

















Ron und die Jungfrau
‚Auf Kampnagel‘, so sagt man das in Hamburch, hat Ron Sexsmith aufgespielt.
28 Lieder, zu dritt auf der kleinen Bühne für 300 Zuhörer.
Großes Kino.
In jeder Hinsicht!
200 waren da und es waren wieder nur maximal 20% Zuhörerinnen dabei.
Bei Ron Sexsmith!
Zauberhafte Melodien!
Verträumter Blick!
Amüsante Geschichten!
Ist das nur für …. Männer?
Hätte ich „217“ geschrieben, hättet Ihr das geglaubt, oder? Hat man nur Schätzwerte und keine Ahnung, sind exakte Zahlen das, was Zweiflerinnen und Zweifler meist überzeugt.
Merken. 🙂
Für die Steuererklärung.
Ron ist seit über 30 Jahren „im Geschäft“ und hat eine ganze Reihe wunderbarer Platten aufgenommen.
Ich glaube, dass es 20 Jahre her ist, dass er mit Coco Rosie und Anthony „auf einem Dreierticket“ an der Feldstraße -unweit der Reeperbahn- spielte.
„3 for 1“, oder so.
Wenn man weiß, dass es „nur 65km“ sind, fährt man erst um 20:00 los, wenn man im Mobilgerät 21:00 für Showtime notiert hat.
Der Tag zog sich.
Genau wie dieser Text.
Jedenfalls suchte ich einen Parkplatz, fand keinen, den das runde Gerät mochte, und parkte 20 fußläufige Minuten entfernt dort, wo auch vor 45 Jahren Plätze frei waren.
21:05 Uhr: „Kampnagel“.
Auf dem Ticket stand 21:30.
Wie bei Arztterminen hatte ich mich mal wieder selbst überlistet.
Pünktlich „auf Kampnagel“.
„Kampnagel kmh„, genaugenommen.
Da lächelte mir doch gleich eine junge Frau entgegen, neben ihr ein großgewachsener junger Mann.
Mit Bart.
Und 107cm Abstand.
–
Einschub:
Mich lächeln selten junge Frauen an. Kürzlich aber wieder eine vor Hunkemöller um 10 am Morgen. Die habe ich sofort gefragt, warum die so nett ist.
„Weil Du mir Mathe erklärt hast!“
Ich war noch nie bei Hunkemöller. Jetzt auch künftig nicht.
Die arbeitet da. Jetzt.
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Falls die beiden Kampnagels -sie oder er- das hier lesen, sagen wir „fast 31“.
„Was heißt denn ‚kmh‚? Und wo ist das?“ fragte ich sie, die Lächelnde.
Nun grinste sie breit.
„Kilometer pro Stunde!“
Ob für mich oder ihn, unklar.
Frech.
Eine „Jungfrau“ wie sie später auch fallen ließ.
Ob für ihn oder für mich, unklar.
„Straßenkinder sind so!“, sagte sie auf meinen tadelnden Blick hin.
Ob für ihn oder für mich, unklar.
Sie? ‚Straßenkind‘?
Sorry, never ever!
Man hat ja Erfahrungswerte.
Klar war, dass die beiden sich das erste Mal verabredet hatten, der räumliche Abstand machte das deutlich sichtbar.
Aber Ron, der Mann aus Canada, der hat es geschafft:
Die beiden rückten näher, nach 70 Show-Minuten.
Ich stand erhöht und -sorry, Ron- Du machst wunderbare Musik, aber wenn sich dabei eine „Geschichte“ anbahnt, dann bist Du, Ron, der beste Soundtrack dazu.
Rons Plattencover und Jugendbilder der letzten 62 Jahre wurden -dies der einzige Showeffekt- auf eine ‚Trommel‘ projiziert.
Ja, eine „Bassdrum“, man hört ja Männer beim Lesen aufstöhnen.
Das würde ich nicht machen, das mit den Fotos, mir sind Bilder aus vergangenen Tagen ein Gräuel, also meine eigenen.
Bei einem der letzten Konzerte hatte ich eine der seltenen Frauen gefragt, warum sie „dabei“ ist und sie sagte „ich musste“.
Erstaunlich.
Das „Paar“ sah sich nach der Show an – als ich deshalb fragte, wer die „Idee“ hatte.
Kurzes Schweigen, dann er:
„Ich war’s, oder? Und sie wollte mit, damit hatte ich gar nicht gerechnet!“
Er erklärte mir, was ich längst gesehen hatte.
Manchmal ist „Alter“ echt praktisch.
„Schönen Abend noch!“ wünschten wir auf dem Weg aus der „kmh„.
Den hatten die bestimmt.
„Kampnagel Maschinenhaus“ habe ich ihnen nachgerufen, aber die waren mit ihren Gefühlen schon Kilometer weit entfernt.
Schön, dass der Ron das angeleiert hat.
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Das tolle Foto vom Ron auf der Bühne -in Rot getaucht- ist von „The Other Ron“ aus Berlin. Aus dem Frannz-Club.
Inja hat für „sounds and books“ welche aus dem Maschinenhaus gemacht, die findet Ihr hier mit einem Review, der ebenso gelungen ist wie die Fotos.
https://www.soundsandbooks.com/ron-sexsmith-live-in-hamburg-2026/
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„Time is an ocean – but it ends at the shore“