Fußball, Autos & Frauen

Fußball, Autos & Frauen

Hier geht es heute einmal nur um uns, um uns Männer! Das darf, das muss, das sollte auch noch einmal möglich sein. Die Frauen wissen an sich alles über uns, also müssen sie das hier nicht lesen. Hier ist die korrekte Absprunghöhe erreicht und ich wünsche allen Frauen einen sanften Flug in die eigenen Gewissheiten.

Nur für Männer!

Ich meine eigentlich, dass die Frauen „denken“, sie wüssten alles über uns. Natürlich schreibe ich das nicht sofort, sondern erst hinter dem „Notausstieg“ oben. Als Mann sucht man auch manchmal so eine Art „Schutzraum“ auf. Den brauchen auch wir, nicht nur die Fraktionen mit anderen Geschlechtsausprägungen oder -wünschen.


Wir schützen uns mit unseren drei Themen! Die gehören nur uns, zumindest fast.

Kurz: FAF.

Ach, sorry, mir fällt gerade das Pärchen neben uns im argentinischen Restaurant am letzten Andalusien-Abend in Malaga ein. Ein wahrlich tolles Angebot dort, wir hatten den Tipp aus einem Schuhgeschäft von zwei Argentinierinnen aus „BA“ und Mendoza. Es gab nur Schuhe für Frauen, also musste ich mit denen sprechen. Die sangen im Laden leise zur Musik aus dem Lautsprecher! Über „Bluetooth“, davon halte ich noch weniger als von Damenschuh-Geschäften.

Leider konnten mir beide schmalen, freundlichen und humorvollen Servicekräfte aus Argentinien mit verwegenen Caps im Restaurant etwas später nicht sagen, wo sie ihre rauchigen Stimmen einkauften.

Irgendwie spreche ich gern mit Argentinierinnen.

Mein Verdacht bei den Stimmen ging in Richtung rauchender Gauchos auf wilden Pferden in ihren Ahnenreihen mit selbstgedrehtem schwarzen Tabak, die sich nur lautstark im Zaum halten ließen. Die Pferde, nicht die Ahnenreihen. Lest das einfach nochmal, ist alles etwas kompliziert ausgedrückt.

Wir Männer hören ja oft auch nicht so genau zu, ich auch nicht. Ich denke nämlich ständig nebenbei an Fußball, Autos und Frauen.

Vor allem an meine, klar.

Ach, das Restaurant, ich kann kein Multitasking, sorry.

Steak, das ist einfacher, aber trotzdem schwer sehr gut zuzubereiten. Ich brauche es manchmal so blutig. Aber nur auf Tellern, nicht in Filmen. Ich bin ein wenig sensibel, das darf aber niemand merken.

Das Pärchen nebenan, richtig, die kleinen Tische waren einfach etwas zu nah gestellt, da hört man ungewollt mit. Selbst wenn ich mit der besten Ehefrau von allen, die ich je hatte, noch vor dem Essen beim Knabbern von knackigem Brot ein Bundesliga-reifes stilles Streitgespräch über Verkehrslenkung führen durfte, ich höre leider, leider alle Inhalte vom Nebentisch in Stichworten mit.

Es ist nicht meine Schuld, wenn der ältere Herr meines Alters mit seiner grazilen jungen Freundin zu laut sprach!

Nein, das war nicht seine Tochter. Töchter nicken nicht so still. Töchter widersprechen!

Sie sprach uns zweimal kurz an, so zu der Zeit als er einatmete, kurzer Austausch in deutscher Sprache, sympathisch und lebendig.

Die sechs Meter vom Bad zurück an den quadratischen Tisch mit weißer Decke bewältigte sie ebenso routiniert wie elegant. Konnte man kaum optimieren, meine Frau sah das anders, aber die kann das ja auch so.

Ansonsten konnte ich sie, die andere, am Nebentisch in 100cm Entfernung nicht hören, auch meine Frau nicht. Entweder hören wir beide nicht mehr so gut oder sie sprach sehr leise oder sie schwieg.

Meine Vermutung geht in Richtung des Letzteren.

Worüber sprechen Männer im Allgemeinen am liebsten? Ein Vorurteil, sehr verallgemeinernd, besagt, dass sie gern über Fußball, Autos und Frauen sprechen. Das ist nicht schlimm, aber wenn ein Mann sich mit einer beliebigen Frau unterhalten will, sollte er erstens zuhören können und zweitens mindestens eine vierte Thematik in petto haben! Manchmal rede ich dann über Bob Dylan. Aber der interessiert die meisten Frauen auch nicht mehr als „FAF“.

Als Thema 4 alternativ zum Beispiel Einrichtungsfragen, Mode, Gartenarbeit, Haushaltsgestaltung oder Blumen. Oder Theater, Kunst, TV-Serien, Stars und King Charles. Oder Netflix, wenn es gar nicht anders geht. Oder Urlaubsziele. Oder Haustiere. Oder was man gern kocht oder isst.


Interessiert mich an sich alles gar nicht so sehr, aber ich versuche es mit Anpassung.

Sicher sind das schwere Themen für uns aber eines davon ist immer gut. Frauen können auch selbst thematisch eingreifen, aber schwerlich bei unseren 160 auf der verbalen linken Spur oder beim Elferschießen in der männlichen Erzählung. Also muss man als Mann auch mal runter vom verbalen Gas und muss einfach mal den verbalen „Elfer“ absichtlich verkacken.

Wir sind ja unter uns, Jungs.

Eine Meisterschaft gewinnt man defensiv, nicht mit verbalem Trommelfeuer während eines Drei-Gang-Menüs! Ich kann aber nicht anders als offensiv „FAF“ zu spielen.

Bei einem „Date“ über andere Frauen oder gar Verflossene zu sprechen, ist ein No-Go, klar.

„Autos“ interessieren Frauen als Mittel zur Fortbewegung und aus rein praktischen Gründen. Frauen sprechen untereinander eher selten über ihre meist aus guten Gründen bevorzugten, praktischen Kleinwagen.

200PS benötigt man in städtischer Umgebung an sich aus anderen Gründen als denen der besseren Beweglichkeit. Ich selbst hätte auch gern 200PS wie früher, aber in meinem Alter muss man dann auch mit Fehlinterpretationen leben. Mir reichen deshalb also 197PS. Mit nur 34 oder 54 in meiner Jugend, da fehlte mir dieses Maskuline am Steuer, ja.

Unsere Nachbarin hat 384PS, das hier nur als eine wunderbare, nahezu maskuline PS-Ausnahme, deren Existenz ich nicht bestreiten möchte.

Ich habe keine Vorurteile, ich bin total offen für stärkere Automobile, auch und gerade bei Frauen. Aber sie müssen damit umgehen können. Manuell schalten und so, wenn es nötig ist. Mit 384PS ist das egal, mit 100PS nicht. Ich liebe einfach meine Zahlen, das ist alles, echt jetzt.

Also „Autos“ sind kein gutes Thema für Männer im Gespräch mit Frauen.

Es bleibt noch „Fußball“, also Champions-League, La Liga, Premier League und die Bundesliga.

Alle gab es am Nebentisch in der Konferenzschaltung, Schwerpunkt Liverpool, City und Real. Danach die Analyse zur Meisterschaft unter Xabi Alonso. Ich hätte echt gern mit ihm gesprochen, aber kann ich seine Freundin bitten, mit mir den Platz zu tauschen? Im Urlaub, am letzten Abend mit meiner Frau?

Nein! Leider nicht!

Oder kann die dunkle Grazie am ersten oder zwanzigsten Abend mit ihm mit mir tauschen, dem anderen Fachmann für PS und Bälle? Sie war sogar zweimal im Bad, in 40 Minuten, vermutlich zur akustischen Erholung. Er hat dann kurz das Handy vollgelabert. Aber wieder sehr elegant in der zweiten Halbzeit die Rückkehr von ihr, diese Querung Argentiniens ohne Blick in die vollen Tribünen an den Tischen. Ich hatte wieder sofort den Faden im Gespräch mit meiner schönen Frau verloren. Schwierig.

Nicht einfach ist auch „mit ihm mit mir“. Aber das ist wieder so ein Detail, das ich vergesse wie einen Einwurf beim Fußball. Unwichtig.

Jedenfalls war das der erste längere Urlaub von der besten Ehefrau von allen, die ich je hatte, und mir seit 25 Jahren ohne große oder kleine Kinder, wunderbar!

Malaga, Cordoba, Granada, Ronda, Senil, Cadiz, Tarifa, Gibraltar und zum Schluss Sevilla mit der Feria und am letzten Tag in der Nachspielzeit noch Malaga mit dem Elfmeter.

Verwandelt!

Klar, ich fuhr immer den Leihwagen seit ich wieder gut sehen kann, meine Routine ist unverzichtbar, besonders beim Halten der Drehzahl über 3000 Touren und in Serpentinen. So ein Dreizylinder ist zwar recht sonor, braucht aber immerwährende Muskelanspannung. Ich bin ein „Auskenner“, ja, das dürft Ihr ruhig wissen.

„Senil“, so heißt der Ort mit den Häusern eingepasst in die steilen Felsen gar nicht, das ist so ein kleines „Korrekturritual“ für meine Frau, der Ort heißt richtig „Setenil“, aber sie hat ihren Verbalrotstift so gern. Warum sollte ich ihr den Einsatz verweigern? Also sage ich immer „Senil“. Immer.

Und sie korrigiert: „Se-te-nil!“. Immer.

Das, der Urlaub zu zweit, war an diesem Abend eines unserer Themen mit der Nummer 4. Meiner Frau ist alles mit Alonso, Tah, Andrich und dem kleinen Künstler mit der Playmobil-Frisur total egal. Genau, das wollte ich ihn am Nebentisch auch fragen. Wie heißt der nochmal? Wurtz!

„Mit Brille und Buch auf’s Klo gehen, reicht nicht aus zum Klugscheißen.“

Bei „Fußball“ macht mir nämlich auch keiner etwas vor, Jungs! Keiner! Außer dem Heinz, der ist aber über 80 und der weiß zehnmal mehr als ich, jedenfalls bei Fußball. Ich denke aber, dass das eine Frage der Lebenserfahrung ist. Wenn ich 80 bin, dann weiß ich vielleicht mehr über Fußball als Heinz heute!

Ach, das mit Brille und Klo galt jetzt auch wieder „politisch“ für die in Blau. Sorry, aber „Politik“ ist als Thema zwischen Mann und Frau auch nicht so optimal. Da bin ich bei Susanne auch mal richtig auf die Fresse gefallen und habe schnell das Thema zu Automatik-Getrieben umgelenkt. Die hatte so komische Theorien, nein, dann lieber keine Politik.

Sorry, Thema leider wieder verfehlt. Immer kommt etwas dazwischen. Über „Männer“ dann eben ein anderes Mal, auch gern mit mehr „Auto“ und mehr „Fußball“.

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