Schule-Teil 3-„Examensarbeiten“ (in German only, sorry)

Schule-Teil 3-„Examensarbeiten“ (in German only, sorry)

Als ich das Referendariat begann, da gab es noch diese sogenannten „Umdrucker“, das kennt Ihr vielleicht gar nicht mehr.

Dieses Verfahren habe ich zwei Wochen lang genutzt. Furchtbar, auf den Matrizen konnte man kaum korrigieren. Es sah auch höchst billig aus, es roch schlecht, es fehlte an Präzision, so kann ich nicht arbeiten.

Damit ich das nicht erklären muss, hier der Wikipedia-Artikel dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Hektografie

Es gab auch schon ein Fotokopiergerät in der Schule, aber jeder Lehrer durfte nur 100 Kopien im Monat anfertigen. 100!

Bei 60 Lehrern kommt man also auf 6000 Kopien monatlich, 72000 Kopien jährlich. Das war ein Kostenfaktor, es geht immer um die Kosten.

Ein Freund von mir hatte zum Glück einen Copy-Shop.

Er gab mir den Schlüssel, ich fuhr morgens vor der Schule neben die Kirche, kopierte, schrieb die Zahl der Kopien auf und fuhr weiter zur Schule.

100 Kopien im Monat, lächerlich, die brauchte ich manchmal pro Tag.

Im zweiten Jahr wurde es besser, 200 Kopien pro Monat, auch noch völlig unzureichend, es sei denn, man macht Unterricht wie er im „Buche“ steht.

Das habe ich nicht ein einziges Mal gemacht, mit einem Buch, das mir vorschreibt, was ich wie und in welcher Reihenfolge zu machen habe.

Dann hätte ich ja auch ins Finanzamt gehen können.

Auf Fragen des Geldes an Schulen komme ich später ausführlich zurück.

In meinem gesamten Lehrerdasein gab es zum Beispiel kaum Geld für den Fachbereich Physik, keinen PC, nichts.

Das lag auch den speziellen Gegebenheiten an dieser Schule, aber Physik ist Physik.

Darüber kann man mal nachdenken, wie man experimentieren soll, wenn kein oder nur altes Material vorhanden ist und nicht einmal Experimente am PC simuliert werden können.

Man simuliert ja kein Leben, das lebt man, man simuliert auch die Natur nicht, man muss sie er-leben.

Gut, es gab Experimentierkästen für Elektrik, Elektronik und Digitaltechnik, eines langweiliger als das andere. Damit konnte die Hälfte der Zeit mit Experimenten  abgedeckt werden. Die Hälfte!

Irgendwann habe ich aufgegeben und für die andere Hälfte nur noch kleine, selbst gebastelte Experimente eingesetzt oder Freihandexperimente.

Die Schüler denken ja vielleicht, man könne es nicht, aber die Hintergründe darf man nicht aufdecken, andeuten kann man das, mehr nicht.

Bücher, ja, die bekamen wir dann doch noch, ein Kollege wollte das, wurden aber nicht benutzt, die waren auch viel zu schwer zu verstehen.

Man lernt Physik nicht aus Büchern.

Zeitsprung:
Die Examensarbeiten, mein Gott, das waren an sich die stressigsten Zeiten in meinem Leben.

Ich kann mit viel Arbeit recht gut umgehen, aber leider fange ich ungern damit an. Ich weiß genau, was ich will, ich habe Material ohne Ende, aber beim Schreiben großer, umfangreicher Arbeiten, da fällt mir der Anfang unendlich schwer, weil mir nichts gut genug erscheint.

Das Scheitern an der ersten Seite kennen auch Romanschriftsteller.

Unter Zeitdruck nimmt die Selbstkritik aber deutlich ab. Zeitdruck und Selbstkritik sind umgekehrt proportional zueinander, notiert Euch das, bitte.

Das endete zweimal zwar mit Beurteilungen, an denen wenig herumzukritteln war, aber auch mit der Anfertigung zweier Examensarbeiten innerhalb von je zwei Wochen.

Die erste in Atomphysik, mit Schreibmaschine getippt, hatte vermutlich nur 60 oder 70 Seiten.

Genauer: Das war eine Arbeit über den Bau einer Elektronenkanone für Auger-Elektronen-Spektroskopie am Hasylab des DESY in Hamburg. Damit wurde dann die Elektronenhülle von Seltenen Erden analysiert, speziell an Samarium.

Das war von Schulstoff ungefähr so weit weg wie der Südpol von der Stadt an der Elbe.

Geschenkt.

Die zweite über eine Einheit in Stochastik in einer Abiturklasse, „schon“ an einem MacIntosh SE30 geschrieben, war ein dicker Schinken. Mit Anhang war sie sicher 140 Seiten schwer.

Ich schreibe das nur, weil ich glaube, dass man sich heutzutage hoffentlich kürzer fassen darf. Über drei Wochen Unterricht 140 Seiten zu schreiben, ist grenzwertig, war aber durchaus üblich.

Die zweite Examensarbeit habe ich in Teilen einer Freundin direkt diktiert, der Anhang war ja gut aufbereitet und dokumentierte einiges.

Sie tippte einfach schneller, mich bremst so eine Tätigkeit beim Denken. Und ich kann im Stehen und beim Herumlaufen besser formulieren als im Sitzen, als Lehrer später kein Nachteil.

14 Tage für 140 Seiten sind kurz, da kann man nicht lange diskutieren, da muss Tacheles getippt werden.

Der Anhang war ja auch praktisch fertig, es mussten nicht 140 Seiten getippt werden. Kaffee, Zigaretten, Diktieren, das war mein Leben für zwei Wochen.

Hinterher, wenn die Kopien noch warm sind, denke ich jedes Mal: „Mann, so ein Stress! Beim nächsten Mal mache ich das anders!“

Andererseits finde ich es auch blöd, sich bis zu einem halben Jahr des Lebens mit einer Examensarbeit herumzuquälen, wenn man die auch in 14 Tagen schreiben kann.

Sicher hätten beide Arbeiten noch etwas besser werden können, aber so richtig ausgezahlt hätte sich das nicht. Da war auch nicht viel Platz frei. 

Wenn man schnell und hochkonzentriert arbeitet, dann ist es einfacher einen roten Faden zu halten, als wenn man das ganze streckt ohne Ende, da verknoten sich Fäden irgendwann.

Ihr merkt es sicher, auch eine dritte Examensarbeit würde ich wieder ebenso angehen. Menschen ändern sich nach dem 15. Lebensjahr nicht mehr entscheidend sondern nur noch in Nuancen.

Kleiner Einschub:
Woher kommt das alles? Bei meinen eigenen Abiturprüfungen musste ich drei schriftliche Arbeiten schreiben, die erste am Montag in Mathematik, die zweite am Mittwoch in Physik, die dritte am Freitag in Latein.

Nun, auch damals habe ich nicht in den Weihnachtsferien wie andere angefangen für die Prüfungen im April zu lernen, auch nicht zwei Wochen vorher.

Zuerst wollte ich das Ganze abbrechen, es sei ja sowieso zu spät, dann habe ich exakt drei Tage vor der ersten Prüfung mit Mathematik begonnen.

Liegend auf dem Boden, auf riesigen Blättern im A2-Format habe ich drei Tage fast durchgerechnet.

Als Mathematik geschrieben war, habe ich mit Physik begonnen, also 48 Stunden vorher, danach wiederum mit der Vorbereitung auf Latein.

Es waren also 8 Tage intensive Arbeit für das Abitur.

Ich kann diese Technik nicht weiterempfehlen und habe das meinen Schülern später meines Wissens auch immer berichtet, wie dumm ich früher war.

Mein Problem war eigentlich, dass das immer sehr gut funktioniert hat.

„Never change a winning Irrsinn“.

Mir wäre viel geholfen gewesen, wenn das irgendwann einmal richtig danebengegangen wäre, einfach aus erzieherischen Gründen.

Schule-Teil 2-„Referendariat“ (in German only, sorry)

Schule-Teil 2-„Referendariat“ (in German only, sorry)

Ja, ja, das gab natürlich einige Reaktionen auf meine Aussagen zum Offenen Unterricht, ist schon klar.

Ihr könnt Euch das vorstellen wie beim Fußball, da gibt es auch verschiedene Spielsysteme.

4-3-3, ein Klassiker zum Beispiel, oder das 3-5-2, das sich zum 5-3-2 wandelt, wenn man nicht im Ballbesitz ist, 5-2-2-1 gibt es auch, es gibt so viel.

Aber wenn Deine Mannschaft nicht aus 11 Weltklasseleuten besteht und nur ein System beherrscht, dann wird das schnell durchschaut und hinten nageln Dir die Gegner einen entscheidenden Ball in der 90sten rein, wenn sie gut kontern …. aber 89 Minuten ein zähes 8-2-0 spielten.

Mit Weltklassespielern braucht man nur einen Ball, mit einem guten Lehrer nur eine Tafel.

Basta.

Flexibel sollte man auch in der Schule bleiben, da helfen auch keine Demonstrationen für Kompetenzorientierung und offene Verteidigung. 🙂

Ach so, das Referendariat.

Am ersten Tag wurde uns vom Seminarleiter erklärt, dass wir unsere Zeit sinnlos opfern, es gäbe sowieso keine Stellen.

Wenn wir also einen guten Job als Taxifahrer oder in der Gastronomie hätten, dann sollten wir dabei bleiben. Ob es diese Beispiele waren, weiß ich nicht mehr, aber der war auch für die ganz modernen Konzepte ohne sie je ausprobiert zu haben.

Eine Stelle in Schleswig-Holstein, nun, ja, wenn man zuletzt überall Einsen hätte, ja, dann könnte es sein, dass uns eine Schwangerschaftsvertretung für 10 Monate über den Berg hilft.

Ich selbst war bis zur Untersekunda Schüler meiner ersten Ausbildungsschule, Zufall eben.

Am ersten Tag begrüßte mich meine alte Lateinlehrerin „Martin, das gibt es ja gar nicht! Was machst Du denn hier?“

Sofort dachte ich, ich müsste gleich wieder Grabsteine übersetzen, sie hatte ein Faible dafür.

Meine erste Klasse war eine Quinta. Ich erinnere mich gut an Pamela, deren Namen ich wie den von „Pamela“ aus Dallas aussprechen sollte. Pamela hat jetzt 5 Kinder, ich habe sie bei einem Stadtfest getroffen, sie hatte sich gar nicht verändert.

Und dann die erste benotete Lehrprobe:

Nun, da sitzen dann hinten in der Klasse die betreuende Lehrkraft, der Fachleiter aus dem Seminar und die 12 anderen Referendare.

Ist etwas eng, wenn noch 25 Schülerinnen dazukommen.

Danach gibt es eine Besprechung, bei der kein Referendar etwas Kritisches sagt, sondern nur das Positive erwähnt.

Der Seminarleiter ist auch stets ganz behutsam und sachlich, schließlich haben wir 6 Jahre studiert und machen die ersten Schritte in einer Schule vor einer Klasse.

Ich hoffe, die Ironie ist minimal spürbar.

Nach der zweiten Lehrprobe bin ich zu beiden Fachleitern gegangen und habe denen gesagt, dass mir das mit den Noten und dem „Einserdruck“ etwas zu viel wird.

Sie sollten ihre Kritik und Verbesserungsvorschläge mitteilen, die Noten wolle ich nicht wissen, sie sollten die für sich behalten.

Praktisch, ich hatte viel weniger Druck.

Ach, richtig, im ersten Jahr bekam ich dann eigenverantwortlich noch den „Friedhof“, wie die eine Obertertia intern hieß.

Die sprachen nicht, die störten nicht, die machten alles, was man denen sagte. Für einen Referendar „genau richtig“.

Furchtbar, ich habe nach vier Wochen gesagt, dass diese angenehme Klasse für andere gut ist, für mich sei sie tödlich.

Das klingt heute lustig, ich empfand das als Niederlage obwohl die Schulleitung es nur besonders gut gemeint hatte.

Die war ich also schnell los, ich bekam die unangenehme Untertertia.

Mann, die haben richtig Spaß gemacht. Einmal standen drei Jungs auf einem Tisch als ich reinkam, mit einer VfB-Fahne in der Hand und skandierten meinen Nachnamen. Damit muss man klarkommen, aber besser als tödliche Langeweile allemal.

Einmal kam auch der Fachleiter für Pädagogik in meinen Unterricht, ein kleiner Mann, sehr drahtig mit hoher Stirn, aber eben nicht nur von seiner Länge her klein.

Nach meinem Unterricht, vorbereitet über drei Stunden wie immer, mit Stundenraster, Arbeitsblättern und dem ganzen „shebang“, fragt er in der Besprechung nur:

„Haben Sie die ganze Stunde nichts gemerkt?“

Ich verneinte, eine merkwürdige Frage allemal. Er wiederholte die Frage.

Dann „da lag doch ein Taschentuch in der Mitte des Raumes!

Da hätten Sie doch einen Schüler auffordern müssen, es aufzuheben!“

An den Rest erinnere ich mich nicht, ich habe wohl gar nicht mehr zugehört.

Den Umgang mit Vollidioten lernt man am besten frühzeitig. Eine Schule hat oft passende Angebote. Gut für das gesamte Leben!

Weil ich so viele Lehrer und Lehrerinnen meiner ersten Ausbildungsschule noch kannte, habe ich meist im Raucherlehrerzimmer gesessen, mit Enno und seiner Pfeife, der nie sprach.

Ich hatte ihn früher in Englisch, da erzählte er ganz viele Heldensagen aus seiner Jugend. Irgendwie war der wie ich heute.

Das Lehrerzimmer hatte eine breite Fensterfront zum Schulhof, es war gleichzeitig eine Lehrerbücherei, die Wände waren voller Bücher.

Wunderbar.

Die Schüler winkten manchmal, man selbst ohne Zigarette zurück. Schwierig.

Dann saß der Kunstlehrer da, der sprach auch nicht immer, hinten in der Ecke der Deutschlehrer, der meistens mit seinem großen, schwarzen Hund in den Unterricht ging, dazu der eine Mathematiker, vor dem ich so viel Respekt hatte, dass ich ihn zwar gern nach seiner Meinung fragte, aber lieber nicht als Mentor wählte.

Auch so ein Realist, der war auch nicht gerade jung. Er rauchte ohne Filter.

Die Kaffeemaschine lief immer, es war der Ort der Ruhe in der Schule, ganz anders als das gesunde Lehrerzimmer und genau wie man es nach einer Doppelstunde braucht.

Nie voll, nie eng, es gab fünf kleine Tische. Man unterhielt sich selten, jeder blieb an seinem eigenen Tisch.

Ruhig, kein Gequassel, viel Kaffee und Birgit, eine andere Referendarin, aber für Französisch und Deutsch. Wir saßen als einzige zusammen.

Für die Lehrproben trug sie immer schwarz und kurz, ihre Noten waren super.

Der Rest auch.

Mir stehen kurze Hosen nur beim Fußball, schade. Schon im ersten Jahr saß ich immer mit den „anderen Fächern“ zusammen, ich weiß auch nicht, weshalb.

Am Ende des Referendariats, Prüfungslehrprobe in Mathematik, Unterprima, Analytische Geometrie.

Da ging es ja um den „entdeckenden Unterricht“, das war das Mantra.

Manchmal haben die Schüler „vorher“ aber gerade 4 Stunden Deutsch geschrieben oder sie haben den 5km Lauf absolviert, jedenfalls ist nicht jeder Tag der beste für eine Entdeckungsreise.

Ganz blöd, wenn in der Prüfung die Schüler trotz zahlreicher Impulse vom Lehrer nicht auf die Lösung kommen, die sie ja entdecken sollen. Wenn das nicht klappt, dann waren die Impulse falsch gesetzt.

Logisch.

Einschub: Schnitt von zwei Ebenen, genau, das war es. Ich hatte denen jeweils zu zweit zwei verschiedenfarbige Pappebenen vorbereitet, eine mit einem Schlitz. Dann war sozusagen ein Entscheidungsfahrplan gesucht für die Fälle Schnittgerade, Parallelität und Identität der Ebenen. Und für den Fall, dass die Ebenen windschief sind.

Kleiner Scherz.

Die Fälle sind schnell klar, danach geht es ans Eingemachte. Man kann das unterschiedlich lösen, das macht es interessant. Zum Schluss Anwendung des erarbeiteten Fahrplans am Beispiel.

Im Prinzip eine schlichte Struktur wie in fast jeder Stunde.

Oder wie einer meiner Mentoren sagte: „Sie dürfen von sich nicht immer eine Eins oder Zwei erwarten, das geht nicht. Die normale Unterrichtsstunde ist im Schnitt eine 3- und dann ist es schon gut gelaufen!“

Dann muss man also in diesem kranken System für die Prüfung eine gesunde Lösung finden.

Also nimmt man die beste Schülerin einen Tag vor der Prüfung zur Seite und sagt.

„Morgen ist ja meine Prüfungslehrprobe, Elisabeth.“

Mehr musste ich gar nicht sagen, ich wollte ja nur eine Notärztin im Raum haben, falls es total hakt.


„Klar“, sagte Elisabeth, „ich habe mir mit Kai schon überlegt, was Sie so machen könnten. Wir sind ganz gut vorbereitet, wenn die anderen nicht darauf kommen.“

„Aber bitte erst nach 15 Minuten!“

„Herr Bruno, wir sind keine Anfänger, wir haben 12 Jahre Erfahrung.“

Das war´s.

Ich musste nicht „schummeln“, das machten die ja schon.

Schülerinnen und Schüler sind eigentlich immer die Rettung, wenn etwas nicht läuft.

Schule-Teil 1-„Mentoren“ (in German only, sorry)

Schule-Teil 1-„Mentoren“ (in German only, sorry)

Wenn man Lehrerin werden möchte, dann brauchte man früher, als ich noch jung war, zwei Abschlüsse.

Erstens ein Staatsexamen an der Universität in drei Fächern, bei mir waren das Mathematik, Physik und Pädagogik.

Das letzte gehört auch da hin, das konnte man vergessen, alles Theoretiker, die von realem Unterricht keinen Schimmer hatten, ich sage das heute und ich dulde keinen Widerspruch, versucht es gar nicht erst.

Für angehende GymnasiallehrerInnen waren Vorlesungen und Seminare identisch mit denen für angehende DiplomphysikerInnen und DiplommathematikerInnen.

Schon weil es zwei Studiengänge waren, war das natürlich im Vergleich reduziert, aber inhaltlich war man nach einer Woche bereits im Sternenhimmel über der Thematik für eine 13te Klasse, also wenn ich mal ein großen Eisen rausziehe.

Es gab die Verpflichtung, während des jahrelangen Studiums ein Schulpraktikum zu absolvieren.

Ich glaube, es waren zwei Wochen gefordert. Wenn man sich also Mühe gab, dann waren das die einzigen Schulbesuche im Studium.

Das wären circa 2 Schultage pro Studienjahr. Nur zugehört zu haben, das wäre auch locker durchgegangen.

Zum Schluss habe ich mich im Rahmen einer Examensarbeit am Deutschen Elektronen Synchrotron DESY in Hamburg am Hasylab mit Auger-Elektronenspektroskopie und Spektralanalysen seltener Erden beschäftigt und eine Elektronenkanone mit Netzgeräten für die Steuerung gebaut.

Ist etwas tricky, weil das ja mit Hochspannung funktioniert.

Mit PETRA und HERA hatte ich keine engeren Kontakte, das waren auch keine Frauen, sondern die Schwestern von der DESY. Ist nicht schlimm, wenn Ihr den PhysikerInnenwitz nicht gleich versteht.

Meine Praktika an einem Gymnasium in der Altstadt unserer Stadt waren toll.

Meine betreuende Lehrerin wurde nach zwei Tagen krank und ich konnte die Klasse die restlichen 10 Tage allein unterrichten, das waren ja nicht viele Stunden.

Zugehört habe ich auch, aber ich fühlte mich wie ein Schüler, der das meiste schon kannte.

Der Student grinst dann mit den anderen SchülerInnen, man ist noch nicht über den Fluss mit den Stromschnellen geschwommen, man ist noch …. klein.

Weil das insgesamt etwas zu wenig war, habe ich den stellvertretenden Schulleiter gefragt, ob er mir nicht Vertretungsstunden zuschanzen kann.

Klar, das machte der gern.

Kein Lehrer gibt gern Vertretungsstunden.

Das war natürlich gut, weil da kein anderer zuhörte und ich machen konnte, was ich wollte.

Mal 10 Minuten Hausaufgaben anfangen lassen, einfach Fragen zu Mathe querbeet beantworten oder irgendwelche mathematischen Spiele spielen, war ja egal.

Oder in der Oberstufe kurz berichten wie denn so ein Studium ist. Das war sozusagen mein Einstieg.

Auf Deutsch: Quatschen.

Böse Zungen behaupten, mehr kam später auch nicht, klar.

Doch, ich habe damals auch in einer Abiturklasse schon Stochastik unterrichtet, mit einigen Experimenten der einfachsten Art.

Nach dem ersten Staatsexamen kommt das zweite Staatsexamen nach dem zweijährigen Referendariat an zwei Gymnasien.

Das hieß auch „Vorbereitungsdienst“.

So einen Begriff sollte man ernst nehmen. Man wechselte nach einem Jahr die Schule, eine sehr sinnvolle Vorgabe, die es heute nicht mehr gibt.

Der Abbau des Sinns ist ja allgegenwärtig.

Für jedes Halbjahr durfte ich mir nach einigen Unterrichtsbesuchen einen Mentor aussuchen.

Ich war damals noch nicht so rituell veranlagt, ich habe nach dem Halbjahr in jedem Fach einen anderen Mentor gewählt, also hatte ich im ersten Referendariatsjahr schon vier, zwei in Mathe, zwei in Physik. Insgesamt also sechs, weil ich im Prüfungsjahr nicht gewechselt habe.

Man kann nicht genug Mentoren haben, meine ich. Heute ist es so, dass die Mentoren zugeteilt werden, es wird nicht gewechselt, auch die Schule nicht. So kenne ich es aus Berichten, mein Erleben ist ja weit über 30 Jahre alt.

Von jedem Mentor kann man etwas anderes lernen, ob man das gut findet oder schlecht, ist ganz egal, man lernt ja auch von nicht so guten Vorbildern. Ich habe hier nur die männliche Form verwendet, ich hatte keine Frauen als Mentorinnen, es gab einfach keine.

Der eine konnte toll experimentieren, der nächste machte ausschließlich hochwertigen, anspruchsvollen, sogenannten „Frontalunterricht“.

Der nächste setzte auf Partnerarbeit, der letzte war kurz vor der Pension und mahnte mich immer wieder, meine Waden an die Heizung zu drücken und wie ein Trainer von der Seitenlinie zu agieren.

Durchaus ein wertvoller Rat, den ich nie beherzigte, denn dafür muss man erstens geboren sein und zweitens braucht man sehr dicke Socken im Winter.

In der Lehrerausbildung ist es auch nicht anders als bei Lagerfeld oder Mango.

Die Moden wechseln, die Kleider wechseln, aber hinter dem Ganzen bleiben alle nackt, die Probleme bleiben.

Ich sehe mit einem neuen Hemd besser aus, aber ich bin kein Jota klüger. 

„Lernzielorientierung“ war die heilige Kuh in den 70ern und 80ern, dann kam das „Entdeckende Lernen“, jetzt steht auf den Plakaten der Demonstration „Kompetenzorientierter Unterricht“, und „Offener Unterricht“.

Das sind so die Umstandsmoden, die Farben wechseln eben.

Ihr könnt ja bei Wikipedia mal „Offener Unterricht“ eingeben.

Der wichtigste Satz dort lautet: „In der Erziehungswissenschaft gibt es keine einheitliche Definition offenen Unterrichts.“

Unten hänge ich mal stichwortartig etwas von Wikipedia an, dann könnt Ihr Euch selbst eine Meinung bilden.

Tut mir leid, dass ich dieses Gebäude hier ‚en passant‘ sprenge.

Es war nicht gut gebaut.

Alte Gebäude wie „Frontalunterricht“ sind absolut unbewohnbar, das sind Unworte, die man nicht nutzen darf!

Wenn alle nach vorn sehen und der Lehrer vor einer Tafel oder einem Bildschirm steht, dann ist das schon Frontalunterricht.

Das geht gar nicht!

Das Wort wird meines Wissens fast ausschließlich in abwertender Absicht benutzt. Habe ich fast jeden Tag gemacht, Frontalunterricht, klar, mit Variationen, aber frontal.

Ist sehr effektiv, wenn man Schüler erfolgreich auf eine Prüfung vorbereiten will. Auch Präsentationen von Schülern in Gruppen, ist auch ‚frontal‘.

Ist eben nicht ‚offen‘.

Mir soll bitte mal einer erklären, wie er im offenen Unterricht Logarithmen einführt. Nur so als Beispiel.

Geht bestimmt, dauert aber zwei Wochen und zum Schluss können es die meisten trotzdem nicht.

Ach so, der Mentor:
Mein erster Mentor in Physik war nicht unbedingt ein sympathischer Lehrer, er kam aus Baden-Württemberg, er war streng, er trug nur graue Strickjacken, er war manchmal ironisch, er lachte selten, er trug die Haare quer über dem Kopf und er war sehr, sehr anspruchsvoll.

Seine Schrift an der Tafel war kaum lesbar, aber er meinte, man könne das verstehen, wenn man zuhöre. Aber der war fachlich eine echte Koryphäe.

„Die an der Uni können doch nichts, in der Schule gehen die ein wie eine Pflanze. Fragen sie die mal nach den Grundlagen, dann stottern die herum und kommen mit ihren Axiomen. Kann man in der Schule vergessen.“

Gut, ich entschied mich, dass ich den will. Von denen, die den Schülern das Leben besonders einfach machten, lernte man leider weniger.

Vermutlich unterschreiben heute diesen Satz auch Schölerinnen und Schöler.

„Jaha, so einfach ist das nicht, Herr Bruno. Ich nehme ja nicht jeden!“

„Das ist mir schon klar, ich vermute, dass alle zu Ihnen wollen.“

„Nein, ich bin jetzt 55 und ich bin der Jüngste in diesem Fachbereich, ich hatte noch nie einen Referendar zu betreuen.“

„Würden Sie das denn trotzdem machen?“

„Ja, gern. Aber bei mir gibt es Bedingungen, die Ihnen nicht gefallen werden.“

„Nun, dann sagen sie mal, was das wäre.“

„Sie haben 12 Stunden Unterricht pro Woche zu erteilen, ja? Das ist für einen Anfänger sehr viel. Dann haben sie drei oder vier Klassen, denke ich. Jede Stunde mit Raster und Lernzielen vorbereiten wie beim Kollegen Arnheim, der das mit Ihnen in Mathematik macht, Arbeitsblätter, viel Spaß. Schön und gut, machen Sie das für die Stunden, in denen ich dabei bin, bitte auch. Ist nicht nötig, aber als Training für die Prüfung brauchbar. Für die Realität ist es natürlich Blödsinn.“

„Ja, das sind keine so harten Bedingungen!“

„Noch nicht. Wenn Sie zu mir wollen, dann müssen Sie sich verpflichten, jede Woche eine Stunde ohne jede Vorbereitung zu geben, nicht einmal darüber nachdenken sollen sie. Sie gehen da rein und dann können sie mit den Schülern machen, was Sie wollen. Sie reden mit denen, fragen die etwas, sie unterhalten sich. Kino, Theater, Fernsehen oder Fußball. Sie können auch etwas spielen, wenn Sie wollen. Sie können auch unvorbereiteten Unterricht machen, aber das müssen Sie nicht, das ist nicht der Sinn der Sache. Und das machen sie jede Woche in einer anderen Klasse. Das mit dem Lehrplan, das bügele ich später weg. Zur Not fasse ich die Themen von vier Wochen in 45 Minuten zusammen, da steht sowieso so viel Schwachsinn drin. Ich könnte ja auch krank werden, dann fällt das ja auch aus. Grippe steht auch nicht im Lehrplan, immer schön auf Kante genäht von den ahnungslosen Planern und Herrschaften in Kiel.“

Der beste Mentor, den ich je hatte.

Von dem habe ich am meisten gelernt. Habe das nicht jede Woche geschafft, aber die Richtung war völlig richtig.

Und jetzt glaubt mal nicht, dass das so einfach ist, wie es Euch gerade erscheint.

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Offener Unterricht:

organisatorisch Die Lerner bestimmen selbst:

–zeitlich: wann sie an einem Thema arbeiten

–räumlich: wo sie an einem Thema arbeiten

–kooperativ: mit wem sie an einem Thema arbeiten

methodisch Die Lerner bestimmen selbst:

-wie sie ihr Thema bearbeiten

-welchen methodischen Zugang zum Thema sie wählen

inhaltlich Die Lerner bestimmen selbst:

-woran, bzw. an welchem Thema sie arbeiten

sozial Die Lerner bestimmen selbst:

-über die Regeln und den Ablauf des Klassenlebens

-über die Konsequenzen, die sich in Problemfällen ergeben

persönlich Die Lerner bestimmen selbst:

-welche Werte und Prioritäten sie für ihr Leben wählen

TV Today

TV Today

For those who don’t know: TV-Today is a magazine for television. Always with those heavily edited pictures of women they wouldn’t recognize themselves in. Yes, we still watch TV sometimes, quite normally. The program is usually bad, my wife sometimes turns it on for fun and clicks through. Sometimes she gets stuck somewhere, but quickly turns it off. I can’t keep up with the clicking myself, and I don’t watch movies that are interrupted by commercials. It takes away some of the flow and excitement. It’s not for nothing that movies have commercials before they start, not in the middle. We also don’t stop every 15 minutes on the way to the North Sea dike to take a break. You can overdo it.

In any case, we’ve had a subscription to this magazine for many years. HörZu used to be much better, of course, if only because of the search images in old works of art „Original and Fake“ that I mentioned earlier, around 2016. But it only contained the program for one week and still cost a lot more. TV-Today initially cost €1 or €1.50 per issue with the program for two weeks. I don’t dare look at the cover, but I think the price is higher now. I don’t usually cancel a subscription, I find it hard to get used to a different layout. But if they change it at TV-Today, I might consider it. Nobody wants supermarkets to be redesigned, right?

A very long time ago, Germany had just won the World Cup, the best wife I’ve ever had says it was recently, I once accidentally threw the latest issue of TV-Today in the trash instead of the expired old one. I’m told this has happened three or four times in the last year. Each time my wife says I wasn’t paying attention. Then I go through the paper trash, even outside in the big trash can, find nothing, and still feel guilty. I tend to do that, I made the same mistake when Mertesacker was still playing, the one with the ice cream bin, you know. „Big f**kin‘ German“ was his name at Arsenal. Well, that was a very, very long time ago, 10 years or so.

Well, to come to the end: Shortly after Christmas the issue of TV-Today was missing again, which of course caused a nasty look from my wife. She often doesn’t need words to say much. Three days before the magazine expired, i.e. when there were still three days of programming to look up, it was in the mailbox. Much too late! That’s not possible. So I called the TV-Today service and asked them to change the delivery service. I wanted the magazine to be delivered by a yellow car instead of a blue bicycle.

It works great, since then I always get two issues, one without foil from the blue ones, one with foil from the yellow ones.

Blue and yellow! You should think about Ukraine more often. It’s no further away than Italy. Rome and Kiev are just as far from here, except for a few kilometers: 1650km.

TV-Today

TV-Today

Für alle, die es nicht wissen: TV-Today ist eine Zeitschrift für das Fernsehprogramm. Immer mit diesen stark bearbeiteten Frauenbildern, auf denen die sich selbst nicht erkennen würden. Ja, wir sehen manchmal noch TV, ganz normal. Das Programm ist meistens schlecht, meine Frau schaltet manchmal zum Spaß ein, klickt sich durch. Manchmal bleibt sie irgendwo hängen, schaltet aber auch schnell wieder ab. Ich selbst kann bei dem Geklicke nicht mithalten, ich sehe auch keine Filme, die von Werbung unterbrochen werden. Das nimmt ein Stück des Flows und der Spannung. Nicht umsonst gibt es im Kino die Werbung vor einem Film und nicht mittendrin. Außerdem halten wir auf dem Weg an den Deich an der Nordsee auch nicht alle 15 Minuten an und legen eine Pause ein. Man kann es nämlich auch übertreiben.

Jedenfalls haben wir seit vielen Jahren ein Abonnement dieser Zeitschrift. Die HörZu war früher natürlich viel besser, schon wegen der Suchbilder in alten Kunstwerken „Original und Fälschung“, hatte ich schon mal erwähnt, so ca 2016. Die enthielt aber nur das Programm für eine Woche und kostete trotzdem viel mehr. Die TV-Today kostete am Anfang 1€ oder 1,50€ pro Ausgabe mit dem Programm für zwei Wochen. Ich traue mich nicht, auf das Titelblatt zu schauen, glaube aber, das der Preis jetzt höher ist. Ich kündige  so ein Abo in der Regel nicht, ich kann mich nur schwer auf ein anderen Layout einstellen. Wenn die das bei der TV-Today ändern, dann könnte ich es aber in Erwägung ziehen. Es will auch keiner, dass im Supermarkt umgebaut wird, oder?

Vor sehr langer Zeit, Deutschland war gerade Fußball-Weltmeister geworden, die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, sagt, es sei kürzlich gewesen, da habe ich einmal versehentlich die neueste Ausgabe der TV-Today im Papiermüll anstelle der abgelaufenen alten entsorgt. Im letzten Jahr soll das drei- oder viermal vorgekommen sein. Jedes Mal sagt meine Frau, ich habe wieder nicht aufgepasst. Ich wühle dann im Papiermüll, auch draußen in der großen Tonne, finde nichts und fühle mich trotzdem schuldig. Ich neige dazu, habe den Fehler ja schon einmal gemacht als Mertesacker noch spielte, der mit der Eistonne, sie wissen schon. „Big f**kin´ german“ hieß er bei Arsenal. Tja, ist eben sehr, sehr lange her, 10 Jahre oder so.

Nun, um zum Ende zu kommen: Kurz nach Weihnachten fehlte die Ausgabe der TV-Today hier wieder, ein böser Blick meiner Frau, klar. Oft braucht sie keine Worte um viel zu sagen. Drei Tage vor Ablauf der Zeitschrift, also als noch drei Tage Programm nachzuschlagen waren, lag sie im Briefkasten. Viel zu spät! Das geht gar nicht. Also rief ich beim TV-Today-Service an und bat, den Zustellservice zu wechseln. Ich wollte die Zeitschrift lieber mit dem gelben Auto bekommen und nicht mehr mit dem blauen Fahrrad.

Klappt super, seitdem bekomme ich immer zwei Ausgaben, einmal ohne Folie von den Blauen, einmal mit Folie von den Gelben.

Blau und Gelb! An die Ukraine sollte man wieder öfter denken. Ist nicht weiter weg als Italien. Rom und Kiew sind von hier bis auf wenige Kilometer genauso weit weg: 1650km.

Witches used to have brooms, now they drive Opels.

Witches used to have brooms, now they drive Opels.

That’s what was written on the back window of an Opel today as I drove to Edeka as usual to complete my wheat roll ritual. Oh, I shouldn’t have told the two sisters my story, now our morning conversation has gone completely off the rails. „Two wheat rolls and a large grain roll, please. „Yes, sure, something lighter as usual, I’ll look for it,“ she says before I can ask for it. Because of the extra grain roll for €1.45, the other one in the back asks, „Oh, not the usual order today?“ And then they smile at me, as if they really enjoy interrupting my established routine, which is very difficult now. The melody too, all gone. „You’ve never needed a receipt before, until next tiiiiime!“.

But that saying reminded me of the good old days. My father had a light blue Opel Kadett LS Coupe from 1968, a dream with 45 hp. With 60000km on the clock, it was sold in 1978, it had a rust spot on the fender. There were several coupe versions of the Kadett, the one on the photo, the one I mean, the most beautiful and most American of all. A crazy number of variations. The blue in the photo is a bit faded after 56 years, it was a very bright light blue. Then came a Rekord in metallic green with 100 hp, a 2.0S, so with the carburetor engine, it ran well, my old father soon stopped driving, I had to do it because my mother couldn’t. As a passenger she could do everything, really everything. Then I put an original „E“ from the injection engine behind the „S“, which made it a little faster on the highway, and that was the only tuning of my life. As I like to say: You can’t go from the Black Forest to the Baltic Sea today in 6 hours with 100 hp. We bought red overalls and looked like a Ferrari service crew, but it was an Opel. At a gas station we were asked to clean the windshield of another car, nice try. I’ve told you this before, but you don’t remember anyway.

I always remember Opel, they used to sell more cars than Volkswagen, but then they started making Golfs and hit back with a 7 iron. I had a very nice colleague who was very sporty, very funny, very fair, very demanding, very competent, so he was almost like me. He flipped out when someone called his new Opel „Astra“ a Opel „Kadett“, he didn’t like that. A „Kadett“ is an old model from the 60s, you know? But in an A-level exam, he once answered the question „Can I sit here?“ to a student who was visibly nervous when she came into the cold exam room „This is where we ask the questions“. Sure, I had to bite my pencil, but the student was not amused. From that day on, I called his „Astra“ just „Kadett“.

„Your Kadett is far away today!“

„Are you going on vacation by train or with your Kadett?“

It was just for her.

Früher hatten Hexen Besen, heute fahren sie Opel.

Früher hatten Hexen Besen, heute fahren sie Opel.

Das stand heute auf der Heckscheibe des Opel als ich wie üblich zu Edeka fuhr, um mein Weizenbrötchenritual zu absolvieren. Ach, ich hätte den beiden Schwestern meine Geschichte nicht zeigen dürfen, jetzt ist unser morgendliches Gespräch völlig aus den Fugen geraten. „Zwei Weizenbrötchen und ein großes Körnerbrötchen, bitte“. „Ja, klar, etwas hellere wie immer, suche ich raus“ sagt sie jetzt bevor ich darum bitten kann. Wegen des zusätzlichen Körnerbrötchen für 1,45€ fragt die andere aus dem Rückraum „Ach, heute nicht die übliche Bestellung?“ Und dann lächeln die mich so an als hätten sie richtig Freude daran, meine festgefügten Abläufe zu unterbrechen, ganz schwierig jetzt. Die Melodie auch, alles futsch. „Beleg brauchten Sie ja noch nie, bis baaaahald!“.

Aber dieser Spruch, der erinnerte mich eben an die gute alte Zeit. Mein Vater hatte einen hellblauen Opel Kadett LS Coupe von 1968, eigentlich ein Traum mit 45PS. Mit 60000km auf der Uhr wurde er 1978 weiterverkauft, er hatte eine Roststelle am Kotfügel. Es gab verschiedene Varianten von Coupes beim Kadett, die im Foto, die meine ich, die schönste und amerikanischste von allen. Irre viele Varianten. Das Blau ist auf dem Foto nach 56 Jahren etwas ausgeblichen, es war ein sehr helles Hellblau. Darauf folgte ein Rekord in metallic-grün mit 100PS, ein 2.0S, also mit der Vergasermaschine, lief gut, mein alter Vater fuhr bald danach nicht mehr Auto, ich musste das dann tun, weil meine Mutter es nicht konnte. Als Beifahrerin konnte sie alles, wirklich alles. Ich habe hinter das „S“ dann ein originales „E“ von der Einspritzmaschine geklebt, das machte ihn auf der Autobahn einen Tick schneller, das war auch das einzige Tuning meines Lebens. Wie ich zu sagen pflege: Vom Schwarzwald an die Ostseeküste mit 100PS, das ist heute in 6 Stunden nicht mehr machbar. Wir hatten uns vorher rote Overalls gekauft, wir sahen aus wie die Service-Crew von Ferrari, aber es war eben ein Opel. An einer Tankstelle wurde wir gebeten, auch die Frontscheibe eines anderen Fahrzeugs zu putzen, netter Versuch. Hatte ich schon mal erzählt, aber ihr wisst das eh nicht mehr.

Mit Opel sind immer Erinnerungen verbunden, die haben mal mehr Autos verkauft als VW, aber dann fingen die mit dem Golfen an und schlugen mit einem Eisen 7 zurück. Ich hatte einen sehr netten Kollegen, der war sehr sportlich, sehr lustig, sehr fair, sehr anspruchsvoll, sehr kompetent, also, der war fast wie ich. Der rastete aus, wenn jemand seinen neuen „Astra“ einen „Kadett“ nannte, das mochte er nicht. Aber er hatte in einer Abiturprüfung einmal einer Schülerin, die sichtlich nervös in den kalten Prüfungsraum kam, auf die Frage „Darf ich mich hier hinsetzen?“ beinhart geantwortet: „Wir stellen hier die Fragen“. Klar, ich musste auf den Stift beißen, aber die Schülerin war not amused. Von dem Tag an nannte ich seinen „Astra“ nur noch „Kadett“. 

„Dein Kadett steht weit weg heute!“

„Fahrt Ihr mit der Bahn in den Urlaub oder mit dem Kadett?“ 

Es war nur für sie.