hat man ja die täglichen Highlights, auch wenn das andere gar nicht mitbekommen.
Das Beste war an sich, wenn erwachsene Schüler mich an der Tafel versehentlich duzten.
„Kannst Du das bitte nochmal sagen?“
Dann gab es leises Getuschel.
„Er hat ‚Du‚ zu ihm gesagt!“
… aber man selbst grinst heimlich zur Tafel und freut sich. Kam natürlich selten vor, ich bin auch nicht der Typ, den alle duzen wollen.
Wobei man mit naturwissenschaftlichen Fächern gut daran tut, auch Abiturienten stets zu duzen, weil das Fachliche schon kalt genug ist.
– Bei der Bundeswehr muss man ja jeden Vorgesetzten siezen, früher jedenfalls war das so.
Aber auch da gibt es Wege, die, die man nicht mag, besonders deutlich zu siezen.
Es bietet sich zum Beispiel der „pluralis majestatis“ an.
„Jawohl, Herr Feldwebel, wenn es Euer Wunsch ist!“
Dagegen ist wenig einzuwenden.
Einer hat mal gesagt:
„Flieger, ich bin allein!“
Vorgesetzte sind ja meist ein wenig einsam.
Ihr könnt das bei einem Chef durchaus testen. Interessant sind dann die Fälle, in denen die das gar nicht merken und „normal“ finden.
Markus Söder merkt das nicht. Nur als Beispiel. Er ist ja König von Bayern, wenngleich auf Abruf.
Damals habe ich auch viel falsch gemacht.
Zum Beispiel war es keine richtig gute Idee, mit der Freundin im Mannschaftsheim am Wochenende zu duschen, weil der „Sektor“ in Sichtweite der Fehmarnsundbrücke lag und nur 500m vom Strand entfernt war.
Auf der anderen Seite hatte der ‚Spieß‘ auch keine Lust, einen Bericht zu schreiben, weil der uU hätte fragen müssen, wie man was schreibt. Und das passt nicht, wenn man ganz streng sein will.
Der ist auch ganz schnell wieder raus. Man kann ja als Hauptfeldwebel keine nackten Frauen ins ‚Achtung‘ stellen. Da hatte der vielleicht Sorge, dass meine Freundin einen Bericht schreiben könnte.
Das mit dem Kotflügel, der wochenlang auf der Spind lag, war auch doof.
Den sollte ich auch wegnehmen, aber es steht jedem ja ein Kunstgegenstand zu und so habe ich den damals genannt:
„Kunst“
Musste dann nur abstauben.
Reinhard hatte irgendwie den Lack nicht bekommen, der saß immer „in Kfz“ oder wie das hieß.
Der Blick über den Fehmarnsund, das war für 12 Monate der Arbeitsplatz mit der besten Aussicht meines Lebens.
Auch wenn man das Ganze kritisch betrachten sollte, hat es große Vorteile, wenn man unter den blauen Klamotten eine Badehose tragen kann und in der Mittagspause am Strand Beach-Ball spielen kann.
Die Vorgesetzten durften da nicht mittun. Das muss bitter gewesen sein, schließlich waren die echt jung, sahen aber teilweise schon verlebt aus.
–
Und in den letzten Tagen hat mich die bekannte Schlagersängerin aus den 60ern und 70ern im Café immer geduzt.
So ist Dänemark.
Ich sieze die natürlich, würde ja auch keine andere Frau von über 70 duzen. Die darf das.
Es wäre auch nicht nett, über die alten Lieder zu sprechen, glaube ich.
Hund, Wetter und die Besatzungszeit in Berlin sind reizvoller.
–
Die „Anrede“ war auch in der Oberstufe nicht immer einfach.
Sicher regt man sich als Lehrer bei mathematischer „Faulheit“ auch mal auf und wird ’streng‘.
Da weiß man im Nachhinein selbst nicht, ob das berechtigt war oder ob man lediglich mehr ‚Aufmerksamkeit‘ brauchte.
Eine ist mir in besonderer Erinnerung geblieben in solchen ’strengen‘ Momenten.
Die ist jetzt selbst Lehrerin.
Die meldete sich genau dann, lächelte freundlich und sagte leise in die brennende Luft:
Sohn befindet sich auf einer Klassenfahrt und schreibt.
Mutter:
Hallo Stummi, wie war Dein Tag? Ich hoffe gut! Wie sind die Betten? Küßchen Mami 😘
Sohn, 85kg, 190cm:
Tag war mäßig, Planung komplett fürn Arsch, 8Std. im KZ verbracht. Gelände ist schon sick, das originale Tor von damals steht noch, sonst nur Steine auf dem Gelände. Aufstehzeiten zum kotzen: 0630. Keine Zeit abends mal richtig mit der Klasse abzuhängen. Morgen wieder ins KZ keine aus der Klasse hat da noch ansatzweise Bock drauf. Aber Betten sind in Ordnung ;)😘
Mutter:
Ach schade. Habt Ihr denn keine Führung und so? Aber jetzt könnt Ihr doch abhängen. Macht mal was nettes. 😍😘
Sohn:
Essen im KZ ist zu wenig, ein Stück Schweinefleisch mit bisschen Kartoffel usw. -> 7€😘
Mutter:
😳🙄 dann geht doch jetzt noch essen.
Sohn:
Habe für 5€ nen Döner gegessen gestern. Bekomme was gebracht 😉
Mutter:
Ah, gut 😉😃 viel Spaß noch 😍🙋🙆🤓
Kleine Tochter, übernimmt Handy von Mutter:
Mama ist gerade hochgegangen und muss noch telefonieren oder so. Ich schreibe jetzt für Mama. 😘😉
Sohn:
Ahja, jetzt schreibe ich also mit dem Kleingemüse ja?😄😘 Perfekt!❤ ja, die Geschäftsreisen hier und da gehören nunmal dazu 😘 bin ja bald zurück
Kleine Tochter:
❤ist voll langweilig ohne dich…😘
Bist ja nächste Woche zurück.
Sohn:
Diese Woche du Eumel😄😄 Freitag; )
Tochter:
Jap Bis nächste Woche👋😉
….
Upsi dann eben Freitag.
Ist auch besser so😘
muss jetzt duschen
Vaddern regt sich schon auf😂