*Ein kleiner Laden*
Vor fast 40 Jahren, als Schüler, habe ich des Öfteren gedacht, dass ich, wenn das mit einem Beruf in meinen geburtenstarken Jahrgängen nichts wird, einen kleinen Tabak- und Zeitschriftenladen neben einer großen Schule aufmachen würde.
Da gab es an einer anderen Schule nämlich so einen und der brummte wie ein junger Bär, weil der Besitzer die Zigaretten unter anderem *einzeln* verkaufte. Vermutlich kostete damals eine Schachtel um die 3DM, schätze ich jedenfalls. Mit den Preisen schwindet auch meine Erinnerung. Und daher gab es eine Zigarette für 15 Pfennig. Dort wurden oft 4 Marlboros an eine kleine Truppe junger Raucher abgegeben.
Das wäre heute natürlich nicht mehr möglich, weil es sich nicht gehört, junge Menschen zu verführen. Aber es hat leider funktioniert. Der Kioskbesitzer fuhr einen richtig fetten BMW. Vielleicht war der BMW die eigentliche Idee.
Die kauften auch ihre Hefte dort. Es ist ja üblich, dass wenn Schüler für eine Klassenarbeit das Heft vergessen haben, sich ein neues Heft besorgen, weil der Lehrer sonst meckert. Und die Hefte kosteten für die eiligen Vergesslichen fast das Doppelte wie im Drogeriemarkt. Aber der hatte ja morgens um 7:30 noch nicht geöffnet.
Wenn man mal von einer mittelgroßen Schule mit 1500 Schülern ausgeht, dann schreiben die Schüler im Jahr insgesamt grob gerundet 50000 Klassenarbeiten. Für diese vergessen mindestens 10% das Heft, also ließen sich im Idealfall 5000 Hefte für den doppelten Preis jährlich absetzen.
Schon dadurch ließe sich bei einem Aufschlag von 0,50€ pro Heft ein Gewinn von 2500€ im Jahr erreichen. In 10 Jahren ist das schon ein neuer, gut ausgestatteter VW Golf, der nur durch Vergesslichkeit zu finanzieren wäre.
Der Hausmeister in einer Schule hat das genauso gemacht. Das war keine schlechte Idee. Hausmeister sind recht gut im Geschäftlichen. Früher jedenfalls hatte mancher mehr Geld als der Lehrer.
Und Sammelbilder für die ganz Kleinen, sehr wichtig. Und Brötchen zu 1€ mit Negerküssen darin oder Schokoschmatzern wie man das korrekt sagt heute, damit nicht einer gleich die große Verbalkeule rausholt. Und die Getränke billiger machen als die in der Schule! Da kostet ja ein schlechter Kaffee für Schüler auch schon einen Euro.
Und weil alle ein Handy haben und mindestens 10% davon nicht ausreichend geladen ist, könnte man PowerBanks zum mobilen Laden im Unterricht für 1,50€ pro Tag leihweise ausgeben, um die Kommunikationswege zu stabilisieren. Potenziell wären das 150 Kunden am Tag an 200 Tagen im Jahr. Ich will das gar nicht ausrechnen.
Und das meiste Geld ließ sich noch immer aus denen pressen, die am wenigsten haben, weil es davon die meisten gibt.
Und deshalb hätte ich niemals so einen Laden aufmachen können. Sonst wäre ich ja gleich Hausmeister geworden.
Wobei es heute auch andere Hausmeister gibt, zugegeben.