„Zeichen der Zeit“

*„Zeichen der Zeit“*

Das ist ein Buch, irgendetwas über die Geschichte Sachsens im 18. Jahrhundert. Ich kenne das Buch nicht, aber es steht seit Oktober 2016 auf meiner Liste der aus der hiesigen Bibliothek entliehenen Bücher.

Leider habe ich immer 30 bis 50 Produkte entliehen, auch viele CDs aus der besten Bücherei der Welt. Ich gehe da immer montags hin und habe die Lesekarte seit mehr als 40 Jahren. Die brauchen mich schon wegen der Statistik, vermute ich. Mein ganzes Studium habe ich mit den Werken der Bücherei gestaltet, manchmal lag ich damals jenseits der erlaubten 100er Marke.

Jedenfalls glaube ich nicht, dass ich „Zeichen der Zeit“ jemals ausgeliehen habe. Obwohl mir das schon beim Verlängern im Internet bis Januar oder so merkwürdig vorkam. Aber ich hatte auch „Zeit“ von Safranski entliehen und da kann man schon mal durcheinanderkommen.

Ist nun mal auf meinem Konto und wenn sich das nicht findet, dann kaufe ich das neu und die haben ihre „Zeichen“ wieder im Regal.

„Auf 40 Jahre umgerechnet sind das ja auch nur 0,60€ pro Jahr“, habe ich gesagt und die Frau Kunz von der Mahnabteilung hat sich gefreut, weil sie nämlich oft von Lesern angepöbelt wird.

Und jetzt hat sie mir das entflohene, nicht auffindbare Druckwerk schon zum dritten oder vierten Mal mahnkostenfrei, nunmehr bis Juni, verlängert. Ich spreche mit ihr monatlich einen Termin ab. Beim letzten gab es sogar einen Kaffee und diese Schokokekse von Aldi mit den großen Vollmilchstücken, amerikanisch sind die.

Es wäre wirklich ein Jammer, wenn dieses Buch irgendwann wieder auftaucht, schon wegen ihr und der Kekse. Frau Kunz hat immer gute Laune und das als Leiterin der Mahnabteilung!

Das kann gar nicht genug gepriesen werden.
Beim nächsten Mal bringe ich die Kekse mit.

School’s Out II

*School’s Out II*
Sehr geehrter Herr XXXX,

ich bedaure, dass Sie unser kurzes Telefonat als „unerfreulich“ empfanden.

Mein Ziel war lediglich, einen Termin zu einem kurzen, persönlichen Informationsgespräch mit Ihnen abzusprechen. Die war auch der Inhalt der SMS, die ich Ihnen vorher sandte. Sie sind Klassenlehrer und für mich der erste Ansprechpartner in einer Organisationsfrage.

Es ist das erste Mal, dass ich einen Gesprächswunsch Ihnen gegenüber äußerte. Diesem Wunsch haben Sie trotz wiederholter Nachfrage meinerseits nicht entsprochen.

–

Sie fragten mich weiterhin, Sie verstünden nicht „welches Problem Sie eigentlich haben, Herr MGB“.

Das hatte ich Ihnen am Telefon eigentlich ausreichend dargestellt.

Ich habe das „Problem“, dass mir Ihre rechtliche Grundlage für die Anforderung eines ärztliches Attestes vier Wochen nach dem dreitägigen Fehlen meines Sohnes fehlt.

Diese Frage halte ich für berechtigt und Ihre Antwort, das „sei an Ihrer Schule eben so“, ist für mich nicht ausreichend. Dass Sie das nach eigener Aussage „mit allen Schülern immer so handhaben“, ist für mich ebenso keine Begründung.
Eine generelle Attestpflicht ab dem dritten Fehltag eines Schülers an Ihrer Schule gibt es nicht, dies bestätigte mir auch die Schulleitung.

Sie behaupteten, ich habe diese Bestimmung auf „einem Blatt unterschrieben und zur Kenntnis genommen“. Bitte legen Sie mir dieses Schreiben mit meiner Unterschrift vor.

Weiterhin äußerten Sie, meinem Sohn entstünden „keine Nachteile“ dadurch, dass Sie sein Fehlen entgegen seiner und meiner Aussage als „unentschuldiges Fernbleiben“ betrachten. Auch dies halte ich für unzutreffend, da mein Sohn nun verpflichtet ist, ein „unentschuldigtes Fernbleiben“ von allen seinen Lehrkräften abzeichnen zu lassen.

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Nochmals zur Verdeutlichung:

H. war krank und hat dadurch keine Klassenarbeit versäumt. Er hat Ihnen seine Erkrankung pflichtgemäß per SMS mitgeteilt.

Während seiner Krankheit bin ich in der Schule gewesen und habe ebenfalls mitgeteilt, dass er krank ist.

Seitdem Sie sein Klassenlehrer sind, hatte er noch *keinen einzigen Fehltag* wegen einer Krankheit.

–

H. schätzt Sie und ihren Unterricht.

Er wirkt auf mich nunmehr enttäuscht von Ihren Reaktionen auf sein Bemühen, sich korrekt zu verhalten.

Weil Sie ein Attest fordern, ist H. jetzt, also vier Wochen später, eigenständig zu einem Arzt gegangen, um sich rückwirkend ein Attest ausstellen zu lassen. Dass derartige Atteste nicht akzeptabel sind, ist mir bewusst.

Ich verdeutliche hiermit lediglich die Unruhe, die Sie uns und H. mit ihrer Forderung seit Tagen bereiten.
Meinen Wunsch nach einer persönlichen Klärung wiederhole ich hiermit ein drittes Mal, jedoch nunmehr unter Teilnahme Ihres Schulleiters.

Mit freundlichen Grüßen
MGB

School’s Out I

*School’s Out I*
Der Große war ziemlich krank, am vorletzten Freitag vor den Osterferien habe ich zu ihm gesagt:

„Du hast Dich die letzten Tage hingeschleppt, heute bleibst Du im Bett, basta! “

Der ist ja schon 18 und würde sonst trotzdem gehen. Am Montag danach wurde irgendeine Arbeit geschrieben, die er nicht verpassen wollte, aber am Dienstag ging dann gar nichts mehr, eine Erkältung mit Fieber. Drei Tage hat er dann gefehlt, seinen Lehrer per SMS wie üblich benachrichtigt und ich bin auch noch in der Schule gewesen, weil beide Telefonnummern des Sekretariats keinen Anschluss mehr hatten.

Er war nämlich unruhig, weil er eine Beurlaubung für eine Vorstellungsrunde für zwei Tage in Berlin direkt nach den Ferien benötigte. Der Lehrer war nicht auffindbar, das Sekretariat öffnet nur für jeweils zwei getrennte Stunden am Tag, ansonsten ist es geschlossen.

Vom Direktor erhielt ich jedoch mündlich die Genehmigung für die Beurlaubung mit der Bitte, den Klassenlehrer darüber zu informieren.

Alles getan.

Aber nun sagt der Lehrer, sein Mobiltelefon sei nicht eingeschaltet gewesen und er fordert zusätzlich ein ärztliches Attest für die drei aufeinander folgenden Fehltage vor Ostern.

„Unentschuldigtes Fehlen“.

Das steht im Zeugnis und die anderen zehn Lehrer müssen das auch notieren und unterschreiben.

Eine Attestpflicht gibt es laut Schulordnung jedoch nur, wenn eine Klausur versäumt wird. Dass am dritten Fehltag ein Attest vorgelegt werden muss, steht nirgendwo, nicht in der Schulordnung, nicht in den Regelungen zu Unterrichtsversäumnissen in der Oberstufe, nicht im Schulgesetz.

Nirgendwo.

Ich habe den Lehrer schriftlich um Aufklärung in einem 10minütigen Gespräch gebeten, habe aber bislang keine Antwort erhalten.

Es handelt sich übrigens um die ersten Fehltage meines Großen in 18 Monaten bei diesem Klassenlehrer. In 8 Jahren Unterricht an dieser Schule hat mein „Diggah“ insgesamt 9 Tage aus Krankheitsgründen den Unterricht verpasst.

Er macht sich jetzt Sorgen wegen eines angeblichen Fehlverhaltens seinerseits.

9 Tage in 8 Jahren.

Mein Humor hat Grenzen.

Original und Fälschung

*Original und Fälschung*

Genau, das war vor 40 Jahren immer auf der letzten Seite in der „HörZu“, zwei Kunstwerke, eines davon mit zehn oft geschickt eingebauten, kleinen Fehlern, die man finden musste. Da war es sehr wichtig bei zwei Jungen in der Familie, dass man zuerst am Briefkasten war und die Suche starten konnte. Natürlich wurden die Fehler vom Ersten gnadenlos mit einem Kugelschreiber umkreist. Und wehe dem, der einen nicht fand und der zweite entdeckte den fehlenden, eine kleine Schande war das.

„Pah, war der ‚leicht‘!“, hieß es dann.

Gibt es das heute noch, „Original und Fälschung“?
Wer liest sie noch, die „HörZu“, es gibt mindestens 30 Kopien der alten TV-Zeitschrift.

Es wäre ein Grund, sie wieder zu kaufen, das alte Original unter 30 schlechteren Fälschungen.

Darauf komme ich nur, weil dieses Buch über die ‚Dämonen‘ mir in die Hände fiel. Und als ich eine Seite zufällig aufschlug, wie man das so bei unbekannten Büchern tut, da schlug es mir eben entgegen wie ein nasser Lappen.

„Castillo schrieb nicht mehr. ‚Wozu?‘, fragte er. ‚Pulgar macht mich besser nach. Was soll das Original in einer Welt von Kopisten‘? ‚Ihr seid der Meinung‘, fragte behutsam Palencia, ‚das Zeitalter sei früher origineller gewesen?‘ ….“
Und nun denke ich darüber nach, ob diese Frage heute so aktuell ist wie damals oder ob sich diese Frage nicht zu allen Zeiten stellt.

Nennt mir *Originale* von heute!

Über bestimmte Fragen

*Über bestimmte Fragen*
Computerfachmann, Informatiker, EDV-Spezialist, das sind sicher interessante Aufgabenbereiche. Trotzdem ist das das Letzte, was ich gern wäre.

Naja, es gibt noch anderes, was ich nicht gern wäre, aber ein Beruf, der auch im Privaten kein Ende findet, ist für mich keine gute Wahl.

Wenn jetzt der Nachbar zum Beispiel Zahnarzt von Beruf ist, dann fragt man den in der Halbzeitpause nicht, ob er mal einen Blick auf ‚fünf unten rechts“ werfen könnte. Proktologen werden übrigens privat in geselliger Runde auch keine Fragen gestellt.

Als Physiker kenne ich das in milder Form von Fragen zur Entstehung des Universums bis zur defekten Waschmaschine:

„Du bist doch Physiker, kannst das nicht ‚mal eben kurz‘ machen?“

Das war jetzt zur Waschmaschine und nicht zum Universum, darauf warte ich noch.

Aber PC-Fachleute, *die* haben es wahrlich schwer!

Jeder hat irgendein technisches Problem mit einer digitalen Maschine. Jeder. Da muss man gar keine Probleme suchen, um Fragen stellen zu können, die wachsen wie Unkraut überall und an allen Orten.

„Kannst Du mal kurz kucken?“, das ist die private Standardfrage bei Kaffee, Kuchen, Wein, Essen oder im Kino. Oder auf dem Spielplatz.

Und wie sollen die jetzt ihr „Nein, ich kann’s nicht mehr hören!“ so richtig kuschelig und warmherzig formulieren?

Nach ‚0‘ und ‚1‘ müssten die als drittes ’nö‘ lernen.

Sagt keinem, was ihr beruflich macht.

Oder sagt einfach ‚Stadtreinigung‘.
Da fragt auch keiner, ob ihr mal kurz privat den Müll rausbringt. Oder ihr sagt bei der Frage nach eurem Beruf „Ich bin ein Mann für gewisse Stunden‘. Oder eine Frau. Das ist sprachlich nie falsch.

With Or Without You

*With Or Without You*
Nein, es geht nur um einen Nebenschauplatz im wahren Leben. Es geht nämlich um die Parallelwelt im Netz.

Erstens war meine Flat durch das viele Fahren vor Ostern schon verbraucht und als ich dann wieder in den windigen Gefilden an der Küste war, habe ich einfach ohne Netz weitergelebt. Nicht ganz, aber überwiegend. Sogar dieses mobile Telefon habe ich nicht mal mitgeschleppt. Es hat etwas Befreiendes.

Romulus in Berlin habe ich auch nicht erreicht und er meinte, dass, wenn die alten Ägypter heute leben würden, eine Grabbeigabe in Form eines Datenvolumens üblich wäre. 10GB würden erstmal reichen, weil es soviel zu fotografieren ja nicht gäbe. Datenvolumen, natürlich einschließlich eines IPhone 7 in Gold, wenn es das gibt.

Nicht umsonst ist ein WLAN für junge Menschen heute ebenso wichtig wie ein Schlafplatz, Essen in ausreichender Qualität und ein Kopfhörer.

Das Erstaunliche ist, dass auch ich das Netz und seine Reaktionen doch vermisst habe und das in weit fortgeschrittenem Alter! Jedenfalls habe ich beobachtet, dass mir Kommentare zu Texten fehlen, wenn ich keine Texte schreibe. Ebenso fehlt der Blick auf mögliche Bilder bei mir, die in gewissem Grade eine digitale „Verwertbarkeit“ besitzen.

Und nun stellt sich die Frage, welche weiteren Grabbeigaben der Ägypter heute vorsehen würde.

Ich hätte gern „Blood On The Tracks“, weil „Time Out Of Mind“ noch belastender wäre.

Weitere Vorschläge für moderne Grabbeigaben?
Kosmetika waren im alten Ägypten schon üblich.
Bitte … moderner.

Macron und Altersfragen

*Macron und Altersfragen*
Alles hat seine Vor- und Nachteile.

Zum Beispiel ist es bei Frost im Auto nachts zum Schlafen zu kalt, andererseits müssen aber alle, die in ihrem Bett schlafen, morgens die Scheiben frei kratzen. Die bleiben nämlich frei, wenn man drinnen ruht.

Oder der Macron in Frankreich, der war ja als Finanzminister eine ziemliche Lusche, hat mir gestern ein Franzose in Luxemburg erzählt.

Andererseits hat er als Schüler seine Lehrerin ‚rumgekriegt‘ und hat die später auch geheiratet, die ist nämlich 24 Jahre älter als er. Und das finden die Franzosen so super, dass sie den vielleicht sogar zum Präsidenten wählen.

Der ist mir trotzdem deutlich lieber als diese dicke Blonde, aber das zeigt auch wieder, wie gefühlig es heute in der Politik zugeht. Andererseits wäre es kein Grund, eine Frau zur Kanzlerin zu wählen, nur weil die ihren 20 Jahre älteren Lehrer geheiratet hat.

Dann hätten wir nämlich ziemlich viele Kanzlerinnenkandidatinnen.

Und Vor- und Nachteile hat auch das Älterwerden. Der größte Vorteil ist vielleicht, dass man nicht mehr jeden modernen Unsinn mitmachen muss, ein Nachteil hingegen ist, dass man das oft trotzdem versucht. Es muss aber nicht so weit gehen, dass man sich mit 60 Tattoos stechen lässt und sich einen Undercut schneiden lässt.

Vor 30 Jahren arbeitete ich bei DESY in Hamburg, das war aber keine Frau, da waren fast ausschließlich Männer mit klaren Gedanken. Meine Freundin studierte Psychologie in Trier und hieß Lolita. Sie heißt heute auch noch so, aber ich weiß nicht, wie sie ihren Namen heute findet.

Jedenfalls bin ich dadurch vielleicht 30mal an Wochenenden von Hamburg nach Trier und zurück gefahren und zwar nicht nur, um in Luxemburg billig den Golf I mit Diesel vollzutanken.

Ein Vorteil war, dass mir das gar nicht viel ausmachte, diese 6 Stunden an die Mosel zu rollen, ein Nachteil war, dass ich in der Nacht von Sonntag auf Montag wieder zurück musste. Heute hingegen habe ich volle 9 Stunden für dieselbe Strecke gebraucht! Ich vermute, dass das gar nicht am Alter liegt sondern daran, dass ich den Pinkelrhythmus des Hundes unbewusst kopiere. Oder ich war früher zielgerichteter, das kann man heute nicht so gut sagen.

Oder es ist so, dass Lolita mehr Sog hatte als Bob Dylan, das ist auch möglich.

Das Liken im Leben

Das Liken im Leben

Mal ganz ehrlich: Ich kann gar nicht alle Musikvideos ansehen, die ich bei facebook ‚like‘, das würde ja Stunden dauern.

Ich „like“ das dann, weil ich es kenne oder zumindest den Song und ich „like“ das, weil ich denke, dass es den anderen freut, wenn er viele „likes“ bekommt.

Das sind dann natürlich in gewisser Weise und großenteils gefakte ‚likes‘, weil sich die Videos die meisten gar nicht ansehen.

Es könnte sogar so sein, dass derjenige, der das postet, es auch nicht gesehen hat.

Das ist wie das Essen von einem leeren Teller und danach den Koch zu preisen. 🙂

Aber alles immerhin voller Zuneigung durch „likes“.

Gefühle sind ja voll „in“ in diesen Zeiten.

Leider hat das auch gewaltige Nachteile, wenn man vor lauter Gefühligkeit den Kopf gar nicht mehr einschaltet.

So politisch zum Beispiel, Hauptsache, es trifft den Bauch der Zielgruppen.

Macht selten satt, funktioniert aber an vielen Orten.

Zu viel Gefühl verdummt. Da kann man nur hoffen, dass diese Welle nochmal zurückschwappt nach der Gefühlsflut.

Natürlich lesen nur wenige Menschen etwas längere Texte auf solchen Plattformen wie Facebook, und das ist auch verständlich, denn ein Posting von gestern ist ja so alt wie eine Zeitung vom letzten Jahr.

Geht ‚halt‘ alles fix hier.

Ebenso beeindruckend sind Fotos vom täglichen Essen, „like“ ich auch gnadenlos obwohl mir selten jemand etwas abgibt.

Ich habe das mit den Fotos auch zwei- oder dreimal versucht, aber es nervt mich schon beim Auffüllen des Tellers, wenn da Kleckse auf dem Rand sind.

Und im Restaurant ist mir das schlicht peinlich.

„Guck‘ mal, der knipst seine Pizza.“

Nicht gut für Fotos, das mit den Klecksern, aber zum Essen wirklich nicht schlimm.

Bis auf die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, kleckern wir alle regelmäßig, sogar der Hund kleckst beim Schlabbern.

Der Blick auf die Welt ändert sich.

Viele Fotos werden nur gemacht, damit man die ’sharen‘ kann.

„Digitale Verwertbarkeit“ und so.

Bevor ich dieses mobile Telefon hatte, besaß ich 50 Jahre lang nicht einmal einen Fotoapparat.

Man sagt heute vermutlich „Kamera“, klingt aber auch veraltet.

In den letzten Tagen habe ich mehrfach das Handy gar nicht mitgenommen, weil hier in Dithmarschen erstens meine Flat schon verbraucht ist und zweitens kaum Fotos ohne WLAN hochzuladen sind.

Dann sah ich heute ein Restaurant mit zwei Eingängen:

„Rauchereingang“ und „Nichtrauchereingang“.

Fand ich blöd, dass Frauen da gar nicht rein dürfen, aber ich habe das ausschließlich fotografiert, um es bei Facebook zu posten.

Das erschien mir doch leicht „gestört“. 🙂

Kochen ist wie Sex ….

*Kochen ist wie Sex ….*

… man muss es nicht gut können, um Spaß daran zu haben.
Das ist wieder ein richtig dämlicher Satz.

Da steckt wieder dieser Leistungsanspruch drin, der einem wirklich jede Freude rauben kann.

Nicht, dass ich jetzt gegen Leistung bin, wenn das angebracht ist, aber meistens wächst der Anspruch dort, wo ihn keiner braucht. In Mathematik braucht man den zum Beispiel.

Bei der Planung des nächsten 75sten Geburtstages jedoch nicht, sprach doch eine Frau, die ich gut kenne:

„Die Verwandten aus Hessen können sich die Reise nicht leisten. Aber wenn die kommen, dann machen die richtig gute Sachen. Aber Reinhard kommt ja nicht, der hat immer die besten Ideen, das ist schon mal gut für uns.“

Da bekomme ich Schüttelfrost.

Dieses ‚es muss besonders gut sein‘, das nervt. Und der Vergleich auch. Daran können Menschen richtig leiden, am Vergleichen.

Andererseits habe ich kürzlich auch eine kleine Rede für eine Verwandte gehalten, die war nicht gut geplant, war aber auch nicht nötig, weil ich das nicht vorhatte Und wenn die Assistentin mit dem schwarzen Haar mich nicht bei zwei Glimmstängeln gedrängelt hätte, ‚etwas‘ zu machen, dann hätte ich das auch gelassen.

Junge Frauen können alte Männer irgendwie ganz gut motivieren.

„Komm‘ ich helfe Dir auch …“.

Wer kann dann „Nö“ sagen?

Ich hatte lediglich vorbereitend bei Ebay einen 20 Jahre alten Playboy wegen des enthaltenen Heino-Interviews erstanden, und außer einigen Post-Its im Heft hatte ich nichts.

Damals stand Bill Clinton gerade vor der Wiederwahl. Ein gutes Thema.

Bill und so.

Das geht ja selten gut, wenn man sich nicht vorbereitet und nachdem ich die pinkfarbenen Gummihandschuhe angezogen hatte, konnte ich leider auch kaum noch im Playboy blättern.

Das hatte ich nicht ausprobiert. Schlecht.

Aber ich fasse keinen gebrauchten Playboy mit den Händen an, sorry. Da fehlte sogar das Poster in der Mitte und das für einen ganzen Euro! Das reißt ja keiner ohne Grund raus, auch vor 20 Jahren nicht.

Heino sprach damals auch schon in der dritten Person von sich, das ist sehr beeindruckend, mehr noch als der eigentliche Inhalt des Interviews.

„Heino kann es beim Sex auch richtig krachen lassen“ oder so, das zerstörte das Volksmusikerimage auf das Feinste.

Die anwesenden Herren um die 55 bis 65 konnten auch erst stiller zuhören nachdem ich ihnen einige Nacktbilder aus dem Heft gerissen hatte.

Männer sind manchmal leicht ruhig zu stellen und manchmal gar nicht.

Das war so dazwischen, weil die dann riefen:

„Gib‘ mal Dein Bild rüber.“

Männer bleiben ja irgendwie immer 16, bis ins Altersheim.

Die Damen aus diesem Heft kratzen heute auch an der 60er Marke, das habe ich wegen anwesender in sehr gutem Zustand befindlicher Damen aber erstmal verschwiegen.

Männer altern meist deutlich schlechter außer Rudi Cerne zum Beispiel.

Mein Gott, als hätten die Herren noch nie einen Playboy durchgeblättert. Könnten den doch auch abonnieren, der kostet heute kaum mehr als ein „Spiegel“, ist vom Druckbild her aber deutlich wertiger und erscheint nur monatlich.
Manch sparsame Gattin könnte man so sicher überzeugen. Oder nicht?

Jedenfalls liebt meine Verwandte Bata Illic, Heino und Udo Jürgens, Frank Sinatra auch und diesen Pople oder Büble oder Buble oder wie der gleich heißt.

Hübsch ist der, aber der macht eben auch nichts wirklich schmutzig. Nicht mal die Gedanken, schwach.

Und deshalb habe ich nur ganz vorsichtig ihre musikalischen Vorlieben veröffentlicht.

Richtig …. zart, fand ich.

Jedenfalls war das auch wieder daneben, vermute ich, habe ich doch den Kontakt jetzt offenbar erstmal verloren. 😉
Man sollte sich eben doch besser vorbereiten. Mehr Leistungsbereitschaft und so.

Andererseits werde ich öfter eingeladen, da freue ich mich wirklich jedes Mal ganz dolle. Aber mich lädt auch keiner ein zweites Mal ein!

Das macht mir mit fortschreitendem Alter immer mehr Sorgen. Ich selbst würde mich nicht mal zu einem ersten Mal einladen. Aber die meisten wissen das eben erst hinterher.

Eigentlich wollte ich allgemein über Leistungsansprüche und über Mathematik schreiben, das habe ich jetzt wegen Heino und den Nacktfotos total aus den Fingern verloren.

Schade.

Irgendwie beschleicht mich ein Drücken im Hinterkopf als ich hätte ich das alles schon mal erzählt. Aber das Suchen erzeugt auch so einen Leistungsdruck, kann ich gar nicht ‚mit umgehen‘.

Egal.

Es war eine von ‚Baywatch‘ auf dem Titel.
Vielleicht finde ich das Heft nochmal, aber mit dem Poster.

 

Eier muss man haben

Eier muss man haben

Ostern ist schon eine feine Sache solange keine Probleme an Kreuzen hängen.

Ich hab‘ es gern ruhig und ganz entspannt. Und, zugegeben, ich unterhalte mich auch gern mit Menschen, wenn schon welche da sind.

Jedenfalls saßen vier Erwachsene im Wohnzimmer, drei davon taten so als würden sie konzentriert Zeitung lesen und ich sagte irgendeinen Satz.

„Wir wollen jetzt Zeitung lesen und nicht sprechen“, sagte die beste Ehefrau von allen, die ich bis dahin je hatte.

Als dann später dieselbe fragte, ob jemand eine Tee oder Kaffee möchte, da sprach die Gräfin:

„Nein, wir wollen nichts trinken, setz‘ Dich doch auch hin.“

Meine Frau kann wirklich viele, viele Dinge sehr, sehr gut, aber die Sache mit dem Kaffee ist seit 25 Jahren noch entwicklungsfähig. Ist nicht schlimm, weil ich ja eh früher aufstehe und mein Tee angeblich gar nicht so schlecht ist … wie ihr Kaffee.

Aber ich lehne gern eigenständig auch einen eher schlechten Kaffee ab.

Natürlich entspricht alles den Worten dieses Knigge, aber eben nur den Worten und nicht dem Geist, der eigentlich in solchen Werken wirken sollte.

Dann war da noch mein Großer, das war dann beim Abendessen als das kleine Kind lieber spielen wollte und alle schon vorher kurz vor’m Platzen waren.

Mein Riese spielt nämlich einen richtig harten Sport mit richtig harten Jungs unter einem richtig harten, amerikanischen Trainer.

Leider verstehen manche amerikanischen Trainer auch bei der dritten Information über Oberstufe und Abiturprüfungen nicht, dass schulische Bildung in Europa einen ebenso hohen Stellenwert wie die sportliche hat, vielleicht sogar einen höheren, das wäre so meine eigene Bewertung.

Jedenfalls hatte der Trainer dann abends um 23:00 im Trainingslager in der spanischen Küstenstadt gesagt, dass die Jungs zum nächsten Morgen um 06:30 alle Spielzüge auswendig kennen müssen.

Der hatte offenbar vergessen, das etwas früher zu sagen. Etwas ungeschickt, finde ich, aber Schwamm drüber.

Und als sich mein Großer so zu Recht aufregte, da sprach die alte Gräfin mitfühlend:

„Ja, dann gehörst Du eben nicht in die Mannschaft!“

Steht vielleicht im Knigge. 🙂