Mein alter Dollar

Mein alter Dollar

Ich besitze zwei Dollar.

Der eine ist eine weiche Silbermünze von circa 1887, ich habe jetzt nicht nachgesehen. Den hat meine Mutter nachdem sie Ende der 50er mit ihrer eigenen Mutter in die USA auswanderte mitgebracht. Sie kam nämlich 2 Jahre später auf Wunsch ihrer Mutter wieder zurück. Dass dort überwiegend Englisch gesprochen wird, das war den beiden offenbar nicht ganz klar.

Die Rückkehr war aber mein großes Glück, weil ich sonst vielleicht gar nicht existieren würde. Ich habe große Probleme, mir diese Situation im Detail auszumalen. Immerhin habe ich so mit dem Silver Dollar ein Erinnerungsstück, die anderen sind nämlich woanders gelagert. 😉

Der zweite Dollar ist auch schon 8 Jahre alt, den hat mir eine mathematische, sehr ordentliche, weibliche Begabung mitgebracht nachdem sie mit ihrem Vater in San Francisco war.

Ihr kennt ja die Straßen dort aus dem TV mit Michael Douglas und dem mit der Knollennase. Auf den Namen komme ich gerade nicht. Irgendwas mit „Karl“, in der deutschen Schreibweise! Sucht mir den bitte mal raus!

Dieser zweite Dollar führt seitdem ein ruhiges Leben in meinen Portemonnaie. An sich will ich den auch behalten, so für den Notfall. Und eigentlich auch als Erinnerung an Geometrie, Analysis und Stochastik bei Anneli. Die hatte mich nämlich aus einem mathematischen Tiefdruckgebiet befreit!

Jetzt hatten wir hier so viel Staub aus der Sahara wie in Andalusien auch, aber das ist eine andere, viel weiter entfernte Küste hier!

Staubige Autos mag ich nicht besonders, das haben sie mit staubigen Schuhen gemeinsam. Ansonsten lege ich auf extreme Sauberkeit keinen allzu großen Wert. Eine Ausnahme sind da zum Beispiel nur die Leichtmetallfelgen. Die sollten aussehen wie neu, das sind sozusagen die Fingernägel eines weiblichen Automobils.

Männliche Fahrzeuge haben meist ungepflegte Nägel.

Am besten reinigt man die mit Bref für 3,89€, mit dem Backofenspray. Das war mal ein Tipp von einem, der so einen Autopflegedienst hat.

Gut und fett einsprühen, aber nicht auf die Reifen, bitte. Dann 15min warten oder in dieser Zeit mit dem Hund „Sitz!“ und „Platz!“ üben. Es ist mit Bremsstaub und Schmutz, der heiß eingebrannt wird, ein ähnlicher Vorgang zu betrachten wie der, der sich in einem handelsüblichen Backofen beim Braten und Backen abspielt. Fett steigt dort auf, schlägt sich nieder und wird eingebrannt. Eine Entfernung ohne regelmäßige Pflege ist mühsam. Ja, auch ein Backofen sollte ein gewisses Niveau bei der Reinheit haben.

Dies als Erklärung für Zweifler, die lieber 35,99€ in einen Felgenreiniger investieren. Sicher, ein teures Automobil könnte sich durch ein Küchenprodukt beleidigt fühlen, das gebe ich zu.

Allerdings *bezahlt* der fahrbare Untersatz den teuren Reiniger *nicht*. Ihr seid also argumentativ recht gut aufgestellt.

Mann, das habe ich doch inhaltlich schon mal geschrieben, aber ich weiß nicht mehr wo. Vielleicht privat an einen Autoliebhaber, allerdings nur kurz und daher viel „männlicher“.

Danach mit dem Hochdruckreiniger absprühen! Etwas mit Zewa nachwischen, fertig. Bei Altfelgen, die sich seit mehr als 10 Jahren drehen, das Ganze bitte zweimal durchführen. Ich empfehle dazu Einweghandschuhe. Ein sauberes Auto verliert seine Außenwirkung, wenn der Fahrer schwarze Fingernägel hat! Statt Zewa gehen auch preiswerte Ersatzprodukte, bei Bref aber bitte nicht. Ihr kauft ja auch kein billiges Parfum, wenn Ihr heiratet.

Um was ging es nochmal? Ach ja, der Saharastaub! Der muss runter, dafür braucht man einen Euro, zumindest bei einem großen Kombi. Für einen Golf reichen 50cts, wenn man so schnell arbeitet wie ich es gewohnt bin.

Leider hatte ich nur 50cts für den V70 übrig und riskierte es, aber es reichte nicht. Dann entdecke ich den Dollarschein im Portemonnaie und beschloss, ihn zu investieren. Die erste Frau wollte ihn nicht gegen einen Euro tauschen, die war jung und kannte sich vermutlich aus. Also schenkte sie mir den Euro! Ein sauber abgesprühter V70 wirkt größer als ein staubiger, er rollt auch gleichmäßiger.

Einige Tage später wollte ich mir mit der Karte für 5€ dieses Spielgeld an der Waschanlage holen, aber man kann da gar nicht mit der Karte zahlen! Die Bank ist weit weg und ich bot einfach erneut den Dollar an! Wieder wollte ihn keiner haben. Zuletzt bekam ich aber einen Euro für einen Test mit Backofenspray am linken Vorderrad eines 5er BMW 3.0d. Der hat heute gar keine 3 Liter Hubraum mehr wie der E39, aber das nur am Rande. Ob der noch 6 Zylinder hat wie meiner früher? Ich bezweifle das.

Beim dritten Mal war das schon Routine für mich, den Dollarschein von Anneli biete ich immer an, aber wenn jemand den annehmen will, dann finde ich bestimmt noch jemanden, der den nicht will und mir trotzdem aus der Patsche hilft.

Bargeld ist für mich mittlerweile ein wenig wie die Reichsmark, ich bin jung, dynamisch und ich liebe saubere Autos.

Unfassbar, dass es keine Kartenzahlung bei Selbstwaschanlagen gibt. Ich würde ja gern zahlen, ich kann mir das leisten, aber doch nicht so.

Die Bank ist 4km entfernt!

2024!
In Deutschland!
Unglaublich!

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