„I is another“ oder „Die Schubladen im Himmel“

„I is another“ oder „Die Schubladen im Himmel“

Wurdet Ihr schon einmal mit einer anderen Person verwechselt? Hat jemand schon zu Euch gesagt, es gäbe jemanden, der ‚genauso‘ aussieht wie Ihr? Habt Ihr schon einmal jemanden verwechselt, weil da jemand war, der dem Gemeinten auf den ersten Blick so ähnlich sah?

„Wir wissen es ja nicht!“, sagte das kleine Kind in solchen Fragesituationen oft, wenn die Antwort allein der Himmel wusste. Oder der Wind, wenn Ihr Bob Dylan mehr vertraut als den höheren Kräften.

Es ist alles viel einfacher als Ihr denkt!

Im Himmel gibt es auch nur eine begrenzte Anzahl von Schubladen, in die bei Geburten gegriffen wird, anders kann es gar nicht sein.

Manchmal herrscht auch dort Arbeitskräftemangel und dann sitzt da ein Engel, leicht bekifft oder angesäuselt und nimmt immer Menschen aus derselben Schublade. Niemand auf der Erde ist dafür verantwortlich!

Ich selbst kenne das seit 50 Jahren, ich habe so ein Durchschnittsgesicht, dass ich oft für einen anderen gehalten werde.

„Thomas, ey, Du warst lange nicht beim Training“, hielt mich einer 1975 an .

„Nein, Du verwechselst mich, ich bin nicht ‚Thomas‘!“

Das geschah nicht nur einmal, ich hätte den „Thomas“ gern einmal getroffen. Habe ich etwa einen Doppelgänger? Oder gar mehrere?

So gern hört man das ja nicht, jeder möchte einzigartig sein und ist es auch, aber oft nicht äußerlich.

Ich weiß nicht, was eineiige Zwillinge darüber sagen können. Ich selbst würde Zwillinge nur identisch kleiden, wenn die das beide so wünschen. Ich glaube nicht, dass das so sein sollte. Es ist nur „niedlich“, vor allem für die Mütter, nicht immer jedoch für die Zwillinge.

Ältere Zwillinge kleiden sich sehr selten gleich.

Wenn mir Verwechslungen heute noch widerfahren, dann spiele ich mit, solange ich das schaffe, ein Rollenwechsel, ein Schauspiel!

Ja, das ist vielleicht nicht „nett“ von mir, aber es verhindert das Gefühl nur „einer von mehreren zu sein“ und leitet Energien weg von mir. Ich bin etwas seltsam, das ist möglich.

Endlich einmal „I is another“ im eigenen Leben!

„Torsten! Klasse! Wie lange ist es her?“

„Mann, was für ein Zufall! Du, das muss doch *Jahre* her sein, oder?“

„Ja, Du, sicher, wir waren ja auch im selben Verein!“

„Richtig, das hatten wir auch gemeinsam! Weißt Du noch, diese grausame Niederlage?“

„Klar, so was vergisst man nie! Norderstedt, das war die Hölle! Die erste Halbzeit!“

….. usw.

Man muss natürlich im Gespräch weitere Informationen entlocken, die man dann bestätigt und sich tastened ins Nichts weiterarbeitet.

Nicht leicht!

Blöd ist das ganze vor allem dann, wenn Ihr dann plötzlich merkt, dass Ihr den Typen doch kennt. Aber dann wäre es gut, dass Ihr nicht gleich „Nö, bin ich nicht“ gerufen habt.

Manche Leute erinnern sich nicht gut an Namen. Ich auch nicht immer, ich kenne so viele Namen, aber Kennzeichen von Autos kann ich mir immer merken, auch 50 Jahre später weiß ich noch viele von Nachbarn oder den ersten Autos von Freunden, Typ und Motor auch, klar.

Peters erstes Auto?
VW Golf, 70PS, Baujahr circa 1975, Vergasermotor, Kennzeichen XX-P 506.

Thomas‘ Eltern in unserer Siedlung?
Mercedes 280S, Baujahr um 1970, Kennzeichen XX-DB 5.

Meine weiß ich ja auch, alle, 20 Stück könnten es sein, unnütz ist das, überflüssig.

Das ist echt lästig.

Vor acht Jahren saß hier zum Beispiel eine Frau im Cafe, die zu laut sagte, wann sie Geburtstag hat, dann fuhr die in einem schwarzen Passat Variant weg. Ich machte noch eine unpassende Bemerkung, ich hatte nämlich Angst, dass ich das Datum speichere.

Der VW hatte die Rundscheinwerfer von 2008 und im Kennzeichen die Zahl 777. Ein Turbodiesel, 122PS oder der 140PS. Der mit 140 ist besser, aber das nur am Rande.

Die Frau hat am 15. März Geburtstag und vor circa 20 Jahren war die bei einer Vernisage, bei der ich auch war. Neulich habe ich die gesehen, aber ich war sofort genervt und will das neue Kennzeichen nicht sehen, neue Lasten will ich nicht.

Diese Passat halten nicht lange, wisst Ihr?

So, da bin ich vom Thema abgekommen.
Unnützes Wissen ist nämlich ebenso anstrengend wie Doppelgänger.

In meiner Stadt wohnt übrigens auch ‚Mathias Richling‘, witziger Typ, der Kabarettist, wir haben schon mehrfach zusammen gefrotzelt und gelacht. Ja, so sieht es aus.

Und ‚Carsten Linnemann‘ von der CDU, der arbeitet hier im Nebenjob in einem Fachgeschäft für optische Korrekturen von menschliche Augen, also der verkauft halt Brillen. Der drückt sich oft etwas zu kompliziert aus, auch bei Brillen, zu viele Fachbegriffe.

Nicht für mich kompliziert, aber für noch Ältere möglicherweise.

Sympathisch, genau wie im Fernsehen, konzentriert und mit offenem Blick für seine Realitäten. Etwas starr manchmal sein Blick. Neben den Brillen blickt er nicht so, nur bei „heute“ mit Marieta.

Nicht immer sind seine Realitäten auch meine, aber jeder hat ja nicht nur seine eigene Wahrheit sondern auch eine eigene Realität. Besonders, wenn Du nicht gut sehen kannst. „Mit anderen Augen sehen“, das könnte daher kommen.

Oder von Carsten Linnemann.

Der Name erinnert mich zusätzlich an Loriot, dicht an Erwin Lindemann, aber ‚Witze über Namen‘, die sind im Himmel in einer Schublade ganz unten.

Der Teufel hat den Schlüssel.

Macht keine Witze über Namen, da weiß jeder sofort, dass Ihr Kontakte nach ganz unten habt, das schadet Eurem Image!

‚Richling‘, klar, habe seinen Freund gefragt und Internetfotos von Richling gezeigt, der neben ihm saß, nicht ihm selbst, der kennt ja seine Bilder im Netz. 🙂

Und der Freund hat seinen Freund ‚Richling‘ auch als „Richling“ identifiziert!

Wir grüßen uns nun immer, der Mathias und ich. Der ist an sich sogar witziger als der echte Richling, weil der nur seine eigene Stimme braucht während Richling, der echte, immer aus den anderen Himmelsschubladen Stimmen klaut.

Der hat gute Kontakte, der echte Richling.

The Broad Street Café



The Broad Street Café

Früher, ja, vor mehr als 30 Jahren, da gab es das „Café Art“, mein Stammcafe in der Stadt. Das galt in der „Brigitte“ in den 80er Jahren als eines der schönsten Cafés in Deutschland. An sich sind die meisten meiner Unterrichtsstunden in dieser Zeit zunächst auf „Ratsherren Pils“-Blättern des „Art“ entstanden. Das ist ja 40 Jahre her, also fast.

Es fällt einem einfach mehr in großer Entfernung vom Schreibtisch ein, das ist viel freier! Außerdem konnte man als junger Lehrer die Aufgaben manchmal an anwesenden Gästen testen.

Nicht immer geht es um Rechnerei. Aber die Idee muss „passen“. Als mathematisch Verbildeter weiß man vorher manchmal nicht, auf welche Ideen andere kommen. Das auszuprobieren ist hilfreich.

Jedenfalls saß ich dort immer vor dem Tresen an Tisch 7. Nie hätte ich woanders sitzen mögen. Wenn der „besetzt“ war, habe ich auf der Treppe gewartet, bis „mein“ Tisch frei wurde. Das ist so ein Ritual, eine Gewohnheit, immer derselbe Tisch. Zuhause nimmst Du auch stets denselben Stuhl, ich sowieso.


Bis heute bin ich wesentlich lockerer geworden, also jedenfalls solange der Tisch am Fenster in meinen jetzigen „Broad-Street-Café“ frei ist. Es kommt sogar vor, dass ich draußen auf einer Bank sitze.

Aber nur auf der linken, nie rechts, auch wenn die frei ist. Da ist eine Spielhalle
zu dicht dran und die hat kein gutes Karma. Also nur für mich, rein mathematisch gesehen. Da gibt es nämlich nichts zu gewinnen.

Auch den Tisch unter dem Baum nutze ich teilweise, also wenn die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, mitkommt. Tisch hinter dem Fenster innen, die Bank vor demselben Fenster und Tisch unter dem Baum draußen liegen ‚exakt‘ auf einer Geraden, ein Grund für meine variable Präferenz der Platzwahl. Bei Regen stelle ich einen Stuhl in den geschützen Hauseingang nebenan. Ich liebe Regen, aber nass werde ich ungern.


Früher, da hat mal jemand im „Art“ an Tisch 7 gefragt, „ob Maddin schon da war“. Da lagen damals nämlich drei Zigarettenreste im Ascher, parallel gelegt, alle gleich lang, mit 1,5cm „Restweiß“ und dem gleichen Knick an exakt derselben Stelle.

Auch Zigaretten brauchen es gleichförmig. Ich würde mich als Zigarettenrest unwohl fühlen, wenn es im Ascher aussieht wie Gruppensex, das geht gar nicht. Dann lieber gleich ausleeren, damit eine gewisse Ordnung erhalten bleibt. Oder eben parallele Strukturen anlegen!

Das habe ich bei „Rauchen, Teil 1, 2017“ schon mal geschrieben, aber das ist lange her und ich hatte es vergessen. Manchmal wiederhole ich Dinge der Eindringlichkeit wegen mit Absicht. Hier nicht. Hier liegt eine Art ehrlicher Charakterstudie zu Grunde.

In meinem jetzigen „Broad-Street“-Stammcafe, also wenn mein Akku, also der vom mobilen Telefon, nicht meiner, wenn der also leer ist, dann würde mich meine Frau tagsüber dort zuerst suchen, abends dann in dem Abendcafe neben dem Theater.

Wenn ich mit dem Hund zu Fuß weg bin, dann würde sie wiederum in einer anderen süßen Einrichtung suchen. Ich mag Cafés relativ gern, vielleicht ist Euch das aufgefallen.

Ich bin relativ berechenbar, anders als Joshua Kimmich.

Hier, ich schreibe nämlich aus dem Schaufenster, arbeitet auch eine ganze Familie, zu sechst, der das Cafe gehört! Sie stammt ursprünglich aus einem ganz fernen Land, das heute schon lange keine Ruhe mehr findet.

Und Umay, die technische versierte Künstlerin aus der Türkei, Zoe, die Medizinerin aus Deutschland, Anna aus Pakistan, die normalerweiae im sozialen Bereich ihre Bestimmung hat, Sonja aus der Ukraine und die Annemieke, die ‚Viertel-Holländerin‘ ist, die alle machen Kaffee zum Niederknien. Annemieke hat eine Zwillingsschwester, die ist übrigens auch ‚Viertel-Holländerin‘, die Marleen.

Eigentlich weiß ich auch nicht, ob die beiden manchmal heimlich ihre verschiedenen „Jobs“ tauschen!

Und gut sehen die auch noch aus, die „Caffe Latte“ mit der „Schaummütze“ und dem gemalten Muster oben drauf.

Ich trinke immer dasselbe, das ist in meiner Natur so angelegt. So ein plötzlicher „Flat White“ aus heiterem Himmel würde meinen Tagesablauf zu sehr umkrempeln. Ansonsten bin ich natürlich ganz anders.

Da geht man kaum noch weg.

Zoe schon, sie raucht manchmal für die anderen mit, aber ich glaube nicht, dass ich das schreiben darf. Ich frage sie einfach mal. Wenn sie „ja“ sagt, dann lasse ich das so stehen. Ansonsten lüge ich mir etwas zusammen. Ihr merkt das ja gar nicht. Sie ist echt schnell, die schafft in 50 Minuten mehr als ich in 60 Minuten schaffen würde, die erarbeitet sich solche Minipausen. Niemand zieht eine leichte „Marlboro“ zügiger „durch“ als Zoe. Mit schnellem Schritt raus und schon ist sie wieder am Tresen, ich könnte das nicht in 2 Minuten.

Aber ich bin ja auch dreimal so alt.

Jedenfalls beglücke ich hier Schüler ab Klasse 11 mit meinen Zahlen und Buchstaben. Kostenlos, zweimal in der Woche für eine Stunde. Manchmal auch 90 Minuten, ich bin ja nicht unflexibel. Das läuft erst wieder „an“, manchmal kommen gar keine Logarithmen oder Logarithminnen und ich muss hier allein tippen oder lesen. Ist nicht schlimm, aber ich fühle mich dann doch etwas unterfordert.


Der netten Dame vom Ordnungsamt habe ich auch schon angeboten, dass sie zu ‚BSM‘ kommen darf, denn ihre beiden Töchter sind schon über 30. Sie will mich allerdings lieber im Parkverbot aufschreiben. Job ist eben Job, ich verstehe das gut. Ich wünsche mir immer, dass sie wieder einen netten Gruß dazuschreibt.

Der wäre mehr Wert als das Ticket.

‚BSM‘, das ist eine Abkürzung und bedeutet „Broad-Street-Math“. ‚Maths‘ ist britisches Englisch, ‚Math‘ ist amerikanisch, deshalb ‚Math‘ und nicht ‚Maths‘.

Mir gingen in den letzten Jahren einige wenige Briten im Musikbereuch schwer auf den Zeiger, wisst Ihr?

‚BSM‘ ist etwas heikel, ich weiß.

Ich lerne durch meine Mathematik indirekt auch andere Menschen kennen, die sind in ganz verschiedenen Altersgruppen zuhause. So ein Studentencafe, das wäre nichts für mich. Das vermittelt mir so ein „Altersfeeling“ und das fühle ich höchst ungern.

Umay berät mich manchmal kurz bei meinen Fragen zu optischen Gestaltungen, die ist schnell, sehr schnell. Da muss ich genau zuhören, denn sie sagt nicht alles zweimal, nur weil ich so alt bin. Da muss man hellwach bleiben. Sie spricht so schnell wie Hamilton Auto fährt. Lewis, nicht der Fotograf. Das tun Menschen, wenn sie noch schneller denken.

Bei mir geht das nicht, ich denke oft langsamer als ich spreche. Das ist kein Vorteil von Zeit zu Zeit.

Zuerst habe ich zu ihr im Spaß „L’Artista“ gesagt, dagegen hatte sie nichts.

Anna trägt viel schwarz, also „im Job“, aber wenn sie selten auch einmal ‚privat‘ erscheint, dann kommt einem ein Rausch von geschmackvollen Farben entgegen! Mutige Farben, aber keine lauten. Das verstehen nur Frauen und Modeschöpfer. Und sie spricht Deutsch, Englisch, Türkisch und Urdu. Wenn die jetzt auch noch Mathmatik „kann“, dann müsste ich eigentlich den „Caffe Latte“ zubereiten.

Dafür werden zwei Espresso „gezogen“, aber ich habe keine Ahnung, weshalb Espresso „gezogen“ wird. Man „macht“ einen Filterkaffee, aber keinen Espresso!

Also könnt Ihr am Tresen auch bitten:
„Ziehen Sie mir bitte einen Espresso!“

Ich bestelle grundsätzlich zwei „Caffe Latte, groß“. Den einen trinke ich morgens, den anderen am Nachmittag. Den zweiten würde ich Yoga-Sabrina überlassen, aber sie war in letzter Zeit nicht da. Vermutlich wegen eines Retreats im Süden Europas.

Zoe hat fast nur Schwarzes an, das passt wirklich immer zusammen, stilvoll. Der Kontrast zum hellen Milchcafe ist gut. Ich glaube aber nicht, dass das ein Einstellungskriterium war, weil alle anderen unterschiedliche Farben zulassen.

Sonja aus der Ukraine und Annemieke oder Marleen, man weiß das nicht, kenne ich erst einige Tage.

Aber man kann sagen, dass da die halbe Welt am immer gleichen „Caffe Latte“ arbeitet!

Eigentlich ist das wie ein Kurzurlaub.

Teilweise gehe ich denen bestimmt auf die Nerven, wenn ich Fragen am Tresen stelle. Aber die lassen mich das noch nicht merken, sehr angenehm. Zoe ist da sehr cool, wenn ich eine „Du, eine 30-Sekunden-Frage“ habe.

„30 Sekunden habe ich“, sagt sie dann.

Das mag ich total, diese Klarheit ihrer Aussagen einem alten Mann gegenüber. Deshalb stelle ich ihr auch die meisten Fragen, nur so, weil mich das so freut, wie sie sehr elegant auf Kürze besteht. Jedesmal hat das ‚Klasse‘. Wenn mir keine zweite Tages-Frage einfällt, ärgere ich mich, aber die sollte eben auch ‚passen‘.

Meine gleichaltrige Tochter ist da wesentlich direkter mit einem schlichten „Nö“.

Neulich hat sie drei Studenten nach 30 Gesprächsminuten mit einem plötzlichen „Na dann: Tschüß“ verabschiedet. Schlecht finde ich auch das nicht. Sie kann auch „so, wohin geht ihr denn jetzt hin?“ zu fünf Jungs sagen.

Früher gingen Frauen einfach weg, heute schicken sie ganze Männergruppen weg.

Sehr gut.

Ich schicke meine Tochter bald einmal zu Zoe für den Grundkurs in „Eleganz“.

Heute war keiner da für meine Graphen, Zufälle und Skizzen, deshalb habe ich gedacht, ich schreibe mal etwas zum Ort des Geschehens, das ausfiel. Außerdem wollte Umay, dass ich das versuche. Hoffentlich ist sie nicht so streng mit diesem Text, ich habe da doch ein wenig Respekt.

Neulich hat eine Nachbarin von mir gesagt:

„Mathe im Cafe? Kostenlos? Das kann ja nur schlecht sein!“

Ja, mancher sieht das so, ich musste lächeln. Die Nachbarin war früher nicht so gut in Mathematik, glaube ich.

Ganz falsch ist der Gedanke ja nicht, aber auch etwas oberflächlich.

Ich glaube, ich biete ihr an, dass sie als einzige für ihren Sohn bezahlen muss, damit sie das nicht so „schlecht“ findet.

Black And White

Black And White

-English Version, original from 2017

„Life happens in the gray area.“

For some reason I said this to Ira and she was a little upset because she thought it was so „negative“.

I didn’t mean it that way at all.

„Gray“ is a wide range, from slightly dirty white to charcoal to an almost black that glistens slightly in the sun. An innocent, pure white is as rare as a deep, pure black.

Perhaps both extremes do not exist at all, or only rarely, in exceptional situations. Even a hiccup in the morning destroys a white morning of absolute happiness, and a dog wagging its tail paints over any black with a slight sheen.

So life is gray in a positive sense!

I always have two marbles, black and white, in my right pocket. You can use them to play little games with a small child, like who has to fetch the water bottle from the basement.

Boccia with a stone as a „pig“ or who can roll their own marble closer to the wall. She always wants the black one. You can also play with it yourself. It’s usually good to have something nice and smooth between your fingers. Marbles are better than cigarette lighters.

I give the two marbles to friends from time to time. Then, after a day without marbles in my pants, I always have to get two new ones. Sometimes I’ve given them to the artists after a great concert, in short, I always have them with me, even to give them away. Some people are so happy about it that they pick them up, which makes me happy again and brightens up the gray.

Patti Smith and Lucinda Williams have some, for example, and so do Frazey Ford, Andrea Schroeder and Margo Timmins from The Cowboy Junkies. And Hannah Aldridge too, since yesterday, of course.

It irritates men, I don’t even try.

If you ask people where their lives currently fall between white and black, most of them place themselves in the middle, sometimes a little to the right, sometimes a little to the left, the lighter gray. No matter ‚where‘ their life ‚is‘ currently in between, they always look a little serious and thoughtful.

Marc said, „Wait, I’ll have a light beer after the first one, please.“

That’s how the guys are.

And black and white are extremes that only make sense together. After several days of white, the black ball reminds me that ‚black‘ still exists. And when it gets very dark, a little white hope is a great comfort.

Two gray balls would be boring.

And life is not.

😀

Das Spiel mit ihr


Das Spiel mit ihr

Der Mensch braucht Herausforderungen, Beschäftigung und Erfolge. Und Lob, Lob ist ganz wichtig, das bestätigt, das lässt Dich wachsen.

Wenn man das zu wenig bekommt oder erhält, dann sollte man selbst dafür sorgen.

Zum Beispiel kann man das Auto sauber halten, oder Schuhe, das ist eine „Beschäftigung“. Gleichzeitig steckt darin eine „Herausforderung“, die darin besteht, dass man Verschmutzung ‚danach‘ möglichst meidet.

Große Pfützen und dunkler Matsch sind beispielsweise die natürlichen Feinde sauberer Schuhe. Dann sollte man den Weg entsprechend planen oder diese Stellen umgehen. Einfach.

Ein „Erfolg“ ist es, wenn man bei Regen nach dem Hundespaziergang denkt:


„Mann, die sehen ja noch gut aus!“

Die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, versteht das nicht. Dafür Lob zu bekommen, ist schwierig.

Sie sagt, wenn ich wegen einer erdigen Stelle einen drei Meter längeren Umweg über eine Pflasterung nehme:

„Stell Dich nicht so an!“

Klar, dass das nervt. Aber *ich* putze ihre Schuhe, wenn sie das wünscht. Sie fragt mich selten obwohl ich ausgesprochen gern Schuhe putze.

Man braucht für „Lob“ eben kleinere Umwege, zum Beispiel beim Abstellen eines Autos:


Am liebsten behalte ich Autos lange, eines hatte ich sogar 18 Jahre lang, das ging nicht kaputt.

Den jetzigen haben wir schon 10 Jahre, der ist aber schon mit der Pubertät „durch“, ich lehne den teuren Kauf neuer Automobile nämlich ab. Den hohen Wertverlust bürde ich anderen auf, die ein neues Auto kaufen, wenn das alte schmutzig ist oder wenn sie meinen, das neuere Modell sei besser.

Männer denken das selten sogar bei Frauen, Lothar Matthäus zum Beispiel oder Gerhard Schröder. Elisabeth Taylor war auch so ein Fall, ist mir aber alles egal.


Sauberkeit, ja, Karl Lagerfeld warf Unterhosen nach einmaligem Gebrauch weg, das wäre bei Fahrzeugen jedoch übertrieben, ich habe das schon mal erklärt, das mit „KL’s“ Hosen.

Bei Unterhosen kann man 30 Stück kaufen, bei Autos ist das komplizierter zu organisieren. Die kann man in größerer Stückzahl auch nicht im Internet bestellen, jedenfalls nach meinem Kenntnisstand.


Bei einem alten Auto weiß man, wo das endet, deshalb will ich fast nie ein neues, denn dann kommt so eine Gewöhnungsphase mit Abstandskontrollen beim Einparken. Diese Piepser sind ja Mimosen, die piepen bei 30cm Abstand, ich verachte so etwas. Mein tolerierter Abstand vor Wänden in Parkhäusern ober zuhause vor der Papiermülltonne liegt bei 5cm oder lieber noch darunter. Habe ich einen schlechten Tag mit 10cm Abstand nach der visuellen Kontrolle im Parkhaus, starte ich neu und fahre dichter an die Wand. Kommt selten vor, es ärgert mich in gewissem Maße, wenn ich so versagt habe. Andererseits steigere ich so meine Resilienz. Das Wort ist gerade in Mode.

„Stell Dich nicht so an!“


Nein, das ist nur ein Spiel mit guten Erfolgsaussichten! Aber man muss sich mit dem Auto auskennen. Und man darf nicht nach 2 Jahren ein neues Auto wollen. Und wenn meine Frau dabei ist, dann steige ich auch bei einer unkonzentrierten 15cm Distanz nicht wieder ein, aber wohl fühle ich mich dann nicht.

Hinten muss man immer wissen, ob die Anhängerkupplung dran ist oder nicht. Ich will, dass die immer dran ist, meine Frau baut die aus merkwürdigen Gründen manchmal ab und dann habe ich hinten ein Dilemma von 20cm, wenn sie mir das nicht gesagt hat.

Vorn sind 20cm natürlich eine Katastrophe. Nicht jeder Mann sieht das so.

Gute Kommunikation ist wichtig bei der „AHK“, ich will nicht vor jedem Start prüfen, ob die dran ist oder nicht.

In Holland habe ich einmal vorn einen kleinen Kratzer verursacht, das war 2016, aber den lasse ich so, es ist ein Mahnmal. Meine Frau hatte beim Einparken eine Frage gestellt. Man stellt als 30cm-Abstandsfrau beim Einparken einem 5cm-Mann keine Fragen. Ich mache ja schon extra beim Einparken die Musik aus.

Beim Parken an Bordsteinkanten hintereineinander arbeite ich auch mit der 5cm-Reifenabstandsregel. Leider besteht da eine Abhängigkeit vom Führer des Fahrzeugs, das die hintere Begrenzung der Lücke bildet. Man orientiert sich ja an diesem, die Bordsteinkante sieht man nicht, Spiegel elektrisch zu verstellen, das ist wirklich lächerlich, ich hatte früher gar keinen Spiegel rechts.


Man kann das oder man kann das nicht. Wenn der hintere also ein 20cm-Rand-Abstandsparker ist, dann landest Du unwissentlich auch bei 20cm, wenn Du Dich auf den verlässt. Dann muss man nochmal raus aus der Lücke und das verbessern.

Ich bin nicht gern abhängig.

Bei der Geschwindigkeit auf Autobahnen liegt bei mir ein kleines widersprüchliches Phänomen vor, das gebe ich zu. Ich fahre niemals in Eile, nie, dann komme ich lieber zu spät, ich lasse mich von einer Beifahrerin nicht hetzen, wenn sie auf die Minute pünktlich sein will.

Dann soll sie mit der Bahn fahren.

Jedenfalls fahre ich nachts bei guter Musik auf einer leeren Autobahn ohne Tempobeschränkung manchmal nur 110km/h mit Hilfe des Tempomaten, dann freue ich mich über den Verbrauchswert von 4,5 Litern, aber ich bin nicht sparsam, ich mag nur kleine Zahlen in der Anzeige. Es geht mir weder um die Umwelt noch um das Bankkonto. Es ist gemütlich so dahinzurollen.

Wenn jetzt aber eine Beschränkung zum Beispiel auf 120km/h vorgegeben ist, dann reize ich das bis an die Grenze aus, in jedem Land Europas mache ich das so, da bleibe ich nicht einen einzigen Stundenkilometer ‚drunter‘.

Der Tachometer ist dafür viel zu ungenau, der zeigt bei mir 127 an, wenn reale 120 vorliegen, das kontrolliere ich mit einem alten Garmin-Verkehrsleitsystem, ich komme nicht auf das übliche Wort für Endnutzer.


Aber, wenn die blitzen, dann gibt es eine Toleranz von 3km/h, also stelle ich den Tempomaten so ein, dass das GPS-System 123km/h anzeigt. An Steigungen ist da manchmal eine kleine Korrektur notwendig, wenn man wegen technischer, interner Abläufe auf 122km/h zurückfällt.

Die Regeln, die mache ich entweder selbst oder ich arbeite hart an der erlaubten Grenze. Leider kann ich nicht erklären, warum ich das tue, aber mir geht es damit einfach besser.

Es geht mir nur um das Spiel mit ihr, mit der Regel.

Außerdem überhole ich dann diese „Tachofahrer“ mit 131km/h auf meinem eigenen. Aber es geht mir nie darum ’schneller‘ zu sein, das ist mir völlig egal, ich will nur nicht „braver“ sein als die Regel erlaubt.

Das ist so eine kleine Grenzerfahrung, wisst Ihr? Der Tempomat, das ist eine tolle Erfindung im letzten Jahrhundert gewesen!

Verkehrszeichenerkennung mit automatischer Geschwindigkeitsanpassung, Heckkameras, Parkpiepser, automatisches Einparken, Spurhalteassistenten, Park-Distance-Control, das möchte ich alles nicht. Es wird immer schwerer, den ganzen Mist zu umgehen.

Pferde hatten das früher nämlich auch nicht.





Mein alter Dollar

Mein alter Dollar

Ich besitze zwei Dollar.

Der eine ist eine weiche Silbermünze von circa 1887, ich habe jetzt nicht nachgesehen. Den hat meine Mutter nachdem sie Ende der 50er mit ihrer eigenen Mutter in die USA auswanderte mitgebracht. Sie kam nämlich 2 Jahre später auf Wunsch ihrer Mutter wieder zurück. Dass dort überwiegend Englisch gesprochen wird, das war den beiden offenbar nicht ganz klar.

Die Rückkehr war aber mein großes Glück, weil ich sonst vielleicht gar nicht existieren würde. Ich habe große Probleme, mir diese Situation im Detail auszumalen. Immerhin habe ich so mit dem Silver Dollar ein Erinnerungsstück, die anderen sind nämlich woanders gelagert. 😉

Der zweite Dollar ist auch schon 8 Jahre alt, den hat mir eine mathematische, sehr ordentliche, weibliche Begabung mitgebracht nachdem sie mit ihrem Vater in San Francisco war.

Ihr kennt ja die Straßen dort aus dem TV mit Michael Douglas und dem mit der Knollennase. Auf den Namen komme ich gerade nicht. Irgendwas mit „Karl“, in der deutschen Schreibweise! Sucht mir den bitte mal raus!

Dieser zweite Dollar führt seitdem ein ruhiges Leben in meinen Portemonnaie. An sich will ich den auch behalten, so für den Notfall. Und eigentlich auch als Erinnerung an Geometrie, Analysis und Stochastik bei Anneli. Die hatte mich nämlich aus einem mathematischen Tiefdruckgebiet befreit!

Jetzt hatten wir hier so viel Staub aus der Sahara wie in Andalusien auch, aber das ist eine andere, viel weiter entfernte Küste hier!

Staubige Autos mag ich nicht besonders, das haben sie mit staubigen Schuhen gemeinsam. Ansonsten lege ich auf extreme Sauberkeit keinen allzu großen Wert. Eine Ausnahme sind da zum Beispiel nur die Leichtmetallfelgen. Die sollten aussehen wie neu, das sind sozusagen die Fingernägel eines weiblichen Automobils.

Männliche Fahrzeuge haben meist ungepflegte Nägel.

Am besten reinigt man die mit Bref für 3,89€, mit dem Backofenspray. Das war mal ein Tipp von einem, der so einen Autopflegedienst hat.

Gut und fett einsprühen, aber nicht auf die Reifen, bitte. Dann 15min warten oder in dieser Zeit mit dem Hund „Sitz!“ und „Platz!“ üben. Es ist mit Bremsstaub und Schmutz, der heiß eingebrannt wird, ein ähnlicher Vorgang zu betrachten wie der, der sich in einem handelsüblichen Backofen beim Braten und Backen abspielt. Fett steigt dort auf, schlägt sich nieder und wird eingebrannt. Eine Entfernung ohne regelmäßige Pflege ist mühsam. Ja, auch ein Backofen sollte ein gewisses Niveau bei der Reinheit haben.

Dies als Erklärung für Zweifler, die lieber 35,99€ in einen Felgenreiniger investieren. Sicher, ein teures Automobil könnte sich durch ein Küchenprodukt beleidigt fühlen, das gebe ich zu.

Allerdings *bezahlt* der fahrbare Untersatz den teuren Reiniger *nicht*. Ihr seid also argumentativ recht gut aufgestellt.

Mann, das habe ich doch inhaltlich schon mal geschrieben, aber ich weiß nicht mehr wo. Vielleicht privat an einen Autoliebhaber, allerdings nur kurz und daher viel „männlicher“.

Danach mit dem Hochdruckreiniger absprühen! Etwas mit Zewa nachwischen, fertig. Bei Altfelgen, die sich seit mehr als 10 Jahren drehen, das Ganze bitte zweimal durchführen. Ich empfehle dazu Einweghandschuhe. Ein sauberes Auto verliert seine Außenwirkung, wenn der Fahrer schwarze Fingernägel hat! Statt Zewa gehen auch preiswerte Ersatzprodukte, bei Bref aber bitte nicht. Ihr kauft ja auch kein billiges Parfum, wenn Ihr heiratet.

Um was ging es nochmal? Ach ja, der Saharastaub! Der muss runter, dafür braucht man einen Euro, zumindest bei einem großen Kombi. Für einen Golf reichen 50cts, wenn man so schnell arbeitet wie ich es gewohnt bin.

Leider hatte ich nur 50cts für den V70 übrig und riskierte es, aber es reichte nicht. Dann entdecke ich den Dollarschein im Portemonnaie und beschloss, ihn zu investieren. Die erste Frau wollte ihn nicht gegen einen Euro tauschen, die war jung und kannte sich vermutlich aus. Also schenkte sie mir den Euro! Ein sauber abgesprühter V70 wirkt größer als ein staubiger, er rollt auch gleichmäßiger.

Einige Tage später wollte ich mir mit der Karte für 5€ dieses Spielgeld an der Waschanlage holen, aber man kann da gar nicht mit der Karte zahlen! Die Bank ist weit weg und ich bot einfach erneut den Dollar an! Wieder wollte ihn keiner haben. Zuletzt bekam ich aber einen Euro für einen Test mit Backofenspray am linken Vorderrad eines 5er BMW 3.0d. Der hat heute gar keine 3 Liter Hubraum mehr wie der E39, aber das nur am Rande. Ob der noch 6 Zylinder hat wie meiner früher? Ich bezweifle das.

Beim dritten Mal war das schon Routine für mich, den Dollarschein von Anneli biete ich immer an, aber wenn jemand den annehmen will, dann finde ich bestimmt noch jemanden, der den nicht will und mir trotzdem aus der Patsche hilft.

Bargeld ist für mich mittlerweile ein wenig wie die Reichsmark, ich bin jung, dynamisch und ich liebe saubere Autos.

Unfassbar, dass es keine Kartenzahlung bei Selbstwaschanlagen gibt. Ich würde ja gern zahlen, ich kann mir das leisten, aber doch nicht so.

Die Bank ist 4km entfernt!

2024!
In Deutschland!
Unglaublich!