Frauen sind wie Barcelona

Frauen sind wie Barcelona

Ja, heute hat mir ein Freund der großen Kunst des Fußballs die Augen für die Taktik des Lebens weit geöffnet.

Er sollte mal mit seinem kleinen Schreibtisch hinter eine Tür ziehen während seine Geliebte zwei Zimmer mit Arbeitsmaterialien okkupierte, aber in der Wohnküche korrigierte. Hinter einer Tür legt sich nicht mal mein Hund auf sein Kissen, der bekommt den besten Fernsehplatz auf dem Sofa!

Und dann hat Dieter ziemlich, ziemlich laut gesagt:
„Frauen verhalten sich nicht wie Atletico Madrid, die sind im Zusammenleben wie der FC Barcelona unter Pep Guardiola!“

Das verstehen jetzt die Freunde des einen runden Balles sofort, den anderen versuche ich das knapp zu beschreiben.

Atletico ist eine defensiv ausgerichtete Mannschaft, die das Spiel nicht machen oder bestimmen will, aber trotzdem gewinnt. Die spielen auch mal schmutzig und es tut dem Gegner immer weh. Das spüren die Gegner deutlich.

Barcelona hingegen will das Spiel dominieren und will nicht, dass der Gegner überhaupt den Ball bekommt. Gegen die verliert man immer. Fast immer. Das Verlieren gegen Barcelona ist auf der körperliche Ebene eher …. schmerzfrei. Mental hingegen macht das einen Gegner furchtbar kaputt.

An sich ist damit alles gesagt und wir können die heutige Betrachtung abschließen.

Trotzdem einige Feinheiten:
Barcelona sieht einfach toll aus, also beim Spiel. Davon lassen sich Männer bei Frauen auch leicht einlullen, von der Schönheit des Spieles.

Atletico ist zwar unangenehm, aber selbst bei Niederlagen lassen die einem im Schmerz das Gefühl, dass man *vielleicht* auch hätte gewinnen können. Atletico gewinnt auf der selben Ebene, bei Schlappen gegen Barcelona kommt das Gefühl auf, man habe im Himmel antreten müssen.

Und so ist das mit Frauen auch, sagt mein Freund. Ich würde so etwas wie er niemals sagen, weil man dann nur noch männliche Freunde hat und keine weiblichen.
Ein einfaches Beispiel ist das mit der Wäsche bei meiner Frau, der besten Ehefrau von allen, die ich je hatte.

Seit 20 Jahren darf ich die Waschmaschine nicht bedienen. Da habe ich mal einen Fehler gemacht, weiß aber, dass das Einfüllen und Herausnehmen von Wäsche in einer ganzen Woche weniger Arbeit macht als ein Auto zu waschen und auszusaugen.

Ich hänge T-Shirts so über eine Leine, dass die obere Hälfte auf der einen Seite herunterhängt und die untere auf der anderen, vorher schlage ich die kurz aus und ziehe sie sanft in die richtige Feuchtform. Meine Frau hingegen will, dass ich sie mit zwei Wäscheklammern an den Schultern aufhänge, also die T-Shirts, nicht meine Frau.

Wäscheklammern?
lm Keller muss man das doch nicht machen, oder? Es ist da gar nicht windig. Gut, die doppelte Lage trocknet etwas langsamer, aber durch längeres Warten werden die auch trocken. Die Technik bei Socken und anderem Zeug lasse ich mal weg, im Prinzip ist das vergleichbar, aber meine Technik setzt mehr auf den Ablauf der Zeit als auf die Investition von Zeit. Männer leben nicht so lange wie Frauen, daran könnte das liegen. Andererseits würde ich auf ein Jahr mehr verzichten, wenn ich das vorher in Wäscheklammern gesteckt hätte.

Kurz:
Wenn meine Frau von mir „falsch“ aufgehängte Wäsche sieht, dann nimmt sie die wieder ab und holt ihre Wäscheklammern. Zusätzlich begleitet sie diese Technik verbal …. also eigentlich genauso wie wenn ich die Wäsche in der Maschine hätte stehen lassen.

Das mache ich dann auch.

Ich bekomme den Ball einfach nicht unter Kontrolle.

Wenn ich mich jetzt auf das „Abnehmen“ der Wäsche von der Leine fokussiere, ist das Ergebnis praktisch dasselbe. Barcelona kombiniert, der Gegner findet keine Mittel.

Ich lege die Handtücher, T-Shirts und die Unterwäsche und die Socken anders zusammen als es richtig ist. Meine Frau will zum Beispiel gerollte Sockenpaare, ich bevorzuge einen Knoten. Meine T-Shirt-Legetechnik ist sehr konstant und zielt auf ein DIN-A4-Format ab. Auch falsch. Ich hatte bei ihr mal einen Grundkurs belegt, aber ich mag den nicht nochmal machen.

Jedenfalls findet sie dann die drei von mir zusammengelegten Wäschestapel für sich selbst, Kind 1 und Kind 2. Meine eigene Wäsche drücke ich sofort in meine Schrankecke, dann sieht sie das gar nicht.

Und dann schüttelt sie *alles* wieder aus und legt das neu in ihrer besseren Technik zusammen.

Und deshalb wasche ich die Autos so gerne.

Ich habe auch schon überlegt, ob ich meine Frau bitte, die CDs nach dem Hören wieder in die Hülle zu legen, aber …. ich glaube, dass das nach 25 Jahren einfach zu spät kommt.

Hinterlasse einen Kommentar