Loblied auf die Dummheit

Loblied auf die Dummheit

„Es gibt auch ein Grundrecht auf Dummheit“, das hat der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog gesagt.

Sicher, dumme Menschen sind anstrengend, lästig und belastend.

Die Frage ist vielleicht ebenso „dumm“:

Geht es auch ganz ohne die Dummen?

Brauchen wir -sorry- die Idioten?

Dazu ein abstruses Gedankenexperiment:
Angenommen alle Menschen auf dieser Welt wären wie der Dalai Lama, verständnisvoll, gewaltfrei in der Sprache, von hoher Moral und ausnahmslos gut gelaunt mit einem Lächeln auf den Lippen, weise und klug.

Wäre man selbst dann -egal mit welchen Eigenschaften- nicht immer das kleinste Licht auf der Torte? Der einzige, der es nicht schafft, liebevoll durch die Welt zu segeln?

Früher haben sich Schüler manchmal beklagt, ja, auch über mich, aber das ist relativ harmlos, wenn man selbst betroffen ist und kritisiert wird.

Schwieriger wird es, wenn die Deine Kollegen kritisieren, das kann dann zur Lästerei führen, das geht gar nicht.

Also gab es eine Regel, dass das berichtet werden darf, wenn es viele belastet, aber nur ohne Nennung des Namens und ohne das Fach, das der/diejenige unterrichtet.

Oft habe ich dann gesagt, weil ich mir nicht anders zu helfen wusste:

„Leute, bedenkt bitte etwas Wesentliches. Im Leben werdet Ihr zu allen Zeiten, an allen Orten immer mit einem Idioten, einem Dummen oder einem Selbstgerechten zu tun haben. Schule ist einer der ersten Plätze, an dem Ihr damit konfrontiert werdet und daran wachsen könnt. Wehrt Euch klug, aber bloß nicht verzweifeln. Die kommen und gehen, aber es werden immer andere sein, denen ihr zeitweise nicht ausweichen könnt. Idioten sind nämlich echt wichtig.“

Man stelle sich vor, die Dummen würden sich alle ihrer eigenen Dummheit bewusst und würden nun darunter leiden.

Das ist ja nur in Grenzen zu korrigieren!

Wie viele Kliniken würde man zusätzlich benötigen, um den Dummen ihre klugen Sorgen zu nehmen? Was das kostet!

Es spart viel Geld, wenn Dumme nicht leiden.

Und ausnahmsweise der Blick auf Wahlen:

AfD-Wähler mögen im Allgemeinen das Schlichte, die scheinbar einfache Lösung. Das klingt gut, ist es aber nicht. Es ist unklug, einfache Lösungen nur deshalb für richtig zu halten, weil man sie versteht.

Das heißt nicht, dass es tatsächlich eine Lösung ist.

Viele wollen auch nur „dagegen“ sein und protestieren, aber solche Vögel deshalb zu wählen, ist -leider- nicht klug.

Es ist -leider- dumm.

Wir hatten das ja schon.

Die Amerikaner haben sich eine einfache Lösung vorgestellt indem sie eine bekannte Comic-Figur zum Präsidenten wählten.

Der denkt aber nicht weiter in die Zukunft als bis zu seiner eigenen Haartolle und auch bis zu seinem Kontostand.

Zu mehr reicht es leider nicht.

Das war doch vorher bekannt!

Da kann man nur auf die Biologie hoffen und dass die beim nächsten Mal nicht eine noch schlimmere Gestalt wie diesen Vance oder Hegseth wählen.

Bitte, beide haben doch weder Moral noch Gehirn!

Dass die Russen aufwachen, daran glaube ich -leider- nicht mehr.

Wer sich für Gewalt begeistert und Krieg befürwortet und sehr schlichten Lügen glaubt, ist leider verloren.

Eine Opposition braucht Einigkeit und führende, lenkende Personen. Die sind aber fast alle ermordet worden oder sie sind geflohen.

Leider.

Sie werden für mehr als 100 Jahre daran erinnert werden.

Ein verlorenes Land, „Obervolta mit Atomraketen“ wie Helmut Schmidt einst bemerkte.

Ich kenne nur Gas, Öl und Waffen aus Russland.

Und gezuckerte Kondensmilch.

Und Wodka.

Davon brauchen die viel. Sehr viel.

Denn das ‚größte Land der Welt‘ hat keine Zukunft.

Womit denn auch?

Roman, komm‘, noch einen Satz:

„Die ganze Dunkelheit der Welt reicht nicht aus, das Licht einer einzigen Kerze zu löschen.“

–
„peace, tranquility and good will“

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