*Über bestimmte Fragen*
Computerfachmann, Informatiker, EDV-Spezialist, das sind sicher interessante Aufgabenbereiche. Trotzdem ist das das Letzte, was ich gern wäre.
Naja, es gibt noch anderes, was ich nicht gern wäre, aber ein Beruf, der auch im Privaten kein Ende findet, ist für mich keine gute Wahl.
Wenn jetzt der Nachbar zum Beispiel Zahnarzt von Beruf ist, dann fragt man den in der Halbzeitpause nicht, ob er mal einen Blick auf ‚fünf unten rechts“ werfen könnte. Proktologen werden übrigens privat in geselliger Runde auch keine Fragen gestellt.
Als Physiker kenne ich das in milder Form von Fragen zur Entstehung des Universums bis zur defekten Waschmaschine:
„Du bist doch Physiker, kannst das nicht ‚mal eben kurz‘ machen?“
Das war jetzt zur Waschmaschine und nicht zum Universum, darauf warte ich noch.
Aber PC-Fachleute, *die* haben es wahrlich schwer!
Jeder hat irgendein technisches Problem mit einer digitalen Maschine. Jeder. Da muss man gar keine Probleme suchen, um Fragen stellen zu können, die wachsen wie Unkraut überall und an allen Orten.
„Kannst Du mal kurz kucken?“, das ist die private Standardfrage bei Kaffee, Kuchen, Wein, Essen oder im Kino. Oder auf dem Spielplatz.
Und wie sollen die jetzt ihr „Nein, ich kann’s nicht mehr hören!“ so richtig kuschelig und warmherzig formulieren?
Nach ‚0‘ und ‚1‘ müssten die als drittes ’nö‘ lernen.
Sagt keinem, was ihr beruflich macht.
Oder sagt einfach ‚Stadtreinigung‘.
Da fragt auch keiner, ob ihr mal kurz privat den Müll rausbringt. Oder ihr sagt bei der Frage nach eurem Beruf „Ich bin ein Mann für gewisse Stunden‘. Oder eine Frau. Das ist sprachlich nie falsch.
Nun weiß ich endlich, warum mich keiner was fragt, wenn ich meinen Beruf sage. Chemie ist weit weg von einem Gesprächsthema.
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