GRAS – Goleman, Rapoport, Axelrod, Sliwka – „EQ“ – #1

GRAS – Goleman, Rapoport, Axelrod, Sliwka – „EQ“ – #1

„Je mehr die Machbarkeit wächst umso größer muss unsere Verantwortung werden.“

Das ist viele Jahrzehnte alt und Horst Jonas hat damit auch heute Recht.

„Wenn alle Häuser eine Satelliten-Schüssel und einen Internet-Anschluss hätten, dann gäbe es keine Ideologien mehr.“

Das würde Sliwka heute nicht mehr so formulieren, denn Ideologien leben davon, Menschen Informationen vorzuenthalten und das funktioniert in Diktaturen auch heute noch.

Leider.

(Hintergrund: Angeregt durch einen Vortrag Sliwkas vor circa 20 Jahren habe ich mich etwas mit „EQ“ -hier- und „Tit for Tat“ -im zweiten Teil- beschäftigt. Leider findet man seine Bücher nicht einmal in der Bibliothek. Schade.)

Der Titel, ja, das ist eine „Viererkette“, die heute leider zu oft nicht auf dem Spielfeld der Gegenwart steht.

Die „Würde“ wird heute -meiner Meinung nach- immer öfter bedroht, im Internet, im Alltag, in der Politik.

Und das soll keine Jammerei sein, auch wenn es so klingt. Es ist eine Beobachtung.

Was könnte man dagegen tun?

Bildung, Menschenbildung ist notwendiger denn je, gerade in Zeiten der abnehmenden realen Kontakte im Zwischenmenschlichen.

Der Begriff der „Emotionalen Intelligenz“ ist ja seit Daniel Goleman bekannt, hier sind fünf Kriterien, die er so -oder ähnlich- formuliert hat und die den „EQ“ ausmachen:

A

Der Mensch soll seine eigenen Gefühle erkennen und benennen können.

Habe ich einen schlechten Tag, bin unruhig und genervt, dann muss mir das selbst ja als Erstem bewusst sein.

B

Mit den eigenen Gefühlen „umgehen“ können, sie nicht am anderen „auslassen“, den man verletzt indem man ihm einen Teil seiner Würde nimmt.

Dafür eignet sich heute ein Boxsack, denn wir arbeiten weniger körperlich und werden Emotionen schwerer „los“.

Ein Boxsack verzeiht viele Schläge, ein Mensch keinen.

C

Gefühle/Emotionen einsetzen können, um ein Ziel zu erreichen.

Beispiel: Bei guter Stimmung kann man etwas für das Arbeitsklima tun, bei aggressiver Grundstimmung bietet sich eher ein Besuch im Finanzamt an.

D

Gefühle und Empfindungen anderer erkennen können, wahrnehmen oder „erfühlen“.

Also merken, wie es einem anderen gerade geht, ist der verhalten, schlecht gelaunt oder etwa traurig?

Es gibt Menschen, die das nicht wahrnehmen oder nicht unterscheiden können und alles mit „der war komisch“ bewerten

Oder, als Grenzfall:

„Hey, wie geht es Dir?“

„Total schlecht!“

„Freut mich zu hören! Du, ich muss weiter, einen schönen Tag!“

…. das ist nur die Spitze des Eisberges, da hört jemand nicht zu und ist schon beim eigenen nächsten Gedanken.

E

Mit den Gefühlen anderer in positiver Weise umgehen können.

Das ist eine hohe Anforderung, weil man damit auch einem Aggressiven milde und verständnisvoll begegnen müsste.

Ziemlich schwierig, aber als Ziel keine schlechte Idee, die das menschliche Beziehungsgeflecht verbessern könnte.

–

Wenn man sich selbst -im Geheimen- nur für jeden der Bereiche von A bis E eine Schulnote geben würde, dann hielte man sich selbst den Spiegel vor.

Aber das kann auch nicht jeder, zugegeben.

Gibt man sich selbst in einem der Bereiche eine „schlechte“ Note, so wäre das ein Schritt zur Selbsterkenntnis.

Und so könnte man die „Würde“ pflegen.

Aber kann man das „unterrichten“?

Hinzu kommt, dass die, die von A bis E eine 5er Reihe haben müssten, sich mit derartigen Betrachtungen gar nicht beschäftigen und dazu auch keine Bereitschaft zeigen.

„Tschüß“ sagt die vom Wetter im ZDF.

Tschüß.

–
„peace, tranquility and EQ“ 🙂

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