







Über TV
Ich habe -wohl zu Beginn der 80er- regelmäßig „Dallas“ gesehen. Das war eine US-Serie, deren Folgen immer einen Cliff-Hanger hatten.
Wir sahen das zu zweit. Er trank immer einen Schluck, wenn in der Folge Alkohol getrunken wurde. Selten erlebte er das Folgenende wach. Eine echte Trinker-Serie.
Und ich war nicht „er“.
Das gesamte Konzept von „Dallas“ beruhte -in meiner Erinnerung- darauf, dass handelnde Personen mehr übereinander als miteinander sprachen.
Also kurz, fast wie „heute im normalen Leben“ könnte man ketzerisch sagen.
Wegen „Dallas“ weigere ich mich bis heute „Serien“ anzusehen. Ich will, dass etwas in 90min erledigt wird, nicht in 20 Folgen.
Leider sind Netflix, Magenta und Amazon voll von Serien, ständig bekomme ich Empfehlungen, aber sobald herauskommt, dass das eine „Serie“ ist, bin ich raus.
Das ist ja nicht so, dass man pro Woche am Dienstag eine Folge schaut, viele sehen sich vier oder fünf hintereinander an.
Das dauert ja recht lange. Zu lange.
Das ermüdet Augen.
Vor „Dallas“ kann ich mich an die „Augsburger Puppenkiste“ erinnern.
„Der Löwe ist los“, „Kleiner König Kalle Wirsch“, der mit der „Wiwogitrumu“-Festung, wenn ich das korrekt behalten habe.
Wirsche-Wolde-Gilche-Trumpe-Murke, oder?
Zoppo Trump war der Böse.
Fast wie heute.
Es muss immer mindestens einen Bösen geben.
Auch das: Wie im wahren Leben.
Das von der Puppenkiste war immer an vier Sonntagen, vor Weihnachten oder vor Ostern, insgesamt 120min.
Schaffbar.
Natürlich musste man „Fußball“ am Vormittag dann absagen. Ohne Begründung. „Kalle Wirsch“ wäre echt nicht gut angekommen.
Viele sehen ja kein lineares Fernsehen mehr.
Ich sehe mittlerweile zeitversetzt.
Ich nehme das immer auf, viele Spielfilme, aber ausschließlich von Sendern ohne Werbung, die sind in der Senderliste ab Platz 30.
Und dann lösche ich 75% der Aufnahmen wieder. Ungesehen.
Also spare ich Zeit, verpasse nichts und könnte jetzt am Sonntagvormittag Fußball spielen.
Ich habe zwei Bälle. Unbenutzt.
Ich fürchte, nur im Traum bin ich fast so gut wie Toni Kroos.
„Ich steck‘ Dich in die 7te Opa, wenn Du nicht mehr läufst“ hat mir mein Trainer einmal gedroht. Kürzlich.
Das war, als ich noch knackig war und schnell laufen konnte, wenn es nötig war.
„Warum stellen Sie mich dann trotzdem auf und lassen mich nicht in Ruhe in der Sonne zuschauen?“
„Naja, Du schaust ja auch auf dem Spielfeld zu. Aber Deine Pässe sind tödlich. Aber auch selten.“
Was das mit TV und Serien zu tun hat, weiß ich nicht.
Vielleicht nur, dass „weniger“ manchmal „mehr“ ist.
–
„peace, tranquility and good will“
Bin auch kein Serien-Fan. Auch beim „Dalls“-Kult habe ich vielleicht mal ein, zwei Folgen geguckt. Zu schrecklich, wenn man wegen anderer, eigener Abenteuer eine Folge verpasst – und nicht mehr weiß, was los ist. Alles Schmarrn.
Streng genommen sind „Tatort“ oder „Columbo“ auch Serien. Aber dort sind vereinzelt Glanzstücke drunter. Und man muss sich nicht die Woche drauf fragen: „Wer war das jetzt noch mal?“
Schönes Wochenende. Morgen vermutlich wieder zwei „Columbo“-Folgen. Da lohnt sich, früher die Kneipe zu verlassen. Warum? Siehe vorigen Absatz. „Das wäre eine Erklärung, Sir.“
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Oh, oh, Tippfehler. Ganz vorn natürlich „Dallas“ …
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