








Heute beim Tanken um 12 Uhr
Ja, ich hatte der besten Ehefrau von allen, die ich je hatte, versprochen, das Automobil zu betanken, heute am Vormittag.
Leider fing ich dann an, in einem sehr guten Buch zu lesen und habe „die Zeit verloren“.
Wie Edward Norton in „Zwielicht“.
Nur noch 10 Minuten waren es plötzlich und um Punkt 12 Uhr schlagen die Mineralölgesellschaften zu wie Muhammad Ali in seinen besten Zeiten.
Also los!
Einschub-Anfang
Früher -ich stand in regelmäßigem Austausch mit der Mineralölbranche- ging ein Gerücht im Norden der Großstadt um.
Dort waren die Verwaltungen mehrerer Öl-Konzerne ansässig und sie schauten sich -auf weite Entfernung- gegenseitig in die Bürofenster.
Mit einem Fernglas sah man mehr, klar.
Jedenfalls besagte das Gerücht damals -in den 80ern und 90ern-, dass die Anzahl der Blumentöpfe im Bürofenster eines Konzerns für die geplante Preiserhöhung in Pfennigen für den nächsten Verkaufstag stand.
Also vier Töpfe bei ARAL hieß für Shell und Esso sowie die anderen Bagaluten:
„Die erhöhen um 4 Pfennig, dann machen wir das auch.“
Die stellten dann auch 4 Töpfe ins Fenster und winkten.
Sagte das Gerücht.
Ich bin kein Freund von Gerüchten gleich welcher Art und bezweifle stets deren Wahrheitsgehalt.
Aber doch nicht hier!
Einschub-Ende
Und als ich heute um 11:59 auf die Tankstelle fuhr, stand in der großen Anzeige für Diesel schon 239,9.
Die Kirchenglocke hatte aber noch nicht 12 geschlagen -dafür möchte ich Gott danken-, denn als ich schnell seinen Zapfhahn zog und abdrückte, da stand als Dieselpreis noch 211,9 an der Zapfsäule.
28 Cent weniger.
Ich ließ es laufen.
Und ich habe vollgetankt.
Für ihn, weil er das so geschehen ließ.
Ob Gott auch kurz vor 12 tankt?
„Man weiß es ja nicht“, sagte das kleine Kind früher.
Eine Minute später hätte ich 17€ mehr für „voll“ bezahlt, also wie für vier riesige Caffe Latte zu zahlen sind.
Oder für eine sehr gut belegte Pizza mit Parmaschinken und cremigem Burrata auf hauchdünnen, knusprigen Teig unter Tomatensauce.
17€ mehr.
Gott auch!
Die Gesellschaften sitzen nicht mehr dort oben nördlich des Stadtparks, in der hässlichen Gegend mit dem Beton der 70er Jahre.
Aber wenn sie dort noch säßen:
Wie lang müsste eine Fensterbank sein, um 28 Blumentöpfe zu platzieren?
Lang!
Zu lang.
Eine einfache Lösung böte das Binärsystem.
Die 11100 steht dort für die „28“ im Dezimalsystem:
16+8+4+0+0 = 28
Dann bräuchte man nur fünf Töpfe.
Drei mit Blumen und zwei leere.
Praktisch.
Und mit nur 7 Töpfen könnten die dann auch schon um mehr als 99 Cent erhöhen.
Voll einfach.
Aber noch „Zukunftsmusik“.
Noch.
Ob die mir einen Beratervertrag anbieten?
–
„peace, tranquility and good will
Das mit den Blumentöpfen erscheint schwierig. Als weitgereister Weltmann aber verorte ich Sie in meiner einstigen Heimat Hamburg. Wer sonst würde den Überseering in der City Nord so dezent erwähnen?
Im April konnte ich übrigens knapp den 12-Uhr-Termin nahe Parchim erwischen. Nach dem Volltanken sprang es pünktlich von 2.15 € auf 2,30 €. Alles Verbrecher.
Und das mit den Filmzitaten ist gefälligst meine Idee.
Trotzdem: immer wieder tolle Blogbeiträge von Ihnen. Weiter so.
LikeLike
Mein Tarzan verortet mich im falschen Urwald, aber ich kenne den Norden der Großstadt recht gut.
In „Übersee“ ist Tarzan mehr bewandert. Oder „beliant“. Das klingt ungewöhnlich.
Filmzitate, sie dringen in alle älteren Köpfe ein, dagegen sich zu wehren, ist sinnlos.
Tarzans Idee?
„Ich werde ihm ein Angebot machen, das er nicht ablehnen kann“.
🙂
LikeLike