


























NordArt 2025



























NordArt 2025











Die Erotik des Gebrauchten I
Natürlich kann man Neues kaufen.
Leider ist das kostenintensiv und man muss sich anderweitig beschränken.
Zum Beispiel kaufst Du Dir ein schönes, neues Sofa für Dein Wohnzimmer, es sollte 3199€ kosten und weil Du es gern haben möchtest, handelst Du es gnadenlos auf 2999€ herunter.
Dann liefern die das und bauen es für Dich auf.
So schön!
Du hast jetzt noch gar nicht darauf gesessen, keine einzige Sekunde. Aber trotzdem hast Du jetzt ein gebrauchtes, schönes Wohnzimmersofa.
Was ist es jetzt wert?
Wieviel würdest Du bekommen, wenn Du es verkaufen willst?
1500€?
Ich bitte Dich!
Das wird wirklich schwierig:
Wer 1500€ für ein Sofa bezahlen will, der geht zu IKEA und kauft dort.
Also 999€?
Könnte mit Glück klappen. Viel Glück.
Du hast also in einer Sekunde 2000€ verloren, wenn man es gefühllos und realistisch betrachtet.
„Ich denke an Konfuzius, der gesagt hat: Fasse die Sorgen des Tages zusammen auf eine halbe Stunde, und in dieser Zeit mache ein Schläfchen“, sagte sie, die Lichtgestalt einst.
Natürlich ist das Sofa trotzdem sehr, sehr schön. Man kann ja täglich 30min darauf schlafen und die Kosten ausblenden.
–
In meinem Fall ziehe ich beispielsweise 30 Jahre alte, britische Verstärker-Elektronik der in China hergestellten Neuware vor. Die kostet circa ein Zehntel und ist -ehem- qualitativ keineswegs schlechter.
Die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, würde jetzt aus dem Hintergrund rufen:
„Er gibt aber dieses Zehntel zehnmal aus, er spart überhaupt nichts!“
Das ist wahr, aber ich habe dafür nahezu keine Wertverluste zu beklagen. Also, wenn ich die zehn Zehntel abgeben würde. Das tue ich natürlich nicht.
Selbstverständlich habe ich keine zehn Verstärker.
Eine Falschinformation.
Niemals würde ich gebrauchte Schuhe kaufen. Die sind einfach nicht in neuwertigem Zustand zu finden, also so wie meine nach mehreren Jahren!
Ich trage die Neuen nämlich erst, wenn die zwei Paar, die ich gerade trage, nicht mehr reparabel sind.
Der Rest: Neu.
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Beim Erwerb von Gebrauchtem ist nicht unbedingt das Produkt lange zu testen, nein, oft kann man schlicht ’nach dem Verkäufer‘ gehen.
Der sagt oft mehr aus als der Gegenstand selbst.
Natürlich kaufe ich nur das Makelfreie. Das wird man auch wieder los, jedenfalls empfehle ich, so zu planen.
Wenn auf einem Foto schon Staub sichtbar ist: Finger weg.
Zwei Beispiele?
Tja, ihr könnt Euch nicht wehren, das kann ein Problem sein, wenn ihr nicht resilient genug seid.
Über dieses Modewort „Resilienz“ muss ich eigentlich dringend schreiben, es geht mir wöchentlich auf den -sorry- Sack. Offenbar habe ich nicht genug davon, um derartige Wiederholungen wegzustecken.
Ach so. Beispiele. Na gut.
Kürzlich habe ich ein Fahrrad gekauft, ein sehr gutes Fortbewegungsmittel in hervorragendem Zustand und angenehmer Farbgebung in Grau.
Ohne Automatik und ohne Motor für die ältere Generation. Ich bin ja „am Ball“ noch recht gut, das Treten übernehme ich. Noch.
Der Vorbesitzer hat damit mehr als 60000 Kilometer zurückgelegt und er hat es regelmäßig warten lassen.
Es hat mich weniger gekostet als zwei neue Reifen. Die waren aber noch nahezu neuwertig, sie hatten noch diese feinen Härchen vom Herstellungsprozess.
Und als ich es mir ansah und kurz gefahren war, sagte er:
„Sie müssen mir aber versprechen, dass Sie das Getriebeöl wechseln lassen, das ist bald fällig!“
Das steht sogar im Kaufvertrag.
„Der Käufer nimmt in Kürze einen Wechsel des Getriebeöls vor.“
Zwei Wochen später war ich wieder bei ihm und konnte von frischem Öl berichten.
Der liebte sein 10 Jahre altes Fahrrad nämlich sogar noch als es ihm gar nicht mehr gehörte.
So einen Verkäufer müsst Ihr finden.
Einen, der sich mit dem Wesen der Liebe auskennt.
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Und dann noch das Ding mit den vier Rädern.
Das mache ich dann als Teil II.
Sonst steht Ihr das nicht „durch“.
Was das mit „Erotik“ zu tun hat?
Na, „Liebe“ und so?
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„peace, tranquility and good will“




















Was die Welt nicht braucht
Heute sagen manche Leute, dass man nicht mehr alles sagen darf, was man denkt. Und dass man auch vieles nicht mehr tun darf, was man früher gedankenlos und selbstverständlich tat.
Zum Beispiel -ich gebe es zu- sage ich konsequent „Schokoküsse“, denke aber leider zuerst das falsche Wort, das mir auf keinen Fall entschlüpfen darf, denn dann folgt unweigerlich die Korrektur, auch völlig zu Recht.
Das ist zum Beispiel ein Sprechverbot, das Denken bleibt ja frei, weil es da weder Kontrollen noch Korrekturen gibt.
Das finde ich sehr angenehm, also für meine Gedanken.
Das mit dem „Tun“ ist manchmal anders.
Früher hätte ich Frauen in einer Schlange vor einer Damentoilette nämlich nicht in die leere bei den Herren gewiesen.
Und gestern beim Bäcker, da war bei den Herren besetzt und es war so still am Stillen Örtchen, dass ich dachte „Da sitzt wieder einer und tippt 10 Minuten auf seinem Handy“.
Man ging früher nicht mit „Winnetou I“ auf eine öffentliche Toilette. Heute hat ja jeder ein Buch mit unendlich vielen Seiten in der Hose.
-Ihr habt das doch verstanden-
Dann gehe ich eben in die Damentoilette, ohne jede Hemmung, ich gebe das zu.
Die stehen da nicht am Pissoir, die Damen.
Und das Händewaschen, das geht auch mit verschiedenen Ausprägungen nebeneinander. Oder hintereinander.
Früher hätte ich das nicht gewagt.
Heute, da könnte es ja sein, dass ich mich gerade weiblich fühle. Oder ich lüge so halb und sage, dass nebenan etwas überläuft. Das ist ja nicht gelogen, es kann ja auch ein Handybildschirm überlaufen.
Also, das mit dem verbotenen Tun ist nicht immer richtig, es gibt auch neue Freiheiten!
Die benennt aber selten jemand.
Als Mann musste man früher vor der Tür warten und an frische Leber bei REWE denken.
Da vergeht mir nämlich wirklich alles.
So ist Psychologie.
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Mehr stören mich neue unterschwellige Regeln und Vorschriften, deren Sinn ich nicht verstehe:
Heute am Morgen habe ich diese winzigen Söckchen angezogen. Die heißen „Crivit“. Beide. Steht am Bund. Blödsinn.
An sich nervt mich das mit den Namen schon bei Brötchen.
„Diedabitte“ heißen die bei mir nur.
Jedenfalls haben die Lidl-Socken jetzt auch noch ein gesticktes R und ein L.
Das steht für „Rechts“ und „Links“.
Wozu?
Ich hatte nämlich die rechte Socke links angezogen und die andere rechts. Dann musste ich die wieder ausziehen und alles korrekt machen.
Wieder eine Regel! Nervig.
Und wenn ich die drei Paar nach dem Waschen sortieren muss! Nervig, wenn man dann beim Anziehen zwei mit einem R hat. Wenn die wenigstens sprechen könnten!
„Hier ist nicht mein Fuß“ oder so.
Das kommt auch noch.
Socken mit Namen und Richtungsangaben sind überflüssig. Schließlich macht man das bei Schuhen auch nicht.
Auch nicht bei Gummihandschuhen!
Die dreht man einfach um.
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Bei Aldi haben die jetzt einen kleinen Bagger für die großen Jungs im Angebot, für 4699€.
Ich finde ein breites Angebot durchaus sinnvoll. Aber wer kauft sich einen Bagger für den eigenen Garten? Jemand, der männlich ist und gern spielt wie früher mit Lego-Technik und jetzt genug Kleingeld hat?
Das wieder so ein „Erweitern Sie Ihr Ego, wenn das Patriachat bröckelt“-Angebot.
Das braucht auch die Männer-Welt nicht.
Ich wette, dass eine Frau den Bagger nur für einen Mann kauft, der sie nervt und beschäftigt werden soll.
Bei Aldi!
Ich würde eine hochwertige Stereoanlage auch nicht bei Aldi kaufen, wenn ich so viel Geld hätte. Da kaufe ich Seifenblasen und etwas aus dem „Retterkorb“ mit viel Rabatt.
Und dass Einschulungen und das Abitur heute nahezu in Bezos’schen Ausmaßen gefeiert werden, ist auch überflüssig.
Ich habe riesige Abi-Plakate, gedruckt wie Werbung an einem Schulzaun, gesehen: „Kevin, Du schaffst das! Abitur 2025!“
Schlimm. Schließlich können sich viele derartiges nicht leisten und „gut“ für das Kind ist nicht immer das, was Eltern denken …. oder bezahlen.
Und eine Einschulung ist auch keine Hochzeit.
Ja, da geht etwas los, aber es muss nicht jeder Neubeginn überhöht werden.
Klar, der 1. Bundesliga-Spieltag einer Saison, den sollte man feiern, das hat seine Berechtigung.
Für den HSV. Heute. Endlich.
Mein Nachbar hat ein Stück HSV-Rasen. Originoool. Den habe ich gestern gegossen, er war nämlich in Spanien. Mein Nachbar, nicht der Rasen. Der HSV gewinnt heute.
Aber eine Einschulung hat die nicht, diese Feier-Berechtigung von da oben.
Eine Tüte mit Süßkram -heute eher Süßkartoffeln- und ein Spielzeugauto, das hat vor 60 Jahren gereicht.
Ich hatte übrigens einen Krankenwagen von Corgi-Toys bekommen. Ford-Transit, falls Ihr das wissen wollt. Mit Bett!
Und eine Zahnbürste von der Schule und eine orangefarbene Schirmmütze!
Die Mädchen bekamen Kopftücher.
Das geht heute zum Beispiel nicht mehr.
Niemand hat Mütze oder Tuch getragen. Das hatten sich nämlich Erwachsene ausgedacht, um Erstklässler kenntlich zu machen.
Das haben wir sofort gecheckt damals.
Das Letzte?
Hochzeitsplanung für bis zu 20 Millionen Dollar. Auch so ein Quatsch für Reiche.
Mein Motto bleibt:
„Je teurer die Hochzeit umso kürzer die Ehe.“
Die Hochzeitsplanerin beantwortete die Frage nach den Kosten für die Planung ihrer eigenen Hochzeit nach 23 Jahren „Beziehung“ in der ZEIT elegant:
„Ich konnte mir mich nicht leisten. Also habe ich es selbst gemacht.“
Eine kluge Frau.
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„peace, tranquility and good will“






Titanic
Ja, ich habe aus dem grünen Bücherschrank einen original verpackten Revell-Bausatz der „Titanic“ mitgenommen. Aus Pappe.
Jetzt überlege ich, in den Schiffbau einzusteigen. Meine ist leicht, richtig leicht. Also vom Gewicht her.
So ein Bausatz, der ist nicht so einfach zusammenzubauen wie Ihr denkt und ich habe es geschafft, ich „gehe jetzt viral“!
Ich habe 73 Minuten gebraucht!
Für alles! Mit Auspacken!
Nun gut, ich habe auch Physik studiert, aber ich war nie Spezialist für den Bau von Kreuzfahrtschiffen.
Ohne Klebstoff, nur mit meinen Fingern, ohne Taschenmesser, alles nur mit meinen alten Griffeln.
Auf der Revell-Packung steht „10+“.
Das bedeutet, dass man im Durchschnitt 10 Stunden für den Zusammenbau benötigt.
Der Normanne hat gesagt: „Nimm Kleber!“
Aber ich habe es ohne geschafft.
Und 73 Minuten sind 12,17% der vorgesehenen Durchschnittszeit.
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„peace, tranquility and good will“


















„Tja, da ist wohl auch viel männliches Ego im Spiel“
Das war der Satz des Tages am gestrigen Sonntag.
Nach dem Brötchenkauf bei „Junge“ hatte ich noch das alte Kraftfahrzeug mit Hilfe einer preiswerten Sprühflasche mit Glasreiniger vom Blütenstaub befreit.
Auch das Dach. Ohne meine Frau, klar.
LM-Felgen ‚mache‘ ich vor der Bäckerei nur im Notfall.
Das ist alles nicht so wichtig, es beschreibt nur das Setting des Wischenden und der Passanten.
Wenn die eine neue Filiale eröffnen, dann hängt am Zaun über mehrere Wochen ein Plakat:
„Es wird ein Junge!“
Es gibt keinen Bäcker, der „Mädchen“ heißt.
Da sollte man auch mal demonstrieren, damit da Parität hergestellt wird. Ich würde gern bei „Mädchen“ meine ‚Dinkel Plus‘ kaufen.
Die kosten 95 Cent.
Ja, es ist ein kleines Brötchen.
Das sind 1,90 DM, aber gut, das ist ja lange her. Bei der 5er Tüte spart man übrigend 25 Cent, also 0,50DM.
Das gab es früher nicht.
Ja, und dann kam ein junges Paar, also auch ein Junge, ein richtiger, aber begleitet von einer jungen Frau an meinem fast reinen VW vorbei.
Die war genauso alt wie das Auto und beide sahen gut aus.
18, also hat die auch schon viel erlebt. Er hat ja 250.000 auf seiner Uhr. Sie hatte vermutlich drei in derselben Zeit, rein statistisch betrachtet.
Und sie sagte in Höhe meiner Beifahrertür:
„Tja, da ist wohl auch viel männliches Ego im Spiel!“
Ich habe nicht gehört, ob er darauf antwortete, ich aber sagte wischend:
„Ist das denn nicht immer so?“
Sie lachte.
Also „Butter bei die Fische“:
‚Männliches Ego‘ spielt das nicht eher „auswärts“ eine Rolle?
Zuhause sind wir Männer doch oft die ‚Verlierer‘, trotz des Patriachats:
„Nein, zieh‘ die schwarzen Schuhe an, Du kannst nicht in Hellbraun auf einer Beerdigung aus der Reihe tanzen! Nein, die weißen Sneaker auch nicht. Stell‘ sie bitte zurück!“
„Du, bitte nicht die beigefarbenen Handtücher mit den dunklen Sachen waschen, die leiden und bekommen einen Grauschleier! „
„Du hast da was im Mundwinkel. Mach‘ das weg.“
„Ein Auto ist ein Gebrauchsgegenstand, ein paar Kratzerchen, da musst Du mich nicht extra drauf ansprechen.“
„Du musst hier unterschreiben, es ist alles korrekt. Unterschreiben, nicht lesen! Ich muss lohooos!“
„Bitte, die Mikrowelle steht seit 20 Jahren so, es gibt keinen Grund, das zu ändern. Keine Diskussion jetzt.“
„Du bist im übernächsten Jahr im 68sten. Warum kannst Du Deine Krawatte immer noch nicht allein binden?“
Wir lieben eben die Frauen.
Unsere und auch alle anderen.
Wir zeigen es auch dadurch, dass wir tun, was sie sagen. Wir können uns unterordnen.
Zu Hause.
Ich mache das bei der besten Ehefrau von allen, die ich je hatte, auch. Das Leben wird einfacher. Also manchmal.
Natürlich erfordert das männliche Kompensation, zum Beispiel bei Leitungsfunktionen in der Wirtschaft oder bei der Besetzung der Regierungsbank.
Letztlich spielen hier doch alle ihre Rolle, oder?
Das männliche Ego spielt nämlich nur auswärts.
Zuhause spielt es -oft- in Unterzahl.
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Hier noch ein Beispiel aus der Realität.
Sevcan, man spricht es „Sevschann“, nicht wie „Chan“, hat früher im Angriff Fußball gespielt. Schnell war sie und gut am Ball.
Und ich schickte ihr den Text als Entwurf.
Das schrieb sie, Sevcan, dazu:
„Als ich noch Fußball gespielt hab‘, standen wir Spielerinnen samt einiger Spielerinnenmänner nach einem Spiel noch am Platz und Kati sagte zu ihrem Mann
‚Michi, bring‘ schon mal meine Tasche zum Auto!‘
Oder sowas ähnliches.
Darauf er sehr selbstironisch:
‚Kati! Wir hatten abgemacht, dass ich in der Öffentlichkeit das Sagen habe!'“
„Spielerinnenmänner“ ist auch toll. 🙂
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„peace, tranquility and good will“


















Gewohnheiten
Ja, richtig, wenn ein Automobil eine Getriebeautomatik hat, dann fahre ich nur mit einem Schuh. Ich habe nämlich einmal nach den ersten 200 Metern in Andalusien vor einem Kreisverkehr die Kupplung durchgetreten.
Da war aber gar keine, sondern das breite Bremspedal. Viel zu breit, das Ding.
So ein Franzose bremst wie ein Vampir vor einer Knoblauchzehe.
Oder eine Rückfahrkamera im Auto: Ich sehe nach hinten beim Einparken! Da fahre ich doch hin! Ich würde nie auf das Bild einer Kamera schauen, ich kann mich nämlich noch umdrehen!
Könnt Ihr Euch leicht „umstellen“?
Oder bei Lidl, da konnte ich einmal die Eier nicht finden. Und als ich die stellvertretende Filialleiterin ansprach, weil die Eier nicht am gewohnten Ort standen, da beschied sie mir, dass das drei Jahre her ist, dass Eier dort standen, wo ich sie suchte.
Also die Eier, nicht die junge Frau.
Und jetzt hatte „mein Rewe-Markt“ fünf Wochen lang geschlossen, weil da alles erneuert worden ist. Wirklich alles.
Die Regale sind jetzt schwarz, die Fliesen neu, die Decke leuchtet in einem Weiß, das noch weißer ist als das Weiß der Augen von Miley Cyrus!
Mein Normanne, der hat sich nach einem „Ja, schön“ gleich kritisch geäußert, weil er meinte, dass man jetzt den „Weg nicht mehr abkürzen kann“ und bis zur Fleischtheke am Ende durchgehen muss, wenn „man zum Carlsberg-Bier will“.
Man kann aber nach 15 Metern vor den Brötchen links abbiegen und kommt schnell zur Kasse und zu den Getränken.
Das ist wie bei IKEA, aber man muss so ein „Auskenner“ wie ich sein.
Jedenfalls finde ich da jetzt gar nichts mehr ohne menschliche Hilfe.
Und das obwohl dort Ordnung herrscht.
Aber eben eine neue, nicht meine.
Ich war schon dreimal da und schaffe nur die Grundversorgung ohne Fragen zu stellen.
Und auf der Liste standen jetzt „Becks Gold“, „Haferkekse mit Schoko“, „Waffeln“ und „Corny Hafer-Müsli-Riegel Schoko“. Und „Äpfel“.
Das kleine Kind will nämlich in Dänemark urlauben.
„Äpfel“ kann ich.
Der Rest war den dänischen Bierpreisen und der dortigen Zuckersteuer geschuldet und man findet alle anderen obigen Produkte in unterschiedlichen Regalen.
Auch die Mitarbeiter kennen sich noch nicht aus.
Also, wenn ich zum Beispiel „Hirschhornsalz“ suche, dann frage ich natürlich eine Kundin, die über 70 ist. Bei „Haferkeksen“ frage ich die, die so alt sind wie das kleine Kind.
Die wissen nämlich sehr viel.
Und eine in Rot und eine in Blond haben mir alles gezeigt. Die haben mich sogar zum Zielgebiet geführt!
Ein Vorteil des Alters.
Und die wollten „auch in eine Geschichte“.
Jetzt sind die drin. Demnächst frage ich die nach dem Vegan-Regal und wo ich laktosefreie H-Milch mit wenig Fett bekomme.
Und ich wette: Die wissen auch das.
Und es gibt vier Kassen an denen man sich selbst abkassiert. Nur mit dem Bon geht das Tor zum Ausgang auf. Der wird gescannt, macht man auch allein. Ich habe den nach der Zahlung sofort weggeworfen, ja, beim ersten Mal. Danach nicht mehr.
Eine Kassiererin ist als Hilfe und zum Aufpassen immer da. Die Ältere neulich ohne Stuhl seit 3 Stunden. Ich frage ja alles.
Gestern war die dunkle junge Frau dort, auf einem Hochstuhl, „wenigstens etwas“, dachte ich. Sah gut aus. Auch mit dem Stuhl.
Aber die saß da seit 15:00 und die schließen um 22:00.
Sie hatte gerade 5 Stunden und 30 Minuten geschafft. Für den Rest habe ich ihr zwei Murmeln gegeben.
Das geht nicht, da muss man mal wechseln!
Ich habe schon bei 4 mal 45 Minuten Aufsicht geheult! Es gibt nichts in einer Schule, was schlimmer ist als „Klausuraufsicht“ über 4 Stunden.
Deshalb sagen die dann „Bitte zügig beim Klingeln abgeben! Bitte, Sie auch!“
Dann müssen die nämlich mal irgendwo hin. Dringend.
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„peace, tranquility and good will“







Die Zeit, die Scala und die Julia
Kürzlich fielen mir gleich mehrere Zeitungsartikel ins Auge, die sich mit Äußerlichkeiten beschäftigten.
Da ging es einmal um Uhren, analoge Armbanduhren, deren Absatz offensichtlich wieder steigt.
Es geht dabei aber nicht um die Zeit, sondern um das Image, das eine wertvolle Uhr wohl zu verleihen im Stande ist.
Ich selbst befürchte ja bei besonders schweren Armbanduhren Haltungsschäden.
Es soll sogar Männer geben, die den linken Ärmel der Hemden kürzen lassen, damit die Uhr besser zu sehen ist!
Aber die Zeit ist dieselbe wie für 8€.
Und sie tickt und tickt und tickt.
Ich selbst kaufe gern eine preiswerte neue Armbanduhr, wenn die Batterie der Vorgängerin leer ist. Das ist nicht nachhaltig aber leider oft preiswerter, weil eine neue Uhr ja inklusive einer frischen Batterie verkauft wird.
Ich habe auch noch nie darauf geachtet, wer welche Uhr trägt. Mir ist nur die Zeit wichtig, nicht deren Messung.
Weiterhin vermute ich, dass Frauen bei Männern ebenso wenig auf den Uhrenhersteller achten wie ich selbst.
Sonst würde die Uhr auf diesen Kontaktbörsen ja erwähnt!
„Mann mit Rolex sucht ….“
Es heißt nicht „Kontaktbörse“, es heißt …. ach, Ihr wisst ja, was ich meine. Die mit den Plakaten mit schönen Menschen, die aussehen wie Filmstars.
Jedenfalls auf Plakaten.
Morgens eher weniger.
Pairtrain!
Painship!
Pairsheep!
Payship!
So ähnlich.
Danach las ich, dass in der Mailänder Scala jetzt keine Hawaii-Hemden, keine Shorts und keine Sandalen mehr erlaubt sind, um die ‚Würde des Hauses‘ zu wahren.
Die Oper!
Ich wusste nicht, dass man da mit Shorts reindurfte. Selbst in einem Spielcasino, voll mit traurigen Gestalten, muss ein Herr ein Jackett tragen, zumindest vor 20 Jahren.
In Badehose? Wie sieht das aus, wenn man da die Wertmarken im Stapel reinsteckt?
Ich musste immer mit den Abiturienten zum Roulette, damit die gemeinsam alles verlieren. Zum Glück haben die nie gewonnen, nur zwischendurch, am Ende war alles weg. Die Gier eben.
Ich selbst habe noch nie einen Euro gesetzt. Obwohl kein Glücksspiel bessere Gewinnchancen hat als das klassische Roulette.
Ach, die Klamotten, ja, ja:
Auch mit einem Verdi-Ticket kommt man kurzbehost oder im Bikini nicht in die Scala.
Ich mochte Italien schon immer.
–
Dann ein Schwenk nach Westen:
Aus hygienischen Gründen müssen in Frankreich irgendwo ab jetzt sehr eng anliegende Badehosen getragen werden.
Die heißen „Speedo“ oder so und die haben kaum Stoff.
Ich möchte das bei mir selbst nicht sehen. Nicht einmal zuhause vor dem Spiegel.
Ich bade also lieber in einem Meer.
„Oder gar nicht!“ würde die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, jetzt dazwischenrufen.
–
Und dann noch das Parlament, der Bundestag und die Würde des Hauses.
„Parlament“, da steckt ja das Verb „parlare“, also „sprechen“ drin.
Die politische Auseinandersetzung soll also mit Worten stattfinden und nicht mit bedruckten Klamotten oder Plakaten.
Eine gute Idee.
Und weil die ehemalige Weinkönigin nun streng die „Würde des Hauses“ wahren will und muss, gibt es immer wieder Ärger.
An sich war das prinzipiell bei Lammert, Schäuble und Co. früher genau dasselbe, aber die hießen eben nicht Julia Klöckner.
Und Weinkönigin waren die auch nicht.
Und nun werden Männer mit Mützen und Frauen in T-Shirts mit Kurztexten gemaßregelt oder nach draußen expediert.
Das schafft viel Aufmerksamkeit, und es gibt wieder ein Kurzvideo davon in den Sozialen Medien.
Dieses pubertäre Verhalten von Abgeordneten hat also mehr Reichweite als ohne die „Maßnahme“. Und für diese Reichweite wird das leider ausschließlich, speziell auf der linken Seite, gemacht.
Es ist ziemlich durchsichtig und schwach, wenn man sich nicht mit Argumenten und Worten aber mit Kappen und T-Shirts melden muss.
Und mit Videos auf Tiktok und Insta.
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In der Schule gab es mal Diskussionen in Konferenzen, ob das Tragen dieser Schirmkappen im Unterricht verboten werden soll.
„Na, wenn die Kollegen sonst keine Probleme haben, ist ja alles gut“ habe ich gedacht.
Nur bei Klausuren galt „Schirm nach hinten! Wie mit 11 auf dem Spieli!“
Ansonsten?
Wozu muss man über Kinderkram diskutieren?
–
Und im Bundestag würde ich als PräsidentIn die T-Shirts auf „links“ tragen lassen.
Texte zur Haut. Innen.
„Links“ passt doch.
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„peace, tranquility and good will“









In „Istanbul„
Mein Nachbar, der Normanne, fährt manchmal auch nach „Istanbul“ zum Autowaschen.
Normalerweise fährt er zu einer Tankstelle und lässt das schwarze Mobilgerät für 19,90€ wieder zum Glänzen bringen.
Macht man das alle 2 Wochen, kostet das Waschen des Autos über 500€ im Jahr. Da ist ja meine Versicherung preiswerter! Ich fahre nicht in Waschanlagen.
Wozu auch?
Und in einen „Burger“ habe ich vor 25 Jahren zuletzt gebissen, vor der Fähre nach Amrum. Danach nie wieder.
Wozu auch?
Eine Waschanlage ist nicht sehr kommunikativ, außerdem wird ein Auto da nicht richtig sauber gemacht, also für meine Ansprüche.
„Südländer“ verstehen mehr von einem guten Auftritt als wir. Das Leben findet ja auch mehr draußen statt, auf Plätzen oder der Straße. Das Auto gehört dazu, um eine „bella figura“ zu machen, wie meines Wissens der Italiener sagt.
Diese Bürste in der sogenannten „Selbstwaschanlage“ habe ich auch noch nicht benutzt, die ist an sich zur Dekoration da, also für mich, für Südländer und die mit den teuren Autos ‚in Istanbul‘.
Mein Nachbar sagt ‚Istanbul‘, weil er hofft, dass der Bürgermeister nach der nächsten Wahl den anderen ablöst. Also den für das ganze Land.
Meistens wasche ich zwischendurch nur mit Sprühschaum, dazu Wasser, Wasser, Wasser. Eben mit viel Wasser. Richtig viel Wasser.
Dazu Backofenspray für die Felgen. Für 2€ ist dann alles nahezu rein. Für 2,50€ ist der Innenraum auch noch gesaugt. Selten nötig. Man reinigt Schuhsohlen ja vorher, Mitfahrer würde ich darauf niemals ansprechen. 50 Cents danach, kein Problem.
Und wenn ich nach 10 Jahren 4000€ in ein anderes gebrauchtes Auto stecke, sagt bestimmt jemand:
„Boah, 4000€ hätte ich jetzt nicht.“
Aber der wäscht ständig für 19,90€. Und 4000€ spart man durch ‚Istanbul‘ in 10 Jahren ein.
Derartige Argumente muss man nicht haben, aber man kann sie …. kreiieren.
Und neulich hat einer beim Waschen zu mir gesagt:
„Du bist gar kein richtiger ‚Alman‘, Du putzt ja wie ein Türke!“
Es war das höchste Lob in meinem bisherigen Leben.
Und gestern stand in der Waschbox neben mir eine Minute nach mir ein VW-Bus.
In Rot.
Als ich mit dem Rundgang um den Kleinwagen schon fast fertig war, sah ich, wie der Junge von circa 17 Jahren nebenan Sprühschaum in zwei Eimer spritzte statt auf den Bully.
„Warum machst Du das?“, fragte ich ihn.
„Wir waren in Dänemark an der Nordsee, der Bus war extrem schmutzig und voll mit Sand. Jetzt habe ich da erstmal mit Hochdruck als Vorarbeit das Gröbste abgespritzt, dann kommt da viel, also wirklich viel Sprühschaum drauf, zum weiteren Lösen. In die Eimer kommt auch Sprühschaum in das Wasser. Ein Eimer wird zum Shampoonieren genommen, der andere zum Auswaschen des Schwamms. Der Sprühschaum wirkt wie ein Gleitmittel (!) zwischen Lack und Schwamm und verhindert Kratzer. Das war alles.“
Der Vater mit Bart war gefahren, er sagte kein einziges Wort.
Wozu auch?
Also er war mit dem Auto vorgefahren, nicht mit dem Bart.
Doch, auch mit dem Bart, schon richtig.
Mann, Ihr habt es doch verstanden!
Man kann nach 50 Jahren Wascherfahrung tatsächlich von einem ohne Führerschein eine ganze Menge lernen.
Großartig!
Aber das Backofenspray hat er jetzt vom alten Mann.
Eine ganze Dose.
1,29€.
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Foto „sounds ok“ ist vom Kai, von „KT„. Thx!
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„peace, tranquility and good will“




Störenfriede
Nun, „Störenfried“, das ist ein zu großes Wort, aber mir fällt keine Minitrix-Ausgabe dazu ein. Also ich meine so eine nettere Version mit rosa Blümchen und glänzendem Geschenkband dran.
Jedenfalls arbeitete ich kürzlich am Mobiltelefon konzentriert an einem Text, den ich schon fast fertig im Kopf hatte. Dann muss ich den nur heruntertippen, darf aber dabei nicht abgelenkt werden, sonst bricht die Wortwelle an einem Felsen, also bildlich.
Danach finde ich die Welle nie wieder.
Und dann sprach mich eine junge Frau an, die ich kenne, während ich weiter schrieb.
Ich schaffte nur ein nahezu gehauchtes „Jetzt nicht, bitte“, dabei schrieb ich weiter ohne auch nur den Kopf zu heben.
Erst als die wegging, sah ich, wer das war.
Hätte ich das gewusst, hätte ich den Text lieber ins Nirvana entfliehen lassen.
Mann hat ja auch Schwächen.
Jedenfalls grüßt sie mich jetzt nicht mehr.
Schade, ja, aber die Hälfte der Weltbevölkerung ist weiblich, das denke ich in solchen Fällen gern.
Ja, nochmal, nicht nett, aber das Weinen bringt ja auch nichts. 🙂
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Ein anderes Mal exakt dieselbe Situation, ich tippe, nein, nicht so etwas wie jetzt, ich muss mich wirklich konzentrieren, draußen in der Sonne vor dem „Broad Street Cafe“ bei dem schon abgekühltem Caffe Latte mit der längst kalten Pfeife in der Linken.
Aus den Augenwinkeln nehme ich eine Jeans über Stiefeln wahr, die sich stumm neben mich setzen und kein Wort sprechen, bis ich nach 30 Sekunden ohne aufzublicken frage:
„Wer bist Du?“
Ich fand das einfach großartig, dieses Verhalten, diese Ruhe, dieses Warten auf einen, der gerade in einer anderen Welt unterwegs ist.
‚Rücksichtsvoll‘ nenne ich das.
Ob ich das selbst auch so kann? Das weiß ich gar nicht. Hoffentlich. Zweifel bleiben.
Und leider, leider, ich muss es zugeben:
Wenn Bob Dylan am schönen Arm von Fanny Fee Werther und der Papst mit Nicola Cavanis an seiner Rechten neben meinem Kaffeetisch eine Frage stellen würden während ich schreibe und ich lediglich die päpstlichen Schuhe und Dylans teure Stiefel erkennen würde, dann sage ich leider auch „jetzt nicht, bitte“.
Irgendetwas mache ich einfach falsch.
Ob die mich irgendwann wieder grüßt?
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„peace, tranquility and good will“





















Ist „Lidl“ eigentlich ein Vorname?
Bei Lidl tragen jetzt alle MitarbeiterInnen den Vornamen auf dem kleinen Schild.
Zuerst hatte ich die Auszubildende an der Kasse gefragt, weshalb, aber sie wusste es auch nicht.
Ich sage doch nicht „Emilia“ und duze sie auch noch.
Heute hat mir eine dort angestellte Dame dann bei einem Umtausch geholfen. Mit „Dame“ meine ich, dass sie nicht mehr 17 ist.
Und zum Schluss sprachen wir über diese Schildchen. Sie findet die auch so blöd.
„Aber wir dürfen uns den Namen frei aussuchen!“, hat sie zum Schluss lächelnd gesagt.
Bei ihr steht in Fettschrift:
„Schalotte“
Mein Gott, was habe ich gelacht und sofort vorgeschlagen, dass alle MitarbeiterInnen sich nach der Obst- und Gemüseabteilung benennen lassen.
„Patrizia“ heißt dann „Pampelmuse“, „Tim“ wird „Tomate“, „Oxana“ wird „Orange“.
„Gurke“, ob sich der Filialleiter so nennen sollte, das erscheint mir doch zu schlüpfrig für die Kundschaft.
Dann lieber „Gin“, ach, zu weiblich, dann eben „Whiskey“. Eine „Schantall“ haben sie auch.
Eine hat einen Vornamen, den sie wegen eines „U“ darin wohl nicht mag, ich habe ihr „Bellanie“ vorgeschlagen, aber nicht gesagt, dass sie für diesen Namen alles mitbringt. Alles.
Und ihre Stimme ist so tief wie ein Brunnen!
Ich selbst hätte gern „Bond. James Bond“ auf dem Schild, aber Nachnamen sind ja nicht erlaubt.
Oder alle nennen sich „Lidl“, auch amüsant.
Heute geht beim Standesamt ja fast jeder Vorname durch, auch „Whisky-Cola“, also könnte man sich auch so nennen.
Vielleicht muss man dann einen zweiten Vornamen ergänzen, damit das Geschlecht erkennbar ist.
„Lidl Netto“ beispielsweise, oder „Lidl Edeka“, das geht dann mit Sicherheit.
Ich kaufe ja in drei verschiedenen Lidl-Filialen ein. Das muss ich auch, weil die unterschiedliche Sortimente haben.
Bei der stellvertretenden Filialleiterin „Katharina“ an der Autobahn hole ich für meine Smoothies den Pfirsichsaft, den haben die nur dort, die Grundfläche gibt das her.
In dem Lidl neben der Waschanlage kaufe ich die kleinen Fladenbrote, weil „Sandra“, die dort die Leitungsfunktion hat, mir auch die noch gefrorenen Brote mitgibt.
Das ist nämlich eigentlich nicht erlaubt, die müssen aufgetaut sein. Ich friere meine 10 Stück aber zuhause sofort wieder ein.
Warum der eiskalte Verkauf verboten ist, weiß niemand. „Jonas“ meint aber, das sei so, damit ich Lidl nicht verklage, wenn mir beim Zubeißen ein Zahn abbricht.
„Andreas“ hat eine Glatze und schimpfte sofort auf eine „EU-Vorschrift“. Den frage ich sonst nie etwas, der ist mir nicht so sympathisch. Der erscheint mir nicht nur wegen des Shirts „blau“. Die tragen alle blaue T-Shirts, aber das hat nichts mit deren politischen Einstellungen zu tun.
Nur die Frischebeauftragte darf das grüne T-Shirt tragen, auch das hat nichts mit deren Wahlverhalten zu tun.
Vor Jahren habe ich einmal Frau Müller in dem Shirt erwischt, die war aber gar nicht die Frischebeauftragte. Ich bin ein „Auskenner“.
Als ich sie nach der Beförderung fragte, meinte sie nur „Pssst, hören Sie auf, ich habe doch nur mein eigenes vergessen“.
Damals stand da noch „Frau Müller“.
Heute steht bei ihr nur noch „Gudrun“, ich kenne jetzt also ihren vollständigen Namen.
Auch nicht so klug.
Bei körpernahen Tätigkeiten wie beim Friseur oder im Krankenhaus, da macht es Sinn, sich nur mit dem Vornamen anzusprechen zu lassen.
Es gibt auch unangenehme Männer.
Ach, die Vornamen, hatte kurz die „Zeit“ verloren:
Ob die sich auch alle „Aldi“ nennen dürfen, das muss ich mal fragen. Ich denke nein, das würde ältere Kunden wie mich verwirren.
Dort kaufe ich nämlich die Seifenblasen.
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„peace, tranquility and good will“