Über Liebesromane

Über Liebesromane

Hier geht es um „Unterhaltung“ im besten Sinne und zwar -schwerpunktmäßig- um die während langer Autofahrten, allein mit Hund, zuletzt meist in Richtung ländlicher Gebiete der Provence oder Italiens.

Auf dem Weg dorthin schlafen wir im Kombi, mit 190cm-Matratze und heimischer Bettwäsche.

Ich bin leider zu faul, mir für eine Nacht eine hundefreundliche Pension zu suchen. Oder für zwei an verschiedenen Orten.

Außerdem sind 100€ für 6 Stunden Schlaf und eine 5-minütige Dusche finanziell kaum vermittelbar.

Man duscht da, wo Trucker duschen. Einfach.

Für einen Hunderter bekommt man 20 gebrauchte Hörbücher, mein Gott.

Dem Hund ist es völlig egal, was der Fahrer im Auto hört, Musik, HörCD, er schläft sowieso, gern mit dem Kopf neben dem Schalthebel oder der Handbremse.

Sekundenlang -beim Bremsen- öffnet er müde die Augen, das ist seine Form einer kleinen Beschwerde.

Er liebt lange Strecken, keine Ahnung, weshalb. Allein hätte ich auch keine Lust dazu.

Er ist eigentlich eine „Sie“, aber es heißt ja „der“ Hund.

„Ja, aber ….“

Nicht meckern jetzt, es bleibt beim „Er“ und bei „der Hund“.

Er heißt „Miss Moneypenny“.

Etwas lang, aber er hört auch auf „Uschi“.

Ja, „Bücher“, gleich, nicht so ungeduldig, bitte.

Meine liebsten und am öftesten gelesenen, gedruckten Bücher gibt es -leider- nicht als eingesprochene Version zum Einschieben in einen Schlitz.

Das wären -nur als Beispiele- „Joseph Fouche“ von Stefan Zweig oder „Der Heilige“ von C.F. Meyer.

Oder „Der Fürst“, der ist immer aktuell.

Beide ersten „verdichten“ Geschichte, einmal die Zeit der Französischen Revolution, das zweite spielt mehr als 500 Jahre früher.

Übrigens: Navid Kermani for Bundespräsident!

…. ein schwieriger Moment gerade.

Na gut:

Ok, ich habe „Der Schatz im Silbersee“ auf 22CDs, das reicht für einen Tag und eine Nacht.

Der beste Vorleser, der je auf Erden wandelte, hat das gelesen. Ihr wisst ja, wen ich meine, seinen Namen vergesse ich ständig.

Und „Silbersee“ ist sehr leicht konsumierbar, leichter als „Die Buddenbrooks“, die er auch las.

Bei Thomas Mann passiert einfach zu wenig.

Keine Überfälle, kaum Pferde, kein Henry-Stutzen, keine Zweikämpfe, schade.

Kein schlechtes Buch, aber eben kein Autobahn-Werk.

Da braucht es „Leichtigkeit“.

Ich höre auch nicht richtig zu, ich kenne den „See“ quasi seit über 50 Jahren auswendig.

Ich schiebe einfach eine beliebige der CDs rein und kenne nach einer Minute die Lage von Winnetou und den anderen Gestalten.

Mehr als eine davon höre ich nicht am Stück, höchstens zwei.

Seit mehreren Jahren rolle ich auch mit den Büchern von Nicolas Barreau.

Das sind Liebesromane.

Ein Franzose, der die Frauen kennt und männliche Gefühlslagen traumhaft sicher und amüsant beschreibt.

Kurz: George Clooney ohne Bilder, aber mit seinem Augenaufschlag.

Er beschreibt die Frauen realistisch, also nahezu ohne eine einzige schlechte Eigenschaft.

Nicolas wird -leider- keinen Literatur-Nobelpreis bekommen, trotz seiner zahlreichen Qualitäten.

Der Franzose kann auch „Film“, niemand „macht“ bessere Filme, wenn es um Paare geht.

Wie er das macht, der Nicolas Barreau?

Ich vermute, dass er sich eine Frau aus der Realität sucht, die er regelmäßig sieht, aber gar nicht kennt.

Männer können sich keine fiktive Frau vorstellen, auch Nicolas nicht. Ich würde mit ihm gern darüber sprechen. Leider kann ich nur Deutsch, Englisch, Latein und etwas Italienisch.

„Latein“ ist einer der Fehler meines Lebens.

Würde ich selbst einen Liebesroman schreiben, würde ich mir heute zum Beispiel Marta Kostyuk vorstellen.

Oder Melika Foroutan.

Die gehen beide ihrer Arbeit mit großer Ernsthaftigkeit nach, haben aber gleichzeitig viel Humor. Und das, obwohl sie auch eine Last zu tragen haben.

Ideale Romanfiguren, natürlich unter anderem Namen.

Es sind meist nur 6CDs pro Buch bei Barreau, bis nach Bayern kommt man damit.

Oder bis Amsterdam.

„Das Café der kleinen Wunder“

„Die Liebesbriefe von Montmartre“

„Das Lächeln der Frauen“

Das Letzte gibt es auch verfilmt mit Melika Foroutan. Namen männlicher Schauspieler kann ich mir -außer denen aus der Champions-League- nicht merken.

Melika hat früher Fußball gespielt und nicht nur deshalb sehe ich jeden Film mit ihr.

Jeden.

Gut sind die alle, die Bücher, besonders bei 120km/h und mit Tempomat. Natürlich höre sie mehrfach, der Barreau schreibt zwar zügig, aber eher im Stadtverkehrstempo.

Irre, endlich ein Mann, von dem man etwas über Frauen lernen kann. Auch, wenn seine Figuren nicht immer „Sieger“ sind.

Es gibt eben auch Blechschäden in der Liebe.

Bei den Brunetti-Krimis geht es oft um das Essen, das Paola ihm und der Familie kredenzt.

Nicolas ist der Lagerfeld der Liebesromane.

Er hat einen scharfen Blick für weibliche Mode.

Jetzt lese ich gerade „Die Freundin der Braut“, weil mir das niemand vorliest.

Auch nett, wenn man auf ein Fußballspiel wartet, bei dem man später einschläft.

Dann -als England in der Halbzeit gegen meine Franzosen 4:0 führte- habe ich „Nicolas Barreau“ nach Ewigkeiten einfach mal im Internet gesucht.

Ich wollte wissen, ob der auch so gut aussieht wie die Männer in seinen Büchern.

Er heißt in Wirklichkeit …. Daniela Thiele.

  • Der angebliche „Nicolas Barreau“ bevor sie sagte, dass sie ‚er‘ ist.

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„peace, tranquility and good will“

„Fußball“ ist kein „Schach“

„Fußball“ ist kein „Schach“


„Schach“ spielt sich zwischen zwei Köpfen ab.

… und das trotz all der kleinen Tricks und Kniffe, die da nebenbei benutzt werden.

Es gibt Spieler, die nerven ihren Gegner beispielsweise absichtlich dadurch, dass sie Figuren nicht mittig auf dem quadratischen Feld E5 platzieren, sondern zum Rand hin oder in einer Ecke.

Alle Figuren. Fies.

Heute habe ich manchmal das Gefühl, dass zwei Trainer zwar Fußballmannschaften trainieren, aufstellen, einstellen, den Gegner analysieren und taktische Varianten planen und einsetzen, ….. aber der Unterschied zum „Schach“ wird zunehmend kleiner.

Die Bauern beim Schach sprechen nicht miteinander, die Figurenhierarchie ist klar, da bewegt sich unter den Figuren nichts.

Zumindest wissen wir es nicht.

Es ist durchaus denkbar, dass ein empfindsamer Turm nach einem langen Zug über das Brett denkt

„Meine Fresse, immer ich, können die anderen auch mal etwas machen?“

Beim Fußball ist Kommunikation mit und zwischen den Figuren wichtiger als jede Computer-Analyse.

Zumindest glaube ich das.

Junge Trainer neigen vielleicht zu sehr zur Analytik und zu wenig zum Menschelnden.

Fußball ist nämlich kein „Schach“ mit 11 Figuren.

Da heißt es gerade -gerüchteweise- einer habe sich „abgekapselt“ vom Team.

Wären die Weltmeister geworden, hätte man gesagt, der habe seine Rolle als Ergänzungsspieler „toll angenommen“.

Alles ist interpretierbar.

Wie alle „Geschichten“ ohne Quellen.

–

Ich leide auch mit den „Schachspielern“ unter den Trainern.

Zusammengesunken mit hängendem Kopf auf der Bank nach dem Ausscheiden, das ist einfach traurig, das anzusehen.

Dass hinterher das Interview komplett „in die Hose“ geht, ist fast verständlich.

Also für mich.

In dem Alter ruft man die Mutter an!

Kurz: Ein Kommunikationsdesaster.

Genau so eines wie zu wenig Gespräche mit den „Schachfiguren“.

–

Reizvoll sind ja die sperrigen Trainer-Typen wie der Zwilling von Iggy Pop bei Ecuador oder der Argentinier Bielsa auf der Bank von Uruguay.

Der saß bei Leeds United früher am Spielfeldrand auf einem Eimer.

Wegen seiner chronischen Rückenschmerzen.

Ein Vorbild von Pep Guardiola, taktisch, aber nicht bei der Kommunikation.

Beim offiziellen WM-Fototermin sah Bielsa nicht in die Kamera, sondern zu Boden.

„Ich bin kein Model!“ kommentierte er sinngemäß.

Sein Heim belagernde „Ultras“ soll er vor 30 Jahren mit einer Handgranate vertrieben haben.

„Ich ziehe den Stift!“

Ob das stimmt, wir wissen es nicht.

Ich habe -leider- wenig Vertrauen in Aussagen von Ultras und Paparazzi.

„Man sah den Wahnsinn in seinen Augen“, sagten sie.

Deshalb nennt man ihn „el loco“, „the madman“, „den Verrückten“.

Ich mag Verrückte.

Ich kann nicht anders.

Seine Pressekonferenz nach dem Ausscheiden Uruguays soll 100 Minuten gedauert haben.

Ob er Fragen beantwortete, habe ich nicht recherchiert.

Ich vermute, dass das nicht der Fall war, es entspräche ihm nicht.

Wenn Trainer einen Spitznamen haben, ist das entweder ein gutes Zeichen oder ein schlechtes.

Aber es ist ein Zeichen!

Das gilt auch für Spieler.

Mir fällt heute keiner mit einem „Nick“ ein, außer „Bambi“.

Wie „Ruuudi“ beispielsweise.
Oder „Uuuuuwe“.
Oder „Schuuulz“ in Dortmund.

Keine Tribüne grölt „Baaaambi“.

Die haben derzeit leider keinen mit einem langen „U“.

Undav hat nur ein kurzes „U“.

„Kaaaarl“ könnte die Zukunft sein. Laut.

Hach.

Dem Rudi haben sie in Rom einmal das Auto geklaut, einen Mercedes.

Dann stand das in der Zeitung.

Zwei Tage später stand der gewaschen wieder vor seinem Haus.

Mit einem Zettel.

„Scusi, Rudi“

Fußball ist ein einfaches Spiel.

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„peace, tranquility and good will“

Weltmeisterliche Zeiten

Weltmeisterliche Zeiten

„Hier wird der Fußball mit Füßen getreten“

Das sagte Lothar Matthäus über diese beiden schlimmen Finger, Infantino und Trump.

Wie treffend.

Weltmeister Lothar kann es eben, auch ohne Absicht. Seit er nicht mehr spielt -seit drei Jahrzehnten- ist er ja noch präsenter.

„Tragen Sie die über dem Bauch oder unter dem Bauch?“

Das wurde ich von „Schärri“ gefragt.

Ich wollte diese Shorts für 7€ kaufen und wollte wissen, ob ich L oder M nehmen soll.

Die frage ich nie wieder, ich wusste schon, weshalb ich vor der Angst habe.

‚Bellenie‘ und ‚Evelidl‘ waren nicht da, bei Lidl.

Die geben sich selbst Vornamen auf dem Shirt, ist erlaubt, muss aber ein Vorname sein.

„Schärri“ heißt auch nicht so.

Mit Shorts gehe ich da nicht hin.

Das machen Amerikaner. In Beige.

Bei Rewe lagen danach zwanzig Rucksäcke neben dem Eingang, zwei junge Bewacher standen daneben.

Klasse 8, geschätzt.

„Ihr habt aber viel Gepäck! Auf dem Weg zum Bahnhof?“

„Nee, wir wandern an die Ostsee, seit vorvorgestern, von Hamburg!“

„Klasse! Und wie ist das?“

„Cool“, die grinsten, „gestern war das Zelt aber durch, hat ja geschüttet, war auch okay.“

„Meine wollten nur nach Rom, Nizza oder Barcelona. Und mit dem Flieger, nicht zu Fuß! Wolltet Ihr wandern? Oder Euer Lehrer?“

„Nö, wir wollten das!“

„Großartig“, sagte ich dem ‚Junglehrer‘ aus Draht, „das vergessen die nie!“

„Genau! Deshalb machen wir das!“

Wir sollten uns weniger sorgen.

Die machen das schon, das mit der Zukunft.

Deutschland? Weltmeister! 🙂

–

„peace, tranquility and good will“

Kleine Scheisserchen und Tom Ford


Kleine Scheisserchen und Tom Ford


Ich möchte ja alles richtig machen.

Und dann kommt irgendetwas dazwischen.

Oder jemand.

Zum Beispiel esse ich einmal im Jahr eine oder zwei Weißwürste. Eigentlich schmecken mir die als Wurstverächter gar nicht, aber ich liebe diesen süßen bayerischen Senf und brauche eine Trägermasse.

Vor einigen Monaten hatten sie bei Rewe dann ganz kleine, frische und ich zeigte auf die und wollte fünf Stück.

„Ah, gern, 5 Scheisserchen!“

Er grinste und wog die ab.

Selten haben die die.

6 Monate später waren sie wieder da und ich verlangte bei Frau T. „5 kleine Scheisserchen“.

Sie sah mich nur an, durchdringend.

Ich ahnte gleich, dass da etwas nicht stimmt.

„Ah, verstehe, mein Kollege ändert die Namen manchmal, also 5 kleine Weißwürste?“

–

Früher beim Bäcker auch, aber anders, ich wollte immer die hellen Brötchen mit dieser Halbierungsfalte in der Mitte und sagte immer -mit Zeigefinger- „5 von denen, bitte“.

Dann wurden die getauft mit „5 Weizenbäckchen, gerne“.

Das würde ich nie aussprechen.

Bei der Produktentwicklung hat vermutlich einer „Weizenärschle“ vorgeschlagen und dann wurde das diskutiert.

„Du, das kann man nicht ma-chen!“

–

Jetzt kaufe ich bei der Konkurrenz am Bahnhof. Also, die haben viele Filialen, auch näher zum Frühstückstisch, aber ich bin „Bahnhof“.

Wenn ich als Mann in einem Geschäft arbeiten würde, das „Mädchen“ heißt, würden mich alle männlichen Nachbarn damit aufziehen.

„Martiiiina, naaaa? Wieder zu ‚Mädchen‘? Heute Spätschicht? Hoho!“

Ja, so sind die Jungs auch noch kurz vor der Rente.

Der Bäcker heißt „Junge“.

Da arbeiten fast ausschließlich Frauen. Niemand ärgert die damit, keine Freundin, kein Mann.

Unfair.

Ich hoffe immer, dass ‚Frau Sabrina‘ mich bedient. Sie hat eine Brille von Tom Ford und sieht damit einfach großartig aus. Sie wird von Mitarbeitenden oft gerufen, ich denke, dass die trotz ihrer Jugend eine Leitungsfunktion hat.

Das mit der Brille weiß ich seit 2024, ja, hatte gefragt, steht auch am Bügel, Frau „Sabrina“ weiß ich erst seit 2025 durch die Rufe nach ihr.

Seit 2026 sagt sie zu mir „Herr Dinkel“.

Ich sage immer:

„Guten Morgen, 5 Dinkel Plus, bitte, Frau Sabrina.“


Es ist nämlich die einzige Sorte, von der ich den Namen behalten kann.

„Yes, 4.55, Herr Dinkel, mit Karte?“

Sie sagt gern „Yes“ statt „Ja“.

Wenn das ‚kaputt“ ist, selten, stelle ich irgendeine Frage, die sie dann mit „Yes“ beantworten kann.

Läuft immer.

Das „Plus“ in „Dinkel Plus“ ist sozusagen von ‚Herrn Dinkel‘ für ‚Frau Sabrina‘ hinter ‚Tom Ford‘ bei ‚Junge‘.


Wenn die nicht da ist, kaufe ich oft Brötchen bei Lidl, die sind auch gut. Aber eben ohne TF.

Dort gehe ich zu Emilia an die Kasse. Ist die nicht da, gehe ich zur Selbstbedienungskasse.

Da arbeitet auch eine, die mir Angst macht, deshalb „self-service“ im Notfall.

–

Heute war ich noch kurz im „Junge“-Bad für Jungs.

Die Brötchentüte hatte ich auf dem reinen Glastresen geparkt.

Der Wasserhahn funktioniert automatisch, wenn man die Hände drunter hält.

Er heißt „Dyson“. Steht drauf. Klein.

„Komisch“, dachte ich, „die machen doch in ‚Luft‘!“

Egal, der Hahn hatte zwei Griffe links und rechts vom Hahn.

Symmetrisch. Metall. Teuer.

Ich dachte an diese „Einrichtungen“ in den Kachelabteilungen bayerischer Festsäle.

„Komisch“, dachte ich nochmal und griff zu.

Links und Rechts.

Boah, ein Geheul, irre. Voll erschrocken aufgeschrien habe ich.

Von draußen kam einer rein: „Alles gut?“

„Ja, da ist ein Fön im Hahn!“

Und die bei den Brötchen haben das gehört.

Ich habe ein breites Lächeln von ‚Frau Sabrina‘ und ‚Tom‘ bekommen.

Einfach so.

Weil ich blöd bin.

Am Morgen.
In Jogginghose.
Blau.
Adidas.

–
„peace, tranquility and good will“

Scheißtext zurück ins Leben

Scheißtext zurück ins Leben


Sagen wir es lieber gleich:

Meine Laune ist schlecht, richtig übel.

Und jetzt suche ich ein Opfer.

Klar, ich könnte auch einen Kriminalfall aufziehen und die Person, die mich genervt hat, als Leiche auftreten lassen.

Aber wenn die das mitbekommen würde, wäre das blöder als andere Opfer zu suchen.

Die Leute haben ja wenig Humor den eigenen Tod betreffend.

–

Anyway, here we go:

Man braucht Resilienz, um Narzissten zu desavoieren ohne sie zu kompromittieren, denn sie reagieren gern nahezu agonistisch oder gar cholerisch. Mit munzipalen Folgen.

Die Reaktanz von Narzissten ist ja sprichwörtlich, trotz dieser Affordanz, die sie haben, so dass man gleich einen groben Keil bräuchte.

Aber warum Tulpen nach Athen tragen, wenn dort schon Eulen aus Amsterdam hocken?

Ich nenne das „prechten“.

Angeben.
Protzen.
Eindruck schinden.
Sich durch einen „Code“ abheben.
Macht durch Sprache ausüben.
Dem Leser schlechte Gefühle machen.
So tun als ob.
Prechten.


Viele tun es, keiner gibt es zu.

Nur ich.

Mir ist das nämlich „latte„, was Leute denken. Die denken eh, was sie wollen und mein Einfluss darauf ist …. winzig.

Also lohnt sich nicht die geringste Anstrengung.


Ausnahme sind Schuhe.

Da möchte ich, dass ich durch Reinlichkeit und Glanz „Eindruck“ mache.

Auch wenn die Hacken abgelaufen sind und das Metall schon bei jedem Schritt „klackt“.

Sonst sieht einen doch niemand.

Bei meinen Jahren!

Es gibt im Alter die Zeit des „Verschwindens“ auch beim Manne.

Bei mir nicht, ich setze nämlich auf akustische Reize statt „Six-Pack“.

Erfolgreich.

Klack, Klack, Klack.

So weichen die Menschen in einer Fußgängerzone schon aus, wenn ich von hinten komme!

Das gibt mir dieses „Porsche-Feeling“.

„Amazing, eh?“

Ohne Auto. Zu Fuß.

Es gibt Menschen, die dafür 200000€ ausgeben.

Ich nicht, ich laufe auf Ledersohlen 100km durch Aix-en-Provence, bis die Nägel aus der Hacke kommen.

„Und es hat ‚Klack‘ gemacht“, so sang schon Klaus Lage.

Oder so ähnlich.

Mich muss man nur nach „der Lage“ fragen und schon bin ich bei Klaus.

Das ist lästig. Das Lied fand ich blöd.

Aber deshalb vergesse ich es auch nie.

Eines der Dilemmata des Lebens. 🙂

Und nochmal „geprechtet“!

Man darf heute auch im Täglichen „Dilemmas“ sagen, aber wenn das so ein Anwalt hört, seid Ihr -sorry- am Arsche.

„Dilemma-taaaa!“ schallt es dann von einem, der von sich nichts -aber auch gar nichts- erzählen kann.

Traurig, aber auch nervig, wenn solche Vögel dann bei „Dilemmas“ kurz aus ihrem Schützengraben Rückmeldung geben, dass sie klug und gebildet …. wirken wollen.

Wirkung, die ist ja am wichtigsten.

Für manche.

–

Manchmal fallen mir Begriffe auf, die des Öfteren in den Medien plötzlich geboren werden und immer häufiger verwendet werden.

Die sind wie steigendes Wasser in St. Malo.

-Da ist der Tidenhub am größten – man hat ja einen „Bildungsauftrag“, auch ohne Kreidetafel-

Diese Begriffe -und nur die- schreibe ich in einen Email-Entwurf zur späteren Verwendung und damit ich sie nicht vergesse.

Jetzt ist diese Email weg, wohl herauskopiert diesen Vormerkteil und dann vergessen, neu zu speichern.

Dumm gelaufen.

Da war auch ein Zitat von Derya drin.

„Crazy like a f*ck“ hat sie gesagt, meinte aber -leider- nicht mich.

Früher habe ich mich über das Vergessen geärgert, konnte jedoch das meiste wiederherstellen. Ich bin nämlich recht resilient im Umgang mit meinen Fehlern.

Es sind auch zu viele.

Das ist zum Beispiel so ein Begriff.

„Resilienz„

Die wird immer wichtiger in Kriegs- und Bedrohungszeiten, bei notwendigen Einsparungen, bei den massenhaft auftretenden russischen Bots im Netz, die nur zum Provozieren da sind.

Und nicht zuletzt braucht man „Resilienz“ gegenüber dieser blauen Welle.

Die gibt es links auch, die Welle, nicht ganz so bedrohlich, aber auch nicht intelligenter und gebildeter. Tattoos sind schön, ersetzen aber Fachkenntnisse noch nicht.


„Affordanz„

Ja, der ist gerade als „Affordability“, Bezahlbarkeit, mit ähnlichen Wortstamm modern, hatten wir bei „Unsere SPD“ schon.

Wikipedia hat das hier:

„Angebotscharakter (auch Aufforderungscharakter, Anbietung, oder Affordanz, vom Englischen: affordance) ist die durch ein Subjekt (Mensch oder Tier) wahrgenommene Eigenschaft einer Umwelt oder eines Gegenstandes, die zu einem bestimmten Verhalten auffordert oder eine bestimmte Verhaltensmöglichkeit anbietet.“

Stuhl fordert zum Sitzen auf, Schalter zum Schalten, Snapchat zum Posten eines Fotos.

Soziale Medien fordern zur Teilnahme auf -teilweise bis zum Suchtverhalten- und das obwohl Computer oder mobile Endgeräte gar keinen speziellen „Angebotscharakter“ haben, weil sie so vielseitig nutzbar sind.

An sich ist „Affordanz“, eingedeutscht von „affordance“, eher zum Angeben geeignet.

Dafür kann ich das empfehlen.

Im Englischen steckt da wenigstens noch ein „Tanz“ drin.

Hübsch. Falsch.

–

Ich möchte hier Trump, Lanz und Precht keineswegs decouvrieren, das tun die schon selbst.

Dass Trump ein von der eigenen Grandiosität überzeugter Narzisst ist, das müssen wir nicht thematisieren.

Ich bin auch kein Arzt.

Es gibt ja auch andere mit diesen leichten „Tendenzen„.

Und man erkennt sie, während sie nicht sprechen, beim Zuhören schon.

Die Beine übereinandergeschlagen, locker im Sessel, entspannte Haltung beim Zuhören einem anderen zugewandt -der Blick seitlich, nicht frontal- dessen Ansichten sie nicht teilen und denen sie dann eloquent mit rhetorischem Geschick widersprechen wollen.

Und werden.

Dann umspielt ihre Lippen ein Lächeln, das an der Grenze zu einem Grinsen liegt, minimal spöttisch.

„Süffisant“, das passt.

Man sieht quasi die Gedanken sich um den Mund formen. Mein Hund leckt sich die Lippen. Hier in menschlicher Form. Ohne „Zunge“.

Machtgedanken. Sekundenlang.

Wenn Ihr das seht, wenn Ihr Eure Gefühle einem Menschen gegenüber benennt oder argumentiert:

Lauft!

Precht macht das seit Jahren.

Überheblich lächeln.

Er ist „nur“ Germanist.

Man darf ihn zu jedem Thema befragen, weil er von sich überzeugt ist.

Solche Menschen sind oft sehr erfolgreich, in öffentlichen Rollen, als Manager, in der Politik.

Die Sterne stehen gut für den Narzissmus.

Auch in den „Sozialen Medien“!

Darstellung ist wichtiger als Inhalt.
Bilder sind wichtiger als Argumente.

Leider ist „Politik“ davon auch schon durchdrungen.

Ein Fehler im System.

Wie bei mir auch. 😉

–

Lanz, mein anderer Freund.

Er hört sich selbst gern zu, auch länger.

Wie ich. Fast. 🙂

Ein Selbstdarsteller.

Als er bei „Wetten, dass?“ seine Bodenübungen …. na, wenn man sich so hinlegt und mit den Armen hoch und runterpumpt …. vorführte, Jahre her, da wurde es zum Fremdschämen peinlich.

Heute pumpt der wortreich.

Liegestütze!

Heureka!

Der nervt mich endlos.

Kennt Ihr den Podcast, er mit Precht?

Zwei, die sich lieben, weil sie beide verstanden haben, dass Selbstdarstellung zu zweit „besser kommt“.

Mit einem Stichwortgeber gegenüber, dessen Stich nur so ein Wurf einer Münze ist. Auf der steht auf beiden Seiten:

„Mach‘ et, Bro, aber lass‘ mich dann wieder!“

Alles in Schwarz-Weiß, Lanz im weißen Hemd, zwei Knöpfe offen zum Herzen, die Ärmel hochgekempelt als wolle er Steine einen Berg hochrollen wie Sisyphos.

Und dann ist da nur so eine Welle wie Precht, kein Berg, kein Hügel, nur Geschwurbel, was so klingt als habe er etwas verstanden und könne das weitergeben.

„Putin? Russland ist keine Grfahr, das ist das größte Land der Erde!“

„Warum werden Kriege geführt? Wegen Bodenschätzen! Deutschland hat keine Bodenschätze!“

Sinngemäß, aus der Erinnerung.

Der Welterklärer. Der Außenpolitiker. Der Bildungsexperte. Der Philosoph. Wie im Katalog, er liefert alles.

Wie Lidl.

Unter uns: Geht es eigentlich geistloser?

Bodenschätze.

Das muss er in einem Text aus dem 18. Jahrhundert gelesen haben und sich dann um ein paar Hunderter verrechnet haben.

„Putin ist keine Gefahr“, ja der Precht kennt die Welt.

Aber wenn man das mit Falten auf der Stirn und mit tiefster Überzeugung sagt, dann glauben das Menschen.

Meine Mutter kaufte von so einem Electrolux-Staubsauger. Für Unsummen. Precht ist auch so ein „Verkäufer“.

Nur ohne Produkt.

Ich selbst habe mal in einem Mathematik-LK -weil die so unaufmerksam waren- nur dummes Zeug gerechnet, Merkwürdigkeiten definiert, ein einziger Schwachsinn stand an der Tafel, alle schrieben mit, kritiklos, ohne Fragen, grausam.

„Das haben wir nicht verstanden, aber Sie können Dinge, ich wusste nicht, dass es das alles gibt.“

Genau. So ist auch Precht.

„Klingt gut, muss gut sein. Guter Mann.“

Es gibt Menschen, die wollen ihn als Bundespräsidenten!

Sind die … irre?

Juli Zeh wurde ja kürzlich auch gefragt -gute Bücher kann sie schreiben, aber warum bitte muss man die zu Politik befragen- und zeigte sich nicht abgeneigt, als Bundespräsidenten zu kandidieren.

Bitte, das ist doch hirnverbrannt.

Juli Zeh.

Warum fragen die nicht Lena Meyer-Landrut?

Die hat 16 Jahre Erfahrung im Öffentlichkeitsbusiness.

Neben Sanna Marin weiß man dann allerdings nicht, wer Sanna ist und wer Lena.

Mir wäre die Situation nicht unlieb.

Oder diese Schlagermutter, ach, ich komme nicht auf den Namen, die in Rot sich färbt.

Hirnarm, aber wenigstens alt genug.

Egal.

Immer noch besser als Zeh.

So, mir geht es besser nach diesem Scheiß-Text.

Danke. Falls jemand soweit gekommen ist.

Mir ist nur eine Laus über die Leber gelaufen und ich trinke nicht.

Was soll ich tun?

Es tut mir auch nicht leid.

–
„peace, tranquility and good will“

Blumenampeln und Porzellanfische-jetzt wirklich

Blumenampeln und Porzellanfische-jetzt wirklich


Am schwersten haben es die Beamten, die staatlich Alimentierten.

Die trifft die ganze Härte des Lebens.

Habt Ihr schon einmal eine Beamtin oder einen Beamten bedauert, weil sie oder er soviel Arbeit leisten muss und hat?

Eben, habt Ihr nicht.

„Warum? Du bist doch Beamter!“

Wir dürfen nämlich das nicht, was alle anderen dürfen:

Jammern.

Dafür, dass uns das unterschwellig untersagt wird, werden wir viel zu schlecht bezahlt.

Ein Mediziner hat idR ebenso lange studiert und gelernt wie ein Gymnasiallehrer, aber der „verdient“ wesentlich mehr und der darf trotzdem noch jammern.

Das gilt auch für Psychologen, Anwälte und … ach, das gilt für wirklich viele.

Aber niemand spricht es aus.

Nur ich.

–

„Beschwerden“, das darf man sich eigentlich ja kaum, aber alle tun es.

Oft an falscher Stelle. Oft gar nicht. Oder zu spät.

Hier geht es um das „Zu-spät„.

Mein liebstes Beispiel ist der Birnenteig mit Speck, den die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, immer, -in großen Abständen- zubereitet.

Das ist ein Hefeteig, der in einer Steingutschale gebacken wird, vorher wird die ganze Schale mit durchwachsenem Speck ausgekleidet, ziemlich dick, viel davon.

Dann „geht der Speck“ nicht weg, aber „an“.

Der wird so -angeblich- knusprig.

Also am ersten Tag.

Ich mag keinen Speck.

Den gebe ich dem Hund. Unter dem Tisch.

Ach so: Dann schneidet man den „Kuchen“ in Stücke und legt den auf einen tiefen Teller. Dann kommen halbe Birnen aus der Dose drüber, etwas kleingeschnitten.

Und diese süße Flüssigkeit, die wird darübergekippt, in der Folge vom Teig aufgesogen, das matscht regelrecht.

Das ist nordisch. Speck, aber süß.

So.

Und jetzt stellt Euch vor, dass ihr Penelope Cruz kennengelernt habt und dass sie Euch eingeladen hat, zum Essen.

Am Abend. Open-End. Nur Du.

Und dann schwimmt speckiger Hefeteig in Birnensuppe und sie strahlt Euch an, sie schiebt dabei ihr dunkles Haar rechts hinter das Ohr.

Traumhaft.

Was sagst Du dann?

„Furchtbar! Muss ich das essen?“

„Oooch, kann ich ein Butterbrot haben?“

Nein, Du lächelst zurück und würgst das runter.

Für sie. Für Penelope. Dieses eine Mal.

„Das kannte ich noch nicht. Wunderbar! Darf ich noch ein Hefeboot schwimmen lassen?“

Das ist der Anfang vom Ende.

Eine unvergessliche Nacht.

Dann heiratet ihr.


Dann macht sie „Birnenteig“ jeden Monat.

Nach 25 Jahren hast Du das 300mal runterbekommen. Dann streitet Ihr Euch einmal und Du sagst „Deinen Birnenteig habe ich noch nie gemocht!“

Das ist dann die Scheidung.

Du hättest es vor dieser ersten Nacht sagen sollen.

Aber das ist das Problem:

Ehrlichkeit wird nicht immer belohnt.

–

Das ist bei Geschenken nicht anders.

„Oh Gott, das ist ja grauenhaft!“, das kommt in der Regel beim Schenkenden nicht wirklich gut an, auch, wenn Ihr meint, was Ihr sagt.

Der hat sich ja bemüht.

Aber eben parallel zu Deinem Geschmack. Weit entfernt parallel.

Man kam auch „windschief“ sagen.

Meine Mutter war schon in den 60er Jahren modern eingerichtet, schwarzes Leder, eine weiße Hülsta-Schrankwand, helle Auslegeware.

Mit Flecken, der Hund kotzte da drauf, der mochte Beige nicht so.

Beige.

Ich sage immer „Altersheimbeige“ zu „Beige“.

Ältere tragen gern Beige.

Ich vermute, dass die die schwarzen Sachen -die ihnen besser stehen- für die zahlreichen Beerdigungen -der Lauf der Dinge- schonen.

Geschenke, ja, weiter:

Jedenfalls hatten wir eine „Zugehfrau“, eine „Putzhilfe“, eine „gute Seele“, die jede Woche kam.

Und die konnte häkeln oder stricken, egal, ich kenne den Unterschied nicht.

„Riemenantrieb oder Direktantrieb“, das ist wichtig, nicht das mit diesen Fäden.

Und die schenkte meiner Mutter eine „Blumenampel“, also so ein gehäkeltes Gerät, das man aufhängt -bei uns im Durchgang zwischen selten genutztem Esszimmer und selten genutztem Wohnzimmer- da steckt man einen Blumentopf rein und das Grünzeug floss da so runter.

Grau-en-haft.

Man sitzt in der Küche. Der Rest ist für Gäste.

Meine Mutter hat sich total gefreut über diese „Aufmerksamkeit“. Als sie, die „gute Seele“, dann gegangen war, wurde die Ampel hinter dem Schlafzimmerschrank zur Ruhe gebettet.

Aber am nächsten Montag musste sie wieder hängen, dann kam nämlich Frau Ramsauer wieder.

Und ein Jahr später kam dann die Zweitampel, dann die Dritte. Es wurden echt viele. Die wurden montags am Morgen gehängt, mittags entfernt.

Vollstress.

Und so ist es auch, wenn man Beamter ist.

–

Zwei Porzellanfische stehen auf dem Toilettenspülkasten in einer Praxis in dieser Stadt.

Die fallen mir fast jede Woche runter, es gibt keinen anderen Platz für meine Zahncremetube.

„Warum liegen die da? Die haben keine Funktion, die nerven!“

Das habe ich beim fünfzigsten Besuch gesagt.

„Wenn ich da reingehen würde, wären die sofort weg. Aber die sind von einer Patientin. Ein Geschenk. Ich finde die schrecklich.“


–
„peace, tranquility and good will“

Blumenampeln und Porzellanfische

Blumenampeln und Porzellanfische

Mit der Zeit verändert sich viel, oft bedauerlich, aber nur dann, wenn man dazu neigt „im Rückspiegel“ zu leben und das Negative vom „Früher“ auszublenden.

Es gibt aber Ausnahmen.

Plattengeschäfte zum Beispiel.

Wenn man praktisch auf Fußballplätzen und in Plattenläden einen Teil seiner Jugend verbracht hat, dann fehlen später Ballkontakte und die haptische Erfahrung im Plattengeschäft.

Nur neue Platten haben diesen Neuplattenvinylgeruch.

Im Briefkasten kommt das heute nicht mehr rüber, man braucht „Masse“ für Geruch.

Heute haben wir hier noch zwei Plattengeschäfte mit Vinyl und CDs, Second-Hand, klar.

Der Eine gehört Bettina, jedenfalls habe ich sie 20 Jahre lang so angesprochen. Bis Frank, ihr Kollege, mir sagte, dass sie Paula heißt.

Warum hat sie das nicht 2006 gesagt? Jetzt ist es zu spät, ich kann mich nicht mehr umstellen.

„Du, ich heiße auch nicht ‚Frank‘, ich bin Michael, aber mich störte das nie!“

Offenbar sagen andere Kunden auch „Frank“.

Möglich -aber unwahrscheinlich- ist, dass ich schon mehrere zu „Bettina und Frank“ geschickt habe.

Der andere gehört Ralph. Oder so. Der ist super und auch Radiotechniker.

Jedenfalls alles mit „R“.

Früher, da hatten wir auch den Elektronikmarkt mit großer Plattenabteilung, jetzt sind da so eine Delphin-Apotheke und ein Outdoor-Geschäft.

Da war ich noch nie.

Die Apotheke ist grell beleuchtet, das macht mich krank. Und „Outdoor“, da werden Schuhe schmutzig.

Neben der Schwimmhalle wird jetzt frisiert, da wo früher auch Vinyl stand.

Statt Membran gibt es Burger an einer Straßenecke. Membran erlebte mein Abitur nicht.

Klamotten jetzt in der Fußgängerzone. Da war auch ein Elektronikgeschäft für weiße und schwarze Ware. Aber auch Fahrräder, zum Treten. Die Platten waren an den Rändern immer angestoßen.

Habe nie eine da gekauft.

Der ging zuerst ein, aber nach Membran. Membran verkaufte oft Pressungen aus fernen Ländern.

Die waren zwar billig, aber im Nachhinein zu teuer.

Es gibt echt viele Klamottengeschäfte. Zu viele. Ich brauche drei Jeans, drei Jeansjacken, fünf Hoodies und zwei Lederjacken.

Fast alles gebraucht.

Ich verstehe nicht, warum so viele Gewerbetreibende davon leben können, von Bekleidung. Lidl hat ja auch gute T-Shirts und Reebok-Socken.

Vinyl und CDs kann man nicht genug haben. Zur Not -wenn man einfach nichts findet- kauft man dieselben nochmal.

Andere machen das mit Schuhen.

Viel teurer.

Wegwerfschuhe, diese Sneaker.
Furchtbar. Plastik.

In einem riesigen Buch- & Musikhaus kannte ich alle, von Angela bis Phillip. Die führten mich als „DJ“ einer Schule, daher bekam ich 10% bis 20% Rabatt.

Der Einen folgte ich nach der Insolvenz zu Saturn.

Claudia Michelsen II.

Der kleine Laden im Gang neben dem Theater: Weg.

Jetzt ist da so eine Spelunke drin, mit einem Rechtschreibfehler draußen. Ich bin deshalb nicht reingegangen.

Wenn dann noch ein Fehler am Tresen steht, ist man am Arsch.

Manche Frauen sind hochgradig gefährlich, wie die in der Bar in Winterhude in den 80ern.

Mein Gott.

Ich war nur dreimal dort.

Großartig.

Also nicht nur die Bar im Souterrain zu Vinylzeiten.

Sade, sie hatte etwas von Sade.

Viel, eher viel.

Winterhude hatte keinen Plattenladen.
Da musste man „Glück“ anderswo suchen.

Im Vergleich ist Vinyl dauerhafter.

–

Wir haben heute noch zwei Saturne.

Sagt man „Saturne“? Oder „Saturns“?

Egal, die haben zusammen weniger CDs und Platten als ich. Das ist armselig, aber auch mehreren Jahrzehnten geschuldet.

Ihr wartet vermutlich auf „Blumenampeln und Porzellanfische“.

Die habe ich jetzt leider vergessen.

Vielleicht morgen.

–
„peace, tranquility and good will“


Unsere SPD

Unsere SPD

Kürzlich hat ein Late-Night-Talker in den USA Melania Trump als „seine zukünftige Witwe“ bezeichnet.

Böse.

Darf man -wenn man kurz „böse“ sein will, die SPD als „zukünftige Splitterpartei“ bezeichnen?

An sich wird die ja wirklich dringend gebraucht, aber leider nicht so wie sie derzeit ist.

Zur Zeit ist sie nah an der „Todeszone“.

Da wird doch schon mit Holz gezimmert.

Wenn man wie „Aktentasche“-Scholz einen Wahlkampf unter dem Motto „Respekt“ führt, dann passt es nicht so gut, wenn man den Gegenkandidaten als „Fritze Merz“ abkanzelt.

Nicht, dass Merz jetzt mein „Bro“ wäre, aber gewisse Widersprüche stelle ich -leider- fest.

Jetzt soll ja der neue SPD-Schlager „Bezahlbarkeit“ werden, „Erschwinglichkeit“, beides eher Begriffe, die sperrig sind.

Aber auch nicht falsch.

Nun läuft das zum Teil aber unter dem Begriff „Affordability“. Das hat der alte und neue US-Präsident auch schon gemacht, der neue Bürgermeister in NYC führte damit seinen Wahlkampf sehr erfolgreich.

Ob das von einer Werbeagentur stammt, in der 22jährige bei Red Bull „griffige Slogans“ diskutieren?

„Man weiß es ja nicht“, sagte das kleine Kind bevor es zur Schule ging.

Ein kleiner Unterschied zu den USA und dem UK ist nämlich, dass dort Englisch gesprochen wird.

Ob die -ehemalige- Klientel der SPD sich von „Affordability“ angesprochen fühlen wird, das steht nämlich nicht in den Sternen, es entscheidet sich mit einem Bleistift in einer Wahlkabine.

Und dort könnte es sein, dass die Ex-SPDler dann bei Parteien ihr Kreuz machen, die weit entfernt links oder rechts sitzen und das „Deutsche“ betonen.

Das mit „Affordability“ ist -auf Deutsch- nämlich kein guter „Move“ :-).

„BB“ ist positiv besetzt, zumindest bei Männern.

Brigitte Bardot!

Jetzt tritt aber als neue „BB“ -Bärbel Bas- oft ins Rampenlicht.

Die wird heftig kritisiert, genauso wie Frau Reiche. Das sind aber die Frauen in Ministerämtern, während die Jungs -meiner Wahrnehmung nach- auch vergleichbar herumstümpern, dies jedoch weniger unter scharfen Giftpfeilen.

Weil es Männer sind?

Außer Pistorius, der allerletzten Hoffnung der SPD.

Ich muss mir immer wieder sagen, dass der nicht von der CDU ist, der spricht nämlich nicht sehr sozialdemokratisch, der spricht klar, deutlich, nachvollziehbar und verständlich.

Auch dann, wenn es weh tut.

Das mögen „die Leute“. Ihn auch. Deshalb.

Weh tut einem auch der Kanzler, der ist rhetorisch ein Top-Mann, auch teilweise sehr emotional -was nicht immer von Nachteil ist- , aber der ist kein Mann, den ich gern in meinem Team beim Fußball hätte.

Der würde mir immer zeigen, wohin der Ball soll. Aber schon ich habe eigenwillige Füße, die machen nicht, was andere sagen.

Und so ist das auch in der CDU, die haben auch links und rechts breite Beine, die schon scharren.

An sich ist der Friedrich ja typmäßig ein ganz anderer Mann als der Olaf, der zunächst Helme in die Ukraine schicken lassen wollte, zur ‚Verteidigung‘, als ‚Beitrag‘.

Ein kühler Kopf, wenig mitreißend, aber -leider- auch noch ein „Schisser“ bei Entscheidungen.

„Zeitenwende“ klang super, mutig, aber auch die wurde zunächst eher zu einem Querpass.

Olaf will ich auch nicht im Fußball-Team haben.

Der spielt mir zu oft zurück oder quer. Ich brauche Leute mit dem „Drive“ nach vorn und niemanden, der nach dem Spiel genau weiß, warum wir verloren haben, aber vorher keine einzige Grätsche an der Eckfahne einsetzte.

Friedrich kann echt nerven, aber der ist schon alt Kanzler geworden, der will gar nicht wiedergewählt werden. Das ist eine nicht zu unterschätzende „Chance“ für notwendige, bittere Entscheidungen.

Es bleibt abzuwarten, ob der Lange aus NRW oder der eher Stille aus dem hohen Norden, die ihn an der Seite der Grünen beerben werden, das wieder zurückdrehen, weil sie jung sind und auf eine Wiederwahl spekulieren.

Aber das werden die nicht. Mit den Grünen schon gar nicht. Die haben die „Zeichen der Zeit“ besser erkannt als die große, alte Dame SPD.

Die der nächsten Regierung werden die alten Fehler der SPD zuschieben, wenn die für eine Rolle als Oppositionspartei beim nächsten Wahlgang überhaupt mehr als 5% bekommen sollte.

Nun, so schlimm kommt es nicht.

Es kommt in Sachsen im Herbst vielleicht erstmal noch viel, viel schlimmer.

Und deshalb sollten die sich alle mal „am Riemen reißen“, sich breit machen im Mittelfeld und dem frechen, dummen Sturm der Blauen die Stirn bieten.

Gemeinsam.

Mit Offensivspiel.

Und ohne Wählerschelte.

Die geht nämlich hinten rein.

Wie in den USA und unter Umständen bald in Frankreich.

Was hülfe den Parteien im „Mittelfeld“?

  • Erste Idee

Erstmal vernünftige Arbeit in den Sozialen Medien!

Die Rechten und Linken haben das längst begriffen, dass man dort junge Wählerinnen findet und nicht bei „LIMM“, bei Lanz, Illner, Miosga und Maischberger.

Das sehen junge Leute schon lange nicht mehr.

Jede Provokation im Bundestag von links wie rechts wird mit tausendfach geklickten Videos von jungen Menschen gesehen. Dazu schnelles Sprechen und ein paar Tattoos, schon wird man in der Altersgruppe 18 bis 25 stärkste Partei.

Nein, die sind nicht „dumm“, die so wählen, die sehen nur das.

Da muss man mal anfangen, mit diesem „Internetz“, SPD. Leider brauchen die ja überwiegend schon ein Senoirenhandy mit großen Tasten.

In der CDU auch.

  • Zweite Idee

Junge, kluge Frauen gibt es viele, von Maja Göpel bis Florence Gaub. Von Sanna Marin über Kaja Kallas bis zu Arden in Neuseeland.

Aber nicht in den Parteien des Mittelfeldes, da bestimmt „oben“ die Männerwelt Ü50 die „Geschicke“ mit ihren Machtbasen in den Parteien.

Wo sind die Marins hier?

Die würden viel verändern, sehr viel. Man muss sie nur „finden“, „haben“ und vor allem „lassen“.

Zur Zeit ist die SPD an „Bräsigkeit“ kaum zu überbieten. Da hilft es auch nicht, ständig das Erbe von Brandt und Schmidt zu zitieren, danach kam nämlich nicht mehr viel.

Klingbeil, den spielen junge Leute in doppelter Geschwindigkeit ab, sonst schlafen die ein.

Und „Acker“ Schröder habe ich dabei nicht einmal erwähnt. Der peinlichste denkbare ExKanzler, der schadet der SPD und dem Land.

Er braucht das Russen-Geld.

Armselig.

–

…. und jetzt kommt mir bloß nicht beim „Frauenthema“ mit der Neu-Stalinistin Reichinek und Massenmörder-Putins ur-deutschen Mädchen in Blond rechts und ihrer dunklen Parallele beim BSW.

Furchtbare Gestalten. Beide.

Wobei die Blonde ja nur eine Steigbügelhalterin des anderen ist, dieses Nazis. Der Maler ist nur als bürgerliche, strunzdumme Fassade dabei.

Unfassbar.

„Tino, das verstehst Du nicht“, das ist ein Standardsatz bei ‚Blau‘, wenn er nachfragt.

Ich werde Hubert Heil ewig dankbar sein für das zarte Streicheln des Knies des Malers im TV und den Satz:

„Sie wissen doch gar nicht, was ein ‚Mythos‘ ist.“

–

Das habe ich eben alles im Auto schnell getippt, mit offener Fahrertür und gesenktem Kopf mit Blick auf dieses Mobilgerät.

Zwei Personen haben angehalten und gefragt, ob alles „ok“ sei.

Offenbar sah ich aus wie ein Toter am Steuer.

Ich bin aber nicht tot.

Bei der SPD ist es anders herum:

Die ist tot, aber niemand sieht es.

–
„peace, tranquility and good will“

Vom „Bösen“ bis zum „Himmel“

Vom „Bösen“ bis zum „Himmel“

– Auftragsarbeit für meine Bücherei


Wieder war ich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in der besten Bücherei der Welt.

Warum? Später!

Ich habe jetzt nämlich einen ’superduper‘ Parkplatz, nur 200m entfernt. In der Innenstadt! Von einer „Pfandleihe“ bis zum Marzipangeschäft mit dem allerbesten Marzipan in dieser Stadt kann man kostenlos 24 Stunden täglich parken. Legal.

Ein Wunder.

Und das kam so:

Kürzlich traf ich dort nämlich die allerbeste Mitarbeiterin des Ordnungsamtes beim Verlassen ihres privaten Kleinwagens an. Mit weißem Shirt, passend zum Auto, und in Jeans und halbhohen, schwarzen Stiefeln. Sie sah noch besser aus als in Uniform mit schussfester Weste. Wir kennen uns seit 20 Jahren. Früher schrieb sie einen Gruß mit aufs Ticket, wenn sie mich an falschem Ort erwischte.

Aber nun erwischte ich sie!

„Halt, da werde ich Ihnen sofort ein privates Ticket ausstellen, hier dürfen Sie nicht parken!“

Selbstsicher lächelte sie zurück:
„Nein, ich spare hier täglich 8€ an Parkgebühren. Wegen der Baustelle wurde das Parkverbotsschild abgebaut, aber die haben vergessen, das wieder anzuschrauben. Habe ich schon mehrfach angemahnt!“

Deshalb parke da jetzt auch ich.

Kostenlos. Irre.

Das ist besonders praktisch, weil ich immer 100 Medien aus der Bücherei ausgeliehen habe und die alle 3 Monate vorlegen muss. Leser bin ich ja seit 50 Jahren, die MitarbeiterInnen sind alle deutlich jünger als diese 50 Jahre.

Die wachsen dort „mit mir auf“, dem schwierigsten Leser.

– Pausenunterhaltung Beginn

Vor zwei Jahren hatte ich „Das Böse in der menschlichen Existenz-Die Faszination von Franz Kafkas Erzählungen“ als Wunsch zum Erwerb eingereicht. Das war dann drei Monate später schon auszuleihen. Ich hatte es vorher gelesen, wollte aber dem Autor ein Foto mit seinem Buch im Bücherei-Regal senden.

Damals war ich erst 48 Jahre „Leser“.

Jetzt wollte ich gern „Der Himmel ist nicht genug-Wissenschaft ist die beste Religion“ lesen, also reichte ich auch diesen Wunsch ein. Das kostete als wissenschaftliches Taschenbuch 29,99€.

Und es ist ein POD-Werk. Das ist Englisch.

Auf Deutsch heißt das „Print On Demand“.

Ich dachte, das wird nichts und bestellte es privat bei Michele, dem Eigentümer meiner Buchhandlung. Fünf Tage später bekam ich es, sehr lesenswert.

Und nochmals fünf Tage später hatte es meine Bücherei mir zusätzlich auch schon zurückgelegt.

Fertig inventarisiert und ausleihbar.

Es hat Vorteile, wenn man 50 Jahre Leser ist.

– Pausenunterhaltung Ende



An „100“ muss ich alle MitarbeiterInnen gewöhnen, an 90CDs im Karton und 10 Bücher in einem Stoffbeutel.

Ich gebe alles mit meiner Lesekarte ab und hole zwei Stunden später wieder ab, damit ich dort mit „Masse“ nicht inkommodiere und den Betrieb aufhalte.

Außerdem bellt der Hund draußen. Und der, der über der „Linken“ gegenüber wohnt, beschwert sich schnell. Sehr schnell.

Nach 30 Sekunden.

Ich habe ihn gefragt, warum er nicht in einem Dorf auf einem einsamen Resthof wohnt.

Ohne Parteibüro.

Ja, „Das Böse in der menschlichen Existenz“ ist auch mir nicht ganz fremd.

Der Hund darf nicht in die Bücherei. Der hat keine Lesekarte.


Dieses Mal hat mich beim Abgeben „Signora Bicolore“ betreut. Leider kann ich mir ihren nordischen Nachnamen nicht merken und habe schon mehrfach nachgefragt „Paula, wie heißen Sie hinten nochmal?“

Frau Kunz zeigte mir dann gestern aus 10m Entfernung einen Mittelfinger, weil ich ihren Kleidungsstil -vermutlich zu laut- lobte.

All dies schreibe ich „i.A.“ -im Auftrag-, weil ich gebeten wurde, „endlich mal wieder über die Bücherei zu schreiben und *uns* zu loben“.

Dem versuche ich hier nachzukommen, trotz des gestern in Rot lackierten Mittelfingers.

Ich bin ausgesprochen resilient, zumindest in dieser Bücherei. Ein gut lackierter Mittelfingernagel verändert die Intention einer Geste nicht, aber meine Reaktionen grundlegend. Isso.

Als ich „meine“ Musik und „meine“ Druckwerke wieder abholte, wurde mir von einer dunkel bebrillten, dunkelhaarigen, bislang namenlosen Dame mitgeteilt, dass das zukünftig „so nicht geht“.

Ich solle mit „kleineren Mengen“ mehrfach erscheinen. „Ab jetzt? Nach 50 Jahren?“ rutscht mir dann sofort über die lächelnden Lippen.

Leider.

Das fand ich sehr amüsant, weil ich dann ja noch öfter dort herumnerven könnte. Andererseits hat sie mich aber nicht angelächelt und ihren Wunsch als „Bitte“ übermittelt.

Es hatte etwas von einer Kaserne, entfernt nur.

Es ist nicht verboten, 100 Medien auszuleihen.

Sie machte eher „einen auf weiblicher Putin“, voll KGB-alike, die Mrs „Njet“.

Das ist etwas hart ausgedrückt, aber in 20 Jahren habe ich sie noch nie bei einem leichten Schmunzeln erwischt.

Ganz anders als meine liebste „Politesse“.

Vielleicht können die die Jobs tauschen?

Wenn das nicht klappt, erarbeite ich mir in den kommenden Jahren ein erstes Lächeln.

„Der Himmel ist nicht genug“, die schwersten Fälle sind mir die Liebsten.

Das mit dem „Warum“ erkläre ich doch lieber nicht. Sie hatte ohne zu lächeln drei Fehler gemacht.

Drei.
An einem Tag.
Bei mir.
Ohne alles.

Wunderbar!

Und deshalb musste ich heute nochmal.

–
„peace, tranquility and good will“

Das Glück

Das Glück

…. ja, es ist nicht immer leicht, es zu finden.

Auch das Suchen kann schon in gewisser Weise glücklich machen, jedenfalls ist das meine Einschätzung.

„Glück ist nicht etwas Fertiges. Es entsteht durch Deine eigene Aktion.“

Nein, das ist nicht von mir, das ist von einem Freund.

Besser, einfacher, schneller und zielführender ist allerdings eine eigene „Glücksproduktion“!

Nicht lachen, das geht, fast jeden Morgen starte ich sozusagen beim Brötchenkauf ins Glück.

Das läuft bei mir über die Verbrauchswerte des Automobils.

  • Umleitung Anfang

Wirklich, ich bin ein großer Umweltfreund und würde liebend gern „elektrisch“ fahren, aber niemand schenkt mir den geeigneten, fahrbaren Untersatz.

Zu teuer, sorry, ich rolle mit gebrauchter Ware. Außerdem bin ich sehr anspruchslos, ich will nicht einmal ein festes Dach über meinem Kopf.

Wie beim Fahrrad.

Da will ich aber treten. Noch.

Leider scheint es offene Dächer bei neueren Autos nur mit stinkenden Abgasen zu geben. Unmöglich, gerade dafür wäre doch ein Elektroantrieb die sinnvolle Wahl.

Ein E-Cabrio.

„Macht hinne“, möchte man der Automobilindustrie zurufen.

Ach, Mann, es sollte ja um die Glücksproduktion gehen und schon schieben sich negative Elektrocabrioletgedanken vor das Schöne.

  • Umleitung Ende

Ah, ja. „Verbrauchswerte“ richtig.

Ich liebe einen niedrigen Verbrauch nicht aus finanziellen Gründen, ich mag einfach kleine Zahlen.

Deshalb bin ich früher -als ich noch nicht so klug war wie heute- oft zum Brötchenholen am Sonntag über die Autobahn in ein Dorf gefahren, 10km weit entfernt.

Da kam ich dann locker auf 6l/100km. Man kann ja auf leerer Strecke mit 100km/h rollen lassen, einen kalten Motor zu hetzen ist auch nicht weise.

3km entfernt hätte ich über 8 Ampeln gemusst und vermutlich im Schnitt -kalter Motor- bei fast 12l/100km gelegen.

Das macht morgens nicht glücklich.

Jetzt bitte nicht von „Kosten“ sprechen, hier geht es nicht um „Geld“, hier ist das Thema „Glück“.

  • Umleitung (schon wieder!) Anfang

Es wird ja viel über die hohen Diesel- und Benzinpreise geklagt, auch teilweise zu Recht. Klagen machen aber auch nicht so schnell froh und glücklich.

Auf lange Sicht erst recht nicht.

Man sieht dann früh aus wie Herbert Wehner in seiner späten Phase als Fraktionsvorsitzender der SPD.

Der Job hat noch keinen glücklich gemacht.

Versucht es doch einmal mit dem positiven Denken über „Generationen“:

Vor 50 Jahren zahlte man pro Liter Benzin/Diesel circa 1DM, also 0,50€.

Heute kostet es das Vierfache, nein, nicht für Herbert Wehner, der hatte einen Dienstwagen.

Eine Pizza, gut belegt, kostete 1976 um 8DM, also 4€. Heute zahlt man auch da das Vierfache.

Eine Langspielplatte kostete damals um 15DM, heute hört Ihr alles fast kostenlos.

Das ist ein Glücklichmachergedanke, bitte merken.

Außerdem ist der Median der Durchschnittseinkommen seit 1976 um mehr als das Vierfache gewachsen.

Kurz: Tanken ist heute billiger als 1976.

Also, wenn ich mal anderes ausblende.

Ausblenden zu können, ist auch eine Glücksformel. Bitte merken.

  • Umleitung (schon wieder!) Ende

Das gelingt mir aber auch nicht immer, das mit dem „Glück“.

Heute, nach 300 Metern Fahrstrecke musste ich an der ersten Ampel halten. Mein Durchschnittsverbrauch lag nach Wartezeit bei 42,5l/100km als die Ampel auf Grün sprang.

Grausam.

Wenn das eine Fahranfängerin sieht, dann denkt die ja „Mann, so alt ist Papa!“

Damit -mit dem Verbrauch nach Kaltstart- quält man sich den ganzen Tag herum. Wenn man in der Stadt unter 10 Liter kommen will, muss man mehrfach um die Innenstadt kreisen und für grüne Ampeln beten. Wenig Gas, selten bremsen, Freilauf nutzen und alles in dieser Unglücksstimmung.

Das ist ja fast ‚Weltuntergang‘ für mich, eine zweistellige Zahl.

Ich kann die Anzeige aber nicht einfach auf „Radio“ stellen, weil ich die Entwicklung beobachten muss wie ein Aktienhändler es auch tut.

Es geht deutlich besser.

„Glücklicherweise“, das Wort passt:

Man drückt beim Tageskilometerzähler nach dem 42,5er-Frust einfach auf „Reset“!

Dann rollt man selbst mit 260PS mit knapp 7l-Durchschnittsverbrauch durch eine Stadt.

„Glück ist nicht etwas Fertiges. Es entsteht durch Deine eigene Aktion.“

Der Dalai Lama liegt selten falsch.

–
„peace, tranquility and good will“